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Literariſche Briefe
Dritte Folge.
von Otto Banck.
Der Flüchtling. Erzählung aus Neu⸗Mexiko und Erfahrung und Sachkenntniß nicht abſprechen kann, gleich⸗
dem angreuzenden Indianergebiet. Von Balduin Möll⸗ hauſen. Leipzig, Hermann Coſtenoble.
Der Verfaſſer iſt, wie Sie wiſſen, in dieſem Felde ſchon mehrfach thätig geweſen, und erſt kürzlich haben wir uns über ſeinen„Halbindianer“ unterhalten.
Er hat hier eine Art Gegenſtück dazu geliefert, ja ſo⸗ gar eine Art„Anſchluß“, wie er das vorliegende vierbän⸗ dige Romanwerk ſelbſt nennt.
Auf künſtleriſche Compoſition macht der Verfaſſer keine Anſprüche, deun er ſagt unter andern:„Dieſe Erzäh⸗ lung ſoll ebenfalls nur Anſpruch auf den Namen einer fernern Illuſtration zu meinen früher erſchienenen Reiſe⸗ werken machen. Sie iſt wie der„Halbindianer“ dem Stoff entnommen, der ſich während einer langen Reihe von Jahren des unſtäten Wanderlebens anhäufte. Die Erzählungen ſelbſt, einfach in ihren Grundzügen, ſollen in der That nur das Mittel ſein, unverfälſchte Schilderungen über Sitten und Gebräuche und ferne Lande miteinander zu verbinden, dieſelben aber auch plaſtiſcher und nachhal⸗ tiger in ihrer Wirkung zu machen..... Es iſt merkwür⸗ dig, ja wichtig zu beobachten, wie ein und dieſelbe Natur⸗ umgebung auf die verſchiedenen Völkerſchaften auch einen
verſchiedenen Einfluß übt, und wie deren Verkehr, mit der weißen Race mehr oder minder verderblich, in vereinzelten aber meiſt dem Alterthum angehörigen Fällen auch ſegens⸗ reich auf ſie eingewirkt hat.
Ich bin entferut davon, ein verdammendes Urtheil über Nationen zu fällen, weil ſie noch auf der tiefſten Stufe thieriſcher Rohheit ſtehen, wie es im Verlaufe der Erzählung mitunter erſcheinen mag. Ich beſchreibe ſie, unbefangen von den leider zu allgemeinen Vorurtheilen, nach den einſt an Ort und Stelle empfangenen Eindrücken; kann aber nicht umhin, den Wunſch auszudrücken: daß die Mißgriffe der vordringenden Civiliſation ihr Ende er⸗ reichen und das Miſſionsweſen durchgängig in befähigte Hände übergehen möge.
Große Befriedigung gewährte es mir, bei dieſer Arbeit Gelegenheit zu finden, das Entwürdigende und Demora⸗ liſirende der Sclaverei ſo recht klar vor Augen zu legen. Keineswegs aber bekenne ich mich zu der einen oder andern Partei, die ſich zur Zeit im mörderiſchen Kampfe, bis jetzt aber noch nicht um das eigentliche Princip der Sclaverei, einander gegenüber ſtehen und die beide ihre Parteigenoſſen faſt über den ganzen Erdball, in frem⸗ den Regierungen, öffentlichen Organen und ſogar in den kleinſten geſelligen Kreiſen vertreten finden. Leider gibt es vereinzelte amerikaniſirte Deutſche, die ihr Herkommen und ihre tapfer kämpfenden und geſinnungstüchtigen
Landsleute verleugnend und verleumdend, ſich mit fana⸗ tiſcher Wildheit zu Vertheidigern ver Sclaverei aufwerfen und dabei die weniger lobenswerthen Gewohnheiten der wirklichen Amerikaner zur Schau tragen, ohne ſich zugleich den höheren Grad der Geſittung derſelben angeeignet zu haben.“
Dieſe Ausſprüche müſſen uns von einem Manne inter⸗ eſſant ſein, der ohne Leidenſchaft urtheilt und dem man
viel, wie man ihn als Romanſchriftſteller, was er im eigentlichen Sinne gar nicht ſein will, würdigen mag. Er geht von der Ueberzeugung aus, daß es die heiligſte Pflicht jedes rechtlich denkenden Menſchen, jedes warmen Ver⸗ ehrers unumſtößlicher Naturgeſetze, jedes aufrichtigen An⸗ hängers der unentſtellten Lehren des Chriſtenthums ſei: mit der ihm zu Gebote ſtehenden Kraft gegen die fluch⸗ würdigſte aller weltlichen Einrichtungen, gegen die Ernie⸗ drigung des Menſchen durch Sclaverei, zu ſtreiten.
Wer möchte ihm darin nicht aufrichtig beiſtimmen, um ſo mehr, da man allen Streit über die Reife oder Unreife der heutigen Neger zur Emancipation durch den von ihm ſehr richtig angedeuteten Satz los wird: daß es gar uicht darauf ankomme, ob eine Menſchenrace ſchon jetzt oder erſt in Jahrhunderten einen echten der Menſchheit würdigen Culturſtandpunkt einnimmt. Hier liegt unbedingt der Knotenpunkt. Was ſind Jahrhunderte für die Entwicke⸗ lung der Culturgeſchichte! Wie aber kann ſich ein Men— ſchenſtamm zur Selbſtſtändigkeit entfalten, wenn er gefeſſelt bleibt? Wenn die Politik nicht immer da hindernd in den Weg träte, wo es gilt das Chriſtenthum, das faſt alle Bekenner deſſelben pomphaft im Munde führen, zu ver⸗ körpern, ſo wäre es Pflicht, noch in der Rohheit begriffene Menſchenracen durch andere uneigennützigere Mittel zum Fortſchritt zu unterſtützen, als die ſind, welche die Miſſion Arm in Arm mit der beutegierigen Eroberungsluſt ſeit Jahrhunderten in Anwendung bringt. Seit ungefähr vierhundert Jahren und in manchen Erdtheilen länger, wird nun dieſes Unweſen im Namen des Himmels mit Völkern getrieben, die ſich im Stande der Kindheit befin⸗ den. Civiliſirte Nationen ſind es, welche dieſes Unweſen leiten und ihren Profit dabei machen, und einige derſelben haben ſich ſo tief damit eingelaſſen, daß ſie ihre blutigen Hände nicht mehr zurückziehen können, ohne ſich ſelbſt da⸗ durch dem leiblichen Verderben Preis zu geben.
Ein großer deutſcher Maler, der in den erſten Reihen tüchtigſter Producenten ſteht, ſoll jetzt im engliſchen Auf⸗ trage damit umgehen, Cartons für öffentliche Fresken zu entwerfen, die den Fluch der Sclaverei kennzeichnen. Viele davon ſollen humoriſtiſch aufgefaßt ſein und mit treffender Ironie darſtellen:„Wie den Indianern die Segnungen des Chriſtenthums gebracht werden.“ Der Künſtler wird es ſich gewiß zur Hauptaufgabe machen, immer dabei die Heuchelei chriſtlicher Politik feſtzuhalten und dieſes Mas⸗ kenſpiel moraliſch zu entwerthen.
So werden ſich denn alle beſſeren Stimmen der Ge⸗ genwart vereinigen, ein ſchändliches Treiben wenigſtens erſt moraliſch zu tödten, damit es auch dereinſt in der Wirklich⸗ keit weggeräumt werden kann.
Dieſen Standpunkt hat auch das Möllhauſen'ſche vierbändige Werk, und ſeinetwillen muß man in einer von dieſen Fragen bedrängten Zeit es mit dem literariſch— novelliſtiſchen Werth ſolcher Beſtrebungen ſo peinlich nicht nehmen.
An ſtofflichem Reichthum fehlt es dem Verfaſſer nicht, und an vielen Stellen tragen auch ſeine Schilderungen


