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Nr. 36.] Dritte „Der Graf hat in jeder Hinſicht wider Ritterpflicht und Ehre gehandelt; er hat heimlich zu erſchleichen geſucht, was er offen nie erringen konnte. Aber es gewinnt den An⸗ ſchein, als wenn die Oberhofmeiſterin allein an dem Ver⸗ rath Deines unſchuldigen Glaubens ſchuldig ſei. Noch ſehe ich nicht klar— doch es iſt genug.“
Guſtav ſtand auf, zog die Tochter an ſich, hauchte einen Kuß auf ihre Stirn und ſagte weich:„Wir ſcheiden! Du wirſt in der Einſamkeit über Dein Vergehen nachden⸗ ken und, ſo hoffe ich, aufrichtig bereuen.“
Der König zog die Klingel, die Hofdame trat herein. „Prinzeß Cäcilie wird morgen früh nach Schloß Grieps⸗ holm reiſen, Madame. Wollen Sie für das Nöthige Sorge tragen und jetzt die Prinzeſſin in ihr Zimmer zurückgeleiten,“ wandte ſich der König befehlend an die Hofdame.
„O, mein Vater! Gnade für Graf Johann von Oſt⸗ friesland— ſchone ſein Leben!“ rief Cäcilie und warf ſich dem Könige zu Füßen.
„Stehet auf, Prinzeſſin; es ziemt ſich nicht für einen Hochverräther zu bitten. Sein Urtheil iſt noch nicht ge⸗ ſprochen— er ſoll ſein Recht haben.“— Der König winkte mit der Hand, die Hofdame führte die weinende Prinzeſſin hinaus.—
Andern Tages erſchien eine königliche Ordre, wodurch das erſte Urtheil wider den Grafen Johann von Oſtfries⸗ land caſſirt, und auf Grund weiterer Mittheilungen des Königs ein neues Verfahren vor einem neu gebildeten Tri⸗ bunal angeordnet wurde. Der König übergab dem nun⸗ mehrigen Präſidenten, Staatsrath von Bielke, die eigen⸗ händig geſchriebenen Ausſagen der Prinzeſſin Cäcilie und wollte beſonderes Gewicht auf die Beſchuldigungen des Hauptangeklagten wider die Gräfin Skitte und den Che⸗ valier de Moruay gelegt wiſſen. Dabei befahl der König, dieſe letzteren Beiden auf jede Weiſe zum Geſtändniß zu bringen. Vor den Qualen der Folter wankte denn doch
Folge.
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die Frechheit und Halsſtarrigkeit der Lüge, und da mehr Nebenzeugen, ſelbſt der Seiler von Wadſtena, der die Strickleiter an eine Dame mit ſchwarzen Augen und ſchwarzem Haar verkauft haben wollte, erſchienen, ſo war die Sache bald klar, aber in ganz auderm Lichte. Der zweite Spruch lautete:
„Wider Graf Johann von Oſtfriesland, wegen Hoch⸗ verraths und Majeſtätsbeleidigung, auf Tod; doch wurde er, da die Ehre der Prinzeſſin unverletzt, dem Könige zur Begnadigung empfohlen.“
„Wider die Oberhofmeiſterin Junilla Gräfin Skitte, wegen Hülfeleiſtung zu dieſem Verbrechen und Verrath deſſelben in rachſüchtiger Abſicht, auf lebenslänglichen ſchweren Kerker.“
„Wider den Chevalier de Mornay, wegen Aufreizung des Kronprinzen zu unüberlegter, gegen das Anſehen der Krone gerichteter Handlung, auf Landesverweiſung.“
Der Edle Enno von Norden wurde vollſtändig frei⸗ geſprochen.
Gleichzeitig ſprach der Gerichtshof die Schuldloſigkeit
der Prinzeſſin Cäcilie aus und erklärte alle dieſelbe be⸗ weifelnden Gerede für boshafte Erfindungen und Verleum⸗ dungen. Der König beſtätigte dieſes Urtheil und begnadigte den Grafen Hans von Oſtfrieslaud, mit der Weiſung, binnen acht Tagen den ſchwediſchen Boden zu verlaſſen. Zugleich ließ der tiefgekränkte Vater einen Auszug aus den Proceß⸗ acten drucken, der die Unſchuld ſeiner Tochter dem Lande darthat; auch ließ er eine ſilberne Medaille ſchlagen und vertheilen, die auf dem Avers Suſanna im Bade über⸗ ffallen, auf dem Revers das Bild ſeiner Tochter mit entſprechenden Umſchriften darſtellte. So glaubte er der geſchwätzigen Fama den böſen Leumund der Tochter abzu⸗ kaufen.
Ein Punkt war dem Könige unklar geblieben. Das war, weßhalb die ränkevolle Gräfin mit ihrer Rache neben
nie von einer Axt berührt worden war, und mir ging ein ganz neues Leben auf. 1 dieſer wilden Natur wirkte überwältigend auf mich ein. Der Fluß wurde immer enger, die Ufer rückten nahe zuſammen und waren mnit merkwürdigen Waſſerpflanzen beſtanden. Jetzt traten auch gewaltige Rieſenbäume auf, reichlich überdeckt mit Schmarotzer⸗
pflanzen, Blumen und mit Orchideen, dieſen„Töchtern der Luft“, die oft auch an Schlinggewächſen hängen.
Häufig ragten die Aeſte der Bäume weit in den Fluß hinein und wir mußten uns bücken. Der Wald bildete über uns Bogengänge, förmliche Lau⸗ ben, und dünne ſchlanke Palmenſtämme gaben dem wunderbar üppigen Vegetationsbild einen ganz eigenthümlichen Charkter. Mein Italiener,“ ſagt Biard,„begriff gar nicht, weßhalb ich ſo erſtaunt und entzückt war. Was kümmerten ihn die mit Blumen faſt überladenen Kletterpflanzen und alle die wunderbaren Formen der Pflanzenwelt? Ich aber war Maler und Naturfreund. Da ſah ich einen Tempel, bald einen Circus, phantaſtiſche Bildungen, welche an Thiergeſtalten erinnerten. Ein Bild folgte dem andern, und Alles war eine wunderbare mannigfaltige Abwechſelung. Die Lianen reichten bis zum Gipfel der Bäume hinan, fielen auch in Strängen und Gewinden wieder herab, ſtrebten und kletterten an andern Schlingpflanzen wieder empor und bildeten oft ein wirres Gewebe von Blumen, Blättern und grünen Seilen. Andere Lianen fielen von oben ſo regelmäßig herab, daß man ſie mit Tauwerk an Schiffswanten hätte vergleichen können, und an ihnen kletter⸗ ten Uiſtitis, die bekannten winzig kleinen Affen, in ganzen Fami⸗ lien, aber ſie erſchraken nicht vor uns, ſondern ſtießen ihren pfei⸗ fenden Schrei aus.— b. Auf der einen Seite des Fluſſes lag eine Lichtung; ſehr viele
Meine Stimmung wurde ernſt; der Anblick
Bäume waren gefällt worden, aber eine beträchtliche Anzahl hatte man ſtehen laſſen. Dort war das Waſſer, welches am Ufer über einen weichen goldgelben Sand floß, höchſt einladend zum Bad. In dieſer Lichtung ſtanden Hütten, und hier ſollte ich ein halbes Jahr lang bleiben.“ Von Bequemlichkeit war dort keine Rede; Biard fand bald, daß ſein Italiener ſich wenig um ihn beküm⸗ merte. Nur mit Mühe konnte er ſich leidlich einrichten, und mußte dabei ſelber durch Handanlegen das Beſte thun. Alles war unſauber über alle Beſchreibung, beſonders aber die Küche, in welcher eine alte Indianerin herrſchte. Den Heerd bildeten loſe zuſammengelegte Steine, unweit des Feuers ſtanden Bänke, auf welchen Indianer ſich zum Schlafe ausgeſtreckt hatten. Auf einem langen Stocke hatte ein boshafter Uiſtiti Platz genommen und biß nach Jedem, der ihm nahe kam. Sechs bis acht abge⸗ hungerte Hunde und eine Katzenfamilie waren auch nicht geeignet das Behagen zu fördern, und dazu kamen auch noch Hühner, En⸗ ten und Schweine, die alle in ungezwungener Vertraulichkeit mit den Menſchen lebten.—
„In dieſer Hütte ſollte ich nun ſchlafen. Man hatte mir zwi— ſchen allerlei Kiſten und Kaſten eine Matratze hingelegt; aber Gott Morpheus blieb meinem Lager fern. Das Geſchrei wollte die ganze Nacht hindurch kein Ende nehmen, und vor allen Dingen brachte mich der Saki zur Verzweiflung. An dieſen Vogel knüpfen die Indianer allerlei abergläubiſche Vorſtellungen, und meinen namentlich auch, daß die Seelen abgeſchiedener Menſchen in ihn übergehen. Ich habe mir auf meinen Jagden die größte Mühe gegeben dieſen Vogel zu erlegen, habe ihn aber nie zu Ge⸗ ſicht bekommen, obwohl ich ihm bis ſpät Abends nachſtellte. Aber
wenn ich im Dunkel heimging, wurde ich für die verlorene Mühe


