Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
567
Einzelbild herunterladen

ahrg.

de Graf ediſchen .Als⸗ er Haft . Der der, für einem abgehen deſſen nohms. roh zu brochen ſingege⸗ aulichen erz über am zer⸗ allungs⸗ Schmach, belaſtet chls des geworfen nit unde⸗ jetzt die ühlte, ſo ebekrnte ünlichen war er uno hiu in, wenn Fgeliebte Lebens ehen, ſe ſcheecniſe n, oh ſie u ſtarken

R giſtigen eiſe wan⸗

Als el aliener die d ſind ul⸗ zähne, eine Schwanze

Nr. 36.]

ewig mein iſt! Ich muß, die Liebe iſt ſtärker als der Tod.

Enno ſah den Freund eine Weile kopfſchüttelnd an, dann ergriff er ſeine Hand und entgegnete ruhig:Beſinne Dich, Hans; Prinzeß Cäcilie befindet ſich im feſten Schloß Griepsholm im Mälarſee. Das Schloß iſt bewacht; es darf ſich keine Barke der Inſel auf Schußweite nahen, es ſei denn ein Regierungsſchiff. Dort, und wer weiß in welchem Thurm, befindet ſich die arme Cäcilie wie wäre es möglich ihr zu nahen?

O Eunno! Dich treibt nicht der raſtloſe Schmerz der Liebe, Du darfſt verzagen; aber ich wage tauſend Tode.

Was wäre mir dies Leben in Zweifel um die Geliebte?

Ich muß und ich werde ſie finden, das ſagt mir mein ahnendes Herz.

Aber bedenke die gänzliche Unmöglichkeit. Kein Menſch wird in's Schloß gelaſſen, den nicht ein Officier der Leibgarde dorthin begleitet. Und dann mußt Du bei Lebensgefahr binnen acht Tagen Schweden verlaſſen wie wollteſt Du in ſo kurzer Zeit das wahnſinnige Unter⸗ nehmen vollbringen?

Immerhin wahnſinnig in Deinen Augen die Liebe

überwindet Alles! Fand doch der treue Blondel ſeinen König Richard ſollte die Liebe, die mit jeder Faſer des Herzens an der Theuren hängt, weniger vermögen als die Freundestreue? Wohl erkenne ich die Gefahren und

Schwierigkeiten und will nicht, daß ein Anderer um mich! hein Bootsknecht mit.

ſeinen Untergang finde ich gehe allein.

Enno drückte dem Freunde die Hand und ſagte ernſt: Die Nacht bricht herein; beſchlafe noch einmal Dein thö⸗ richtes Beginnen, und beharrſt Du dabei, ſo bedarfſt Du auch der Hülfe; dann wollen wir mit der aufgehenden Soune an's Werk.

Es war ein klarer ſonniger Maimorgen, die Vögel zwitſcherten in den Bäumen, erquickend duftete das friſche ſaftig grüne Laub, das der warme Strahl der Blätter⸗

Dritte Folge.

567

knospe entrungen, die erſten Blümchen hoben die bunten Köpfchen aus dem friſchen Raſen, und Alles ſchien herrlich und neugekräftigt als zwei kecke Burſchen in der Tracht der Fiſcher vom Mälarſee am Geſtade entlang einem entfernten Kirchthurm zuwanderten. Sie ſchienen in ſorg⸗ los heiterer Stimmung, marſchirten rüſtig zu, pfiffen und ſangen oder ſchwangen den Netzhaken über dem Kopf. Nach einigen Stunden, als die Sonne begann heißere Strahlen zu verſenden, hatten ſie das Fiſcherdorf mit dem hohen Kirchthurm erreicht und gingen direct auf ein an⸗ ſehnliches am Waſſer gelegenes Haus zu.

Wohnt hier Nil Nilſen? fragte einer der Burſchen.

Jawohl; was wünſcht Ihr von Nilſen? fragte ein wettergebräunter behäbiger Fiſcher mit breitem Geſicht und klaren Augen, der unter der Thür ſtand und die warme Frühlingsſonne genoß.Ich bin es ſelbſt, ſetzte er dann mit Würde hinzu.

Ihr ſeid dafür bekannt, daß Ihr die ſchnellſten Boote

im Dorfe habt; wir möchten einen Schnellſegler, womit wir raſch den Mälar hinaufkommen, miethen. In drei Tagen ſind wir wieder hier.

Der Alte ſchmunzelte freundlich ob des Lobes, muſterte dann Laber die Burſchen von obeu bis unten und ſagte nicht ohne Ironie:Schmucke Fiſcher! wenn's nur die Iölle führen können, he? Merk' ſchon, die Junker aus der Reſidenz wollen eine Luſtfahrt machen; aber der Nilſen

übt ſeine guten Boote nicht in ungeübte Hände da muß Ungeübte Hände! rief der Eine mit den dunkeln Augen;löſt mir'mal ein Boot, und ich will's wie eine Nußſchale im Waſchbecken umhertummeln. Zugleich liefen die Burſchen zum Strand, ſuchten die ſchlankſte Barke aus, ſchoben ſie in's Waſſer und ruderten und ſegel⸗ ten, vor dem Winde lavirend, ſo herrlich um den Anker⸗ platz herumn, daß der alte Nilſen ſeine Freude hatte. Als ſie zurückkamen und genau an derſelben Stelle landeten, wo

Diesmal war es alſo nichts mit der Sucuruhyu, aber ein andermal traf Biard wirklich mit derſelben zuſammen. Er hatte mit den Indianern, welche ihn begleiteten, ſtundenlang in einem Bache gewatet, hatte Vögel geſchoſſen, und auf eine ſehr naſſe und unbequeme Weiſe Skizzen entworfen. Am Ufer verſanken die Wanderer bis an die Kniee in Schlamm und mußten ſich oft mit dem Haumeſſer einen Weg durch das Geſtrüpp bahnen, ehe ſie auf halbtrocknen Boden gelangten. Plötzlich blieb ein Indianer ſtehen und zeigte mit der Hand auf einen Baumſtamm, der im Wege lag. Biard begriff nicht, was das bedeuten ſolle, und blieb auch ruhig ſtehen. den Baumſtamm, unter demſelben kam eine Sucuruhyu hervor, ein Thier von etwa 10 Fuß Länge, das noch mit dein Schweif umherpeitſchte, den Kopf emporbäumte und gegen die Men⸗ ſchen einſpringen wollte. Aber ſie war tödtlich getroffen worden und konnte nicht mehr ſchaden. Ich ſehe ſie, ſchreibt der Maler, noch heute mit ihrem aufgeſperrten Rachen, mit den beiden Fang⸗ zähnen, die mit dem augenblicklich den Tod verurſachenden Gifte angefüllt ſind. Sie lebte wohl noch eine halbe Stunde lang. Die Indianer wollten ihr den Garaus machen, aber ich litt es nicht, weil mir daran lag ein ſo ſchönes Exemplar unbeſchädigt zu er⸗ halten. Als die Schlange nach langem ſchweren Kampfe verendet war und keinerlei Bewegung mehr machte, hieb ich eine ſtarke Liane ab, ging vorſichtig näher und berührte ſie am Kopf. Sie war todt, und ich ſchlang nun eine dünnere Liane um den Hals und ſchleppte ſie mit mir, denn die Indianer wollten nicht zugreifen. Endlich verſtand ſich aber doch Einer mir hülfreiche Hand zu lei⸗ ſten, allein ſie baten mich die Beute in einer nicht weit entfernten Waldhütte niederzulegen, damit nicht noch mehr Sucuruhyu⸗

Der Indianer ſchlug an und feuerte gegen

Schlangen kämen, denn ſie folgen den Blutſpuren. Ich that ihnen den Gefallen, ging aber gleich am andern Morgen früh wieder hin, um meinen Schatz in Sicherheit zu bringen. Nachdem ich ihr den Kopf abgeſchnitten und in Weingeiſt gelegt hatte, hing ich ſie an einen Baum und zog ihr zum großen Erſtaunen der Indianer die Haut ab. Die braunen Leute waren ſehr verwundert, daß das Thier keinen Dolch im Schwanz und im Rachen hatte.

Die Bewunderung der Schönheiten eines Urwaldes wird oft durch große Unbequemlichkeiten ſtark gedämpft. Es iſt nicht angenehm, bis an die Kniee durch Waſſer waten zu müſſen. Aber das ließe ſich noch ertragen; auch wäre nicht daran zu erinnern, daß man an Kleidern und Haut arg zerfetzt wird und gar oft ohne warme Speiſe ſich behelfen muß; wenn nur die verwünſch⸗ ten Mosquitos nicht wären, dieſe Stechmücken bringen uns zur Verzweiflung. Sie ſind überall, man kann ihnen weder bei Tage noch bei Nacht entrinnen, man hat vor den Blutſaugern keine Ruhe. Von allen Creaturen auf Erden ſind ſie die abſcheulich⸗ ſten, ſie ſind unerbittlich, und ob man ſie auch noch ſo viel ab⸗ wehre, ſie kommen immer wieder. Auch kann man ſich an den Schmerz, welchen ſie verurſachen, nicht gewöhnen, man wird durch denſelben fieberiſch aufgeregt.

Das Alles empfand der Maler ſchon bei ſeinem erſten Aus⸗ flug im Urwalde. Doch bietet ſich dem bezauberten Blick ſo viel Neues und Ueberraſchendes dar, daß man wenigſtens auf Augen⸗ blicke die Mückenqual vergißt. Man ſieht nach den Papageien, welche lautſchreiend auf den höchſten Zweigen der Baumrieſen ſchaukeln, man betrachtet die Tukans mit ihren gewaltigen Schnäbeln, da raſchelt im Graſe ein niedliches zinnoberrothes Thier, es iſt ſo hübſch, daß man es mit der Hand angreifen möchte,