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gekommen; das müßte ich wiſſen— hier iſt ein Einbruch geſchehen.“
„Gewiß nicht, lieben Leute, es war der Gärtner— ſpart die Mühe,“ entgegnete Cäciliens zitternde angſtge⸗ preßte Stimme.
„Mit Verlaub, wir thun unſere Pflicht,“ erwiderte der Patrouilleur.„Kuud, wir müſſen dieſes Gebüſch durch—
Mitte an der ſtillen Sandfirſt zuſammentreffen. Nur da können die frechen Vögel gelandet ſein.“
Die Jagd begann. Unſere Freunde, die in dem dichten Buſchwerk geräuſchlos fortgeſchlichen, hatten nur einen kleinen Vorſprung; die Verfolger, die raſch durchbrachen, kamen ſchnell näher. Da half kein Verbergen mehr, auch ſie durchbrachen gewaltſam das Geſträuch und erreichten glücklich die Jölle. Sie verſuchten unter dem über Ufer ſeitwärts fortzukommen, allein überall Sand, ſoweit der Schutz der Büſche reichte; es mußte gewagt werden, kühn und ſchnell in den See hineinzurudern.
„He, Björn! ſie ſind im Waſſer!“ rief Knud ſeinem Cameraden zu.
„Dann aufgepaßt, Knud, der Fuchs kommt aus dem Bau. Du nimmſt den am Steuer, ich den vorn.“ Sie legten ihre ſchweren Hakenbüchſen in die Gabel, blieſen die Lunten der Radſchlöſſer an, ſchütteten Kraut auf die Pfanne und erwarteten den Momeut.
Der Schnabel des Boots tauchte unter den Büſchen auf, und mit gewaltigem Ruderſchlag ſchoß das ſcharftielig gebaute Schiffchen pfeilſchnell durch die Wogen. Aber ſie waren kaum ſechzig Schritt vom Lande entferut, ſo hieß es:„Feuer!“— Beide Büchſen krachten.
Knud's Kugel ſauſte an Enno's Ohren vorbei. Björn hatte beſſer gezielk, ſein ſchweres eiſernes Geſchoß traf Hans in die Bruſt— er ſank zum Tode getroffen von der Ruderbank.
Ein herzzerreißender gellender Schrei, weiter hörbar
Uovellen-Zeitung.
ſuchen; geh Du von oben, ich von hier, ſo daß wir in der
laubten noch einmal auf.
(VIII. Jahrg.
als der Knall der Feuergewehre, folgte unmittelbar dem Schuß. Cäcilie hatte in unſagbarer Angſt vom Feuſter des Schloſſes aus die Verfolgung beobachtet— ſie ſah den Geliebten ſinken— und brach ſelbſt mit dem Schrei der Verzweiflung zuſammen. „O mein Gott! Cäcilie!“ ſtammelte der Schwerge⸗
troffene, während Enno noch einige kräftige Ruderſchläge
führte, um außer Schußweite zu kommen. Dann eilte er
ſeinem unglücklichen Freunde zu Hülfe, öffnete das Ge⸗
wand, ſchöpfte Waſſer mit der hohlen Hand und ſuchte das
Blut zu ſtillen.
Graf Haus kaum hörbar. Er wurde zuſehends ſchwächer; der Schuß ſaß noch am Herzen.„Enno, ich dauke Dir!“ hauchte er wieder und ſchlug die ſchönen lichten Augen
„Ich danke— Cäcilie— England—“
ſtieß er mühſam hervor, und ſein Blick ſtrahlte in ſeliger
Freudigkeit; dann ließ er den Kopf auf die Bruſt ſinken.
Er zuckte noch einmal zuſammen— ein tiefer Seufzer ent⸗
rang ſich der zerriſſenen Bruſt— ein ſänftes Lächeln trat
auf ſeine Lippen— dann klang es gauz leiſe wie„Cäcilie!“
— und er hatte ausgehaucht.
Enno kniete in tiefen Schmerz verſunken an der erſtar⸗ renden Leiche ſeines Freundes; er ließ das Boot treiben, bis ihn die einbrechende Dämmerung aufſchreckte. Er ergriff das Steuer, richtete das Segel und entfloh dem Ge⸗ ſichtskreiſe der unheilvollen Inſel.
Beim Meiſter Nil Nilſeu fand er ein williges Obdach für ſich und ſeinen todten Freund. Er hatte beſchloſſen, ganz in der Stille Schweden zu verlaſſen, um allen Nach⸗ forſchungen, die ohne Frage nach Meldung der Griepshol⸗ mer Wache erfolgen mußten, vorauszueilen. Deßhalb wurde in dem Fiſcherdorf in Eile ein einfacher Sarg be⸗ reitet, mit dem ſich Enno nach Verlauf von vierundzwanzig Stunden an Bord eines Skeerenfahrers begab, der ihn von Stockholm an der Küſte der Oſtſee hin nach
Bändchen von Baſt und warten zuweilen mehrere Jahre, bis der Saft des Baumes und die Zeit die Wunde des Baumes geſchloſſen und den Letztern und die Agt mit einer Feſtigkeit, die jede Probe beſteht, vereinigt hat.
oben und unten nach der Länge abzuſchneiden, welche der Stiel ſoll.
Die Seehütten glichen hinſichtlich ihrer Größe höchſtens einem Pariſer Zimmer; ſie maßen nicht leicht mehr als drei bis fünf Metres in der Länge und eben ſo viel in der Breite, ein in dem kegelförmigen Dach angebrachtes Loch vertrat die Stelle des Schornſteins und geſtattete dem Rauche den Ausgang.
Man findet beſonders in den Seen der deutſchen Schweiz Trümmer, die dem ſteinernen Zeitalter angehören.
Die Aexte, welche dieſes Zeitalter charakteriſiren und die viel⸗ leicht vierzig Jahrhunderte zurückreichen, ſind von Serpentinſtein und vier oder fünf Centimetres groß. An einigen findet ſich kein Loch für den Stiel, und ohne Zweifel verſchaffte man ihnen den⸗ ſelben nach der Art der Indianer, andere dagegen haben einen Stiel von Hirſchhorn.
boße gleichft o eine Menge meiſtens zerbrochener
erkennen.
Dann bleibt nichts weiter zu thun übrig, als den Baum
der ſo ſinnreich gemachten und ſo geduldig erwarteten Waffe haben
die wir eben erwähnt haben;
Neben dieſen Aepten findet man Meſſer, in einer bewunderns⸗ würdigen Art geſchliffene krumme Meſſer, Sägen, Hämmer, Am⸗ alls von Stein, Pfriemen, Nadeln von Hirſchhorn, und Gefäße; man kann indeſſen ihre verſchiedene Größe und Form, die beſtändig die nämliche iſt,
Dieſe Gefäße wurden mit der bloßen Hand und zwar aus einer groben, ſchwärzlichen, oft mit kleinen Quarzſtücken vermengten
Quarzſtücken wurden augenſcheinlich in während er gebrannt wurde, geben.
bei der Fabrikation der
Thonerde gefertigt. Dieſe dieſen Thon eingeknetet, um ihm, und beim Gebrauche mehr Feſtigkeit zu In den Seewohnungen, wo das Erz bei 1 Waffen und Werkzeuge den Stein erſetzt, folgt auf das grobe Meublement der Hütten ein verhältnißmaßig gewiſſer Wohlſtand. Ein Anſtrich von Reißblei färbt die Gefäße von einem feinern Thon ſchwarz; Matten von Hanf oder Lein erſetzen die Moos⸗ lager; auch verſtanden die Bewohner Seile von Baumfaſern und ſelbſt Leinwand zu verfertigen. Nun kommt das eiſerne Zeitalter, wo die Menſchen knöcherne Stecknadeln, metallene Ringe und in durchlöcherten Steinen von Perlen gebildete Arm⸗ und Halsbänder hatten. Ebenſo beſaßen ſie Schnallen von Hirſchhorn und Bärenzähnen, Halsbänder von ausgeleerten und durchlöcherten Haſelnüſſen, knöcherne Webeſpu⸗ len, Kinderklappern, kryſtallene Ohrgehänge, Schmuckſachen von Glas, Gagath, Bernſtein, ja ſogar von Korallen. Bernſtein und Korallen bieten die erſten Spuren von eingeführten ausländiſchen Erzeugniſſen dar, welche die Beziehungen zwiſchen den Eingebor⸗ nen und andern Völkern anzeigen.—
Die Männer im eiſernen Zeitalter hatten noch ſorgfältig polirte Wurfſteine von Sandſtein, die ohne Zweifel zu gymnaſti⸗ ſchen Uebungen und vielleicht zu Spielen dienten. Sie verſtanden den Acker zu bebauen, wie ſich aus den Haufen faſt unverſehrter Gerſte, Weizen, Apfel⸗, Birn⸗ und Pflaumenkernen herausſtellt. Man hat ſogar im Conſtanzer See ein altes Magazin entdeckt, welches hundert Maß Gerſte und Weizen in Aehren und ein halb vom Feuer verzehrtes Brod enthielt,
das aus grob zermalmter Gerſte gebacken worden war.
V „Es iſt vorbei, Enno— gib Dir keine Mühe,“ ſagte V
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