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Nr. 40.]
Dritte Folge.
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vergeblich. Da auf einmal ſtürmte der junge Kunſtgenoſſe nannte, war von jenem nur durch eine lebende Hecke ge⸗
herein, der dieſen Mittag Lesbia’s Beiſtand geweſen, und rief zu Victor:„Alſo hier ſitzen und malen Sie, indeß ich Ihnen
das ſchönſte Modell, das, ich weiß es ſchon, geradezu Ihr gern überall bemerkbar machte,
Ideal iſt, in's Nachbarhaus gebracht! Warum verſchwan⸗ den Sie von der Pinakothek— Ritter geweſen, als ich!“
„Was für ein unklares Geſchwätz!“ rief Victor ver⸗ drießlich und doch aufhorchend.
„Kannten Sie denn nicht den griechiſchen General Mauratos und ſeine Tochter Lesbia?“ fiel ihm der junge Mann wieder in's Wort—„ich ſuchte Sie überall, um ſie von Ihnen recognosciren zu laſſen, und Sie waren ver⸗ ſchwunden.“
Victor horchte geſpannt und ſtaunend auf, und Roderich platzte lachend heraus:„Eine gemüthliche Forderungl! viel⸗ leicht noch für Jemand als ein Bekannter zu bürgen, weil wir einmal die Ehre hatten dumm von ihm behandelt zu werden.“
„So laß doch nur Leonhardt erzählen!“ rief Victor ungeduldig.
Der junge Maler Ernſt Leonhard erzählte nun den Vorgang dieſes Mittags auf der Pinakothek und fügte hinzu:„Und ſo iſt die ſchöne Griechin denn noch in dem Hauſe des Doctor Eißner, wo ich ſie mit abgeliefert, und wären Sie daheim geweſen,“ ſagte er zu Victor,„oder überhaupt nicht von der Pinakothek verſchwunden, ſo hätten Sie das romantiſchſte Abenteuer erlebt, das ſich denken läßt!“
Victor's Spanuung hatte ſich immer mehr vergrößert, als der Name des Doctor Eißner genaunt ward— ſeit Kurzem bewohnte er ein Gartenhaus, das zu einer größern Beſitzung gehörte, in deren Vorderhaus der Doctor Eißuer ſchon ſeit Jahren wohnte und den größten Theil des Gar⸗ tens mit im Gebrauch hatte. Der Raum, der das Gar⸗ teuhaus umgab und in dem Victor eine Laube ſein eigen
trennt, über die man leicht herüber und hinüberſehen und ſich unterhalten konnte. Die Doctorin Eißner, die ſich hatte es denn auch hier ge⸗ (than.— Victor hatte einer Begrüßung und Unterhaltung
Sie wären ein beſſerer mit ihr kaum entgehen können— ſo war er ſchnell mit in
den Kreis der Bekannten gezogen worden, die das gaſtfreie Haus des Doctors beſuchten und, wenn dieſer von ſeinen Patienten in Anſpruch genommen war, eben ſo gut von ſeiner Gemahlin unterhalten wurden. Und hier war nun Lesbia— die ſchöne Griechin war ihm ſo nahe und— ohue ihren Vater!
Victor konnte dieſe Gedanken nicht hegen, ohne von der Staffelei aufzuſpringen und zu erklären, daß er hier nicht weiter malen könne.
„Ich bitte Dich, begehe keine Uebereilung!“ ſagte Roderich,„die Doctorin Eißner liebt, wie Du ſchon ſelbſt geſagt, jede Handlung, die mit Oſtentation verbunden iſt — wenn ich mir nun denke, daß Du mitt ihr gemeiuſchaftlich handelſt, ſo ſehe ich voraus—“
„Was ich hätte vorausſehen ſollen“— unterbrach ihn Bictor—„als Du mich beſchwatzteſt, die Pinakothek zu verlaſſen und Lesbia der Rohheit dieſes Barbaren preis⸗ zugeben.“
„Niemand hat das Recht ſich in Familienverhältniſſe zu miſchen!“ mahnte Roderich noch einmal.
„Kein Menſch hat das Recht den Andern zu ſeinem Sclaven zu machen— weder der Vater noch der Freund!“ rief Victor mit ſcharfer Betonung, vertauſchte raſch den Malerrock mit einem andern, der nicht die bunten Spuren des Pinſels trug, ergriff den leichten Strohhut und verließ das Atelier, das er nur beſuchte, wenn er etwas in ihm copirte, ſonſt hatte er das ſeinige jetzt in dem erwähnten Gartenhauſe.
Auf dem Wege rief er ſich wieder das jüngſt Erlebte zurück, das er den Freunde geſchildert hatte.
welche fabelhafte Arbeit! Trümmern liegen, ruhten auf mehr als 40,000 Pfählen. Und die Verfertigung der Werkzeuge— welche Geduld gehörte dazu,
da ſie gerade die härteſten Steine wählten, um ihnen Schneide und Spitze zu geben!
lebten, ſo war doch auch der Ackerbau bei ihnen ſchon ziemlich vorgeſchritten, und es fehlte ihnen nicht an Heerden von Ochſen, Schafen, Ziegen, Schweinen; ſie verfertigten Käſe, bauten Obſt und bewahrten Vorräthe für den Winter auf. Unter den Trüm⸗ mern eines Seedorfes im Bodenſee iſt ein Magazin der Urzeit mit deiläufig hundert Maß Gerſte und Weizen in Körnern und Aehren, ja ſogar wirkliches Brod aus geſchrotenem Korn mit der Kleie daran entdeckt worden,— Beweis genug, daß dieſe namen⸗ loſen Völker aus dem ſteinernen Zeitalter bereits eine lange Reihe von Jahrhunderten des Fortſchritts hinter ſich hatten. Ja ſie kannten bereits die„Theilung der Arbeit“; manche Oertlichkeiten bieten eine wirkliche Ueberfülle von theils ausgeführten, theils halbfertigen Werkzeugen dar und ſcheinen Fabrikorte geweſen zu ſein. Auch der Handel war ihnen wohlbekannt, welcher Wurfgeſchoſſe aus Kieſel von Deutſchland und Gallien, Korallen von den Völkern des Mittelmeeres, Beinſtein von der Oſtſee, den koſtbaren Lendenſtein aus dem Morgenlande zu ihnen brachte. Sorgfältige Forſchungen und Combinationen haben Troyon zu der Anſicht beſtimmt, daß die Pfahlbauten von den Uranſied⸗ lern Helvetiens um 2000 Jahre vor Chriſtus aufgeführt worden ſind. Dem ſteinernen Zeitalter folgte unmittelbar das bronzene.
öhe Ohne Zweifel ſtießen zwei Racen auf einander, die alten Anſied⸗
Und manche Dörfer, die hier in da der Stein nur mit dem Steine bearbeitet werden konnte, und
Obwohl dieſe Urvölker hauptſächlich von Jagd und Fiſchfang
ler wurden von den mit metallenen Streitägten bewaffneten Ein⸗ dringlingen aus celtiſchem Stamme nach der weſtlichen Schweiz vertrieben, die Pfahldörfer größtentheils völlig geräumt. Die Zeitdauer der Seeortſchaften in der Bronzeperiode iſt wahrſchein⸗ lich eine lange geweſen, ihre Zerſtörung jedenfalls auf dieſelbe Weiſe vor ſich gegangen wie die der früheren Periode. Ein neues Volk mit eiſernen Schwertern bemächtigte ſich der hölzernen Feſtungen, die helvetiſchen Eroberer vertilgten die älteren Be⸗ wohner oder knechteten ſie(im vierten oder fünften Jahrhundert vor Chriſtus), um ſchon nach wenigen Jahrhunderten in das flache Gallien weiter zu wandern. Ueber Namen und Herkunft der Ureinwohner ſchwebt ein Dunkel, das wahrſcheinlich nie erhellt wird.(Europa.)
Zur Geſchichte der Erfindungen. Segen der Erfindungen— im Auslande.
Der Erfinder der Nähmaſchine(Horve) erhielt 1846 in Ame⸗ rika ein Patent, wozu er mit Mühe das Geld aufbrachte, und ging dann, um ſie zu verwerthen, nach England, wo er kein Glück hatte und ſich als Koch auf einem Schiff verdingen mußte, um wieder nach Hauſe zu kommen. Dort hatten Andere unterdeſſen ſeine Erfindung benutzt, und um das Geld gegen dieſe Nachmacher zu⸗ ſammenzubringen, mußte er ſich als Arbeiter bei einem Mechani⸗ ker anſtellen laſſen. Als er es beiſammen hatte, begann er den Proceß, wobei ihn einige Bekannte unterſtützten, und er gewann ihn.(Die Nachmacher wurden zu bedeutenden Geldſtrafen ver⸗ urtheilt.) Nun erhielt er für jede nach ſeinem Syſtem gemachte


