Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
555
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von den ſtillen Reizen des häuslichen Heerdes.

general Roothaan.

weſen auf ſeinen neuen Poſten.

Nr. 35.] Dritte

Vergnügungen des Mittelalters.

Die neueren Hefte der trefflichen deutſchen National⸗ bibliothek von Ferdinand Schmidt bringen von Jacob Falke eine ſehr keſenswerthe Behandlung der ritterlichen Geſellſchaft im Zeitalter des Frauencultus.

Der Autor erzählt darin von der Art, wie unſere Vor⸗ eltern ſich ihr Leben luſtſam und angenehm machten, und die Leſer werden aus dem nachfolgenden Auszuge dieſer ausführlichen Darſtellung erſehen, welch vielfach ſcharfen Gegenſatz das altdeutſche Sonſt zu dem modernen Jetzt bildet. Der Zeitgeiſt ſieht daraus mit Genugthuung, daß er vorgeſchritten iſt, denn er hat ſeine keimende Saat der geſelligen Freuden auch fruchtbringend auf die kalte Schnee⸗ flur des tödtenden Winters ausgeſtreut.

Wie das Licht Tag und Nacht ſcheidet, ſo ſchied auch der Wechſel der Jahreszeiten für die ritterliche Geſellſchaft das Leben in zwei entgegengeſetzte Hälfteu, in eine heitere und eine traurige. Ueber den Winter, ſeine Kalte, ſeine Oede, ſeine Einſamkeit und Verlaſſenheit hören wir nichts als Klagen erſchallen; Niemand ſingt vom lodernden Ka⸗ minfeuer, von der Gemüthlichkeit der langen Winterabende, Wenn aber die warme Frühlingsluft durch die geöffneten Fenſter in die erkalteten Mauern hereinſtrömt, wenn die Wälder grünen und die Blumen ſprießen und ſich öffnen, ſo öffnen ſich auch die Herzen und laſſen die Luſt der Welt einziehen, und Alles iſt eitel Jubel und Fröhlichkeit. Das dauert in einem Wechſel und Jagen der Vergnügungen, bis die Vögel wieder verſtummen, das Laub fahl wird, die kalten Nebel aus den Thälern aufſteigen und die Herbſtſtürme die Burgen umſauſen. Dann ziehen mit den Wandervögeln auch die Gäſte ab, um die eigene Ruheſtätte für den Win⸗ ter zu gewinnen, bevor der Schnee fällt und die Berge

ungangbar werden, und draußen verhallt die laute Feſtluſt,

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und mit Klagen und Hoffen zugleich birgt man ſich in ſeine Mauern, ſchließt die Fenſterklappen vor dem Winde und der rauhen Luft, zündet das Feuer an und wartet freuden⸗ los, bis des Jahres Wechſel den Mai wieder zurückführt. Nur der Sommer iſt Leben.

Deſſenungeachtet, trotzdem die Natur allen Lebensge nuß einzig verleiht»der bedingt, hatte dieſe mittelalterliche Geſellſchaft durchaus keinen Siun für das, was wir unter Naturſchönheit verſtehen, gerade ſo wie die damalige Kunſt, für welche die Landſchaft nicht exiſtirte. Ihre beſonderen Formen, ihre Großartigkeit, wie ihre Lieblichkeit, die Pracht ihrer Farben, wenn z. B. der Abendhimmel über einer weiten Landſchaft glüht, oder die Schönheit ihrer Linien, das Alles fand keine Bewunderer. Stürzende Fel⸗ ſen, Schneegebirge und Gletſcher, rauſchende Ströme und brauſende Waſſerfälle, daran girgen der Ritter und der Dichter ſtumm porüber; höchſtens brachten ſie Schrecken in das Gemüth des Reiſenden, wie ein lieblich lachendes Ge⸗ filde wohl den Gedanken an die Vergänglichkeit alles Schönen in der Seele wachrief. Die Natur galt nur inſo⸗ weit, als ſie die Freude am Leben bedingte und vermittelte. Freude gab es nur in der Geſellſchaft im luſtigen Verkehr, und der Sommer führte die Geſellſchaft zuſammen, der Winter trennte ſie und löſte ſie in Familien auf. Die Familie aber genügte der ritterlichen Geſellſchaft nicht, erſt die nach⸗ folgende bürgerliche Zeit hat die Befriedigung am häus⸗ lichen Heerde gefunden. So war es der Sommer, der geprieſen wurde als der Freudenbringer, nicht die Natur in ihrer Beſonderheit. Was der Sommer überall mit ſich brachte, nicht bloß in den Bergen der Schweiz oder am Meeresſtrande, das war gleich willkommen und wurde ge⸗ prieſen und von den Dichtern beſungen. Als Verkünder des erneuten Lebens war es der Mai mit ſeinem ganzen Gefolge, den der allgemeine Jubel empfing: der warme Sonnenſchein, der friſche Duft, der aus der Erde drang,

die erquickende Luft, der grünende kühle Wald, die Blu⸗

Außerordentliches leiſtete. Neben einem ſehr abgehärteten Kör⸗j

per beſaß er einen feſten Charakter. Oft reiſte er wichtiger Be⸗ rathungen halber von ſeinen Miſſionsſtellen aus nach Rom zurück, denn er beſaß die Gunſt Gregors XVI. in hohem Grade. kam er in der Tracht eines Emirs an. Sein vo hing tief auf die Bruſt herab, er hatte lebhafte

der orientaliſchen Sonne gebräunte Geſichtszüge und einen ſchö⸗ nen Kopf.

Der koſtbare Säbel, den er trug, war das Geſchenk eines Emirs, deſſen Tochter er von einer gefährlichen Krankheit geheilt hatte. In dieſem Anzuge erſchien er vor dem Jeſuiten⸗

beſtimmt habe. Der Pater mußte gehorchen, meinte aber, eine

unpaſſendere Perſönlichkeit habe der General für dieſe Stelle nicht

erſehen können. Alſo umgewandelt begab er ſich mit vielem Leid⸗ Die Gewohnbeit ſeines unregel⸗ mäßigen Lebenswandels konnte er nicht aufgeben; rauchen, auf der Diele ſchlafen, ſpät zu Bette gehen und dergleichen Verletzungen der Hausordnung erlaubte er ſich nach wie vor, und viele ſeiner lalden Zöglinge wurden noch wilder. Der Pater General aber ieb feſt. Einſt war die ganze Profeſſorenſchaft, auch der General und

der Rector der Propaganda, auf Macao, als Gregor XVI. ihnen Rillo's Erzählungen, als dieſer ihn plötzlich bat, ihm doch für eine Viertelſtunde ſeine päpſtliche Gewalt über den anweſenden Kſuitengeneral abzutreten. Gregor willigte in den Scherz. Mit

anſter Miene citirte nun Rillo den Jeſuitengeneral vor ſich, ließ

Einſt ller langer Bart Augen, feine, von

Aller Einreden ungeachtet befahl ihm dieſer, ſtſofort den Bart abzuſchneiden und ſich in gewöhnliche Jeſuiten aacht zu kleiden, da er ihn zum Rector der Propaganda in Rom

ihn niederknieen und hielt ihm in ſtarken Ausdrücken das unkluge Verfahren vor, einen Mann wie ihn zum Rector beſtellt zu haben; er ſei zum Miſſionar unter wilden Völkern geſchaffen, dagegen zum Amte eines Rectors in Folge ſeines Temperaments untaug⸗ lich; er könne predigen, Strapazen aushalten, rauchen, reiten, ſchwimmen, und der Ausübung alles deſſen, ſo wie ſeines mit Sorgfalt gepflegten und unter den Mohammedanern nöthigen Bartes habe ihn der General beraubt; dieſer möge ſein Unrecht wieder gut machen und Rillo nach dem Libanon zurückſchicken; was einer nicht verſtände, davon müſſe er fern bleiben. Um dem General letztere Maxime praktiſch beizubringen, ließ Rillo ein Maulthier heranführen und befahl dem General, daſſelbe zu be⸗ ſteigen und tüchtig berumzutummeln. Wohl oder übel mußte Letzterer gehorchen. Alles lachte, indem er aufſtieg. Als nun aber die dürre ſchlottrige Geſtalt des Generals auf dem Maulthiere

ſaß, und Rillo dieſes mit derben Schlägen zum Laufen antrieb,

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unerwartet einen Beſuch abſtattete. Der Papſt vergnügte ſich an in Bulgarien vorbereiten half.

ſo daß der arme Reiter ſich vorn und hinten anklammerte und zag⸗ haft um Einhalt bat, bedeutete Gregor dem unbarmherzigen Rillo, ſein Regiment ſei zu Ende. Der abgeſtiegene General ernannte Rillo gutmüthig wieder zum Miſſionar; dieſer ließ ſich den Bart wachſen, ging in orientaliſcher Tracht wieder nach ſeinem früheren Beſtimmungsort und hat, wie bekannt, nicht wenig zur Ausbrei⸗ tung des römiſchen Chriſtenthums daſelbſt beigetragen, ſo wie er auch, durch franzöſiſchen Einfluß unterſtützt, die jetzige Bewezung C.