N
60² Uovellen-Zeitung.
—— luſtig ſangen, der Wind geheimnißvoll in den Bäumen ſehenſten Bauerstochter in der Runde Rechnung machen atme rauſchte, und das Quellchen murmelud von Fels zu Fels konnte, daß er allenthalben ein gern geſehener Freier ge⸗ lem hüpfte. weſen ſein würde. Mit ſolchen Ausſichten ſollte er ſich be⸗
Aber bei dieſer unbefangenen Kinderfreundſchaft gnügen, ein ſo armes, einfaches Mädchen, wie Lottchen trff konnte es nicht bleiben, man blieb eben kein Kind, man war, in ſein Haus zu nehmen, ſollte die, die ärmer als wurde des Abſtandes ſich ja mehr und mehr bewußt, und eine Magd ſchien, in den vollen Haushalt ſeiner Mutter Ahn Lottchen beſonders war es, die ſich nach und nach zurückzog. einführen, in einen Haushalt, in welchen doch ſtets, ſoweit Kop Fühlte ſie ſich im Hauſe ihrer reichen Pathe durch das die Erinnerung reichte, die Gattin dem Manne eine reich⸗ glei Bewußtſein ihrer Armuth gedemüthigt, merkte ſie, daß ſie liche Ausſteuer mitgebracht hatte? Er bedurfte allerdings Pan von derſelben mehr geduldet als wohl gelitten war, wollte der Ausſteuer ſeiner Gattin nicht, und es war ihm auch fhre ſie einer aufkeimenden Neigung entgegenwirken: kurz, ihre nicht darum zu thun, aber es klang doch zu demüthigend, Beſuche wurden ſeltener, und dazu gab die Nothwendig- wenn es von ſeiner künftigen Frau hieß, daß ſie ſo gar ſig keit, das Brod für ſich und die immer ſchwächer werdende blutarm geweſen ſei, daß ſie Wohlthaten im Hauſe ſeiner gar
Großmutter mit verdienen zu helfen, einen genügenden Eltern empfangen habe, daß ſie dem niedrigſten Stande ſäne Vorwand. Auch Kilian war nun ſchon ein großer Burſche V entſproßte. Unter allen ſeinen Befreundeten konnte es nur ver geworden und half dem Vater auf dem Felde und bei der Unzufriedenheit und Spott erregen, wenn er dem ärmſten demn Arbeit, aber obgleich er Lottchen jetzt ſelteuer ſah, dachte er Mädchen im Dorfe die Hand bot. Wie oft ſchon hatte er. doch vicht ſelten an ſie. Er bemerkte, daß ſie mit jedem auf dem Sprunge geſtanden, Lottchen ſeine Liebe zu beken⸗ ſcht Jahre hübſcher wurde, und verglich er die andern Mädchen nen, ſeine Hand zu bieten, wenn er ihre treuen Augen auf batt ſeiner Bekanntſchaft mit ihr, dann fiel dieſer Vergleich V ſich gerichtet ſah, denen er kaum noch widerſtehen zu kön⸗ iige ſtets zu Lottchens Gunſten aus. Kilian konnte es ſich neu meinte, oder wenn das reizende Lächeln ihrer roſigen deic kaum noch verhehlen, daß er Lottchen liebe, aber mit die⸗ Lippen ihn eutzückte; aber da war es ſtets geweſen, als n ſem Bewußtſein erwachte auch zugleich der Zwieſpalt in warne ihn eine Stimme vor Uebereilung, und das Wart au ſeiner Bruſt, ſeine Liebe gerieth mit ſeinem bäuriſchen der Liebe war nicht über ſeine Lippen gekommen. Er nahm 89 Stolz in Widerſpruch. Er nahm Anſtoß an Lottchens ſich vor an Lottchen nicht mehr zu denken, aber ehe er ſich's V ſi Armuth und Niedrigkeit. verſah, weilten eben ſeine Gedanken bei ihr. So fühlte m
„Du kannſt hoch hinaus, Du biſt reich und hübſch,“ er ſich an Lottchen gebunden, und ſcheute ſich doch wieder, dn hatten ihm ſchon in der Jugend ſchmeichleriſche Freunde aller Widerrede, allen Einwendungen, allen Gloſſen der p in's Ohr geflüſtert. Was Wunder, daß er eine hohe Welt zum Trotz es laut und öffentlich zu bekennen. Es des
Meinung von ſich gewaun. Er war ja der Erbe des größ⸗ war ein höchſt unbehaglicher Zuſtand, in dem ſich Kilian uh ten Gutes im Dorfe, er genoß Anſehen und Ehre bei Je⸗ befand, und es ſchien ihm unmöglich aus demſelben her⸗ ente dermann; er erfreutenſich des Vertrautens ſeiner Mitbe⸗ auszukommen, denn er konnte nicht ſeinem bäueriſchen ſchie wohner im vollſten Maße, denn er ſahlſich in jungen Jah⸗ Hochmuthe entſagen, und mochte doch auch ſeine Liebe nicht aller ren ſchon zu allerhand Chrenämtern dehen Erwog er laſſen. Endlich ſagte ſeine Mutter eines Tages:„Kilian, ſein noch, daß er hübſch und ſtattlich von Perſön war, ſo unter⸗ es iſt Zeit, daß Du mir die Schwiegertochter in’s Haus dan lagses keinem Zweifel, daß er ſich auf die Hand der ange⸗ bringſt, damit ſie mir die Laſt und Sorge der Wirthſchaft dam
„Wenn die Fürſten ſich die Wahrheit ſagen, ſo zwingen ſie deſſelben hinauffuhr, finden wir ihn jetzt an den Ufern des Fluſſes Civili Sedermann, ſie zu ſagen.“ Shiré und des Nyaſſa, eines bedeutenden Sees, der die präch⸗ Mode
„Wenn die Menſchen das Lächerliche an denen, die ſie achten tigſten Fiſche und die ſchönſten Kaimans ernährt. Das friſche glaub
ſollen, aufzuſuchen wagten, ſo würden die meiſten Fürſten ſich Waſſer des Sees war für Livingſtone und deſſen Gefährten ſehr ſſe i ſchlecht dabei befinden.“ einladend, und doch wagten ſie es aus Furcht vor den mörderiſchen des d
Es gibt Fürſten, die es nicht ſein würden, wenn ſie es zu Zähnen der Krokodile nicht, ſich darin zu baden. Ein Eingebor⸗ ſolche ſein verdienten.“ ner des Landes beruhigte ſie darüber mit der Verſicherung, ſie hät⸗ nae
„Wenn das Herz nicht königlich iſt, ſo iſt man nie ein wahrer ten von den Kaimans nichts zu fürchten, denn dieſe hälten einen ſi ſü
König.“. viel zu feinen Geſchmacfe ale daß ſie nicht das Fleiſch der Fiſche as B G e g r ger, tiefer Gedan- dem ihrigen vorzieben ſo. hr. ken non pon ded ilnnee en a, da. uide de edeeehan. ¹ Srüter ianetnun die Reiſenden am Ufer eine Rauchwolke, Aehr ten, große Menſchen, denen ſie zu große Vorrechte vor dem Reſte der die ſich aus der Mitte einer kleinen Gruppe Wilder erhob; ſie 2 Menſchheit einräumt, weil ſie ſich ſelbſt zu den großen Menſchen näherten ſich derſelben und ſahen ungefähr zwanzig Eingeborne, zurück rechnete. Das Buch erklärt ihre Perſönlichkeit und zeigt, daß die eben damit beſchäftigt waren, Heuſchrecken, Kungos genannt, ausſch ſie den Ruhm, auf den ſie bei Lebzeiten Anſpruch machte, nicht zu röſten, die von ihnen als Delicateſſe ſehr geſchätzt und als von 8 ganz verdiente, daß ſie aber eben ſo wenig den alltäglichen Men⸗ Paupileſtandtheil wſchiednen Gerichte und ganz beſonders zu 4 ſchen zuzuzählen iſt. C. Feſthen le Brief enthält noch viel Merkwürdiges über die üce Aus der Geerwar enean rerrenenaifea, daeneee ge
r Fo 8 us er egenwar: der elhgf Elngeborne⸗ deren Kleidung aus Baumrinde be⸗ bal Ethnographiſches. ſtand und bei denen es als Chrenpuntt galt⸗ daserſiht mit Tät⸗ dühe ürzlich verlas Herr d'Avezac in einer Sitzung der franzö⸗ towirungen in Geſtalt von Warzen bedeckt zu haben: 66 V ſühe edüchdelzen ee nheineineriSthan T der des als dieſe häßlichen Eingebornen die Fremdlinge ſahen, wur⸗ mncj berühniten Dr. Livingſtone, der uns ſchon mit einem großen Theile den ſie durchaus nicht von Schrecken ergriffen; ſie fanden Männer ſeſtrho des ſüdlichen Afrika's bekannt gemacht hat und der ſeine Erfor⸗ ohne Warzen im Geſicht abſchreckend. Livingſtone ſelbſt wurde ag V ſchungsreiſen im Innern Afrika's mit einer bewundernswerthen von ihnen„ein wildes Thier“ genannt. Dieſe Autotgotie der kutede Beharrlichkeit fortſetzt. Während derſelbe kürzlich noch die Ge⸗ Mode bei allen Völkern iſt etwas Seltſames; noch weit affun der gung 8 genden am Lyambie bereiſte und auf den wichtigſten Seitenflüſſen der aber iſt es, daß ſelbſt die Nationen, die den höchſten Grad der prſcher


