Uoveilen-Zeitung.
548[VIII. Jahrg. ſtieg, es könne ſein Freund in Gefahr ſein. Er drängte den Chevalier, der eben Hand an die Prinzeſſin legen ſich durch die Trabanten und folgte dem Prinzen und de wollte, dergeſtalt in's Geſicht, daß er blutend zurücktau— Mornay auf dem Fuß, entſchloſſen mit Leib und Leben für melte. Allein die Uebermacht war zu groß, fernerer Wi⸗ ſeinen Freund einzuſtehen. derſtand vergeblich. Er ließ das Schwert ſinken und ſagte So ſtürmte der Trupp, Fackeln vorau, die langen feſt:„Hoheit, ich ergebe mich, aber ich verlange, daß die Corridors und breiten Treppen waffenklirrend entlang, daß Prinzeſſin dieſen rohen Händen entzogen wird.“ Er löſte Alles aus dem Schlaf aufſchreckte und mit ängſtlicher ſanft die feſte Umarmuug des Mädchens und flüſterte: Miene dem unheimlichen Zuge nachſah und fragte, was es„Wir müſſen ſcheiden— auf immer!“ gebe. In der obern Etage angekommen, hielt der Prinz In dieſem Moment trat aus dem Seitengemach, er⸗ und ließ die Rachſucht zur Ueberlegung kommen.„Bleibt ſtaunt über den gewaltigen Lärm, die Gräfin Skitte her⸗ zurück!“ flüſterte er gebietend den Trabanten zu,„und Ihr, ein und prallte vor der blutigen Scene zurück. tretet leiſe auf, damit der Vogel nicht entwiſcht,“ befahl er„Gräfin!“ herrſchte der Prinz ſie an,„thut Cure den vorausgehenden Fackelträgern. Leiſe ſchleichend er⸗ Pflicht und trennt die ehrvergeſſene Buhlerin von ihrem teichte en die bezeichnete Thür. Das Gefolge kam vorſich⸗ Verführer; führt ſie fort, in Eure Gemächer.“ tig nuher⸗;; 1 Cäcilie hob den Kopf, warf einen ſcheuen Blick auf die Erich erhob die wuchtige Streitat, und zerſplitternd Oberhofmeiſterin, ſah i einmal ſhen Thränen hen
ürzte die Thür zuſammen; ein zweiter Schlag warf ſie Set e ſtürzte dir hür, zuſem mon 1 dde(Ghontat ag fſie Geliebten in's Auge und ließ ſich dann geduldig von der ganz zu Boden— man drang in das Gemach. JeteCee e ſaherrgn 6. 8 Sd 3 3 Dr 5 1 S Snte—. Gräfin fortführen. Als dieſe eben das Zimmer verlaſſen An einen Seſſel gelehnt ſtand Graf Hans von Oſt⸗ r. Ee nu lee .2. Fzeili us von e wollte, rief der Prinz ihr nach:„Es wird eine Wache vor friesland, den einen Arm um Cäcilie geſchlungen, die ſich rr Thij. Hräfi 3 1... gr e 3 Eure Thür geſtellt, Gräfin, und weder Ihr, noch die ängſtlich an ihn ſchmiegte, in der Rechten das Schwert. de Aee diin Su a 4 1). egle, un der en, e Prinz Prinzeß Cäcilie dürft ohne Begleitung das Gemach ver⸗ Hab ich Dich endlich, frecher Bube!“ ſchrie der Prinz n ees 3 1 4 ,E.— t n. s laſſen.“ Die Frauen entfernten ſich, während man den und drang mit hochgeſchwungener Axt auf ihn ein— aber 5 1 9 2 Erderifcte Strat.Siellei u n e armen Gefangenen in ſchwere Ketten ſchlug. der mörderiſche Streich, der vielleicht anch die eigne Schwe⸗ 2— 4 1 ſter getroffen hätte, fiel nicht nieder; mit nerviger Fauſt.„So, mein verliebter Vogel, de ſo hoch geflogen, hielt Enno von Norden den Arm des Prinzen zurück und ſagte der Prinz unter ſpöttiſchem Grinſen,„jetzt werden entwand ihm die Mordwaffe. wir Euch einen Käfig ausſuchen, wo Euch das, Liebes⸗ 2;. e:½; fieber ſche rgehe 5 inae den Burſche „Wer hält mich?— Verräther! Greift ihn!“ fieber ſchon vergehen ſoll Man bringe den Burſchen „Ich, Enno von Norden! Wollen Eure Hoheit die in des tieſſte Verließ des Seethurms und ſchließe ihn an Hand mit dem Blute der Schweſter röthen? Geziemt es den Block. 1 Euch den Henker zu vertreten?“ Hans hörte den Befehl ruhig mit an und ſah mit „Verwegner, Du biſt im Complot!— Riißt ſie kalter Verachtung auf den höhnenden Prinzen, ſo daß die⸗ auseinander— ſchlagt den Frevler, den Hochverräther in ſer wüthend hinzufügte:„Ja, ja, mein ſtolzer Geſell, dort Ketten!“ wird man Euch ein beſſeres Lager bereiten, als Ihr mir Die Trabanten, von de Mornay geführt, ſtürzten auf auf dem Eiſe des Wetternſees!“ und im übermüthigen das Paar zu, aber Johann hieb wüthend um ſich und traf Zorne trat er den Wehrloſen in den Rücken, daß dieſer
Feuilleton.
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Mannes zu bleiben, und zog wieder in das Haus ihres Vaters, wo ihr Mann ſie beſuchen konnte. Die erſte Frau konnte nun wieder allein in dem Harem des Effendi Muſa herrſchen.
Der Eintritt in dieſen verſprach nicht viel Gutes; Schmutz und allerlei Gerümpel lagen in dem Thorgewölbe und auf der Treppe. Aber oben gelangten wir in einen ſaubern und geräu⸗
der mit Steinplatten belegt war. Zwei ſehr
Beſuche im Harem.
Leider iſt es Männern nicht geſtattet, in das Innere eines Harems einzugehn, wenigſtens nicht offen und friedlich. Um ſo lieber hört man von Zeit zu Zeit Frauen darüber erzählen. Fre⸗ derike Bremer, die beliebte und allbekannte ſchwediſche Roman
ſchreiberin, welche ſich ſo lange im Orient aufgehalten, bietet den migen Schloßhof, ni abelegt wer ſ Damen eine ſehr intereſſante Schilderung ihrer morgenländiſchen zierlich geputzte junge Frauenzimmer in feuerfarbenen Jäckchen Schweſtern, wie ſie in den vornehmen Harems von Jeruſalem ihr und mit Blumen in den Haaren kamen uns hier entgegen, begrüß⸗ ländlich ſittliches Leben abſpinnen. ten uns ſehr freundlich und führten uns in ihr Geſellſchaftszim⸗ Nun will ich, ſagt die Reiſende, meinen Beſuch in dem Ha⸗ mer. Es war die erſte Frau des Effendi Muſa und eine unver⸗ rem des Effendi Muſa erzählen, in den ich durch die junge und heirathete Verwandte derſelben. Die erſtere war ein lebendiges liebenswürdige Frau des Conſul Roſen, eine Tochter des bekann⸗ Bild, eine Frau wie ein Kind. Sitti Selma war vierundzwanzig ten Componiſten und Pianiſten Moſcheles, eingeführt wurde. Der Jahre alt, von zarter Geſtalt, mit einem ſehr hübſchen Geſicht, Effendi Muſa iſt ein vermögender Mann und nahm, als er mit mit feinen, wohlgebildeten Zügen und ſchönen dunklen Augen. ſeiner jungen Frau nach mehrjähriger Che keine Kinder hatte, Ein halber Kranz von lebendigen doppelten Jonquillen, der über noch— eine Frau dazu. Nach einem Jahre hatte er mit dieſer der Stirn mittelſt eines Schmuckes von Amethyſten befeſtigt war, einen Sohn, gleichzeitig bekam aber auch ſeine erſte Frau einen umgab ein kleines Sammetmützchen, deſſen dunkelblaue Seiden⸗ Sohn, der einige Monate ſpäter wieder ſtarb. Die zweite Frau quaſte weit über den Nacken herabhing. Das Kleid von Flor, mit fürchtete ſich darauf entſetzlich, daß die erſte Frau ihr Kind ver⸗ aufgeklebten, in brennenden Farben ausgenähten Blumen bedeckt, giften moͤchte, hatte deßhalb keine Ruhe, in dem Harem ihres wurde unter dem Jäckchen von einem Gürtel zuſammengehalten,
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Nr. 3
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