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dieſer Irrthum entſtehen, ſo hatte ſie in ihm beharren können, bis Victor's Unüberlegtheit dieſer ganzen Sache plötzlich eine andere Weudung gab. Im Nachdenken erſt über ſein Staunen, dann ſeine Worte, ſeine Verlegenheit, endlich auch über die Art des Hausfreundes, der viel lieber Sottiſen als Schmeicheleien ſagte, dämmerte in der Doc⸗ torin der Gedanke, daß ſie nicht als Dame, ſondern als Katze portraitirt worden ſei, und gleichzeitig begann auch erſt Victor zu begreifen, aus welchem glücklichen Irrthum ſeine Unbeſonnenheit ſie riß.
Aber die Doctorin war Weltdame genug, ſich endlich ſelbſt zu bezwingen und ein Thema lieber zu verlaſſen, deſſen Weiterſpinnen nur zu den unerquicklichſten Ausein⸗ anderſetzungen führen konnte. Sie raffte ihre gewohnte Energie zu den Fragen zuſammen:„Sie kommen mir wie gerufen— oder hat man Sie gerufen? Sie kennen Fräulein Lesbia Mauratos? kennen den General?“
Das Thema war allerdings für ihn intereſſaut genug, um ihn wieder vollſtändig zur Beſinnung zu bringen und die komiſche Epiſode vergeſſen zu laſſen, die er zwiſchen die tragiſche Geſchichte geſchoben, die ihn hergeführt. Doch klang der Ton der Stimme noch kleinlaut, mit dem er ſagte:„Im Atelier hörte ich es Leonhardt erzählen— ich kam hierher, das Weitere von Ihnen zu vernehmen und meine Dienſte anzubieten, falls Sie oder Fräulein Mau⸗ ratos dieſelben bedürfen ſollten.“
„Das Fräulein wird vor der Hand bei uns bleiben,“ entgegnete die Doctorin und fügte mit all ihrer gewohnten Würde, die ſie nun doppelt zu zeigen für nöthig hielt, hinzu: „und wir werden die Bedrängte gegen jede Verfolgung, jede Indiscretion— mag ſie nun von ihren Verwandten oder von Fremden ausgehen— zu ſchützen wiſſen.“
Victor fühlte, daß dieſe Worte ziemlich direct auch mit gegen ihn gerichtet waren— daß er nun nicht mehr darauf rechnen konnte in der Doctorin eine Bundesgenoſſin zu
Dritte Folge.
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finden, begriſf er, dennoch theilte er ihr bereitwillig mit, was er über Vater und Tochter in Erfahrung gebracht, wenn er dabei auch jedes ſpecielle Intereſſe für Lesbia zu verbergen ſuchte.
Die Doctorin ſagte nur:„Der alte General iſt aller dings halb wahnſinnig. Er hat ſich einſt, natürlich in einem unteren militäriſchen Grade, im griechiſchen Unab⸗ hängigkeitskampfe um das Vaterland verdient gemacht, dann aber zu den Unzufriedenen gehört, die das jetzige Re⸗ giment zu ſtürzen ſuchten. Er kam in Unterſuchung, ward eine Zeitlang gefangen gehalten und des Landes verwieſen. Niemand hat ſich indeß um den halbwahnſinnigen Greis gekümmert— daß er hier angekommen, hatte man igno⸗ rirt— jetzt aber muß man die öftern Ausbrüche ſeines Wahnſinns in Verbindung bringen, da er alle Baiern haßt, und namentlich Alles, was zu unſerm Königshauſe gehört, ſo iſt ſein Aufenthalt hier mehr als bedenklich.“
„Aber dies Alles erklärt ja nicht ſein Wüthen, ſeine Härte gegen ſeine eigene Tochter,“ warf Victor hin, „wenu auch ſein ſonſtiges menſchenfeindliches Betragen—“
„Die Tochter,“ erklärte die Doctorin weiter,„iſt von einer deutſchen Mutter in Delos geboren— die Mutter war krank, als Mauratos verwieſen wurde— etwa nach einem Jahr ſtarb ſie in den Armen der Tochter, die ſie nicht allein laſſen wollte— es war eine trau⸗ rige Alternative für das arme Mädchen: die ſterbende Mutter zu pflegen und den Vater, der aus dem Ge⸗ fängniß kam, einſam in die Verbannung ziehen zu laſſen— oder mit ihm zu gehen und ſich von einer todtkranken Mutter zu ſcheiden. Unmöglich konnte das Letztere geſchehen. Sie blieb bei ihr und erſt nach einem Jahr, als ſie ihr die Augen zugedrückt, verließ ſie ihre Heimath, um den Vater aufzuſuchen. Daß ſie ihn ihr entfremdet, halb verwildert vorgefunden, iſt nach dieſen Vorgängen faſt natürlich— ſo viel hat mir Lesbia ver⸗ trauensvoll ſelbſt mitgetheilt— aber gewiß iſt es nur die
im Circus an die theilen.
Während der Regierung des Kaiſers Auguſtus zierten die Damen und ſogar einzelne Modeherren ihre Fußzehen mit koſtba⸗ ren Ringen.
Im Mittelalter ſpielten die Ringe eine große Rolle. Sie dienten nicht bloß den Souveränen und vornehmen Herren, die nicht ſchreiben konnten, als Siegel, ſondern man benutzte ſie auch als Mittel, um Befehle zu übermachen, denen ſie als Anerken⸗ nungszeichen dienten.
Bei den Arabern, die in ſehr vielen Beziehungen an die Sit⸗ ten des Mittelalters erinnern, dienen der Ring und die in denſel⸗ ben geſchnittenen Charaktere noch jetzt zu dem eben erwähnten Gebrauch.
Kurz nach der Schlacht von Isly, zu welcher Zeit man nicht ohne Gefahr durch Algerien reiſen konnte, erhielt ein franzöſiſcher Touriſt von dem Kalifen El Karoubi einen ſilbernen Ring, in dem arabiſche, in einer gewiſſen Art unter einander verbundene Charaktere eingegraben waren. Der Reiſende brauchte, um eine gaſtfreundliche Aufnahme zu finden oder um ſich aus einer Gefahr zu ziehen, nur dieſen Ring zu zeigen, und ſobald man wußte, daß er f im Beſitze deſſelben befand, beeilte ſich Jedermann ihn zu hüten und ihm ſeine Reiſe ſo angenehm und ſo leicht wie möglich zu machen.
Im Mittelalter dienten noch gewiſſe Ringe als Talisman. Man goß ſie unter ſeltſamen Ceremonien um Mitternacht und warf ſie, um ſie abzukühlen, in ein Bad, das mit Pflanzen und ganz eigenthümlichen Ingredienzien verſetzt war; zuletzt wurden ſie, während der Zauberſegen dabei geſprochen wurde, polirt und ciſe⸗
Zuſchauer mehr als zwei Millionen Ringe ver⸗
lirt. Was für Ringe erhielt man dann aber auch! Der eine machte, wie der Ring des Gyges, unſichtbar; der andere gab allen, Unternehmungen Erfolg; der eine Ring verſchaffte dem Träger deſſelben die Liebe aller Frauen, denen er ſich näherte; ein anderer entdeckte verborgene Schätze, ſchläferte die Drachen ein, ja machte ſogar alle Verſuchungen, denen die Gläubigen ſich von dem Bö⸗ ſen ausgeſetzt ſahen, ganz wirkungslos, wie folgende Legende es beweiſt.
Der heilige Druon, Erzbiſchof von Cambréſis, zählte unter ſeinen liebſten Schülern einen jungen Mönch, der ihm von deſſen Vater auf ſeinem Sterbebette anvertraut worden war. Hilarius zeigte ſich als ein würdiger Zögling des Apoſtels von Artois und Flandern. Nichts glich ſeiner Frömmigkeit, Sanftmuth, Sitten⸗ reinheit und ſeiner tiefen Kenntniß der heiligen Schrift.
Als nun der heilige Druon eines Tages im Begriff ſtand, abzureiſen, um ein wildes, weitentferntes Volk, zu dem das Licht des Evangeliums noch nicht gedrungen war, zum Chriſtenthum zu bekehren, ließ er Hilarius zu ſich rufen, ertheilte ihm ſeinen biſchöflichen Segen und ſteckte ihm einen Ring an den Finger.
„Mein Sohn,“ ſagte er zu ihm,„verlaß nie auch nur für einen Augenblick dieſes Kleinod, das die heiligſten Reliquien be⸗ rührt hat, und das, wie ich hoffe, Dich vor jedem Unglück bewah⸗ ren wird.“
Hilarius ſchwor, dieſen koſtbaren Talisman nie von ſeinem Finger abzulegen.
Einige Wochen ſpäter, als Hilarius in einer auf dem Lande erbauten einſamen Capelle betete, ſetzte ſich ein junges Mädchen von wunderbarer Schönheit ihm gegenüber und betrachtete ihn lächelnd.


