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kraft über die quälende Seelenpein, und trotz der Näſſe und Kälte ſchlief er ein, ſchlief feſt und gut, bis ihn am andern Morgen die Dalekarlier aus dem modrigen Kerker hervorzogen, um ihn in den Schlitten zur Reiſe nach Stock⸗ holm zu bringen.
VIII. Der König.
Als ſei das Schloß in der Nacht von einer wilden Kriegshorde überfallen worden, ſo veräudert war am andern Morgen Wadſtena. Graf Edzard mit ſeiner troſt— loſen Gattin und den deutſchen Herren war am frühen Morgen ohne Anzeige, ohne Abſchied aufgebrochen und fuhr zu Schlitten quer über den jetzt haltenden Wettern der Hafenſtadt zu, um den ſchwediſchen Boden, der Allen unter den Füßen brannte, ſo bald wie möglich zu verlaſſen. Auch erreichten ſie in wenigen Tagen Gothenburg, wo das bereitliegende Schiff ſie aufnahm und der Nordſee zu⸗ ſteuerte.— Graf Edzard hatte ſeinen Kanzler Weſten nach Stockholm zurückgeſchickt, mit dem Auftrage, gegen jeden
Gewaltſchritt wider das Leben ſeines Bruders Proteſt zu
erheben.
Die ſchwediſchen Gäſte fanden im Schloſſe Niemanden vom Hof, von dem ſie ſich verabſchieden konnten. Der Kron⸗ prinz war fort, Prinzeß Cäcilie hatte Wachen vor ihrer Thür. Alſo zerſtreuten ſie ſich, wie ein Flug Rebhühner, dem der Führer abhanden gekommen. Einſam und öde waren die kaum noch ſo belebten weiten Gemächer von Wadſtena.—
Der Kronprinz, ſeiner wilden Eingebung folgend, hatte ſich vor Sonnenaufgang in den Sattel geſchwungen und war in Begleitung ſeines Vertrauten de Mornay auf der Straße nach Stockholin zurückgeſprengt. Ihm folgte auf einem elenden, aus Zweigen und Stroh geflochtenen Bauernſchlitten der unglückliche Gefangene mit ſchweren Eiſen belaſtet, nur von ſeinem weißen Mantel bedeckt, den man im Hof gefunden und den ihm ein mitleidiger Dale⸗
Dritte Folge.
V
karlier übergeworfen hatte, da es ſehr kalt war. Sie nahmen den Weg nach Norden über den Wettérnſee, und dann ging's mit Relaispferden in fliegender Haſt gen Stockyolm, das ſie wirklich vor Einbruch der Nacht er⸗ reichten.
Wie eine Unglücksbotſchaft ſcholl es plötzlich durch das Schloß: Prinz Erich iſt in größter Eile zurückgekommen und verlangt unmittelbar aus dem Sattel Audienz beim König.
Dieſer ſchüttelte düſter das Haupt, eine trübe Ahnung bemächtigte ſich ſeiner; er hieß Alle abtreten außer ſei⸗ ner jungen Gemahlin Katharina und dann den Kronprin⸗ zen hereinführen.
Erich erſchien ſogleich, gefolgt vom Chevalier de Mor⸗ nay, der den gefeſſelten Hans von Oſtfriesland herein⸗ führte.
„Verzeiht, Herr und König!“ hub der Prinz an und beugte ein Knie vor dem Vater,„aber das Verbrechen iſt zu maßlos, zu unglaublich, als daß ich zögern dürfte, es vor Euern Richterſtuhl zu ziehen. Seht, Majeſtät! dort ſteht der Buhle, der Verführer Eurer Tochter, der Prin⸗ zeſſin Cäcilie, den ich ſelbſt bei nächtlicher Weile aus ihren Armen geriſſen!“
„Großer Gott! Barmherziger Himmel!“ ſtöhnte der König und verhüllte ſein Antlitz. Er ſchwieg eine geraume Zeit, dann hob er das kummerſchwere Auge und ſagte mühſam, wie zweifelnd:„Cäcilie, das reine, kaum erblühte Kind? o nein! nimmermehr!“
„Und doch iſt dem ſo,“ entgegnete der Kronprinz eini⸗ germaßen von dem Herzeleid des Vaters betroffen. Dann erzählte er mit allen Nebenumiſtänden die ſchreckliche Kata⸗ ſtrophe.
Der König zitterte und Thränen traten ihm in die alten Augen, er wandte ſich zur Königin, die leiſe weinte, und drückte ihr die Hand. Tiefes Schweigen herrſchte im Gemach.
Gaſtlichkeit erregten auf beiden Seiten viel Heiterkeit. Im Gan⸗ zen fand ich die Kinder eines eingeſchloſſenen Lebens recht ange⸗ nehm— ungeachtet des etwas derben Benehmens der jungen Frau — und unterhielt mich beſſer mit ihnen, als ich mich zuweilen mit Damen in europäiſchen Salons unterhalten habe. Doch ich weiß es wohl,„eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, und eine Unterhaltung von einer Stunde mit einer Perſon iſt noch kein Probirſtein für die Annehmlichkeit derſelben als Geſellſchafterin für das ganze Leben.
Als ich Sitti Nephiſa fragte, ob ſie nicht noch heirathen würde, lächelte ſie und antwortete mir:„ganz gewiß nicht!“—
denn ſie war ja ſchon alt(ſiebenundzwanzig Jahre), und es fand
ſich in der Verwandtſchaft kein Mann mehr für ſie, nachdem der ihr beſtimmte Bräutigam ſchon im jugendlichen Alter geſtorben war.
Die Araber pflegen ihre Kinder von ihrem zarteſten Alter an zu verloben, zuweilen ſchon in der Stunde ihrer Geburt, und ver⸗ heirathen ſie oſs noch ſehr jung miteinander— die Mädchen oft noch als Kinder— und meiſtentheils, ohne daß die jungen Leute einander geſehen haben. Stirbt eins von den beiden Verlobten vor der Verheirathung, ſo ſucht man für den übrig gebliebenen Whei eine andere Hälfte, aber ſtets innerhalb der Verwandt⸗
aft.
Die meiſten vornehmen Araber in Jeruſalem baben jetzt nur noch ein Frau, und zwar, wie man ſagt, wegen der Koſtſpieligkeit des keinee für mehrere Frauen.—
Aber auch mit der Frau des Conſul Johnſon und einer Amerikanerin, Miß Moon, machte die Verfaſſerin noch in einem andern Harem eine Viſite.
Die Frauen dieſes Hauſes waren gerade auf Beſuch bei der Frau des Paſchas, aber man erwartete ſie in jedem Augenblick von da zurück, und die Sclavinnen nöthigten uns dringend in ein Vorzimmer zu treten, ein großes lichtes, ſehr ſchönes Gemach mit hohen byzantiniſch gewundenen Fenſterbogen und ſcharlachrothen Vorhängen. Der Herr des Hauſes war ein reicher Effendi und hatte drei Frauen. Er, ſein Sohn und des Letztern junge Frau bewohnten dieſes Haus gemeinſchaftlich. Die Sclavinnen und deren Kinder kamen, wie gewöhnlich, herein, ſtellten ſich hin und gafften uns an. Von dieſen Sclavinnen waren einige ganz ſchwarz und hatten einen wilden Ausdruck, andere dagegen waren bronzebraun und beſaßen die feinen Züge und das ſeelenvolle Mie⸗ nenſpiel, wodurch ſich die Bevölkerung von Abyſſinien auszeichnet. Eins von dieſen Frauenzimmern, wie man ſagte, eine vertraute Dienerin, und ſehr beliebt in dieſem Harem, hatte ein außerordent⸗ lich gutmüthiges und verſtändiges Geſicht. Ueberhaupt rühmt man die Abyſſinier als die beſten Diener, als verſtändig, gutmü⸗ thig und treu. Deſtomehr iſt es zu beklagen, daß dieſes kleine afri⸗ kaniſche Volk, welches ſein Chriſtenthum mitten unter Moham⸗ medanern beibehalten hat, durch die Noth in ſeinem Vaterlande zur Auswanderung genöthigt wird, und daß viele von ihnen als Sclaven dienen. Sie nd augenſcheinlich ein arabiſcher Stamm, und zwar ein edler, nach der Schönheit ihrer Geſichts⸗ züge zu urtheilen.
Eine von den zu Hauſe gebliebenen Frauen— vermuthlich
eine Frau des zweiten Grades, kam im großen Negligée und ſetzte ſich zu uns, unterhielt ſich ein wenig mit Mrs. Johnſon und be⸗ wunderte dabei einen Blumenſtrauß, den dieſe auf dem Hute hatte. Mes. Johnſon wollte denſelben losmachen, um ihr ein Geſchenk
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