Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
628
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e wählte n, von einem Andern gleichzeitig ſo h ndelt zu ſehen. rr Feldberg! Sie ſind unverſchämt! rief Achilles ich fordere Genugthuung! Feldberg zuckte lächelnd die Achſeln und wendete ſich iner allgemeinen Bemerkung über einen gleichgültigen Gegenſtand an einen der neben ihm(aenden ,der ihm nur zuflüſterte:Die Sache wird Eruſt, der G ſteht keinen Spaß und es wäre doch nicht werth ſich für einen Cameraden zu ſchlagen, man thut es heut zu Tage kaum um einer Dame willen Das Eine iſt entweder ſo in der rdnung oder ſo wenig wie das Andere, ſo dumm der ſo geſcheidt! lüſterte Feldberg,ich ſuche keine Fändel, aber Einer muß

g, den Abweſenden verthe bin ſein Freund und

sche ver⸗ leche ver⸗

Mühe

wieder an Feldberg: zu etwas ringen verſteht nichts von

.Sie ſuchen Hän⸗ weder ein Raufbold noch ein

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n gleichen Gefallen zu finden, und da g darauf ankommt, ob Sie Herzen für ein Genie hal⸗

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6Wenn Sie fortlau⸗ e re Behauptung nicht gner, ein Feigling

ber ich ver⸗

628 Uovellen-Zeitung.

R.

[VIII. Jahrg.

auf das Duell verzichten, wenn Feldberg ihm ſeine Worte abbitte, ehne ſe lbſt etwas von den ſeinen zurückzunehmen da war denn kein Vereinigen, Verſöhnen möglich man beſtimmte, ſich bei Sonnenuntergang an einem heim⸗ lichen Platz im Park von Nymphenburg zu treffen, und wählte aus den Anweſenden die Secundauten.

Und nun beleuchtete die Frühlingsſonne, als ſie Ab⸗ ſchier nahm von dem ſchönſten Tage, den ſie der Erde ge⸗ ſch ſcente eine Gruppe junger Männer, die an Blut und Tod b achten einen Künſtler, der den ahnungsloſen Freund, d einen Andern, der nur dem eigenen Hochmuth und pel Ghrgei iz ein blutiges Opfer bringen wollte.

Noch einmal war der Sühneverſuch der Cameraden vergeblich Achilles hatte den erſten Schuß die Kugel ſtreifte Roderich's Rockkragen, verwundete ihn ſelbſt aber

nicht nun ſchoß er und ſchoß mit Abſicht hoch in

die Luft dann warf er die Piſtole hin und reichte Achilles die Hand zur Verſöhnung. Dieſer wollte be⸗, ſchämt dief ſe Großmuth nicht gelten laſſen die Se⸗ Lict

cundanten aber erzwangen den Frieden, und die Parteien trenuten ſich. Roderich mochte noch nicht zur Stadt zurüc er promenirte mit einem jungen Maler, Ernſt Leonhardt, noch im Park umher zu erregt, um unter Menſchen zu geher, hatte er auch die Geſellſchaft der anderen Maler zurückge⸗ wieſen und ſich nur die des Jünglings Ffallen laſſen, von ten dem er wußte, daß er auch ein Anhänger H Herzen's war und 3 nur verhin nicht gewagt hatte den älteren Künſtlern ge⸗ eſt genüber das Wort mit zu ergreifen. Nicht lange waren wohl ſie nun hier faſt ſtumm nebeneinander gegangen, als ſie

h jener Muſchelcapelle näherten, die einſt eines bairiſchen Rönigs Hund ſelbſt mit den mühevollſten Arbeiten ver⸗

Bier aus Ihuen ſpricht. ziert. Eben jetzt öffnete ſich ihre Thür, und mit dem Führer der Sie werden ſich mit mir ſchlagen! rief Ach trat ein ſchlanker junger Mann heraus, der freudig aufförn

vergeblich legten ſich nun die andern Maler in's 8 Mar Roderich zueilte. ſc redeten zum Frieden, zur Sühne Achilles wollte nurVictor, Du! rief dieſer. hern

4 Feuilleton.

zuſammenleben Nichte in ſein bei(

e d 64 ſie d g wiſſe nicht, wohin ſie r 5 oder n was geworden ſei. Dieſe Behauptung wurde nich Rendaen be⸗

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funden, und da noch andere Umſtände höchſt verdächiig ſchienen, ſo wurde der Onkel verhaftet und vor den Richter t, der noch andere Umſtände ans Licht brachte, welche die Lage des Beſchul⸗ digte n ſehr ernſt geſtalteten. Ein j jun Wger Mann aus der Nachbar⸗

chaft hatte um di it Nichte angehalten, und es hieß nun und wurde lgrmem geglaubt, daß er vor dem Verſchwinden der jungen

Dame auf einige 1a9 eine Reiſe nach dem Norden angetreten habe, nachdem Letztere erklärt! habe, daß ſie ihn nach ſeiner Rück⸗

kehr beirathen würde. Der Onkel hatte wiederholt ſeine entſchie⸗ dene Mißbilligung des Verhältniſſes ausgedrückt, und ſeine Nichte hatte ihm deßbalb laute Vorwürfe über ſeine liebloſe Härte und über den Miß brauch ſ einer vormundſchaftlichen Gewalt gemacht. trat ferner eine Frau als Zeugin auf, die beſchwor, daß ſie gefähr um 11 Uhr früh am ſelben Tage, als das Fräulein verſchwunden war, du arch den Wald gegangen wäre und die Stimme einer jungen Dame gehört hätte, die mit einem Herrn in ernſtlichem Wortwechſel b egriffen zu ſein ſchien. Als ſie, die Frau, der Stelle des Streites ſich genähert, hätte ſie deutlich die Worte vernommen:Tödten Sie mich nicht, Onkel, tödten Sie mich nicht! Die Frau war voll Schrecken davongeeilt und hatte gleich darauf einen Schuß fallen gehört. In Folge einer Verket⸗