ſollen, deu Aerger ſeines Herrn zu errathen? Ihm, dem es darum zu thun war, ſich unentbehrlich zu machen, lag Alles daran, dem Groll des Kronprinzen Gelegenheit zu geben, ſich ſein Opfer zu ſchaffen. Schon lange hatte ſein Spürblick das heimliche Verhältniß der Prinzeſſin zu Hans durchdrungen, und wenn er auch nichts Poſitives wußte, ſo ſchien ſich doch mindeſtens eine Liebelei daraus zuſammen⸗ zureimen. Er wollte daher von dieſer Seite ſondiren und angreifen, um womöglich ſeinem Gebieter Thatſachen zu liefern. Als er daher bemerkte, daß Graf Hans die Reu⸗ nion verließ, eilte er ihm nach und erreichte ihn auf der großen Treppe des Mittelbaus. Er redete ihn ſofort ſpöt⸗ tiſch an:
„Nun, Graf von Oſtfriesland, Ihr verlaßt heute, an Eurem Ehrentage, ſo früh Euren Poſten!“
„Was ſoll das heißen, Herr de Mornay?“ fragte Hans überraſcht.
„Das ſcheint mir ſehr einfach— ſeid Ihr nicht der ſtete Chevalier d'honneur der Prinzeß Cäcilie?“
„Herr de Mornay,“ erwiderte Haus und ſah den Chevalier drohend von oben bis unten an,„da Euch das ſo einfach erſcheint, will ich Euch auch die einfache Antwort geben: fragt künftig da, wo man Euch Beſcheid thut.— Solltet Ihr mich aber noch'mal mit einer ſo einfachen Frage autreten, dann möchtet Ihr leicht doppelte Ant⸗ wort bekommen.“ Hiermit ſchlug der Oſtfrieſe klirrend an das Schwert und ließ den verblüfften Franzoſen ſtehen.
Dieſer ſah dem jungen Mann giftig nach und mur⸗ melte:„Hm, ein Hitzkopf— das führt zu uichts— be⸗ ſtätigt nur meine Vermuthungen. Halt! mich müßte Alles täuſchen, wenn nicht die Gräfin Skitte Auskuuft ge⸗ ben könnte. Ich wag's, zu ihr!“ und haſtig ſtieg er die Treppe wieder hinauf.—(Fortſetzung folgt.)
Uovellen-Zeitung.
Ueber Lord Byron's Tod in Hellas.
Unter den neueren Reiſeſchriftſtellern von lebhaftem Geiſt und unbefangener Beobachtung zeichnet ſich der rühmlich bekannte Amerikaner Bayard Taylor mit Recht aus. Seine neue Tour durch Griechenland bringt ihn natürlich auch auf den Halbbruder ſeiner Nation, den Dichter Byron, und er widmet demſelben einige Worte in Bezug auf deſſen Stellung und letzte Tage in Griechen⸗ land, die Jeden intereſſiren werden.
Kein Dichter neuerer Zeit, ſagt der amerikaniſche Publiciſt, ſelbſt nicht Scott unter den Lochs der Hochlande — hat den Gegenden, die er beſungen, ein ſo dauerndes Gepräge ſeines eigenen Geiſtes aufgedrückt, wie Byron. Ob am Rhein, in der Schweiz, in Venedig, Rom, Alba⸗ nien, Griechenland, Stambul oder Gibraltar— die erſten Zeilen, die, von Form oder Ausdruck der Landſchaft auge⸗ regt, aus des Gedächtniſſes Tiefen zur Oberfläche auf⸗ wallen, ſind ſicherlich von ihm. Bezeichnende Worte, hin⸗ geworfen gleich dem glücklichen Pinſelſtrich eines Malers, heften ſich ſo feſt an die Landſchaftsbilder ſelbſt an, daß Berg, Fels, Katarakt und Temnel ſie dir entgegenrufen. „Akrokerauniens altberühmte Höhen“,„Leukadias weitge⸗ ſehener Jammerfels“, Soracte, wie er ſich aus der Ebene emporhebt,„der langgezogenen Woge gleich, die ſich jetzt zertheilen wollte“, der Nemiſee,„ein Schloß umkränzt von waldigen Hügeln“,„du aber, prächtiger Rhein, deß volle Wogen, indem ſie fließen, ſegnen riugs den Strand“, — ſind alles Beiſpiele davon. Byron wird nicht eben deßhalb ſo unaufhörlich citirt, weil er, wie Jemand be⸗ merkt, die Empfindungen ausdrückt, die ſich in den meiſten gebildeten Reiſenden regen, ſondern vielmehr, weil ſeine darſtellenden Ausdrucksformen mit der inuern Weſenheit der Dinge zuſammentreffen. Nichts kann ſchöner ſein, als die ſelten länger als einzeiligen Bilder, von denen jede
niederzuſinken, als er in dieſer Dame Maria Gaspardi ſelbſt er⸗ kannte.
Dieſe, die ſich ihrerſeits ſehr beängſtigt ſtellte, reichte dem Parfümeur, der darüber vor Freude faſt geſtorben wäre, eine zit⸗ ternde Hand; dann ſagte ſie ihm mit großer Verlegenheit und Auf⸗ regung, die Königin trage ganz allein die Schuld daran, daß der arme Mann bei den Zuſammenkünften, die ſie ihm ſchriftlich ver⸗ ſprochen, ſo lange umſonſt habe warten müſſen.
„Heute,“ fügte ſie hinzu,„bin ich bereit, Katharinen von Medi⸗ cis ſelbſt Trotz zu bieten, und ich bin hierher gekommen, um mit Ihnen vor allen Ihren Leuten zu frühſtücken, ſo daß Nie⸗ mand mehr an der Liebe, die ich für Sie fühle, zweifeln kann.“
Der vor Freude faſt wahnſinnige Judicelli gab ſogleich leb⸗ hafte Befehle, um die Dame, die ihm ein ſo unverhofftes Glück gewährte, würdig zu bewirthen, und Maria Gaspardi ſetzte ſich an ſeiner Tafel ihm gegenüber.
Es bedurfte nicht vielen Weins, um den ſchon vor Liebe trunkenen Parfümeur zu berauſchen, und als Maria gegen ihn einige Zweifel über die Größe und Selbſtverleugnung der Zärklichkeit, die er für ſie empfinde, ausdrückte, ſchwor er, er ſei zu Allem bereit, um ihr Beweiſe davon zu geben.
„Schwören Sie ſo etwas nicht,“ ſagte ſie,„ich bin überzeugt, daß Sie mir gleich den geringſten Beweis, den ich von Ihnen for⸗ dern könnte, verweigern würden.“
Und als dieſe Worte ihn förmlich empörten, fuhr ſie fort:
„Sie lieben mich mehr als ihr Leben. Nun wohl! Ich würde darauf ſchwören, daß Sie mir nicht einmal das Geheimniß der Zuſammenſetzung Ihres Roths ſagen.“
Bei dieſen Worten wurde Judicelli blaß wie eine Leiche.
„Aber das iſt mein ganzes Vermögen, mein ganzer Ruf!“ ſtammelte er.
„Was ſagte ich Ihnen?“ rief Marie, indem ſie ſich erhob. „Thörin, die ich bin! Ich meinerſeits opfere Ihnen nicht bloß mein Vermögen und meinen Ruf, ſondern auch noch die Freund⸗ ſchaft und den Schutz einer Königin, und ſiehe da, ein Scherz, der mir ganz zufällig in den Kopf kommt, eine Phantaſie ohne Sinn und ohne Verſtand iſt hinreichend, um Ihre angebliche Liebe zurückweichen zu laſſen. Was liegt mir an Ihrem Geheimniſſe? Leben Sie wohl! Ich liebe eben ſo wenig den Undank, wie das Mißtrauen.“ Judicelli, ganz außer ſich gebracht, warf ſich zu den Füßen der Hofdame, bat ſie, ihn anzuhören, und zwang ſie faſt mit Ge⸗ walt, in ſein Laboratorium einzutreten.
„Sehen Sie hier,“ ſagte er,„betrachten Sie dieſe kleinen Früchte, dieſe Körner, welche durch ihre Erhöhungen und Run⸗ zeln einem Schlangenkopf gleichen. Es ſind die Körner des Natterkopfs. Ich deſtillire ſie und gewinne von ihnen einen Saft, der mir die roſenrothe Farbe liefert, aus welcher ich mein Roth fabricire.“„„——
Jetzt kam die Reihe zu erblaſſen an Marie Gaspardi.
„Ach!“ rief ſie,„Gott iſt gerecht und rächt das Böſe. Haben Sie dieſes Geheimniß nicht von einer römiſchen Bäuerin, von Margarita Pepoli, erhalten? Iſt die verführte Margarita mit ihrem Kinde nicht von Ihnen verlaſſen worden? Jetzt iſt mir der Haß erklärbar, den Sie mir einfloͤßten; die Thränen meiner Schweſter, die mit ihrem Kinde vor Schmerz und im Elend geſtor⸗ ben iſt, während ſie ihren Verführer verfluchte, ſind es, die mir ihn
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— [VIII. Jahrg.
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