fende Voll * them, ſeine ſeine Krifte „ urſeliger geen! Dein hinweg, ſen!“
n Prinzen, vorzubrin⸗
ngel. Ein hloſſes ſoll bringe den ührt, in das ; im Uebri⸗ itende Offi⸗ fordre ihm igend zurück. Korgen früh⸗ Cabinet zu n auch dieſe Weiſe mehr
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dies ſagen V zwiſchen von ber dann
Ducaten; eine große goldene Uhr und andere koſtbare Schmuck⸗
und Augenbrauen waren geſchwärzt, wodurch jedoch der gut⸗
Nr. 35.]
Guſtav ſah düſter und kummervoll aus.
nicht mit der üblichen Sorgfalt geordnet; in ſeinen großen Augen glühte ein düſtres Feuer, aber dennoch trat der König mit feſtem Schritt und erhobenem Haupte grüßend in die Verſammlung. Nachdem er ſich in ſeinem Seſſel niedergelaſſen, die Räthe ihre Plätze eingenommen hatten, hub er mit ernſter umflorter Stimme an:„Es hat Gott gefallen uns in unſerer königlichen Familie heimzuſuchen, und es iſt ein Unglück über das Haus Waſa hereinge⸗ brochen, wie ich kein größeres zu denken vermag.— Euch,
meine Räthe, habe ich berufen, einen Gerichtshof zu be⸗
ſtellen, einen außerordentlichen Gerichtshof unter dem Vorſitz eines der Herren Cabinetsräthe, der in dieſer be⸗
klagenswerthen Sache ohne Anſehen der Perſon Recht
ſpreche nach den Geſetzen des Landes, und iſt es mein Wille, daß alle nur im Entfernteſten betheiligten Perſonen vor den Richter gezogen und nach Maßgabe ihres Ein⸗ verſtändniſſes oder ihrer Fahrläſſigkeit beſtraft werden.“ Darauf ſetzte der König, ſoweit nöthig, den Fall aus⸗ einander und ertheilte Befehl, die Prinzeß Cäcilie, ſowie die Gräſin Skitte nach Stockholm bringen zu laſſen. Nachdem dies geordnet, fuhr er bewegt fort:„Wie⸗ derum hat ſich hierbei des Kronprinzen zorniger Charakter gezeigt; ſein raſches, vollſtändig unüberlegtes Handeln hat die Schmach meines Hauſes über das ganze Land verbreitet. Schon mehrfach habe ich die heftigſten Auftritte wider ſeinen Bruder, den Prinzen Johann, zu beklagen gehabt, und iſt bei all meinen vergeblichen Bemühungen nicht ab⸗ zuſehen, daß dieſer aufbrauſende Jähzorn, das rachſüchtige Weſen ſich mäßige, vielmehr ſcheint es mit den Jahren zuzunehmen. Was ſoll daraus werden, wenn ich binnen
Das ſpär⸗ liche weiße Haupthaar und der dichte graue Bart waren
die Stimme für das Wohl des Landes iſt gewaltiger: ich halte meinen Erſtgebornen, den Prinzen Erich, nicht für fähig die Krone Schwedens zu tragen und bin Willens ſie auf meinen zweiten Sohn, Johann, übergehen zu laſſen. Allein hierüber verlange ich zunächſt die Meinung des Reichsraths zu vernehmen und werde, wenn man mir bei⸗ ſtimmt, den Thing berufen, um die Aenderung der Suc⸗ ceſſion zum Geſetz zu erheben.“
Der König ſchwieg, die Räthe neigten ſinnend das Hanupt, aber der Eindruck der königlichen Worte ſchien ein ſehr verſchiedener zu ſein; die Meiſten ſahen ſehr be⸗ denklich drein. Endlich ergriff der Kanzler, Swaute Sture, zuerſt das Wort:„Majeſtät, ich pflichte Eurer Anſicht vollſtändig bei— der Kronprinz iſt nicht fähig ſeine wilden Leidenſchaften zu beherrſchen, wie ſollte er ein weites Reich regieren können? Dagegen berechtigt Prinz Johann zu den ſchönſten Hoffnungen; ſein Charakter, ſein männliches Streben verſprechen einen würdigen Nachfol⸗ ger dereinſt auf den Thron ſeines Vaters.“
Der König neigte befriedigt das Haupt. Da aber erhob ſich ein noch junger Mann, der Staatsrath von Bielke.
„Erlauben Majeſtät, daß ich meine Anſicht und die mehrerer meiner Herren Collegen unterthänigſt ausſpreche. Ohne Zweifel ſind die Fehler des Prinzen Erich bedenk⸗ licher Art, aber keineswegs erſcheint darin Geiſtesſchwäche, die allein der Thronfolge verluſtig machen könnte. Nach den Beſchlüſſen des Things von Weſteräs iſt das erlauchte Haus Waſa, das durch Ewr. Majeſtät Heldenthaten mit der Befreiung des Landes zum Thron gelangt, als erbbe⸗ rechtigt zur Krone in der Primogenitur erklärt. Mit jenem
Kurzem— das fühl' ich— aus dieſer Welt abberufen werde?— Muß nicht Unheil und Elend über Schweden V kommen?— Mein Herz iſt tief betrübt, und meine väter⸗ liche Zuneigung ſtreitet mit der Pflicht des Königs; aber V
Reichsgeſetz wurde Schweden, bisher ein Wahlreich, zum Erbreich. Wie wäre es nun möglich, daß der Gründer dieſes Grundgeſetzes daſſelbe ſelbſt antaſtete? Müßten daraus nicht Parteien, Hader, Bürgerkrieg entſtehen? Nein, Herr, ſteht ab von Eurem Willen. Achtung vor
ner. Miß Moon rauchte eine Nargileh, eine Art türkiſcher Pfeife, die ich ein andermal beſchreiben werde. Beim Abſchied hatten wir Gelegenheit, in ein kleines Zimmer in der Nähe des Divans zu ſehen, in welchem ein kleiner dicker Junge noch in Win⸗ deln, aber mit einem Turban auf dem Kopfe in einer ſilberbeſchla⸗ genen Wiege lag und ſchlief— ein Paſcha in Miniatur.
In dem dritten Hauſe, das wir an dieſem Tage beſuchten, wurde Mrs. Johnſon mit lauter Freudenbezeigungen von einer jungen, koſtbar gekleideten Frau und einem ebenſo jungen turban⸗ bekleideten Herrn empfangen. Beide waren ſeit ihrer Kindheit mit ihr bekannt, hatten ſich heute auf ihren Beſuch vorbereitet und
ſchienen ſehr viel auf ſie zu halten. Zu meiner Verwunderung
kam der junge Herr mit uns in das Geſellſchaftszimmer und ſetzte ſich ganz unbefangen auf einen Divan, um an der Unterhaltung Theil zu nehmen. Er war der Schwager der jungen Frau und gegenwärtig Reconvalescent von einer langen Krankheit, übrigens ſelbſt verheirathet und bereits Familienvater, obgleich er nicht älter als achtzehn Jahre war, er hatte ſich in ſeinem vierzehnten Jahre verheirathet. Er ſowohl wie die junge Frau ſahen hübſch, gutmüthig und geſcheidt aus. Sie hatte eine wahrhaft euro⸗ päiſche Anmuth in ihrem Ausdruck und Weſen, obgleich ihr An⸗ zug nicht frei von der Geſchmackloſigkeit war, welcher im Allge⸗ meinen die Kleidung der hieſigen Frauenzimmer charakterifirt. Anſtatt des Jäckchens trug ſie eine blauſeidene Blouſe, und um den Leib ſowie über die Achſel eine Schnur von lauter Gold⸗ münzen, einfachen und doppelten Goldmejids und öſterreichiſchen
ſachen hingen an dieſem koſtbaren Gürtel. Ihre Augenwimpern
müthige Ausdruck ihres Geſichtes keinesweges wurde.
Wir wurden, wie gewöhnlich, mit Kaffee und Süßigkeiten bewirthet; Miß Moon rauchte hier wieder eine Cigarre. Die junge Frau wollte nichts zu ſich nehmen, denn ſie hatte ein Ge⸗ lübde gethan an dieſem Tage zu faſten, um ihre Dankbarkeit für ihre glückliche Geneſung nach ihrem kürzlich überſtandenen dritten Wochenbett zu bezeigen..
Sie verließ uns auf einige Zeit, um ihrem jüngſten Kind die Bruſt zu reichen. Augenſcheinlich war ſie eine glückliche Gattin und Mutter; ihre Augen ſtrahlten von Lebensluſt. Der junge Mann ſchien ebenfalls glücklich und zufrieden zu ſein, doch wünſchte er gern zu reiſen und etwas von der Welt zu ſehen. Allein— ſagte er lächelnd— damit wolle er warten, bis er mehr Bart am Kinn haben werde.— Dieſer ſchien gegenwärtig noch gar nicht vorhanden zu ſein.— Unterdeſſen lernte er die engliſche Sprache..
Hier Fragen über den Zuſtand nach dem Tode anzubringen, fühlte ich durchaus keine Neigung. Ich ſah junge Leute vor mir, die viel zu ſehr zufrieden mit dem gegenwärtigen Leben waren, um ſich viel mit dem zukünftigen zu beſchäftigen. Und die glück⸗ liche junge Frau, die einzige Hausfrau ihres Mannes, ſtillte jetzt ihren kleinen Sohn und bekommt ſicherlich von ihrem Gatten jeden Tag eine neue Goldmünze, um ſie an ihren Gürtel zu hän⸗ gen. Das iſt ihre Paradieſesfreude. Möge dieſelbe recht lange dauern! 5.
beeinträchtigt
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