554 Uovellen Gott und dem Geſetz gibt der Krone allein Anſehen und Kraft.“
Alle Räthe, Grafen Löwenhaupt, Redners.
Der König zog die Stirn in Falten, ſagte aber ge⸗ laſſen:„Wohl erkenne ich die Gefahr, lieber Bielke. Was ſollen aber dem Zwiſt meiner beiden älteſten Söhne für Früchte entwachſen?“
„Das Diadem macht ruhiger, macht zum Staatsmann, Majeſtät. Die perſönliche Abneigung wird ſchweigen, ſo cald die Urſache, die Eiferſucht, fortgefallen iſt.“
„O, ich hege bange Zweifel!— Indeß„reiflich über⸗ legt“ war ſtets mein Wahlſpruch, und da ich die Mehrheit meines Cabinets der Succeſſionsänderung entgegen ſehe, ſoo will ich nochmals reiflich überlegen.“
V Der König ſtand auf, verneigte ſich gegen den Rath und ſagte ernſt und ruhig:„Ich danke Euch, liebe Herren.
Inſonderheit danke ich Euch, lieber Bielke, für die offen
V ausgeſprochene Meinung— die weiß ich ſtets zu ſchätzen.
Ihr, Herr Kanzler, beſtellt das Gericht und ſorgt für eine
gründliche und ſchnelle Unterſuchung.“ Der König zog ſich
V zurück.
V
mit Ausnahme des Kanzlers und des erhoben ſich für die Anſicht des
Als Guſtav Waſa allein war, blieb er lange in Ge⸗ danken verſunken ſtehen, die Hand auf die aufgeſchlagen daliegende Bibel geſtützt. Er ſenkte die Augen auf das heilige Buch und las; es war das Gleichniß vom Feigen⸗ baum, der keine Frucht bringen will und umgehauen wer⸗ den ſollte, im Evangelium des Lucas.„So haue auch ich ihn nicht ab, ſondern laſſe ihn noch!“ ſagte der König und ſetzte ſich an den Arbeitstiſch, verfiel aber wieder in tiefes Nachdenken. Er hörte es nicht, daß die Königin leichten Schrittes hereintrat. Sie gab ihm die Hand und berührte
Zeitung.
—(VIII. Jahrg.
„Nun, wie iſt es geworden, Guſtav?“
„Die Thronfolge bleibt. Die Räthe waren faſt alle dagegen, und ich habe mich ſoeben entſchloſſen.“
„Aber wie willſt Du den guten Johann, den ſanften Magnus, der eben den Kuabenſchuhen entwächſt, und den kleinen Carl vor dem wilden Gemüth des Kronprinzen ſichern? Es ſind alles Stiefbrüder, und wie er den älte⸗ ſten haßt, wird er vielleicht die jüngern auch verfolgen— wenn Du—“
„Ich danke Dir, mein gutes Kind, für Deine Für⸗ ſorge. Ich fürchte nur für Johann; wie ſollte er Magnus und Carl haſſen? Allein ich habe ſchon an ein Auskunfts⸗ mittel gedacht.“
„Und wie das?“
„Ich entferne die erwachſenen Brüder in entlegene Provinzen; die unmündigen bleiben unter Deiner Obhut. — Ich ſchicke z. B. Johann als ſouverainen Herzog nach Finnland, von der Krone nur inſofern abhängig, als er deren Oberhoheit anerkennen und im Kriege Heeresfolge leiſten muß.“
„So würde er freilich feru gehalten und dadurch Kampf und Streit vermieden— ich glaube es iſt der einzige Weg— möge er noch recht lange Anbetreten blei⸗ ben!“ ſetzte ſie ſeufzend hinzu und ſah den König trau⸗ rig an.
Dieſer hauchte einen Kuß auf ihre friſche Wange und ſagte weich:„Geh, Katharina! ich möchte einige Stunden allein ſein— ich habe Wichtiges zu ſchreiben.“
Die junge Königin zog ſich zurück. Guſtav Waſa nahm die Feder zur Hand und entwarf ſein Teſtament.—
(Schluß folgt.)
ſeine Stirn mit den Lippen. „Gott zum Gruß, Katharina!“ zog ſie neben ſich auf das Polſter.
ſagte der König und
Zur Culturgeſchichte.
Erinnerungen eines ehemaligen Jeſuitenzöglings. Unter dieſem Titel iſt im Verlag von F. A. Brockhaus in Leipzig ein ſehr anziehendes Werk erſchienen, das vom Anfang bis zum Ende nur Erlebtes, nichts Erdichtetes enthält und gerade dadurch ein großes Intereſſe darbietet, daß der Verfaſſer über den „Lehrgang, den die Jeſuiten im Collegium germanicum in Rom eeiinhielten, und die in jeder Beziehung weltkluge Behandlung ihrer gZöglinge volles Licht verbreitet, und daß ſein Aufenthalt in jenem Collegium gerade in die Zeit fiel, wo in Folge des Todes des Papſtes Gregor XVI. am 16. Juni 1846 Pius IX. zu deſſen Nachfolger gewählt wurde, deſſen Regierungsantritt die wichtigſte Veranlaſſung zur Pariſer Februarrevolution und den politiſchen Stürmen gab, die 1848 faſt in ganz Europa zum Ausbruch kamen. Die Schrift ſchließt mit der gezwungenen Abreiſe der Zöglinge des Collegium germanicum am 31. März 1848 von Rom in die deutſche Heimath, weil die Jeſuiten ſich genöthigt ſahen, ihre Lehr⸗ Eaanſtealten zu ſchließen und ſich bis auf wenige Jeſuitenpatres, die nach Ablegung ihrer Ordenstracht zurückblieben, aus Rom und Italien zu entfernen und zeitweilig ſich eine andere Heimath zu ſuchen. Die Mittheilung der Vorfälle von der Papſtwahl bis zur Abreiſe der Jeſuitenzöglinge würde allein hinreichend ſein, dem
Buche einen weiten Leſerkreis zu verſchaffen, wenn auch in unſern
Augen das oben Erwähnte in dem Buche das Wichtigſte iſt.
Die„Erinnerungen ꝛc.“ bieten reichen Stoff zu Excerpten Anekdote aus denſelben mit⸗ können, daß viele unſerer Leſer
dar; wir beſchränken uns darauf, eine zutheilen, da wir wohl annehmen ſich mit dem ganzen Inhalt dieſes Werkes bekannt machen werden
—
Der Jeſuitenorden war Eigenthümer einiger ſchönen Land⸗ güter und Landhäuſer, die ihren Zöglingen in den Ferien zum Aufenthalt dienten oder öfters im Jahre von ihnen benutzt wur⸗ den. Die ſechswöchentliche Ferienzeit wurde in San Paſtore verlebt; jeden Donnerſtag— der wöchentliche freie Tag, an dem keine Vorleſungen ſtattfanden— beſuchten die Zöglinge die Villa San Saba auf dem aventiniſchen Hügel. Noch eine andere nerbalb der Ringmauer von Rom gelegene Collegs wurde von ibnen im Jahre nur ein⸗ oder zweimal beſucht. Wir laſſen nun die erwähnte Anekdote mit den Worten des Ver⸗ faſſers folgen: 1 85
„Die Villa Macao gehört dem Noviziate der Jeſuiten; ſie iſt das Geſchenk eines Fürſten, ich glaube eines ſardiniſchen, der an ſeinem Lebensabend in den Jeſuitenorden eintrat und in dem No⸗ viziatsgebäude nach kurzem Aufenthalte ſtarb. Die Villa iſt um⸗ fangreich und ſchön angelegt. Alle Jahre gab das Collegium germanicum den ſämmtlichen Profeſſoren des römiſchen Colle⸗ giums, ſo wie einigen hervorragenden Jeſuiten daſelbſt ein Feſt. Es ging dort ſehr fein, aber ungezwungen her; unter andern wurde auch das Billardſpiel eifrig getrieben. Auf dieſer Villa trug ſich einſt ein eigenthümlicher Vorfall zu, den mir ein Jeſuit, der Augen⸗ zeuge war, mitgetheilt hat.
Pater Rillo, ein Pole von Geburt, war von den letzten aus Rußland vertriebenen Jeſuiten als Jüngling mit nach Italien genommen und ſpäter ſelbſt Jeſuit geworden. Sein Eifer für die Intereſſen des Ordens und der römiſchen Kirche, ſeine Rednergabe und ſeine Sprachkenntniſſe beſtimmte die Obern, ihn zum Miſſio⸗ nar für den Orient auszubilden. In Malta, am Libanon, in Bulgarien u. ſ. w. war ſein Hauptwirkungskreis, in welchem er
Villa des deutse
bibliothe Falke ei Geſſellſch Der eltern ſic die Leſer ausführl Gegenſat bildet. er vorge geſellgen flur des Wie der Wech das Lebe und eine Oede, ſ als Kla minfeue von de aber die in die er grünen! ſich auch und Alle in einem Dogar Nebel die Bu auch di ter zu ungangt
—
lußerord der beſaß alhungen denn er be au er in ſing tf der orient len Koh Anes En eheilt!


