Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
634
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Ton ſeiner Stimme an die Würde ſeines Amtes zu er⸗ innern.

Wieder legte ſich die Doctorin in's Mittel:Das arme Fräulein nehmen wir in unſerm Wagen mit nach Hauſe und bieten ihr ſo lange den Schutz unſerer Famillie, bis Dein Ausſpruch oder ihr eigener darüber entſcheidet, ob ſie bei einem Vater bleiben kann, der ſie mißhandelt.

Sie braucht nicht bei ihm zu bleiben! ſagte Mau⸗ ratos wild um ſich blickendich aber danke für jede Begleitung.

Doctor Eißuer ſagte:Ich werde Sie in Ihr Hotel begleiten, da es doch ſein könnte, Sie bedürften eines Bei⸗ ſtandes und da Sie Ihr Fräulein Tochter unſerer Obhut anvertrauen, ſo iſt es wohl angemeſſen einige Worte darüber zu ſprechen.

Der General gab darauf weiter keine Antwort, er ging durch die Galerie, die Stufen hinab und ſtieg eben ſo ſtumm in die Droſchke, die ihm Doctor Eißner bezeichnete und in der Beide Platz nahmen. Der Polizeidiener war nur von Weitem bis an die Treppe gefolgt und ſah in würdevoller Haltung den Beiden nach. Offenbar war er von dieſem Ausgang ſehr befriedigt man konnte ihn in ſeinem Amte weder eines Uebergriffes noch einer Ver nachläſſigung zeihen: der vornehme Ruheſtörer war im Gewahrſam eines ſtädtiſchen Arztes, der für ihn haftete.

Die Doctorin, die ihr Tuch mit herbeigeholtem Waſſer und Eau de Cologne um Lesbia's Stirn gebun⸗ den, ſah ſich nun noch nach einem paſſenden Beiſtand um, auch die junge Dame fort und in einen Wagen zu bringen, als ſie die Augen aufſchlug und einen Verſuch machte ſich zu erheben, indem ſie ſich ſcheu nach allen ten umſah.

Schnell ſagte die von hier, und mein Wagen ſteht

Sei⸗

Doctorin:Ich wohne nicht weit zu Ihrer Verfügung

Uovellen-Zeitung.

mit ſchwacher Stimme; aber als ſie vermochte ſie nicht allein zu ſtehen und mußte es dulden, daß ſie an der einen Seite die der junge Maler führte, der faſ ſtehen geblieben war erröthend und mit niedergeſchlagenen dienſt, wie er ihn, nach der Undeholfenheit dabei zu urthei⸗ len, wohl heute zum erſten Male übte.

dieſem Augenblicke ein Gegenſtand der war, ſuchte ihr Geſicht unter dem vorgehaltenen Schleier

[VIII. Jahrg.

wenn Sie Sich ſtarl genug fühlen, ſo werden wir Sie da⸗ hin führen.

Wo iſt mein Vater der alte Herr 2 fragte Lesbia,

nachdem ſie überall vergeblich nach ihm im Kreiſe umher⸗ geblickt hatte.

Auch hierauf war die Doctorin ſchnell mit einer wohl

überlegten Antwort fertig:Mein Mann iſt bereits mit ihm fortgefahren er ließ Sie unter ich bitte trachten.

meiner Obhut Sie mein Haus einſtweilen als das Ihrige zu be⸗ Güte annehmen! entgegnete Lesbia ſich erheben wollte,

Ich muß Ihre

Doctorin, an faſt ehrfurchtsvoll in der Nähe ſelbſt wie ein Mädchen

Augen leiſtete er einen Ritter

ſo viel bewußt, daß ſie in

Lesbia ſich wenigſtens Neugier für Alle

und damit herabgebengten Hutſchirme zu verbergen, indeß

die Doctorin faſt triumphirend mit pathetiſchen Schritten

gleich einem Feldherrn an ihrer Seite ging.

W.

Victor arbeiteten am Nachmittag fleißig im kühlen Atelier ihres Meiſters. Namentlich war es Victor, der durch den Eifer, mit dem er malte, ſich aus einer Stimmung voll Unzufriedenheit mit ſich,mit Gott und aller Welt, wie Roderich ſpottend ſagte, herauszu⸗ bringen ſuchte, und jeder Verſuch des Letzteren, einen Mo⸗ ment der Ruhe ihm abzulauſchen, um irgend eine Bemer⸗ kung hinzuwerfen, eine Antwort zu erhalten, war ganz

Roderich und

und wird bald eine hervorragende Rolle ſpielen, und gerade deß⸗ halb iſt eine nähere Kenntniß derſelben nicht nur wünſchenswerth,

ſondern ſogar nothwendig. C.

Aus der Geſchichte.

Die vorgeſchichtliche Revölkerung der Schweid.

Der niedrigſte Waſſerſtand des Züricher Sees im Winter von

1853 zu 1854 veranlaßte die Anwohner deſſelben zu mehrfachen

Unternehmungen, um auf dem vom Waſſer befreiten Strande die ſchützenden Daͤmme weiter hinein in das Seebette zu führen und ſo dem letztern urbaren Boden abzugewinnen. Bei dieſer Gele⸗

genheit entdeckten die Deicharbeiter unweit des Ortes Obermeilen unter einer etwa 1 ½ Fuß dichten Schlammſchicht Pfähle, Ketten, vom Feuer geſchwärzte Steine, Knochen und allerlei⸗ Geräthſchaf⸗ ten, und Profeſſor Keller in Zürich beeilte ſich, dieſen Fund zu unterſuchen und die Ergebniſſe davon der wiſſenſchaftlichen Welt mitzutheilen. Von da an waren mehrere deutſche und franzöſiſche Gelehrte bemüht, die inſelartigen Stellen in den ſchweizer Seen und die Anſchwemmungen an den Ufern derſelben genau zu unter⸗ ſuchen, und ihrem Fleiß iſt es zu danken, daß, wie Troyon in ſei⸗ nem Buche über die Habitations lacustres des temps anciens et modernes mittheilt, bereits über 150 unterſeeiſche Dörfer in der Schweiz allein entdeckt worden ſind. Es iſt kein Zweifel, daß wir hier die einfachen Wohnſitze der vorgeſchichtlichen Einwohner der Schweiz vor uns haben, welche theils vor den Angriffen der in den ungeheuren Wäldern der Alpenthäler hauſenden Bären, Wölfe, Eber ꝛc., theils vor Ueberfällen feindlicher Volksſtämme ſich

doͤrfer aus drei

da⸗ eines

durch nach Möglichkeit ſchützten, daß ſie ſich in Gebirgsgegenden in unzugänglichen tiefen Hoͤhlen und Grotten, in bewäſſerten Ge⸗ genden auf den durch den Zuſammenfluß zweier Ströme gebilde⸗ ten Halbinſeln, in ſeereichen Gegenden mikten auf den Gewäſſern in einiger Entfernung vom Ufer anſiedelten.. Dieſe Pfahldörfer der ſchweizeriſchen Seen ſind von großem Intereſſe. Mit bloßem Auge kann man durch das klare Gewäſſer die Pfähle erblicken, die bald in parallelen Reihen, bald in unge⸗ ordneten Gruppen in den Grund getrieben ſind. Die verkohlten Balken bildeten meiſt den Boden der Hütten, einige Fuß über dem Seeſpiegel; Ueberreſte von Einfriedigungen und Dächern ſind deutlich zu erkennen, als Hausrath finden ſich in dem Schlamme Thongeſchirr, Schütten Laub und Moos, Waffen, Jagdtrophäen; neben dem Pfahlwerk ſind Ueberreſte von hohlen Baumſtämmen, die als Kähne dienten, und eine Reihe Pfähle zu bemerken, welche auf eine ehemalige Brücke zwiſchen dem Waſſerdorf und dem Feſt⸗ lande hindeuten. Die größten dieſer Pfahldörfer zählten etwa zwei⸗ bis dreihundert Huͤtten, welche zwiſchen neun und fünfzehn Fuß groß waren. Bald ermittelten die Forſcher, daß dieſe See⸗ Epochen herrühren: aus dem Zeitalter Steins, der Bronze und des Eiſens. Hauptſächlich in der deut⸗ ſchen Schweiz fanden ſich Spuren ſolcher Wohnſtätten und Ort⸗ ſchaften, welche der Periode des Steins angehören, und die auß dieſelben verwendete ungeheure Arbeit, zu welcher die Menſchen außer Kieſeläxten und Gluthkohlen keine Werkzeuge hatten, muß billig in Erſtaunen ſetzen. Das Fällen der Baumſtämme, das Behauen des Holzes zu Pfählen, das Spalten der Klötze zu Bohlen bloß mit dem ſcharfen Stein und Feuer, das Aushöhlen Cichſtammes zu einem Nachen mit der bloßen Steinaxt

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