Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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. Jahrg.

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geben. Die Ausübung dieſes Rechtes ſoll aber viel bluti⸗ gen Streit hervorgerufen haben, da kein Ritter dulden durfte, daß in ſeiner Gegenwart eine andere Dame als die ſeinige für die ſchönſte erklärt wurde, und in Folge deſſen hat man bald auf die Ausführung Verzicht geleiſtet. Wir laſſen indeß die hiſtoriſche Wahrheit dahingeſtellt ſein.

Obwohl die Jägerei und die Falknerei das Mittelalter hindurch um den Vorzug in beſtändigem Streit lagen, ſo erhielt ſich doch die letztere durch die Vorliebe der Damen in beſonderer Gunſt.

Mit dem Stoßvogel wurden ſowohl andere Vögel ge⸗ jagt, insbeſondere Reiher, Kraniche und Enten, ſelbſt Raubvögel, als auch kleineres Wild, namentlich Haſen. Ein jeder Falke war nur auf eine beſondere Gattung von Thieren abgerichtet; vielerlei hätten ihn unſicher und un⸗ brauchbar gemacht. Seine Aufgabe war, den Vögeln gegenüber, in den Lüften ſie zu überſteigen und von oben auf ſie herabzuſtoßen, oder kämpfend ſie herabzubringen, daß unten die wartenden Hunde ſich ihrer bemächtigen konnten. Haſen erſah der Vogel weitſpähend aus der Höhe her und ließ ſich auf ſie herab. Der Muth des Falken kannte keine Grenzen. Er griff ohne Verzug ihm weit überlegene Vögel an, und ſelbſt mit Adlern hat man ihn in ſiegreichem Kampfe geſehen. Wenn er ſie nicht tödten konnte, ſuchte er wenigſteus ſie als Beute der Beiz⸗ hunde auf die Erde herabzubringen. War vorausſichtlich der Gegner ihm zu ſtark oder gefährlich, ſo ſandte man ihm einen Genoſſen zur Hülfe.

An den Ort, wo gebeizt werden ſollte, begab ſich die Geſellſchaft zu Pferde, Herren wie Damen den Falken an der Hand führend. Die Hand war mit einem großen Handſchuh von weichem Hirſchleder bedeckt, der oftmals geſtict und mit Perlen und Edelſteinen geziert war, namentlich wenn er zum Prunk bei jener eben erwähnten Modo, nicht auf der Jagd ſelbſt diente. Der Handſchuh mußte gegen den Griff der Klauen ſchützen. Der Vogel war am Fuß gebunden, und der Kopf ſteckte in einer ledernen Kappe. Band wie Kappe wurden erſt unmittelbar vorher,

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ehe man den Vogel ſteigen laſſen wollte, abgenommen. Dann beſtand die Hauptgeſchicklichkeit darin, den Vogel ſo aufzuſchwingen, daß er ſeines Opfers ſofort anſichtig wurde. Die Damen thaten dies ſelbſt, wie ſie ihm auch durch Rufen die Richtung zu geben, ihn zu ermuntern und den Sieger zurückzurufen pflegten. Den Herren blieben dabei noch manche Thaten der Galanterie, die dieſe Jagdart um ſo beliebter machten, zu thun übrig. Nicht immer hatten die Damen ſelbſt den Vogel mit auf den Ritt hin⸗ ausgenommen, ſondern ſie überließen ihn der Sorgfalt der Ritter oder Jäger. Mit Anſtand und Geſchick mußte er im letzten Augenblick auf die Hand der Dame geſetzt wer⸗ den. Wenn ſie ihn aufgeworfen, durfte er nicht mehr aus den Augen gelaſſen werden, man mußte ihm folgen durch Dick und Dünu, ihm zurufen, ihm die Beute aus den Klauen loswickeln, ihn zurücklocken, ihm ſchön thun, die Kappe wieder aufſetzen und ihn endlich mit Geſchicklichkeit auf die Hand der Dame wieder zurückſtellen.

So gab bei dieſer Art von Jagd das ſchöne Geſchlecht nicht bloß den Zuſchauer ab, ſondern konnte auch ſelbſt⸗ thätig ſeine Kunſt zeigen und an Allem von Anfang bis zu Ende Theil nehmen, und die Herren konnten noch ihre galante Ritterpflicht erfüllen. Vom raſchen Ritt und vom Eifer hingeriſſen, hatten ſie dazu bei der Hirſchjagd wenig Gelegenheit, und hier konnten die Damen nur als Zu⸗ ſchauerinnen folgen und zwar nicht ohne Gefahr, daher die Falknerei mit Recht ſich ihrer Gunſt erfreute. Beide Jag⸗ den hatten noch den aller Jagd gemeinſamen Reiz, der nicht der geringſte war, daß nach ihrer Beendigung, beim nachfolgenden Schmauße zumal, ihre Erlebniſſe und Aben⸗ teuer den ſchönſten Stoff zur Unterhaltung abgaben, und den Ruf, deſſen ſich die Herren Jäger in Bezug auf Er⸗ zählung ihrer Jagdgeſchichten heute erfreuen, ganz denſel⸗ ben genoſſen ſie ſchon damals in der ritterlichen Geſell⸗ ſchaft. Unter dem Klange der Hifthörner, welche die Jäger an der Seite trugen, mit der Beute beladen, pflegte der fröhliche Zug zurückkehrend ſeinen lärmenden Einzug in die Burg zu halten. 6.

ſlen lyriſchmn

Literariſche Briefe

von

baum, um. Otto Banck.

Meine Idee. Eine Münchener Geſchichte aus den oft aus dem Bürger⸗ und Beamtenſtande, größtentheils 1! Zeiten Carl Theodor's. Von Hermann Schmid. München, aber aus der Schaar der Dilettanten, Remanſchreiber ent⸗

wickelt, welche das Treiben und Leben ihrer Heimath aus⸗ malen. Dieſe beliebte Localiſirung der Novelle trat beſonders ein, nachdem die Dorfgeſchichte mit ihren Local⸗

Fleiſchmann's Buchhandlung(A. Rohſold). 1862. 4 Sie werden von dieſem Autor ſchon mehrere Erzählun⸗

gen gen kennen gelernt haben, unter andern das beliebte DegenSchwalberl undAlte und neue Geſchichten aus d farben und ihrer Coſtümmalerei ſo viel Glück gemacht diche leſenmn Baiern. hatte. Mehr oder weniger gibt es überall ein fruchtbares

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