der Schiffer ſtand, rief er ihnen ein volltönendes Bravo zu und ſagte:„Ihr könnt das Boot auf drei Tage haben; aber da ich die edeln Herren nicht kenne, muß ich Pfand nehmen.“
„Wir ſind Fiſcherburſchen, Meiſter Nilſen— keine edeln Herren. Indeß nehmt dies, das wird den Werth der Jölle decken.“
„Vollkommen, es iſt noch darüber,“ ſagte der Fiſcher; „indeß das thut nichts, Ihr bekommt's bei der Rückkehr ehrlich zurück.“
„Darum keine Sorge!“ lachte der ſchwarzäugige Ge⸗ ſell;„uun aber ſchafft Proviſion: Brod, Fleiſch, geräu⸗ cherte Fiſche und ein Fäßchen mit Bier, dann wollen wir auf die Reiſe.“
Während jener für die Erfüllung dieſer Anordnungen ſorgte, fragte der Andere mit dem blaſſen Geſicht und den lichten braunen Augen:„Sagt, Meiſter, was iſt das für eine Inſel, auf der ein Thurm ſich zu erheben ſcheint?“
„Das iſt das Schloß von Griepsholm, das Staats⸗ gefängniß. Dahin richtet nicht den Cours, denn wer ſich auf Kabellänge naht, kann eine eiſerne Pille zu verſchlucken bekommen, die er nicht verdaut.“
„Ah, das iſt das Gefängniß! gehört dazu?“
„Nein, die Inſel läuft nach Süden ſchmal gegen die Küſte aus; hier liegt das Dorf gleichen Namens, doch trennt ein tiefer Canal das Schloß von dem ſchmalen Theil der Inſel, und das Dorf ſteht in keiner Beziehung zu den Bewohneru des Staatsgefängniſſes. Die armen Fiſcher von Griepsholm haben ſelten Gäſte, denn jeder fürchtet der gefährlichen Inſel nah zu kommen.“
„Danke für die Auskunft— wir können unſern Cours nun darnach einrichten.“
Man ſchied; die Burſchen beſtiegen das Boot, und fort ging's mit dem Winde den See hinauf, daß bald die Ge⸗ ſtade wie blaue Streifen am Horizont erſchienen.
Und die ganze Inſel
Uovellen-Zeitung.
„Genug,“ ſagte Hans von Oſtfriesland zu ſeinem Begleiter Enno— dieſe ſteckten in der Fiſchertracht— „weit genug weſtwärts; wir können umlegen und uns von Nordweſt der Inſel nähern.“
„Gut, ich denke, wir fahren in weitem Bogen ohne auffällige Manöver um die ganze Inſel und erſpähen,
wo wir müglichſt geſichert landen können. Dann legen wir
bei dem Dorf an und erwarten die Nacht zur Ausführung unſers Vorhabens.“
„Aber, Enno, was kann die Nacht mir bringen? Ich will Cäcilie ſehen, womöglich ſprechen; alſo vor Einbruch der Dämmerung müſſen wir die Landung gewagt haben, denn es iſt anzunehmen, daß Cäcilie am warmen Nach⸗ mittage ſich im Freien aufhalten wird.“
„Nun, wie Du willſt. So wollen wir gleich auf das Dorf abhalten und nach der Mittagsmahlzeit unſere Re⸗ cognoscirung beginnen.“
Im Dorf erfuhren ſie, daß das Schloß in einem Park liege, der auf allen Landungspunkten von Schan⸗ zen, reichlich mit Kanonen und Feldſchlangen ver⸗ ſehen, vertheidigt würde; außerdem aber machten Pa⸗ trouillen mit Hakenbüchſen bewaffnet die Ronde, welche auf jedes Boot feuerten, das über dreihundert Schritt der Inſel nahe komme.
Dieſe Mittheilungen waren wenig ermuthigend; indeß beſtiegen die Freunde getroſt ihr Boot und umkreiſten in reſpeckvoller Entfernung die gefahrdrohende Burg. Schon hatten-ſie die Inſel einmal umfahren und nirgends eine Stelle, die eineplötzliche Landung verdecken könnte, gefunden. Allein Hans' ſcharfes Auge hatte an einem Fenſter des Schloſſes eine weibliche Geſtalt geſehen und glaubte die Geliebte zu erkennen. Er richtete ſich im Boot auf und zog die Mütze, wie grüßend, vom Kopf— ein weißes Tuch antwortete dieſer Bewegung.„Sie iſt es!“ ſagte er er⸗ regt,„hier, Enno, müſſen wir landen. Sieh' das hohe dichte Gebüſch, es zieht ſich bis zur nächſten Biegung;
aber hüte dich, es iſt die äußerſt giftige Korallenſchlange, und ge⸗ fährlicher als die Jaguars, Panther, Bären und Tigerkatzen, deren man ſich mit der Kugel erwehren kann. Doch ärger als alles ſind und bleiben die verruchten Mosquitos. 5.
Aus der Geſchichte. frühere Regünſtigung der Sclaverei durch England.
„Den Urſitz der Sclavenverſchiffung über die See bildet das Küſtenland zwiſchen dem Gambia und der Sierra Leone Auf dieſer Strecke münden die Ströme Caſamanſa, Caheo, Jeba, Rio grande und Debueka. Vor der Küſte liegen die Biſchuga⸗ und die Los⸗Inſeln. Auf dieſer ganzen Strecke und abwärts bis Sierra Leone trieben die Portugieſen ſchon von 1434 an den Sclaven⸗ handel, und zu ſchwunghaftem Beirieb deſſelben gründete Pedro de Cintra im Jahre 1480 Sierra Leone und baute im folgenden Jahre eine Burg zu Elmina, welche jetzt den Holländern gehört. Die Engländer betheiligten ſich zuerſt an dem Handel mit leben⸗ digem Ebenholze 1562. Ein Capitän Hawkins brachte Sclaven nach St. Domingo und verkaufte ſie gegen Zucker, Kuhhäute und andere Landeserzeugniſſe. Seitdem wurde dann in England zwei Jahrhunderte hindurch der Sclavenhandel unter der Könige be⸗ ſonderem Schutz getrieben, und die Regierung munterte ihn nach Kräften auf. Hawkins fand ſeine erſte Reiſe ſo vortheilhaft, daß er eine zweite Reiſe und zwar mit nicht weniger als zehn Schiffen unternahm. Eins derſelben hieß Jeſus und ein anderes Jo⸗
hannes der Täufer. Als Hawkins von ſeiner Sclavenhan⸗
delsfahrt nach England zurückkam, ſchlug Königin Eliſabeth ihn zum Ritter, denn ein Mann, welcher ſich ſo große Verdienſte er⸗ worben hatte, mußte doch würdig belohnt werden. Im Jahre 1611 ertheilte König Jakob I. dem Sir Robert Rich einen Frei⸗ brief zur Gründung einer Compagnie, welche den Sclavenhandel in möglichſt großer Ausdehnung betreiben ſollte. Sie wollte aber nicht gedeihen, und 1631 wurde unter König Carl I. eine zweite Compagnie zu demſelben Zweck gegründet. 1662 entſtand eine dritte Compagnie für den Sclavenhandel, an deren Spitze der Herzog von York ſtand. Der königliche Freibrief wurde ihr unter der Bedingung gewährt, daß ſie ſich verpflichtere, jährlich minde⸗ ſtens dreitauſend Sclaven aus Afrika nach Jamaica hinüberzu⸗ ſchaffen.—
Zur Länder⸗ und Völkerkunde.
Die See⸗ oder Waſſerdörfer.
Unter den vielen Entdeckungen, die wir der neuern Zeit ver⸗ danken, erregte mit vollem Rechte die Auffindung der Ruinen von Wohnplätzen in den Seen der Schweiz großes Aufſehen und all⸗ gemeine Theilnahme, weil ſich daraus erkennen ließ, wie unſere Vorfahren in den früheſten Zeiten, in welche die Annalen der Ge⸗ ſchichte gar nicht hinaufreichen, ſich ſo ſinnreich vor feindlichen Ueberfällen ſicher zu ſtellen verſtanden. Es hat ſich jetzt heraus⸗ geſtellt, daß jene Schutzmethode ſich nicht bloß auf die Schweiz beſchränkte, ſondern daß auch die Bewohner Savoyens von ihr Gebrauch machten.
Ganz kürzlich theilte Herr Dépine der Akademie der Wiſſen⸗
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