— 3—— 606 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Wie ich nun komme ins Spital, Die rothen Roſen waren ſchnell Nach meinem Sohn zu fragen, Am Antlitz aufgeſproſſen, Da führt mich ein Soldat zum Saal Die Augen funkeln wieder hell— Allwo die Kranken lagen. Da tönt es argverdroſſen: „Beim heil'gen Gotte, wer hat Dir„Was ſteht die alte Hexe dort? Die Roſen all' genommen? 4 Was will ſie thun und ſehen? Iſt Deiner Augen Strahlenzier Will ſie geſpießt ſein allſofort? So ganz und gar verglommen?“ Sie ſoll zum Teufel gehen!“— Nach meinen Händen griff er wie Und Grindkraut, Wolfsmilch, Moos und die Im Traum, hoch aufgerichtet: Korublumen ſammt dem Mohne, „Im Nebeldunſt verlor ich ſie, Auch den Nachtſchatten warfen ſie Der Reif hat ſie vernichtet.“ Mir weg mit rauhem Hohne. Da ſah ich wieder lieblich blüh'n— Ein andrer Soldat trat zu mir, Die Roſen ſeiner Wangen, Faßt' mich am Arm und ſagte: Sein Auge ſah ich wieder ſprüh'n—„Du altes Weib, geh' fort von hier! Der Reif war heimgegangen. Daß Dich der Henker packte!“— „Nur Muth gefaßt, bald wirſt Du frei, So trennt man eine Mutter von Mein Kind, von Deinen Schmerzen; Dem Sohn, dem kranken, armen— Ich bring' Dir gute Arzenei, Sein Lebenslicht verglüht ja ſchon!— Freu' Dich mit mir im Herzen! O menſchliches Erbarmen! 9 Ich bringe Dir das Grindkraut ſchon, Nun hatrte ich drei Tage lang Kornblunnen, Königskerzen, Vor dem Spital im Freien; Nachtſchatten, Wolfsmilch, wilden Mohn— Was wißt denn Ihr, wie ſchwer und bang Das hilft in allen Schmerzen. Die Mutterträume ſeien! Noch etwas Schöneres erblickt Da kam ten he Abendroth Mein Sohn, der theure, holde: Ein Soldat, mir zu ſagen: Dein Herzensſchatz, Verunka, ſchickt„Dein braver Sohn, er iſt ſchon todt Dir dieſen Ring von Golde.“— Und ruht im Todtenwagen!“
wäre ihm nicht das traurige Loos gefallen, gerade einer engliſchen und ſieht in das dummlächelnde Geſicht von Vincenz, der ihm ganz Irrenanſtalt anvertraut worden zu ſein. Daß in dem unermeß⸗ genküthlich zuruft:„Geniren ſich Eure Majeſtät nicht! Wir brau⸗ lich reichen England ſich damals nicht ein einziger Mann fand, der ſchen uns hier unten nicht zu übereilen und können warten!“ Der Einſicht und Patriotismus genug beſaß, um Clauſen's Erfindung Köniz lachte von ganzem Herzen über ſeinen Spaßmacher und praktiſch zur Ausführung zu bringen, iſt um ſo mehr zu beklagen, ſchickte ibm nach der Vorſtellung ein Dutzend Flaſchen Wein und weil durch ſie nicht bloß England, ſondern auch Deutſch⸗ 10 Fl. Vincenz war in ſeinem Fache ſehr bedeutend, aber als land und Frankreich ein großer Theil der Notb, welche durch den Würtemberger Kind hatte er wenig Gehalt, von dem er mit ſeiner Baumwollenmangel bereits ſchon herbeigeführt worden iſt und Familie nur knapp leben konnte; aus dieſem Grunde ſtellte er ſich noch erzeugt werden mag, erſpart worden ſein würde. Uebrigens bei Jahrmärkten in die Bude ſeiner Frau, die Putzmacherin war, halten wir es gar nicht für unmöglich, daß Clauſen's Erfindung, und pries mit allerhand Witzen und Späßen deren Waaren an.
wenn auch erſt ſpäter, doch noch zur Geltung gelangt und Europa 2 06. un die Vortheile ernten wird, die dem Erfinder vor Augen. webten. Wenn dieſe Hoffnung ſich erfüllt, ſo möge man 5 7 wenigſtens dem Ritter Clauſen die Ehre der Erfindung nicht Worke für Welt und Haus. rauben! C. Unſere Zeit iſt in der Production jener nicht wahrhaften, ge⸗ 1 machten Lyrik am reichſten; in der Theilnahme für die wahrhafte, —. echte aber am ärmſten. Dieſes Mißverhältniß ſtellt dem wirk⸗ Miseellen. lichen Poeten ein Beinchen und baut dem Afterdichter eine Eſels⸗ 8*16₰ Aus dem Bühnenleben. brücke.— Ein Schauſpieler, der ausgezeichnete Komiker Vincenz, war Willſt Du den guten kritiſchen Sinn zur Zeit Eßlair's in Stuttgart ein beſonderer Liebling des Kö⸗ In irgend einer Kunſt verlieren, nigs und durfte ſich daher Vieles auf der Bühne erlauben. Fol⸗ So fange nur an, mit Liebe darin gende Epiſode wurde von ihm erzählt: Eifrig zu dilettantiren. Einſt erhielt der König einen eiligen Brief in der Hofloge, Was Du gepfuſcht und was Tüchtige machten, den er raſch erbrach und las. Vincenz, der mit einem Mitſpieler Der Unterſchied iſt vergebens; auf der Scene eben in der Action war, bemerkt es, unterbricht die Du wirſt es als das Gleiche erachten Handlung und ſtellt ſich, den König fixirend, unter deſſen Loge. Wegen des gleichen Beſtrebens. Die Stille fällt dem hohen Herrn auf, er blickt auf die Bühne
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