Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
585
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Jahrg.

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Es war ihm gelungen, Nachweiſe bis in die Nähe der unfern von Valencia gelegenen Villa des Grafen Mendoza zu erlangen; hier hörte jedoch plötzlich jede Spur anf. So hoch auch der Preis war, den man auf den Kopf des Ge⸗

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ächteten geſetzt hatte, ſo gewiß er auf Beförderung rechnen

durfte, ſo wagte jener Officier es dennoch nicht, ſeine Nachforſchungen auf das Innere eines Schloſſes auszu⸗ dehnen, deſſen Beſitzer Vieler Meinung nach noch immer der eben ſo gefürchtete, als geachtete Liebling des Königs war, und deſſen Ankunft er überdies erfuhr, nachdem er zwei Tage und Nächte fruchtlos die Zugänge zum Schloſſe mit Hülfe ſeiner Agenten hatte beobachten laſſen.

Als er jedoch bei dem in den Umgebungen fortgeſetzten Spähen wahrnahm, daß der Graf ſich an Bord eines eng⸗ liſchen Fahrzeuges begeben, und nachdem Küſtenbewohner ausſagten, daß ſie in der darauf folgenden Nacht eine Bar⸗ caſſe bemerkt hätten, die aus dem Hafen von Grao ausge⸗ laufen, ſich einem dieſer Schiffe zur Seite gelegt und dann eilig wieder zurückgekehrt ſei, worauf jenes Schiff die Auker gelichtet und am nächſten Morgen mit vollen Segeln die Rhede verlaſſen habe, da wurde dem Emiſſäre die Ver⸗ muthung zur Gewißheit, daß es der von ihm verfolgte Marquis geweſen ſei, welcher unter Mitwirkung des ein⸗ flußreichen Grafen Mendoza Schutz an Bord des briti⸗ ſchen Fahrzeuges gefunden habe.

Auch die eben ſo ſchnell wieder erfolgte Abreiſe des Grafen(die indeſſen, wie wir geſehen, aus ganz andern Urſachen erfolgte), von dem er wußte, daß er erſt kürzlich

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Dritte Folge.

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mit ſo wichtigen Aufträgen, die keine Abweſenheit von ſei⸗ nem Poſten zuließen, nach Cadix geſchickt war, erhöhte den von dem Officiere gegen ihn gefaßten Verdacht dahin, daß er ſofort nach Valencia eilte, um den Gouverneur, General Elio, der ein ebenſo entſchiedeuer Gegner von Mendoza war, als von allen Moderados, über ſeine Wahrnehmun⸗ gen Bericht zu erſtatten.

Ein boshaftes Lächeln, das aber nur als ein Zeichen des Wohlgefalleus über den Dienſteifer des Officiers er⸗ ſcheinen ſollte, überflog bei der Meldung des Vorgefallenen das Geſicht des ſtolzen, finſtern Manues. Indem er den Eifer des Agenten für die gute Sache belobte, verſprach er mit großer Herablaſſung, ihn der Gnade des Manarchen zu empfehlen, und befahl ihm, in Valencia bis auf weitere Ordre zu verbleiben, während er ſelbſt mit Courierpferden nach Madrid eilte, um dem Könige die, wie er ſicher glaubte, erfreuliche Meldung zu machen.

Nur wenige Stunden ſpäter, als Mendoza auf ſeinen Wunſch aus dem Staatsdienſte entlaſſen war, traf Elio in Madrid ein und ließ ſich ſofort bei dem Könige melden. Mit den gehäſſigſten Zuſätzen referirte er, was ihm von jenem Officiere angezeigt worden war, dann unterließ er nicht, pflichtſchuldigſt, wie er ſich ausdrückte, auf die Ge⸗ fährlichkeit des Grafen Mendoza aufmerkſam zu machen.

Doch der König, wenngleich im erſten Augenblicke überraſcht, erwiderte zu des Generals nicht geringer Be ſtürzung mit der ihm eigenen Kälte, die man anfänglich irrigerweiſe für Seelenruhe zu halten geneigt war:Euren Dienſteifer erkenne ich, General! auch weiß ich, daß Ihr es wohl mit Uns meint; doch habe ich auch an dem Manne, den Ihr jetzt anklagt, ſehr oft wohlgefällig bemerkt, daß er Vergehen Anderer entſchuldigte und neben meiner Gnade als König auch mein Menſchengefühl in Anſpruch nahm, da, wo Ihr nur ſtets die königliche Strenge von mir be⸗ gehrtet. Glaubt, fuhr Ferdinand mit einiger Bewegung fort,ein beſſeres Gefühl empfand ich, wenn ich, über⸗

junge Amerikaner darüber klagen und ſchwören, ihr ganzes Ver⸗ halten den Frauen gegenüber müſſe umgeſtaltet werden. Ich hörte auch Amerikanerinnen mit Ekel und Widerwillen davon

ſprechen.

Ich ſelbſt hatte bei verſchiedenen Gelegenheiten einer

Amerikanerin gegenüber jenes Gefühl, das die zu große Nähe eines

unreinen Thieres hervorbringt. Ich ſprach davon ſchon bei Ge⸗

legenheit der Straßenbahnwagen, weil ein unglücklicher Mann in

keiner Lage des Lebens ſolchen unweiblichen Grauſamkeiten mehr ausgeſetzt iſt, als in einem dieſer Fuhrwerke. Frau zieht eine ungeſtalte, oder Stahlreifen, welche ſie ihre Crinoline nennt, nach ſich, und dieſe Maſſe trägt ſo viel zu ihrer Anmuth und Bequemlichkeit bei, wie ein Holzblock bei einem Eſel, wenn dieſer Block ihm an ein Bein gebunden wird. Auf nicht etwa in der Weiſe, wie ſie mit einigem Anſtande in den

rk Die eintretende ſchmuzige Maſſe von Drahtgeflecht

dieſe Crinoline achtet ſie ſehr, aber

Wagen hereingebracht werde, ſondern ſie ſchlägt ſie den Männern

an die Beine und hebt ſie mit Macht über die Kniee derſelben hin⸗ weg. Ein Berührung durch ein echtes und wirkliches weibliches Kleidungsſtück iſt an ſich etwas aber dieſe Schläge mit den Finnen einer Harpyie ſind widerwärtig. Sind zwei Frauen beiſammen, ſo ſprechen ſie laut mit einander, denn ſie ſind der Meinung, von Beſcheidenheit ſei bei dem jetzigen Zuſtande der Frauenrechte keine Rede mehr. Beſcheiden iſt, wie geſagt, eine ſolche Frau nicht, eher das Gegentheil. Sie ignorirt die ganze Welt um ſich her, und wenn ſie mit hoch gehobener Naſe, mit von Affectation faſt breit gedrücktem Geſicht daſitzt, will ſie da⸗ mit laut erklären, ſte wiſſe und beachte nicht, ob irgend ein Mann in ihrer Nähe ſei. Sie ſpricht, als halte ſie in ihrer weiblichen Würde die Nähe der Männer ganz ſo wie die Nähe von Hunden

gar Weiches und Angenehmes,

und Katzen. Sie ſind allerdings da, aber ſie hört nicht auf die⸗ ſelben, ſieht ſie nicht und erkennt ſie nicht durch die Höflichkeit einer Bewegung an. Aber ihr Geſicht ſtraft ſie immer Lügen. Bei ihrer angeblichen Gleichgültigkeit verräth ſie doch recht wohl, daß ſie Alles weiß. Wer kennt nicht das ſchüchterne Geſicht eines Mädchens, wenn es allein unter Männern iſt und fühlt, ſie müſſe ſich zurückgezogen halten? So viele Männer um ſie her ſind, ſo viele Ritter hat eine ſolche, die ſicherlich Alles für ſie thun, wenn eine Gelegenheit ſich dazu darbieten ſollte. Findet die Gelegen⸗ heit ſich nicht, ſo bleibt das Mädchen gewiß unbeläſtigt, aber keineswegs, wie ſie mit Unrecht meint, unbeachtet. Bei der aber, von welcher ich hier ſpreche, iſt jede Bewegung ihres Körpers und jeder Ton ihrer Stimme eine mißlungene Lüge. Sie ſieht Einem keck in das Geſicht, und man ſteht auf, um ihr ſeinen Platz zu über⸗ laſſen. Man ſteht auf nach ſeinen alten Anſichten und Ueber⸗ zeugungen und aus Artigkeit, die man der weiblichen Kleidung ſtets erwieſen hat, ſelbſt wenn ſie Häßlichkeit und Mißgeſtalt be⸗ deckt. Sie nimmt den Platz, von dem ſie verdrängt hat, an, ohne ein Wort zu ſagen, ohne ein Kopfnicken. Sie dreht ſich herum, ſchlägt Einem die Schienbeine mit ihren Reifen, ihre Naſe aber iſt noch immer nach oben gerichtet, und ſie lenkt die Aufmerkſamkeit ihrer Freundin auf einen anderen ſitzenden Mann, als ob dieſer Platz auch vacant und deßhalb ebenfalls zu ihrer Verfügung wäre. Vielleicht hat aber der Mann eigne Anſichten von Ritterlichkeit. Ich habe dergleichen geſehen und freuete mich darüber.

Solche Weiber trifft man täglich und ſtündlich überall in den Straßen. Bisweilen findet man ſie auch in Geſellſchaften, und hier machen ſie ſich wo möglich noch verhaßter, als anderswo. Wer ſie ſind, woher ſie kommen, warum ſie anderen Frauen ſo