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König aufgetreten werden könne. Er beſchloß ſeine Abreiſe zu beſchleunigen, allein zu ſpät— er wurde mit ſeiner jungen Gemahlin und vielen Edeln feſtgenommen.— Das Gericht, in dem auch Magnus, ſein jüngerer jetzt zwanzig— jähriger Bruder ſaß, ſprach das Todesurtheil über Johann und viele Verſchworene. Johann ward indeß nebſt Ge⸗ mahlin nach Griepsholm geführt, während im Uebrigen das Bluturtheil vollſtreckt wurde. Sieben Jahr ſaß er in ritterlicher Haft auf dieſem Schloſſe.— Sein Bruder Magnus nahm ſich das wider ihn geſprochene Todesurtheil
ſo zu Herzen, daß er tiefſinnig wurde und ſich in einer
Anwandlung von Schwermuth aus einem Feuſter des Schloſſes Wadſtena, ſeiner Reſidenz in Oſtgothland, herab in den tiefen Graben ſtürzte und ſo freiwillig ſeinem Leben ein Ende machte.
Erich's Jähzorn ſteigerte ſich von Jahr zu Jahr bis zum Wahnſinn. Treubruch, Mord und öffentliche Hin⸗ richtungen bezeichneten ſeine Regierung. Beſonders haßte er die Stures, die ihm zum Theil ſchon bei der Verſchwö⸗ rung des Herzogs von Finnland in die Hände gefallen waren; aber ſtets befürchtete er von ihrer Seite und der mächtigen Adelspartei Verrath. Bald ſuchte er ſie daher an ſich zu ziehen, bald ſtieß er ſie wieder zurück, nahm ihnen alle Würden und Aemter und verbannte ſie aus der Reſidenz. Günſtlinge, zu denen ſich auch der aus Frank⸗ reich zurückgekehrte Chevalier de Mornay gefunden, und ſeine Geliebte, Katharina, eines Rottmeiſters der Schloß⸗ trabanten Tochter, lenkten den leidenſchaftlichen, veränder⸗ lichen Monarchen nach Gefallen.— Um das Uebermaß ſeiner ſinnloſen Handlungen voll zu machen, erhob er die Geliebte zur Königin und verlangte, daß ſie als ſolche an⸗ erkannt und geehrt werde. Die edeln ſchwediſchen Ge⸗ ſchlechter, mit den alten Königen und ſelbſt mit den Waſa's durch Guſtav I. verſchwägert, die Stures, Löwen⸗ haupt's, Steenbock's u. ſ. w. flohen entſetzt den Hof. Dies
benutzte Jöran Pehrſon, um die oft erlittenen Demüthi⸗
Uovellen-Zeitung.
[VIII. Ja
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gungen an dem ſtolzen Adel zu rächen; er reizte den ohne⸗
hin erbitterten König zur gänzlichen Vernichtung der Stu⸗ res und ihres Anhangs. Und eines Tages tobten Söldnerhaufen durch Stockholm und drangen hinaus auf die Ritterſitze, Alles was zum Geſchlecht der Sture ge: höre, lebendig oder todt dem Könige zu liefern. Sie fielen V alle unter den Streichen der Mörder; die Gefangenen wurden in den Kerkern erwürgt, und der König ſelbſt röthete die Hand mit dem Blute ſeines Spielgenoſſen Nil Sture. So endete das Haus Sture wegen ſeiner patrio⸗ tiſchen, aber nicht rechtlichen Hingabe für den Prinzen Johann.
Das Maß war gefüllt— ein Hauch, und es floß über. Adel und Volk brüteten in dumpfer Gährung, es fehlte nur der Leiter. Da wendete ſich Prinz Johann von Griepsholm an die neue Königin, verſprach argliſtig ſie und ihre Deſcendenz anzuerkeunen, wenn ſie ihm Frei⸗ heit und ungehinderte Rückkehr in ſein Herzogthum Finn⸗ land verſchaffe. Die ehrgeizige Trabantentochter ließ ſich fangen— Erich gab den Bruder frei, da er ohnehin glaubte, ſeine Partei ſei vernichtet.
Kaum zeigte ſich derſelbe dem Volke, ſo ſtrömten von allen Seiten Ritter und Reiſige herbei, und bald ſtand er mit ſtarker Kriegsmacht vor Stockholm. Zugleich erhob ſich die Stadt für Johanu, die Söldner wurden niederge⸗ macht oder gefangen, der König und ſeine Günſtlinge feſt⸗ genommen.
Johann berief ſofort einen Reichstag, und auf demſel⸗ ben wurde Erich XIV., als unfähig zu regieren, des Thrones verluſtig erklärt und Johann nach der Erbfolge die Krone zuerkannt.
So trugen die unbezähmbaren Launen, die wilden Leidenſchaften ihre Früchte. Man führte den entthronten König nunmehr nach dem verhängnißvollen Griepsholm, das Johaun kaum verlaſſen. Aber Erich ward nicht in ritterlicher freier Haft gehalten; ein düſteres Thurmzim⸗
Daß der Erdtheil Auſtralien eine ſehr ſchwache eingeborne Bevölkerung hat, iſt bekannt. Die Entdecker fanden nirgends auch nur Ackerbauer, viel weniger eine Geſe llſchaft, die irgend etwas an einen Staat Erinnerndes gehabt hätte. Alles war und iſt noch beute in umherſchweifende Horden zerklüftet.
Ueber die Horden im centralen Süd⸗Auſtralien hat Herr W. P. Stanbridge, der volle achtzehn Jahre in ſehr naher Berührung mit den Eingeborenen lebte und ihr ganzes Treiben ſehr genau beobachtete, der ethnologiſchen Geſellſchaft in London folgende Mittheilung gemacht.
„Sie zerfallen,“ ſagt er,„in eine große Menge von Stäm⸗
men(beſſer Horden), deren Zahl ſehr verſchieden iſt. Jeder ſteht unter einem erblichen Häuptling, aber die Familienväter beſitzen über ihre Angehörigen eine uneingeſchränkte Gewalt, ſogar über Leben und Tod der Frauen. Eine ganz abſcheuliche Erſcheinung im Leben dieſer Wilden iſt ihr Kannibalismus, der ſich auf eine gräßliche Weiſe äußert. Die Eltern ermorden nicht ſel— ten ihre neugeborenen Kinder, um ſie aufzufreſſen. Auch herrſcht ein entſetzlicher Aberglaube, demgemäß ein älterer Bruder in dem Wahne lebt, daß er ſofort auch die Körperkraft ſeines jüngern Bruders ſich aneignen könne, wenn er dieſen er⸗ ſchlägt und verzehrt.
als immer möglich iſt.
Liebe zu einem andern! Viele wilde Männer haben drei oder vier Frauen, obwohl die herkömmliche Zahl ſich eigentlich auf nur
Uebrigens erkennt man ein feſtes Grundeigen⸗ thum an; jeder Stamm und jede Familie in demſelben hat einen den.
zwei beſchränkt.
Das geſchieht unter Feſtlichkeiten, und bei dieſen dringen Vater und Mutter mit eifriger Ermahnung in den älteren Sohn, ſo viel Fleiſch von dem Leichnam hinabzuwürgen, Die Eltern erſchlagen einen Sohn aus
beſtimmten Landantheil, über welchen nicht hinaus gegriffen wer⸗ den darf.
Dieſe Auſtralier ſind ungemein gewandte Schiffer und ver⸗ ſtehen ihre Segel ganz außerordentlich raſch zu richten.
Ueber den Tod haben die Eingeborenen allerlei⸗ ſeltſame Vor⸗ ſtellungen. Der allgemeinen Annahme zufolge ſtirbt Niemand, wenn nicht ein Feind es ihm unmittelbar oder durch Zauber an⸗ gethan hat. Die Richtung, nach welcher hin die Füße des Todten
liegen, zeigt, wie ſie meinen, nach der Gegend hin, in welcher man den Möͤrder entdecken kann, dann machen ſich die Verwandten des den ſie in jener Richtung
Todten auf und ermorden Jeden, treffen.“
Auch Caſtella weiſt auf die Thatſache hin, daß die Einge⸗ bornen raſch dem völligen Untergange zueilen. Die einſt zahl⸗ reiche Horde am Yarra beſtand 1859 nur noch aus ſiebzehn Köpfen. Die Colonialregierung hat zwar dieſen Leuten eine ſo⸗
genannte Reſerve angewieſen, welche ihr Eigenthum bleiben ſoll, aber man hat geradezu die allerſchlechteſte Landſtrecke ausge⸗ ſucht und die abſcheulichſte Gegend, die ich in Auſtralien geſehen habe, aber ſie liegt umgeben vom allerbeſten Lande. Die Einge⸗ bornen waren daran gewöhnt, ihre Lagerplätze an dem Ufer von Flüſſen, unter hohen Gumbäumen auf ergiebigen Jagdgründen zu nehmen, aber ſolche Gegenden hat man ihnen nur in Aus⸗ nahmefällen gelaſſen. Freilich wiſſen ſie jetzt mit dem Schießge⸗ umzugehen und können namentlich Waſſervögel ſchießen. Dieſe ſchwarzen Menſchen haben eine Ahnung von dem, was ihnen bevorſteht, und wiſſen, daß ſie bald ganz verſchwinden wer⸗ Auch haben ſie ſich darein ergeben und leben des Troſtes,
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