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Nr. 39.]
bei mir ein, um mir das Maß zu nehmen, mich in meine Wohnung einzuführen und ſeiner Frau Gemahlin, meiner künftigen Hauspatronin, vorzuſtellen. Ich folgte ihm deßhalb in die Poſtſtraße, wo er mich in ein Haus vis-Aà- vis dem damaligen Fleiſchſcharren eintreten ließ, und mir dabei mit großer Ccurtoiſie den Vortritt geſtattete. Aber nicht im Hauſe ſollte unſeres Bleibens ſein, ſondern es ging nur durch das Haus, um in einen finſtern Hof zu ge⸗ langen, deſſen ſehr unſcheinbares Hintergebäude von der Spree begrenzt wurde. Hier nun ging es eine ſteile und ſchmale Treppe hinauf, um zum Tusculum des Herrn Meritz zu gelangen. Ein ſehr finſterer Vorplatz machte es etwas ſchwierig, den Eingang zu demſelben ohne leuch⸗ tende Handlaterne am hellen Tage zu entdecken. Als wir nun in dieſe Stube mit anſtoßendem Cabinet getreten waren, welche beide zuſammen Tag und Nacht einem hal⸗ ben Dutzend Menſchen zur Wohnung beſtimmt waren,
Dritte Folge.
gewahrte ich Madame Meritz, jeder Zoll eine echte Berli⸗ nerin aus der Claſſe der dienſtbaren Geiſter! Viele Com⸗ plimente und auch Weiſungen in Beziehung der zu beob⸗ achtenden Haus⸗oder vielmehr nur Zimmerordnung bildeten die Einleitung zu einem längern Ideenaustauſch. Dabei erhielt ich die wiederholte Verſicherung, daß Madame eine perfecte Köchin ſei, was ſie viele Jahre lang als ſolche bei Herrn Kriegsrath N. N. bewährt habe, und daß ich nur befehlen dürfe, wenn ihre kunſtreiche Hand mir ein ſchmack⸗ haftes Nachteſſen bereiten ſolle.
Nun ward ich denn auch in meine Schlafſtelle in der
angrenzenden Kammer eingewieſen und meinen beiden Schlafcameraden vorgeſtellt. Der Eine, der Flügelmann der Compagnie, war, wie dies leider mir nur zu bald ein⸗ leuchtete, ein liederliches Subject und ſeines Zeichens ein Muſikus, der ſehr häufig, wenn er von Tanzmuſiken mit einer durch unendliche Schnäpſe umſſchleierten Denkkraft heimkehrte, zu meinem größten Aerger nicht immer fähig war, in gehöriger Ruhe ſeine beſcheidene Lagerſtätte zu
ſuchen. Der Bettgenoſſe dieſes langen Muſikanten war ein kleiner Tambour, höchſt beſchränkten Geiſtes, ein Pole von Geburt, der neben ſeiner Mutterſprache ein wenig Deutſch radebrechte. Das hinderte allerdings meine Conver⸗ ſation mit ihm, doch verſtändigten wir uns nach und nach, wo er mir denn manche Andeutungen über ſeine Vergan⸗ genheit gab. In ſeinem Vaterlande hatte er die Function eines Sauhirten bekleidet, und oft erzählte er mir aus die⸗ ſer Zeit. Namentlich war es ihm intereſſant mir die ſtrategiſchen und taktiſchen Maßregeln begreiflich zu machen, die er angewendet hatte, ſeine Schützlinge vor den tücki⸗ ſchen Angriffen der zahlloſen raubgierigen Wölfe zu ſchü⸗ tzen, die ſein theures Vaterland beherbergte.
So war ich denn nun ganz in die Häuslichkeit des Corporals Meritz inſtallirt und ward fortan als ein Mit⸗ glied der Familie deſſelben betrachtet. Nachdem dann die Commißuniform angefertigt war, konute ich kaum erwar⸗ ten, mich in derſelben dem ſtaunenden Berliner Publicum in meiner ganzen Glorie zu präſentiren. Der Corporal begann jetzt ſeinen Unterricht im Exerciren, das ich nach ſeiner wiederholten Verſicherung, zu ſeiner großen Freude, in ſehr kurzer Zeit erlernte und demnach nun alle militä⸗ riſchen Eigenſchaften beſaß, um in Dienſte verwendet wer⸗ den zu können. Auch mit meinen finanziellen Verfügungen, über welche Meritz zu wachen beauftragt war, erklärte ſich derſelbe im Allgemeinen einverſtanden, wozu nicht wenig beitragen mochte, daß ich es an kleinen Geldopfern zu eini⸗ gen Schnäpschen für ihn nicht fehlen ließ, welche mit wenig Zeitaufwand aus einem unſerer Wohnung gegenüber etablirten Branntweinladen herbeigeholt wurden.
Der Dienſt des Junkers zerfiel damals in zwei Kate⸗ gorien: Regimentsdienſt und Garniſonsdienſt. Der erſtere umfaßte die läſtige Function des ſegenannten Viſitirens. Jedes Reginent der Garniſon hatte damals nämlich ſein ſogenanntes Revier. Hiermit wurde derjenige Stadttheil bezeichnet, in dem die vertrauteren Leute, da nicht die ganze
Alles, Alles wirſt du miſſen,
Alles, Alles wird entriſſen;
Bald genug in ſchwarzer Erde
Werden wir zu ſchweigen wiſſen,
Ach nur allzu ſtille ſein,
Wenn die Tanne glatt gehobelt,
Wenn wir unter Frühlingswettern
Weilen in den weißen Brettern,
Hauſen in dem engen Schrein. 5.
Literatur.
Wanderungen im bairiſchen Gebirge, von Lud⸗ pig Steub. Munchen, Fleiſchmann'ſche Buchhandlung. 1862. Der Verfaſſer hat ſich bereits durch ſeine Schilderung von „Land und Leuten“, durch ſeine„drei Sommer in Tyrol“ und andere Beſchreibungen„aus den bairiſchen Hochlanden“ allge⸗ mein bekannt gemacht. Ganz beſonders aber iſt er in Baiern ſelbſt ſo beliebt geworden, daß man ihn gar häufig in ſeinem Do⸗ micil München„unſern Steub“ nennt, eine Bezeichnung, welche bekanntlich bei dem Partialismus der lieben Deutſchen einen ſehr intenſiven Grad behaglicher Verehrung ausdrückt. Jedes deutſche Land und jeder größere Ort in demſelben hat einige literariſche V Perſonen, die es durch das Wort„unſer“ für ſich mit Beſchlag
belegt,— ein Verfahren, welches auch warnend andeuten könnte, Kraftaufwand für beide
das heißt
daß ſolche Perſönlichkeiten eigentlich nicht im wahren, ſondern vielmehr
ullgemeinem nationalen Sinne„unſer“ ſind,
ſpecifiſch denjenigen zugehören, welche ihnen dieſes Prädicat ge⸗ Men werden.
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ben. In der That denken dies auch mit vielem Selbſtgefühl ge⸗ wöhnlich diejenigen Gemüther, welche da„unſer“ rufen. Jedoch darf man ſagen, daß ſie ſich dabei in dem Standpunkte Steub's irren würden, denn wenn deſſen Anſchauungen und Sympathien auch vor Allem durch und durch bairiſch ſind, ſo iſt er doch den kleinlichen Sonderintereſſen feind und ſucht ſeine Leſer für einen patriotiſch deutſchen Geſammtgeiſt zu erwärmen.
Sein Beſtreben, durch eine Beſchreibung ſeiner Reiſen in den Alpen zum Verſtändniß dieſer Gegenden und ihrer Bevölkerung im großen nur von Touriſtenbüchern geführten Publicum beizu⸗ tragen, iſt höchſt dankenswerth und wird von ſeiner genauen Kenntniß bairiſcher Specialhiſtorie und Culturgeſchichte unter⸗ ſtützt
Steub verſteht es, in ſeinen Schilderungen einen leichten Ton anzuſchlagen und dem Leſer mit einer cordialen Geſelligkeit entgegenzutreten. In uugezwungener plauderhafter Weiſe ſtört es ihn nicht, ſeinen Weg durch viele kleine Abſchweifungen zu un⸗ terbrechen, und da er die Leute, welche er unterwegs antrifft, mit all ihren beiläufigen Geſprächen als Staffage in ſein Gemälde hineinzeichnet, ſo gewinnt dies an Lebendigkeit und ethnographi⸗ ſcher Portraitähnlichkeit gewiß ſo viel, als es an Schönheit und geſchmackvoller Abrundung verliert. Den meiſten Leſern gewährt
dies jedenfalls die anſprechendere Unterhaltung und erleichtert
ſowohl ihnen die Auffaſſung,
l ih als dem Verfaſſer die an und für ſich ſchon ſo ſchwierige
Arbeit, denn es würde einen ungleich größern Theile erfordern, ſollte durch eine poe⸗
tiſch harmoniſche und zugleich realiſtiſche Schilderung der Ein⸗
ck einer Landſchaft gegeben und vom Leſer richrig nachempfun⸗ Der Autor überläßt es gewöhnlich der freien


