Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
622
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622² Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg.k präſente Mannſchaft in der Caſerne untergebracht werden ſtimme die betreffenden Namen derſelben auf, und hieß 1 konnte, bei den Bürgern einquartiert wurden. Wie natür⸗ unch ſolche ihm nachrufen. Komiſch genug mochte ſich lich ſtellten die Letzteren dieſen mißliebigen Gäſten nicht dieſes Duett ausnehmen. Corporal⸗, nicht Generalbaß ihre Salons zur Verfügung, und die armen Teufel muß⸗ und Kinderdiscant! ten ſich deßhalb häufig mit Weib und Kind drei bis vier Nachdem ich ſonach meine erſte dienſtliche Function, en Treppen hoch mit ſehr elenden Localitäten begnügen. Da das Viſitiren rühmlichſt be⸗ und glücklichſt über⸗ bau nun dieſe ſo untergebrachte Mannſchaft nicht der ſtrengen ſtanden hatte, dachte Herr Meritz daran, mich nun auch 11 Controle unterworfen werden konnte, wie die Bewohner zum Wachtdienſt vorzubereiten, um mich dem Herrn Haupt⸗ nnh der Caſerne, ſo wurde, um dieſem Uebelſtande einiger⸗ mann als dazu befähigt melden zu können; es mußte ihm er maßen zu begegnen, täglich ein Unterofficier dazu comman⸗ begreiflicherweiſe viel daran gelegen ſein, dieſes Reſultat dirt, mit dem Zapfenſtreich an den betreffenden Häuſern ſeiner Mühen möglichſt bald zu erzielen. Ich wurde deß⸗ Jr d laut den Namen des Einquartierten bis zur dritten oder halb von ihm dazu in ſeinem Zimmer dreſſirt, ein Aus⸗ 39 vierten Elage hörbar hinaufzuſchreien. Der ſo Ange⸗ druck, der damals allgemein für die jetzt üblicheneinüben b i ſchriene war verpflichtet, das Fenſter zu öffnen und durch oderſchulen gebraucht wurde. Häufig mußte ich mich annd den Rufhier ſeine Anweſenheit zu beſtätigen. Ver⸗ neben den Kleiderſchrank, welchen er als Schilderhaus 1 lung ſäumte er dies, ſo ward er als nicht zu Hauſe präſumirt ſupponirte, ſtellen und dort die Rufe, die der Schildwache dh. und deßhalb zur Strafe gezogen. Es ſoll übrigens hierbei bei den verſchiedenen Dienſtveranlaſſungen in der Wirk⸗ fue auch vorgekommen ſein, daß einige Ehehälften die Sten⸗ lichkeit oblagen, durchmachen oder vielmehr durchrufen. Suf torſtinmnen ihrer Männer ſo täuſchend nachzuahmen wuß⸗ Um die Uebung der Wirklichkeit möglichſt nahe zu bringen, V 8 f ten, daß ſie in deren Abweſenheit ohne Gefahr das vorge⸗ bewaffnete mich Meritz mit einem Commißgewehr, einem Enäh ſchriebeneHier dem viſitirenden Corporal auf ſeinen ſchauderhaften Mordinſtrumente, wie es damals in der V e Ruf erwidern konnten. preußiſchen Armee üblich war und wohl im grellſten Con- Uider Der von meinem Hauptmann für mich beſtimmte Tag traſt zu der jetzigen vortrefflichen Bewaffnung derſelben ute zu dieſem Viſitirdienſt, wie man es nannte, war nicht mehr ſtehen dürfte. Schwer und ſe gerade geſchäftet, daß es i er fern, und ich ſah ihm mit Bangen entgegen, wenn ich unmöglich ward, damit zu zielen, klapperte Alles daran, ja 5 daran dachte, daß ich auf offner Straße mit meiner Kin⸗ es kam vor, daß die Soldaten, um recht hörbare Griffe b un derſtimme ein lautes Geſchrei erheben ſollte. Ich fürchtete, beim Exerciren damit hervorzubringen, die Eiſentheile verf man werde über mich lachen, ich werde ein Gegenſtand deſſelben noch obendrein möglichſt lockerten, denn bei denmmeißen des Spottes werden. Eitle Furcht! In Begleitung eines Gewehrübungen war es Hauptſache, daß der Commandi⸗ aber alten Corporals, Barran genannt, trat ich dieſen meinen rende die gute Ausführung derſelben nicht nur mit den rich 3 erſten Dienſt an. Er war ein Wende von Geburt, wie Augen, ſondern auch mit dem Ohre beurtheilen konnte; es 3 denn ſehr viele dieſes Stammes im Regimente dienten, da mußte möglichſt viel klirren und klappern, um die Uebun⸗ über! daſſelbe ſich hauptſächlich aus dem Bezirke Cottbus und gen für preiswürdig erkennen zu laſſen. 8. Stuf andern von Wenden bewohnten Landestheilen rekrutirte. Er 1 Herr Barran führte mich vor die Häuſer, wo die zu viſi⸗ 4* tirenden Soldaten einquartiert waren, rief mit ſeiner Baß⸗ 55 ' 4 kaun Phantaſie des Publicums, ſich ein Bild von den fraglichen Ge⸗ falſche Nachricht ſeines Todes hat Carus in Dresden gleich hieher die M birgsgegenden zu entwerfen. aan den Bildhauer Rauch geſchrieben, er möchte ſich doch um Hum⸗ reich Viel leichter wird es dem Verfaſſer, verſchiedenartige Perſo⸗ boldt's Schädel bemühen, welchen Brief Rauch dann Humboldt ſchel nen mit charakteriſtiſcher Natürlichkeit wiederzugeben, und da er zeigte, welcher ſehr artig darauf erwiderte:Für einige Zeit beſähig überhaupt zu den glücklichen Reiſenden gehört, deren wohlwollen⸗ brauche er ſelber noch ſeinen Schädel, dann ſtehe er gern zu Gr des Auge faſt überall reizende und üppig blühende Geſtalten Dienſten.. Gelege de chaien Bealteen Ceiinenet e naniſerſeede na lur Irett ui iſne eller fur weibliche Leſer,= wo⸗ 4 uſ nach leider die Meiſten ſtreben kiidem uih far marnliche Worte füt Wolt und gaus⸗ e eines Schöne liebenswürdige Sennerinnen machen bei der Lectüre eine Sterben heißt in Bezug auf die Welt: Platz machen für An⸗ Parte entfernte Gegend mit Recht doppelt lockend. dere. Kinder zu haben, erleichtert den Tod, denn es ſind nicht jetzt Uebrigens fehlt es auch nicht an heiterer Laune und guten fremde, ſondern geliebte Andere, die wir den Raum des Lebens der e witzigen Einfällen in den Aufſätzen Steub's. Wo es gilt, Ver⸗ durch unſern Weggang erben laſſen. Erleichterten uns doch die. beſſerungen in der Culturpflege und im öffentlichen Leben anzu⸗ Kinder ſchon die Leiden des Alterns, denn es tröſtet uns, daß die⸗ hre 4 erkennen oder ſolche in Vorſchlag zu bringen, da zeigt der Vere ſelben Jahre, welche uns ſchwächen und berauben, ihnen dies dov⸗ den Re faſſer, daß es ihm nicht an einem geſunden raſchen Ueberblicke pelt an Kraft und Reife zulegen. Wir ſterben dann endlich leinſte fehle. unſerm Gefühle nach nicht einmal ganz, denn ein Naturinſtinct 8v Für Alpenreiſende iſt das Werk eine empfehlenswerthe Hülfs⸗ bildet dem Menſchen ein, daß er in ſeinen Kindern eine irdiſche 55 quelle, um ihren Ueberblick zu erweitern. Ewigkeit erobert habe. und il I Die unternehmende und überaus thätige Rohſoldiſche(früher ¹ 8 Landal Fleiſchmannſche) Verlagshandlung hat einen billigen Preis mit unſere treueſten Freunde ſind es, die wir in der Ferne am iſcher ſolider Ausſtattung verbunden. O. B meiſten vernächläſſigen. Dies Unrecht würde noch troſtloſer ſein, und d wenn es jene Freunde nicht ebenſo machten. abli o Das ſchönſte, wenn auch unausg iſprochene Dankgebet für die du he Miscellen Gabei dinis glücklichen mchs beſtehn t einem fwohen edlen Ge⸗ h Mannigſaltiges. nuß und Gebrauch derſelben. 6. 5. 1 Vuarnhagen von Enſe erzählt in ſeinen Tagebüchern Folgeng eſant ddes: Berlin, 1845, 15. Februar. Humboldt bettlägerig. Auf die itſ V u