Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
571
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hrz. Nr. 36.] Dritte Solge. 571 3 den Yſtad trug. Hier fand er ein Schiff in die Heimath und zum Herzog von Südermanland mit faſt ſouverainer Feuſter kam in kurzer Friſt mit ſeiner traurigen Bürde nach Macht. Der zehnjährige Carl blieb unter Vormund⸗ 19 den Aurich. Die Trauer um den Verluſt des hoffnungsvollen ſchaft der Königin⸗Witwe Katharina. cei der Jünglings war um ſo größer, je weniger man nach der Anfaugs regierte König Erich mit Mäßigung und bekannt gewordenen Begnadigung darauf vorbereitet ſein weiſer Milde. Die lange Ungnade ſeiues Vaters, die erſt werge⸗ konnte. Sein Bruder, Graf Edzard, und Katharina, deſſen auf dem Todtenbette endete, mochte wohl ſeine wilden ſchläge Gemahlin, waren vom plötzlichen Schmerz wie niederge⸗ Leidenſchaften gezähmt haben. Im Juni 1561 ſollte die ilter ſchmettert. Sie hatten töglich erwartet, daß Graf Hans Krönung erfolgen, und Erich bot der Schyeſter Cäcilie s Ge⸗ friſch und geſund an's Land ſpringen werde, um in der die Freiheit, wenn ſie die ſeither ſtets getragenen düſtern jte das ſorglichen Liebe der Familie Troſt und Stärkung nach der Trauerkleider ablegen und bei den Hoffeſten erſcheinen erlittenen Unbill zu finden nun brachte man nur das wolle. Sie verließ Griepsholm. ſagte blaſſe Antlitz eines Todten. Er wurde in der Familien⸗ Sie war jetzt einundzwanzig Jahr und zur vollkom⸗ ächer; gruft beigeſetzt, und das ganze Land trauerte mit dem ge⸗ menſten weiblichen Schönheit entfaltet. Auf den Krö⸗ Dir!e leebten Herrſcherhauſe. nungsfeſten, die ſie mitmachen mußte, war ſie die ſtrah Augen Es hieß, Graf Hans ſei auf der Jagd verunglückt; und lende Sonne und von Prinzen und Herren umlagert. dy,ſoo unglaublich es auch klingen mochte, die Fama mußte Allein alle Huldigungen ließen ſie kalt, ihr Herz barg noch ſeliger ſich damit begnügen, da ſelbſt der Kanzler Weſten, der bald immer die erſte Liebe, den erſten Verluſt. Bald nach der 5 9 4 g gen, 3 3 2. 8 2 5 3 11 ſinten darauf von Stockholm zurückkehrte, keine Aufklärung geben Krönung verließ ſie Schweden für immer und folgte 1 ger ent konnte. Der einzige Zeuge ſeines Todes, Enuo von Nor⸗ der Einladung der Königin Eliſabeth von England. Am en nat den, ging gleich nach ſeiner Heimkehr außer Landes auf engliſchen Hof lebte ſie mit der geiſtreichen gekrönten aeiliel Reiſen. Freundin, die ſie wegen ihres frühern Mißgeſchicks liebge⸗ Stets blieb das Ende des Grafen Hans von Oſtfries⸗ wonnen, mehrere Jahre, bis ſie der Werbung des Mark⸗ verſta⸗ land ein undurchdringliches Geheimniß. grafen Chriſtoph von Baden nachgab, mit dem ſie eine treiben, Schluß Ehe, reich an Nachkommen, aber arm an innerm Frieden l. Er. und häuslichem Glück verlebte. dem Ge⸗ So war das Band zerriſſen, das in lauterer, hinge⸗ Herzog Johann von Finnland vermählte ſich, in Folge bender, aufopfernder, aber unglücklicher Liebe zwei edle der Geſandtſchaft nach Warſchau, mit Sigmund's II. von bender, aufopfernder, aber unglückicher Liebe zwei ſandtſchaft nach Warſchau, mit Sig de Obdach Herzen vereinigte. Die Geſchichte, der die Thatſachen Polen Tochter, Katharina, und führte ſie im Jahre 1562 gloſſen, vorſtehender Erzählung entlehnt ſind, mag noch kurz über nach Stockholm, um ſie bei Hofe zu präſentiren. Hier Nach⸗ das fernere Schickſal der in den Vordergrund getretenen hatten ſich die Dinge geändert. Der König befand ſich in epshol⸗ Perſönlichkeiten berichten. den Händen eines ränkevollen Geiſtlichen, Jöran Pehrſon, Deßhab Am 29. September 1560 ſtarb der weiſe König der die alten Räthe Guſtav Waſa's verdrängt hatte und arg be⸗ Guſtav I. Waſa und hinterließ ſeine Krone dem Erſtge⸗ allen Launen ſeines Herrn freies Spiel ließ. Der Adel wanzig bornen, Erich XIV. Durch letztwillige Verfügung erhob der Reſidenz war auſ's Aeußerſte erbittert und knüpfte mit d ihn er jedoch den zweiten Sohn, Johann, zum Herzog von Johanu Unterhandlungen an; dieſer wies auf das Volk in nach Finnland, Magnus zumn Herzog von Oſtgothland und Carl hin, daß nur mit deſſen Zuſtimmung und Hülfe wider den g 3.. 15 inlich in Dieſes Magazin und dieſes Brod waren ohne Zweifel von Faſt immer findet man in einer gewiſſen Entfernung von den keade einer ſchrecklichen Kriegsmaſchine verbrannt worden, die ſich in V Waſſerdörfern Gräber am Ufer der Gewäſſer. 1 t wurde, jenen drei Zeitaltern wiederfindet, und welche beweiſt, daß die Dieſe ſorgfältig gemachten tiefen Gräber bezeugen zu gleicher on der Bewohner dieſer wilden Landſtriche ſich zuerſt damit beſchäftigten, Zeit die Achtung der Eingebornen für ihre Todten und ihre ſchreck⸗ ügech MNittel aufzuſuchen, Ihresgleichen zu vernichten. liche Gewohnheit der Menſchenopfer. aiiſtand Dieſe Kriegsmaſchine beſteht aus einer Art von irdener Man findet nämlich darin Kohlen, verkaltt, Trümmek won feinen Bombe, die man mit glühenden Kohlen anfüllte und auf die Hausthieren, ein ſteinernes Bett, Kuf welchen ein nn Eehrt 3 Moos⸗ Strohdächer der feindlichen Dörfer ſchleuderte, und das Uebrige(Stelet ruht, und neben demſelben andere Skelete, deren Gebein den and der Gewalt des Windes überließ, der die Feuersbrunſt zu ent⸗ durch Axthiebe ſämmtlich zerbrochen ſind. Die Beſchaffenheit aſan zünden und weiter zu verbreiten hatte. Viele dieſer Bomben, die mancher dieſer letzteren Gebeine, die Form der Becken, der Hirn⸗ zcherne man in dem Schlamme, worin ſie erloſchen waren, wieder gefunden ſchädel, die erſt halb entwickelten Zähne die Weisheitszähne, tnichen dhat, haben ihre Form und ihre halb verzehrten Kohlen ganz un⸗ Perlen, Armbänder und Schmuckſachen beweiſen, daß nicht bloß hinihm verſehrt erhalten die Sclaven, ſondern auch die Frauen des Verſtorbenen getödtet ſo beſe d WMorrer. 1 5 ½ und an ſeiner Seite beerdigt wurden. änderon ſ Dir Bewohner der Seedörfer halten ſchon velſtanden ſich Man verdankt die wichtigen Entdeckungen, die wir kurz auf⸗ Webeſpu⸗ des Hundes als Wächter und Hirt und des Schafs als Sclaven gezählt haben, den Herren Troyon, Keller, Uhlmann, John, achen von und zur Nahrung zu bedienen. Von dem erſten Zeitalter an ver⸗ Schwab, Foreh, Rey und Deſor. Die meiſten derſelben ſetzen nſein und miſchen ſich ganze Hundeſtelete mit den Gebeinen der Schafe. Die dieſe Nachforſchungennoch jetzt mit einer Thätigkeit fort, welche fort⸗ ländiſchen 4 Letzteren ſind meiſtens zerbrochen, ohne Zweifel um das Mark aus während die Eroberung neuer archäologiſcher Schätze herbeiführt Eingebol⸗ denſelben herauszuziehen. und nach und nach über die geheimnißvolle Bevölkerung auf den en Dann haben ſie noch den ehernen und eiſernen Degen und Seen Licht verbreitet. C. orgfäſtz die Keule, welche mit Spitzen von denſelben Metallen beſetzt iſt. gymnaſt Alle dieſe Seedörfer ſind ohne Ausnahme durch das Feuer Von den auſtraliſchen Wilden. erſtant verwüſtet und zerſtört worden, und dieſe Feuersbrünſte waren 4.. werſebul aaugenſcheinlich das unheilvolle Werk des Kriegs. Dem Um⸗ Mehrere neuere Reiſende erzählen in der Chronik der Reiſen trausſte ſeaande, daß dieſes Pfahlwerk und die gefundenen vegetabiliſchen von den Eingebornen Neuhollands gar ſeltſame Charakterzüge, n endde Gegenſtände halb verbrannt ſind, verdankt man faſt ausſchließlich und ſo lange Zeit auch jener Erdtheil ſchon bekannt und bereiſt ein hul ddie Erhaltung ſo vieler merkwürdigen Sachen aus ſo entfernten iſt, ſo blieb es doch erſt der Gegenwart vergönnt, ein ſicheres De⸗ eemalmet Zeitaltern. tail über den dortigen Menſchenſchlag zuſammenzuſtellen