Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
537
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J Jahrg. 1

haft de Ge

u. So ver⸗ ge der Reiſe

wolle die Wärme den den Herzen ſtrahlende empfindlich age war ſo⸗ Morgen vor a der Wind gefegt und halte. So dem nordi⸗

iie letzte An⸗ zuſta Waſa en Fenſtern, ind den vier zglänzenden Das Schloß ichen blitzen⸗ hen Wällen zruſtwehren und feſſelte d weitbau⸗ detwühten. eln, die in vehten Fah⸗ Schweden. nonendonner er Schloßb⸗ lbofes, deſto ink wie eine ungeguetſcht ſind es die gern, wäh⸗ wmuckgegen⸗ e vor ihrem werk, Pell⸗

Muße dazu,

V

Dritte Folge. 537

ſatzung trabte die Cavalcade durch das geöffnete Portal in quälte ſich mit Entwürfen und Plänen, um dieſen Uebel⸗ den weiten Schloßhof. Sobald der Kronprinz in das ſtand zu beſeitigen. Allein erfolglos. Auf dem Balle Schloßcarré einritt, erklang von dem weiten Balcon des erhielt er allerdings einen Tanz von Cäcilie, aber auch Mittelbaues eine rauſchende begrüßende Muſik. Im nur einen, denn Alles umdrängte die jugendfriſche, reizend Schloß aber waren Herren und Damen des Arels von erblühende Prinzeß, ſie, die Krone des Feſtes. Hans be⸗ Gothland und Südermanland in zahlreicher feſtlicher Ver⸗ nutzte dieſe eine koſtbare Gelegenheit, um auf die nahe ſammlung zur Begrüßung des Kronprinzen, der Priuzeſe Scheideſtunde hinzudeuten und inſtändigſt um eine letzte ſinnen und Gäſte bereit. Sie waren gern und freudig Zuſammenkunft vor dem förmlichen Abſchied zu bitten. der Einladung zu den königlichen Feſten gefolgt, die hier Cäcilie hatte trübſelig, als verzweifle ſie daran, das Köpf⸗ den Hochzeitsgäſten zum Abſchied bereitet werden ſollten. ſchen geſchüttelt, indeß mit einem heimlichen Händedruck ihr In Wadſtena herrſchte wieder das prächtig glänzende, aber Möglichſtes verſprochen. Auch blieben ihre Gedauken bei auch das höfiſch ceremonielle Weſen. dieſer heimlichen Zuſammenkunft, denn am andern Mor⸗

Heute ſchloß ſich an die Begrüßungscour glänzende gen war ſie ſo damit beſchäftigk und in Nachſinnen ver⸗ Tafel und Muſik, der folgende Tag war zum Ball beſtimmt, tieft, daß die Gräfin Skitte unbemerlt in ihr Gemach dem alsdann Hirſchjagd und audere Luſtbarkeiten an den trat, um ſie aufzufordern, ſich zur bevorſtehenden Jagd zu

nächſtfolgenden beiden Tagen ſich anſchließen ſollten. Auf bereiten. den vierten Tag war die Trenuung und Abreiſe der Hoch⸗Ei, Prinzeſſin, wo ſind Sie? Sie weilen wohl in zeitsgäſte nach Gothenburg feſtgeſetzt. andern Sphären, als in Wadſteua⸗Schloß?

Daß nicht Alle mit dieſen Anordnungen einverſtanden Cäcilie ſchrak auf und entgegnete mit Verwirrung: waren, verſteht ſich von ſelbſt, und je ſteifer das Ceremo⸗Ach, Gräfin! ich bin namenlos unglücklich! niel, je näher die Stunde des Abſchieds, deſto trüber blick⸗Unglücklich? Sie, die Krone aller Feſte, die Sonne ten ſonſt helle freundliche Augen. Und jede Annäherung der jungen Cavaliere, unglücklich? war den Liebenden außerhalb der Geſellſchaft unmöglich,O, wenn Sie wüßten denn das Schloß geſtattete nach ſeiner Bauart keine Ver⸗ Die Gräfin ergriff zutraulich die beiden Hände

bindung eines Flügels mit dem andern. In jeder Ecke des des jungen Mädchens, ſah ihr tief in die Augen und

Carrés befand ſich nämlich ein Treppenthurm, der die ſagte:

Communication zwiſchen den Etagen vermittelte, aber zu⸗ bWenn ich wüßte? und ich weiß, daß die Trennungs⸗ gleich die aneinanderſtoßenden Flügel vollſtändig treunte. ſtunde ſchlägt.

Da nun aber der Hof mit ſeiner nächſten Umgebung denDie letzte Stunde meines Glücks! hauchte Cäcilie Mittelbau, die deutſchen und ſchwediſchen Gäſte die beiden kaum hörbar.

Seiteuflügel und die Dienerſchaft mit den Wachen dieSo iſt aber der Lauf der Dinge einmal kommt es

Portalflügel einnahmen, ſo waren dieſe Kategorien der zum Abſchieduehmen, theure Prinzeſſin, entgegnete mild Schloßbewohner ſtreng geſchieden. und freundlich die Gräfin.

Graf Hans war nach den ungebundenen ſchönen Reiſe⸗Ach, das iſt's ja eben, daß wir hier in Wadſtena tagen auf eine ſolche Beengung und, Verkümmerung der nicht einmal Abſchied nehmen können! fuhr die Prinzeſſin letzten Stunden des Beiſammenſeins gar nicht gefaßt und heraus.

Zehn⸗ bis zwölftauſend Pilger zählt man gewöhnlich bis zu(Schmerzensweg), zeigt man das Rathhaus, in welchem Chriſtus dieſer Zeit des Jahres in Jeruſalem; in dieſem Jahre ſollen ſie vor Pilatus ſtand, die Stelle, auf welcher Pilatus den mit der jedoch in geringerer Anzahl als gewöhnlich anweſend ſein. Aber Dornenkrone Geſchmückten dem Volke mit den WortenEcce eine größere Menge ſoll zur bevorſtehenden Oſterzeit eintreffen, Homo(Sehet, welch ein Menſch!) vorſtellte, ein hübſches obwohl mir ſchon die gegenwärtige Anzahl groß genug für dieſe Brückengewölbe hoch über der Straße mit einem kleinen Häuschen enge Stadt ſcheint. Der größere Theil derſelben kommt aus mit zwei Fenſtern in der Mitte; die Stelle, auf welcher Jeſus Rußland und den früheren chriſtlichen Provinzen, welche jetzt von der Wache gegeißelt wurde; die, wo er unter der Laſt des unter dem Scepter der Türkei ſtehen. Viele kommen auch aus Kreuzes ſiel, und andere Stellen, welche zu dem letzten Schmer⸗ Syrien, Armenien, Kaukaſien, Perſien und Aegypten. Die Trach⸗ zenswege des Erlöſers gehören. Es iſt möglich, daß dieſe Stel⸗ ten der Ruſſen haben dunkle Farben und ſind einfach und an- len und Kapellen auf der Oberfläche der Erde den wirklichen ge⸗ ſpruchslos; die Kleidung der Frauen erinnert mich an die der ſchichtlichen Orten entſprechen; allein ganz gewiß ſind die letzte⸗ ſchwediſchen Bauernweiber in der Umgegend von Stockholm. Die ren tief in der Erde unter denjenigen begraben, welche ſie Trachten der ſüdländiſchen und morgenländiſchen Chriſten ſind gegenwärtig mit größerer oder geringerer Wahrſcheinlichkeit im bunter. Die Männer tragen Turbane oder zierliche Mützen und Tageslicht repräſentiren. Für mich liegt das dramatiſche Intereſſe Pelze, die bisweilen ſehr koſtbar ſind. Die Frauen führen goldne in dem Charakter dieſes langen engen Weges mit ſeinen düſtern Schmuckſachen auf dem Kopfe, um den Hals und an den Handge⸗ Schmerzſtationen, die den Tempelhöfen Salomo's ſo unähnlich lenken. Viele derſelben gehen, wie die mohammedaniſchen Frauen, ſind, und in dem Umſtande, daß dieſer Weg freiwillig von dem⸗ in großen weißen leinenen Ueberwürfen, bedecken aber nur ſelten jenigen betreten wurde, der eines Tages als Lehrer in dieſem Tem⸗ das Geſicht wie dieſe. Eine der merkwürdigſten Trachten iſt die pel ſtand, bewundert von Jung und Alt, undMeiſter genannt. der Männer aus Kaukaſien und Perſien. Sie ſehen in ihren hohen Das Haus des reichen Mannes iſt ein recht nettes Haus, das ſchwarzen Pelzmützen und mit ihren ſchwarzen oder braunen man auf dieſer Straße dem Fremden zeigt, aber gewiß ein ganz Schafpelzen aus, als ob ſie aus Sibirien kämen. Die Ge⸗ anderes und viel neueres, als das des reichen Mannes, von welchem ſichtszüge der Männer ſind ſtark und wohlgebildet, aber grob; Jeſus ſpricht, inſofern überhaupt dieſer reiche Mann eine wirkliche ihre Geſtalten ſind ungewöhnlich ſtark und groß. Sie ſollen Perſönlichkeit in Jeruſalem und nicht etwa bloß ein Typus war, zahlreiche Heerden und reiche Viehweiden beſitzen und nicht ſelten wie er ſich ebenſowohl noch dort, wie in allen andern Ländern vor⸗ mit 20 30,000 Franes in der Taſche nach Jeruſalem kommen. findet. 3 2 4

Aber ich habe noch immer nicht geſagt, was ich von den Straßen Einen Wagen ſieht oder hört man in Jeruſalem nie, aber Jeruſalems ſagen wollte. Auf der berühmteſten derſelben, auf der Via dolorosa

zuweilen ſieht man einen vornehmen Effendi oder einen reichen Beduinen, von ſeinem Diener begleitet, auf einem ſtattlichen Roß

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