Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
601
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Briefe 1

Nr. 38.)

Dritte Folge. 601 danke. Werde ich ihm gefallen, wird er ſich nicht ſchämen Bauer auf ſeine Unabhängigkeit etwas zu Gute thun, er mit mir zu tanzen? Wird er freundlich mit mir ſprechen befiehlt Knechten und Mägden, und iſt mit ſeinem mate wie mit den andern Mädchen? riellen Beſtande am wenigſten von andern Menſchen ab⸗

Aber mein Gott, kommt da nicht Kilian langſamen hängig; ihm liefert die alte Muttererde unmittelbar, was Schrittes den Berg herauf? Gewiß und wahrhaftig, es ſie Andern mittelbar gewährt. iſt Kilian, als hätten ihn ihre Gedanken herbeigerufen. Seit ſeiner Jugend kannte er ſeiner Mutter junge Lottchen wurde ſehr roth und ſchwankte einen Augenblick, Pathe, das hübſche Lottchen, die früh verwaiſte Tochter ob ſie nicht dem Kilian entfliehen ſolle. Aber nein, ihrer eines armen Tagelöhners. Sie kam oft in das Haus Pathe Sohn, ihrem Jugendgefährten konnte ſie das Glück, ſeiner Eltern, ſie ſaß oft mit an dem Tiſche derſelben, aber das ſie gemacht hatte, nicht vorenthalten, ſo viel Theil⸗ ſie empfing das, was ſie verzehrte, nicht als ein lieber, nahme beſaß er doch wohl noch für ſie, daß er Antheil an gern geſehener, ebenbürtiger Gaſt, ſie empfing es als eine ihrer Freude nahm. Er war zwar ein gar ſtolzer Menſch, Wohlthat, die man aus Chriſten⸗ und Menſchenpflicht der ſich etwas Beſſeres als Andere zu ſein bedünkte, und auszuüben habe. Somit befand ſich Lottchen, ohne ſelbſt er hatte dazu wohl auch ein Recht, wenigſtens glaubte es ein rechtes Bewußtſein davon zu haben, in einer demüthi⸗ Lottchen. Denn wer war im ganzen Dorfe ſo hübſch und genden Stellung ſeinem Hauſe gegenüber, nichtsdeſtoweni⸗ ſtattlich auzuſehen wie er? Wer war allem Leichtſinn, ger aber hatte der mehrere Jahre ältere Knabe das kleine allem unordentlichen Weſen ſo abhold, wie er? Wer Mädchen ſehr gern, und verbrachte manchen lieben Tag in hatte ſich ſtets zum Beſchützer der Schwachen und Unter⸗ V kindlichem Spiele und kindlicher Luſt mit ihr. Er fragte drückten aufgeworfen, und wer ſuchte allen ſeinen Ver nicht darnach, wer Lottchen ſei, Lottchen gefiel ihm, er hatte ſie vor allen andern Kindern des Dorfes lieb. Wie oft begleitete er ſie doch, wenn ſie auf die Berge oöder in den Wald Beeren und Pilze zum Verkauf ſuchen ging, denn jungen Bauer ſah mit ſeiner großen, kräftigen Geſtalt, mit ihre Großmutter hatte ſie frühzeitig dazu angehalten, auf ſeiner ſtolzen Miene und dem offnen Blick ſeiner Augen, dieſe Weiſe einen kleinen Erwerb zu ſchaffen. Es war wer ſein beſtimmtes und feſtes Auftreten kannte, mit wel⸗ gewöhnlich nach der Schule, daß Lottchen dieſe Wande⸗ chem er auf ſeinem väterlichen Gute ſchaltete und waltete, rung unternahm, die ihr Arbeit und Genuß zugleich war, der ahnte wohl kaum, daß doch ein Zwieſpalt ſein Inne⸗ denn ſie entſchlüpfte gar zu gern der beengenden Stube, res zerriß. Und dieſer Zwieſpalt war eine Folge ſeines um hinaus in's Freie, auf die Höhen und Berge, in den Stolzes, ſeines Staudeshochmuths. Der Stolz des V Wald und das Feld zu eilen. War das Krüglein gefüllt, Bauern erfüllte ſein Herz. Nicht auf ſeine harten Thaler dann ſuchten ſich die Kinder ein liebliches Plätzchen im pochte er, denn er war allem Geize, aller Geldgier fern; Walde und verzehrten miteinander ihr Vesperbrod. Lott⸗ aber das Bewußtſein des feſten Grundbeſitzes gab ihm ein ſchen hatte gewöhnlich nur ein Stückchen trocknes Brod in Gefühl der Zuverſicht, der Sicherheit und der Unabhän⸗ der Taſche, während Kilian von ſeiner Mutter eine große gigkeit, das ihn über alle diejenigen zu erheben ſchien, die Butterſchnitte mitgegeben worden war. Die theilte er eine ſolche Sicherheit nicht aus ihrer Lebenslage zu ſchöpfen dann regelmäßigmit Lottchen, und ſo ſchmecktennirgends vermochten. Und nicht mit Unrecht darf ſich wohl der das Vesperbrod ſo gut als hier im Walde, wo die Vögel

pflichtungen mit ſolchem Eifer nachzukommen, wie eben Kilian? Ob Kilian auch ſo gut von Lottchen dachte? Wer den

den er am 3. Januar 1697 an den Abbé Dubos geſchrieben hat, haben mag, ſo muß man ſie doch auch davon überzeugen, daß

von den Maximes et Sentences de la reine Christine, von denen man ſich gefürchtet machen kann.

man ihm aus Rom geſchrieben habe, ſie kämen an Kraft denen desWie ſchwach auch ein Fürſt ſein mag, ſo wird er doch nie ſo

Herzogs de la Rochefoucault gleich. Arckenholz verſichert, er habe beherrſcht, wie man es zuweilen glaubt.

die Pensées Chriſtinens einem⸗Manuſcript des Grafen JohannDie Fürſten ſind hinterliſtiger als ihr Hof.

Openſtjerna entnommen, der nach dem Tode der Königin in RomNehmt Euch in Acht: die Fürſten gleichen jenen Tigern

war und dort das Original⸗Manuſcript der Königin copirt hatte. und Löwen, denen ihre Führer hundert Kunſtſtücke und Spiele Wir dürfen daher der Authenticität der Gedanken und Maximen gelehrt haben. Wenn man ſie anſieht, ſo ſcheint es, als ob ſie der Königin Glauben ſchenken, wobei es indeſſen recht gut der ganz unterthänig wären, indeſſen wenn man am wenigſten daran Fall ſein kann, daß dieſelben nicht ſämmtlich ihrem eignen Kopfe denkt, läßt ein Schlag mit der Tatze ſehen, daß dieſe Thiere ſich

entſprungen ſind, ſondern daß ſie auch Gedanken und Marimen, niemals ganz zähmen laſſen.

die ihr beim Leſen beſonders wohl gefielen, aufgezeichnet hat. DochDas einzige Geheimniß, um nicht beherrſcht zu werden, iſt

ſelbſt in dem Falle ſind dieſe Gedanken und Maximen geeignet, wenig zu glauben und viel zu arbeiten. e

nas über den Ideengang im Kopfe der Königin zu belehren undDie Beleidigungen der Menſchen entehren nicht mehr, als e uns im richtigen Lichte vorzuführen. Nach dieſer etwas lan⸗ die ßtritte der Thiele. 5

gen Einleitung, die wir aber zum richtigen Verſtändniß des Fol⸗ die Fußtritte der Thiere.

genden für nothwendig hielten, wollen wir nun einige GedankenNichts entehrt oder beleidigt den Menſchen, das geſchieht

und Maximen jener Königin hier mittheilen und dabei beſonders nur von ihm ſelbſt. 4.

die auswählen, welche einen Schlüſſel zu ihrem Thun und überMan erweiſt dem Verkehr mit den Menſchen zu viel Ehre,

ihren Charakter bieten. wenn man ſich von ihren Geſinnungen unterrichtet. Niemandem zu gehorchen, iſt ein weit größeres Glück, alsMan arbeitet von der Geburt der Fürſten bis zu ihrem

das, der ganzen Welt zu befehlen. Tode nur, um ſie zu verderben. Deßhalb muß man die auf dem Es gibt wenig Gefangene, die enger bewacht werden, als Throne geborenen Fürſten, wenn ſie etwas Großes thun, als

die Fürſten. Wunder anſtaunen.. 4 4 Die Fürſten müſſen als Fürſten, nicht als Henker beſtrafen. Die Wahrheit hat ſo viel Mühe, ſich den Fürſten zu nähern, Der Zorn iſt unſchuldig, wenn er gerecht iſt. daß es einer beſonderen Kunſt und außerordentlicher Anſtrengungen Der Zorn großer Menſchen iſt ihrer nie unwürdig. bedarf, um ihr Zugang zu denſelben zu verſchaffen. 3 Der Zorn hat ſein Vergnügen eben ſo gut wie die Liebe. Die Fürſten müſſen ſich ſelbſt die Wahrheit ſagen; ſie hof⸗

Welche Güte man auch für ſeine Freunde und Dienſtboten fen vergebens, ſie von Andern zu vernehmen.