Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
630
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gemacht, Victor? fragte der Gefährte,es

paßte zu dem weißen Haar, aber ſeine Bewegungen wie der Andere, Ro das Funkelu ſeiner kleinen dunkeln Augen waren von einer ſetzt von Figur,

Uovellen-Zeitung.

[VIII. Jahrg.

derich Feldberg, klein und faſt unter⸗ mit blondem lockigen Haar und blauen

Lebhaftigkeit, die mit den vielen Furchen und Linien ſeines Augen, die offen und heiter in die Welt blickten, während

zugleich wettergebräunten und zuſ ſichtes ſeltſam contraſtirte.

Wir müſſen ſehen, wie wir uns zurechtfinden, Lesbia! ſagte er zu ſeiner Begleiterin,gib nur vorzüglich Obacht, daß wir einander nicht verlieren.

Lesbia lächelte und ſprach beruhigende Worte dieſe letzte Bemerkung ſchien ſie wie eine fixe Idee aufzunehmen, die man zu hören ſchon gewohnt iſt.

So betraten ſie den innern Raum, in dem ſie zunächſt der Thür zwei junge Männer in eifrigem Geſpräch fanden. Der Eine von ihnen brach daſſelbe ſchnell ab, und Lesbia erblickend, verneigte er ſich verbindlich vor ihr und ihrem Begleiter. Dieſer aber dankte kaum und wandte ſich haſtig nach der andern Seite, indeß Lesbia faſt wie erſchrocken grüßte.

Was haſt Du denn da wieder

ammengeſchrumpften Ge⸗

für eine Bekanntſchaft ſcheint aber, als wenn die Herrſchaften nicht zu begierig wären, ſie fort⸗ zuſetzen.

Aber ich werde ſie dazu zwingen, Roderich, verlaß Dich darauf! antwortete Victor und wandte ſich Jenen nach.

Daß dieſe beiden jungen Männer, die ſo mit einander ſprachen, Maler waren, ließ ſich leicht erkennen. Ihre Tracht ſchon war beſtimmt, ein Wenig von jener Geniali⸗ tät zur Schau zu tragen, auf die ſich zuletzt doch jeder etwas einbildet, wenn er ſich auch das Anſehen geben will, als ſei er über dergleichen Aeußerlichkeiten ganz erhaben. Daß der Eine von ihnen Victor Herzen ſehr brünet war, ein ſchwarzer Schnurrbart einen wohlge⸗ formten Mund und blendende gern gezeigte Zähne be⸗ ſchattete, und glattes, glänzend ſchwarzes Haar die edle Stirn umrahmte, dazu von langer ſchlanker Geſtalt, indeß

eine ſchwärmeriſche Gluth aus den dunkeln Augen Victors unter langen Wimpern hervorleuchtete das Alles

konnte beim Anblick Beider wie ein lebendiges Gemälde der

Düſſeldorfer Schule gemahnen, deren Vertreter vorzugs⸗ weiſe ſolche Contraſte zu malen liebten freilich öfter noch in weiblichen als in männlichen Geſtalten.

Oft genug hatte man ſo im Kreiſe der Geuoſſen und Freunde über dies Paar Caſtor und Pollux, geſpottet, das um ſo mehr ſelbſt in den Spott mit einſtimmte, als es ſich ſelbſt zur Münchner Schule zählte, und beſonders der kleine blonde Roderich keine Gelegenheit vorüber⸗ gehen ließ, die Pfeile ſeines Witzes auf die Düſſeldorfer abzuſchießen denn überall, auch in der friedlichen Kunſt herrſcht der Kampf der Welfen und Ghibellinen

Von Norden und Süden kommend hatten ſie in Iſar⸗ Athen im Dienſt der Kunſt ſich zuſammengefunden. Victor war in Verona geboren, der Sohn eines öſterrei⸗ chiſchen Beamten, ſeine Mutter war eine Italienerin die in wallender Leidenſchaft geſchloſſene Verbindung war nicht glücklich geweſen, die patriotiſchen Angehörigen der Signora hatten ſich von ihr losgeſagt, weil ſie einenTe⸗ desco geheirathet als die Gemahlin eines kaiſerlichen Beamten war ſie faſt von allen ihren Landsleuten geächtet ſo bereute ſie bald genug ihre Wahl und betrachtete ihr Loos als das einer Märtyrerin. Im Sohue nährte ſie eine Liebe zum italieniſchen Vaterlande, die den Haß gegen Deutſchland zu ihrem andern Pole hatte der Vater aber ſchalt nur um ſo mehr auf die Italiener, als ſeine Gattin ſich mühte, ihm und allem deutſchen Weſen den eignen Sohn zu entfremden. In dieſem unglückſeligen Zwieſpalt wuchs Victor auf und ſuchte vergeblich für ihn wie für die Gegenſätze ſeines Innern irgend eine Verſöhnung. So war er ſelbſt beinahe ein führerloſer Kahn, hineingeworfen

Frankreichs in Cochinchina auf den Entwicklungsgang der dor⸗ tigen Verhältniſſe ſich als ſehr einflußreich herausſtellen wird, und wir glauben deßhalb annehmen zu dürfen, daß unſern Leſern einige nähere Angaben über jene neue franzöſiſche Colonie und die Vortheile, die ſie Frankreich in Ausſicht ſtellt, nicht unwill⸗ kommen ſein werden.

Da in Folge der vielen europäiſchen Wirren in den letzten Jahren manche unſrer Leſer den Ereigniſſen im fernen Aſien viel⸗ leicht wenig Aufmerkſamkeit geſchenkt haben mögen, ſo halten wir es nicht für überflüſſig, hier ganz kurz die Geſchichte des Krieges mitzutheilen, der zu dem Friedensſchluß zwiſchen Frankreich und

Anam in den letzten Tagen des Mai dieſes Jahres

die kurz zuvor durch die Gewalt der Waffen in ſeine Hand ge⸗ kommen war.

Der jetzige Kaiſer von An als ein entſchiedener Feind der Ereigniſſe in China und Japan no

V

5 en 3 3 führte, durch den Frankreich in den geſetzlichen Beſitz der Colonie getreten iſt, des franzöſiſchen Viceadmirals Rigault de

am bewies fich ſeit längerer Zeit Chriſten, und vielleicht durch die ch mehr in ſeinem Haß gegen

dieſelben beſtärkt, ſchritt er zu blutigen Verfolgungen gegen die in

ſeinem Lande für die Verbreitung der katholiſchen Kirche wirken⸗ den franzöſiſchen und ſpaniſchen Miſſionäre, die dort den Märty⸗ rertod erlitten. Der Kaiſer der Franzoſen hielt ſich als erſter

Sohn der Kirche für verpflichtet, dafür Genugthuung und zu⸗ 4 1 f kung nach China geſchickt werden mußte, während man in Turon

gleich Bürgſchaft zu fordern, daß Aehnliches nicht wieder vorfalle. Als die Forderung nicht gewährt wurde, ſchloß er mit der Köni⸗ gin von Spanien einen Vertrag, nach welchem Frankreich und Spanien gemeinſchaftlich eine Expedition gegen den Kaiſer von Anam unternehmen wollten, um das von ihm mit Waffengewalt zu erzwingen, was von ihm in Güte nicht zu erreichen war. Die⸗

ar in doppelter Beziehung politiſch

ſes Bündniß mit Spanien w B die Expedition, deren Haupt⸗

klug, denn erſtens bekam dadurch zweck möglicher Weiſe für Frankreich eine Gebietserwerbung im oͤſtlichen Aſien war, den Anſchein, als ob es ſich hauptſächlich darum handle, eine Genugthuung für das vergoſſene franzöſiſche und ſpaniſche Blut und fuͤr die Zukunft Sicherheit für die Chri⸗ ſten im Kaiſerthum Anam zu erhalten, während zweitens die in einer nur kleinen Entfernung liegenden, Spanien gehörenden phi⸗ lippiniſchen Inſeln der Expedition große Erleichterungen ver⸗ ſchaffen und namentlich für die Kranken und Verwundeten, die zur Pflege und möglichen Geneſung dahingeſchickt werden konnten, von unbezahlbarem Vortheil waren. Die ſpaniſch⸗franzöſiſche Expedition unter dem Oberbefehl Genouilly begann im Jahre 1858 ihre Operationen mit der Einnahme der Stadt Tu⸗ ron auf der Halbinſel gleichen Namens, der nächſten Hafenſtadt von der nur 15 Stunden von ihr entfernten Hauptſtadt des ana⸗ mitiſchen Reichs Hus⸗Fu, und zwar, wie man damals behaup⸗ tete, um ſich von Turon ſogleich in Marſch zu ſetzen, ſich der Hauptſtadt zu bemächtigen und damit dem Kriege ein ſchnelles Ende zu machen. Als Grund, daß das nicht geſchah, gibt man den engliſch⸗franzöſiſchen Krieg gegen China an, in Folge deſſen zweimal der größte Theil der franzöſiſchen Truppen zur Verſtär⸗ nur einige hundert Mann Truppen zurückließ, um den Ort zu halten und zugleich zu beweiſen, daß der frühere Plan nicht auf⸗ gegeben ſei, ſondern zu gelegener Zeit wieder aufgenommen wer⸗ den würde. Dieſe Zwiſchenzeit benutzte das anamitiſche Heer dazu, den Franzoſen jede Verbindung mit dem Innern des Lan⸗

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