618 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Nr. Gegenden konnten nur durch die Erinnerung an die ſo, Niemand darin entdecken, wir ſahen nur, daß eine lange Gener nahe bevorſtehende Realiſirung aller meiner Wünſche mit Türkenpfeife, deren Kopf am Boden ruhte und woran das kinen einigem Gleichmuth ertragen werden. Wie ſtaunte ich bei Rohr die Direction hinter den Ofen verfolgte, ſich dann Orts der Einfahrt in dieſe ſchoͤne Königsſtadt! Dieſe pracht⸗ und wann bewegte, woraus ſich denn freilich auf eine von von! vollen Gebäude, dieſe brillanten Equipagen, und vor allem dort ausgehende bewegende Kraft dieſes Rauchiuſtruments amd dieſe ſchmucken Krieger in ihrer ſchönen Uniform! Alles mit einiger Sicherheit ſchließen ließ. er, a war mir neu, der ich bis jetzt nur die Landſtädte und Dör⸗ Eine Minute für mich voll banger Erwartung mochte es nl fer meines Vaterlandes geſehen hatte. Gleich nach unſerer verfloſſen ſein, als uns von der Ofenniſche her ein barſches verne Ankunft ward ich durch Witt meinem Mentor, einem nahen„Nur näher!“ zum Vorrücken beſtimmte und uns nun den zu da Verwandten, der bereits als Premierlieutenant im Regi⸗ Mann eutdecken ließ, der über mein Schickſal entſcheiden Wiee ment Arnim diente, zur weitern Verfügung übergeben und ſollte,— einen General in voller Uniform, den Stern des gende nach den erſten Begrüßungen von demſelben in eine Art rothen Adlerordeus auf der Bruſt, denn beiläufig geſagt, nügeni Vorſchule genommen. Nichts war meinem Herrn Vetter war es damals noch nicht Gebrauch, daß ein General im 8 recht. Mein Gaug, meine Sprache, mein Anzug— alles Civilrocke Beſuche empfing. Nach kurzer Einleitung von preuſij wurde getadelt mit der beigefügten Verſicherung:„Das Seiten meines Mentors, was uns beſtimmte Seiner pllicht muß hier Alles anders werden.“ Excellenz aufzuwarten, wurde ich nun von dem alten Herrn durch Meine Vorſtellung bei dem General von Götz wurde von allen Seiten gemuſtert, wobei mir ein bedenkliches neles auf den folgenden Tag feſtgeſetzt, und am frühen Mergen Kopfſchütteln und einige mißliebige, unarticulirte Hmlhm! wieder deſſelben begann man mich ſchon zu dieſem gewichtiger nicht gerade günſtig in Beziehung auf mein Geſuch erſchei⸗ zu erſe Act, der über meine Zukunft entſcheiden ſollte, nach allen nen konnten. Leider nur zu bald ward ich auch belehrt, dächti Seiten hin vorzubereiten. Ich wurde inſtruirt, wie ich daß ich dieſes Hm! hm!l richtig gewürdigt hatte.„Der dikat mich beim Eintreten zu verbeugen, wie ich zu antworten Junge,“ äußerte Seine Excellenz,„iſt mir zu klein, den der d habe und bei dieſen beſcheidenen Antworten gegenüber kann ich ſo noch nicht anſtellen; er ſoll nach Hauſe gehen bocten dem General das hohe Prädicat Excellenz nie vergeſſen und einen halben Kopf wachſen, dann mag er wieder kom⸗ teeffe dürfe. Auch mein äußeres Erſcheinen wurde nun in men!“— Das waren Schreckensworte für mich, und ALerl Ueberlegung gezogen, der Confirmationsauzug hervor⸗ kaum behielt ich die nöthige Faſſung, mich mit einer vorher depo geholt, von dem gewandten Bedienten des Vetters auf das mehrmals eingeübten undedennoch vielleicht etwas tölpi⸗ ſureic Sauberſte gebürſtet und mit ſeiner Hülfe angelegt. Hier ſchen Verbeugung zu verabſchieden. Auf dem Heimwege dieſer gab es nun wieder mancherlei zu tadeln, das Halstuch ſei verſuchte nun mein Vetter mich möglichſt zu beruhigen, vorgeſ ſchlecht arrangirt, die Stiefel zu plump, und was derglei⸗ indem er mir ſagte, daß General von Götz in der Armee nonen, chen mehr war. Indem ich dann an der Seite des Men⸗ als ſehr barſch gegen Alle, welche mit ihm in Berührung dazu tors im Bewußtſein meiner glänzenden Erſcheinung die kämen, bekannt ſei, und daß ich es deßhalb mir nicht ſo zu wendu ſchönen Straßen Berlins gaffend durchſchritt, erreichten Herzen nehmen ſollte, in deſſen Regiment keine Aufnahme wir endlich die Commandantur⸗Wohnung des Generals gefunden zu haben. abſich und wurden nach geſchehener Anmeldung ſogleich vorge⸗ Man erzählte ſich über dieſen General manche Anek⸗ bürge laſſen. Beim Eintritt in das Zimmer konnten wir jedoch] dote, welche das Urtheil des Vetters vollkommen beſtätigte. merkt — Verſuch von Ausländern, hier unter ihnen entweder innerhalb mich ſelbſt in jeder möglichen Weiſe, von der er denken konnte, ſie mir z oder außerhalb der Stadt einen geſetzlichen Handel in's Leben zu werde mich veranlaſſen, etwas zu thun oder zu ſagen, was ihm, ſonei rufen, ſchnell zurückgewieſen. Seine religiöſe Duldſamkeit und wie ich damals dachte und noch jetzt denke, einen Vorwand ver⸗ beſtin 1 die vielen Capellen, die er errichten läßt, ſind nichts weiter als ein ſchaffen ſollte, mich zu tödten, wie er meinen armen Knaben ge⸗ nach un Poſſenſpiel— von gar keinem Nutzen für die Ausbreitung des tödtet hatte. Er ſtürmte auf mich los, ergriff die Bank, auf der zu an. Chriſtenthums— ſchlimmer als nutzlos. Es iſt nichts weiter ich ſaß, mit der Wuth eines Wahnſinnigen, warf mir den Boden⸗ digun d als eine Maſchinerie für die Beförderung und Ausbreitung ſeiner ſatz einer Taſſe Thee in’s Geſicht, faßte mich perſönlich und ſchüt⸗ nan d eignen politiſchen Religion, denn er ſtellt ſich Jeſu Chriſto gleich, telte mich in einer heftigen Art und verſetzte mir mit der flachen laſſen welcher mit Gott dem Vater, ihm ſelbſt und ſeinem eingebornen Hand einen Schlag auf die rechte Wange. Den Lehren meines keiner Sohn einen Gott über Alles darſtellt! Nun iſt kein Miſ⸗ Herrn und Heilands gemäß, deſſen Botſchafter ich bin, bot ich 8 ſionar, der an ſeine göttliche Ernennung für dieſe hohe Gleichheit ihm meine linke Wange dar, und er verſetzte mir auf dieſelbe einen ziehun⸗ nicht glauben und demgemäß ſeine politiſche Religion nicht ver⸗ noch heftigern Schlag, ſo daß mein Ohr davon ertönte, und als den 3 kündigen will, unter dieſen Rebellen ſeines Lebens, ſeiner Diener er ſich dann überzeugte, daß nichts mich dazu aufreizen konnte, oſe 14 oder ſeines Eigenthums ſicher. Er ſagte mir kurz nach meiner ihn mit Wort oder That zu beleidigen, ſo ſchien er nur um ſo nJ Ankunft, wenn ich nicht an ihn glaubte, ſo würde ich umkommen, V wüthender zu werden und er ſtürmte auf mich ein wie auf einen droße d ſowie die Juden umgekommen ſeien, die nicht an den Erlöſer ge⸗ Hund, den er aus ſeiner Gegenwart vertreiben wollte. Wenn haunne glaubt hätten. Damals ließ ich es mir aber nicht im Traume ſie ſich ſo etwas am grünen Baum erlauben, was werden ſie dann ehr pf einfallen, daß ich mich eines Tages in ſeiner eignen Hauptſtadt mit dem dürren thun?— wenn ſie ſo mit einem Günſtling Tien tine d dem Schwerte eines ſeiner Verruchten ſo nahe finden würde, als Wang's verfahren, wer darf ſich dann wohl, mag er Miſſionar her näg es dieſer Tage der Fall war. Kan Wang, von ſeinem ältern oder Kaufmann ſein, unter ſie wagen? Ich verzweifelte hierauf tfund Bruder— der buchſtäblich in Hong⸗Kong ein Culi iſt— dazu an irgend einem Erfolge der Miſſionare unter ihnen, oder daß endien bewogen, ein armer Teufel ohne Gottesfurcht, kam am Montag etwas Gutes in religiöſer, commercieller oder politiſcher Be⸗ acent in das Haus, worin ich wohne, und ermordete daſelbſt vorſätzlich, ziehung aus dem Aufſtande hervorgehen könne, und beſchloß ſie zu en. tückiſch und mit vorbedachter Bosheit in meiner Gegenwart einen verlaſſen, was ich am 20. Januar 1862 ausführee. meiner Diener ohne irgend eine gerechte Urſache und ohne ihm eine Kan Wang ſcheint geſonnen zu ſein, nicht bloß ein Mörder, Minute Zeit zu gönnen, ſich auf den Tod vorzubereiten. Und ſondern auch ein Räuber zu werden. Er verweigerte mir mein nachdem er meinen armen unſchuldigen und hülfloſen Knaben er⸗ Eigenthum, Kleider, Bücher und Tagesbücher auszuliefern. Was ſchlagen hatte, ſprang er in einer ganz teufliſchen Art auf deſſen noch ſchlimmer iſt, er gibt auch meinen zwei Dienern und meinem V Kopf und ſtampfte ihn mit den Füßen; außerdem beſchimpfte er Hülfsprediger nicht die Erlaubniß, die Stadt zu verlaſſen und mit kanchi ——1
Jahrgang
27-52 (1862)
Seite
618
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