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Nr. 37.] noch ein alter Großvaterſtuhl und ein dreibeiniges Eck⸗ tiſchcheu, worauf ein Waſchbecken von Steingut ſtand, ein großer Schwamm und die nöthigen Reinigungsutenſilien lagen, daneben hing an einem Nagel das Handtuch. Bis um die Mittagsſtunde arbeitete er, dann fuhr er eine Stunde ſpazieren, wobei gewöhnlich Riemer ſein Be— gleiter war. Punkt ein Uhr wurde zu Mittag geſpeiſt. Um drei Uhr zog er ſich von der Tafel zurück oder dehnte auch, wenn um vier Uhr eine Theaterprobe abzuhalten war, die Unterhaltung bis dahin aus. Die Abende, an denen kein Theater war, verbrachte er zumeiſt mit gelehr⸗ ten Freunden.
Er liebte auch muſikaliſche Unterhaltung, die in früherer Zeit unter Eberwein's Leitung viel ausgedehnter ſtatt— ſeinem Hauſe aufgehört, begnügte er ſich mit Liedern. Meiſt wurde dann der Kammerſänger Moltke, Menge Gedichte von ihm componirt hatte, herbeigerufen. Auch ich hatte einſt die Freude zu dieſem Zwecke zu ihm berufen zu werden; wahrſcheinlich wollte er ſich überzeugen, ob ich Fortſchritte im Vortrag, war, gemacht habe. Ich ſang ihm zuerſt„des Jägers Abendlied“ von Reichhardt componirt. einem Lehnſtuhl und bedeckte ſich mit Gegen Ende des Liedes ſprang er ſingſt Du ganz ſchlecht!“ Dann ging er, vor ſich hin— ſummend, eine Weile im Zimmer auf und ab und fuhr dann fort, indem er vor mich hintrat und mich mit ſeinen wunderſchönen Augen anblickte:„Der erſte Vers ſowie der dritte müſſen markig mit einer Art Wildheit vorgetragen werden, der zweite und der vierte weicher, denn da tritt eine andere Empfindung ein; ſiehſt Du ſo(indem er ſcharf markirte): da ramm, da ramm, da ramm, da ramm!“ Dabei bezeichnete er zugleich, mit beiden Armen auf und abfahrend, das Tempo und ſang dies„da ramm“ in einem tiefen Tone.
der Hand die Augen. auf und rief:„Das Lied
Dritte Folge.
fand. Seit dieſe größeren muſikaliſchen Aufführungen in
der eine
der bei ihm die Hauptſache
Er ſaß dabei in
Ich wußte nun, was er wollte, und auf ſein
Verlangen wiederholte ich das Lied. Er war zufrieden und ſagte:„So iſt es beſſer! Nach und nach wird es Dir ſchon klar werden, wie man ſolche Strophenlieder vor⸗ zutragen hat.“ Nachdem ich nun noch„Zwiſchen Weizen und Korn“ und„Da droben auf jenem Berge“ vorgetra⸗ gen hatte, bat ich um die Vergünſtigung, ihm„Willkom⸗ men und Abſchied“ wieder einmal vorſingen zu dürfen, wobei ich bemerkte, daß ich das Lied ſeit längerer Zeit fleißig ſtudirt habe. Mit einem freundlichen Kopfnicken gewährte er mir meine Bitte. Ich trug das Bild mit wachſender Empfindung vor, und diesmal ſang ich dem Meiſter mehr zu Dank.
Da ich vorhin die Morgenſpazierfahrten Goethe's erwähnte, ſo will ich hier eine Anekdote mittheilen, die große Heiterkeit im Goethe'ſchen Hauſe wie in der Stadt verbreitete.
Eine Fleiſchersfrau aus Berlin, die nur nach Weimar gekommen war, um Goethe perſönlich kennen zu lernen, hatte, nachdem ſie mit ihrem Geſuch, bei Sr. Excellenz ge⸗ meldet zu werden, von dem Bedienten ſtets abgewieſen worden war, von einem Spaßvogel die Ausfahrtsſtunde Goethe's erhalten, wobei er ihr zugleich den Rathertheilte, ſich leiſe die Haupttreppe hinaufzuſchleichen, wenn der Wagen vor der Thür halte. Auf dem obern Abſatz würde ſie links eine Doppelſtatue erblicken, dahinter möge ſie ſich verſtecken und warten, bis Goethe aus der Thür trete, auf deren Schwelle „Salve“ ſtehe, er liebe dergleichen Huldigungen und ſie würde gewiß ſehr freundlich aufgenommen werden. Die Fleiſchersfrau folgte pünktlich allen Anweiſungen, und als Goethe kam, trat ſie ſogleich aus ihrem Verſteck mit den Worten hervor:„Bin ick endlich ſo jlücklich, den jroßen Dichter vor mich zu ſehen?“
Goethe ſah ſie verwundert an und fragte:„Kennen Sie mich, Madame?“
„Jott, wer ſollte Ihnen nicht kennen?— Feſtje⸗ mauert in der Erde ſteht die Form aus Lehm jebrannt!“
und nach wenigen Minuten kam eine Dritte hinzu. Es waren große hübſche Mädchen von beinahe männlichem Wuchſe und oli— venbrauner Hautfarbe. Augen und Haar waren glänzend ſchwarz, die Zähne blendend weiß, die Züge von claſſiſcher Regelmäßigkeit. Der Anzug ſtand ihnen gut. Sie trugen ein über der Schulter mit einer Spange zuſammengehaltenes Gewand von karmoiſin⸗ rother Farbe, und waren mit Schmuck aller Art, Glasperlen und kleinen Spiegeln behängt. Von dem Gürtel hing ein muhamme⸗ daniſcher Roſenkranz herab, und die Haare hatten ſie mit Korallen und rothen Wollenbändern geſchmückt und mit einem großen Kamme befeſtigt; ein Diadem zierte die Stirne, und in den Ohren baumelten große Ohrenringe. Auch an Halsſchmuck fehlte es nicht, er beſtand aus Korallen und Perlenſchnüren, an den Armen und Beinen ſah ich Ringe von verſchiedener Dicke, kurzum die Tänzerinnen glichen einem wandernden Bijouterieladen. Vom Oberkopfe hing bei der Einen ein weißer, bei der Andern ein roſen⸗ farbner Schleier herab.
Das Kaffeehaus war ein niedriger verräucherter Saal, nur ſchwach von einigen Lampen erhellt; an den Wänden liefen matten⸗ bedeckte Steinbänke hin, auf denen die Araber mit untergeſchla⸗ genen Beinen ſaßen und Tabak rauchten. Uns gegenüber war das Orcheſter; daſſelbe beſtand aus einem jungen Manne, welcher die Flöte blies, und einem Greiſe, der wie ein Affe zwiſchen zwei Tamtams niedergekauert war und wie beſeſſen auf dieſelben los⸗ paukte.
Die eine Tänzerin trat vor und machte eine Reihenfolge von Stellungen und Bewegungen, bei welchen der Schleier eine Hauptrolle ſpielte. Zugleich murmelte ſie in ſingendem, klagen⸗ dem Tone eine arabiſche Romanze vor ſich hin. Sie bewegte ſich
ſpieler blies übrige
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weilig.
fleißigen Verfaſſers hingewieſen.
ſchaut, ſolche Charaktere als
von einem Ende des Saales zum andern hin und her, neigte den Kopf in mannigfaltiger Weiſe, ſtreckte mit wellenförmigen Bewe⸗ gungen die Hände weit aus, bog den Körper, trippelte zitternd, wiegte ſich hinüber und herüber, zuckte auf und ab, machte kleine Sprünge und blieb dann ſtehen.
In dieſem„Tanze“, den man weit richtiger als Pantomime bezeichnen kann, war gar nichts Lebendiges oder Anziehendes, er war noch einförmiger, als die monotone Muſik, der jede Abwech⸗ ſelung fehlte. Es waren immer und immer wieder dieſelben paar Noten. Aber die Araber waren entzückt, Einige ſtanden auf und drückten der Odaliske Goldſtücke auf Kinn, Wangen oder Stirn, ſo daß ſie einen Augenblick feſtſaßen, von der Tänzerin abge⸗ ſchüttelt und mit den Händen aufgefangen wurden. Der Flöten⸗ ns ſehr lebhaft. Der Europäer ſieht ſolchen Tanz einmal aus Neugier an, dann wird ihm die Sache lang⸗
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Literatur.
Neuer Adel. Roman von Alfred Meißner. Leipzig, Karl Grunow.
Wir haben ſchon früher auf dieſes Zeitbild des ſo überaus Derſelbe ſtellt darin mit ſeiner lebendigen Pbantaſie, welche in der Wirklichkeit ſich fleißig um⸗ lächerliche und in ihr Nichts zurück⸗ die nur durch Nachahmung und Anleh⸗ nung an die alte Geburtsariſtokratie eine Figur zu ſpielen ſuchen. Tüchtige Männer der That, oder vielmehr der nützlichen Thätig⸗ keit, ſind ihnen als Spiegelbild gegenüber geſtellt..
ſinkende Parvenus dar,


