Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
533
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Nr. 34.] Dritte

kelten, und um den Mund zog ſich eine boshafte eckige Linie:

Mag ſein, daß der Plan ſchlecht, aber er iſt ſicher.

Sie ſtand eine Weile ſinnend, als plötzlich die Thür ſich öffnete, und Graf Edzard nebſt Gattin mit Prinzeß Cäcilie hereintraten. Die Oberhofmeiſterin fuhr ſchnell mit der Haud über das Antlitz, verwiſchte den häßlichen eckigen Zug, der ſoeben die Mundwinkel umgeben, ſchritt grüßend auf die Kommenden zu und ſagte freundlich lächelnd zu Cäcilie:Sie konnten meine Rückkehr wohl nicht erwarten? Es iſt auch das letzte Ballſpiel in Stockholm!

O, liebe Gräfin! Siie blieben ſo lange.

Dann laſſen Sie uns vorauseilen, denn die jungen⸗ Cavaliere harren ſchon der Königin des Spiels.

Schmeichlerin!

Nun, Niemand ſchlägt den Federball ſo ſicher, ſo weit, wie Sie, Prinzeſſin, und der gewandte Oſtfrieſe, der braunlockige Hans.

Cäcilie erröthete bis zur Schläfe und flog, um ihre Verlegenheit zu verbergen, wie ein flüchtiges Reh die Treppen hiuab und auf den Kiesplatz im Schloßgarten, wo Alles zum Ballſpiel bereit war.

V. Die Neiſe. Es war ein herrlicher Octobermorgen. Die Sonne ſtand hell und rein am Himmel, und ihre warmen goldnen Strahlen funkelten über die thauigen Wieſen und Felder, als ſei ſie ihres Amtes noch nicht müde, ſondern gedenke noch recht lange mit den grünen Halmien und Blättern zu liebkoſen. Es war ſo ein Herbſtmorgen, wie ihn der Nor⸗ den häufig ſieht, hell und warm ein letzter Gruß der ſcheidenden Himmelskönigin, die ſich plötzlich verhüllt, um lange, lange nicht wieder hoch am Firmament ſichtbar zu werden.

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Folge.

Trompeten ſchmetterten, und aus dem Thore Stodh holms trabte ein ſtattlicher Reiſezug, umjauchzt von einer dichten froherregten Volksmenge, die der ſcheidenden Lan destochter den Abſchiedsgruß zuwinkte. Voran ritt ein königlicher Herold mit dem gekrönten ſchwediſchen Löwen auf Bruſt und Rücken, zu beiden Seiten prächtig ge ſchmückte Trompeter und Horniſten, die fröhliche Fanfaren

erklingen ließen. Ihnen ſchloſſen ſich ſechs Leibgardiſten im blanken Harniſch, den Stahlhelm mit gelb und blauen Federn geſchmückt und das blitzende breite Schwert in der Rechten, auf ſtattlichen ſchweren Roſſen an. Hierauf folgte der Kronprinz an der Spitze eines prächtigen Gefolges von fremden und ſchwediſchen Grafen und Herren, alle in leich ter Rittertracht wie zum Feſt geſchmückt. Zur Seite ſchritten Leibtrabanten und hielten mit ihren langen Helle barden das Volk in augemeſſener Entfernung. Dann kam ein Prachtwagen von vier Rappen gezogen, in dem ſich die beiden Prinzeſſinnen befanden. Auf den Tritten des Wagens ſtanden königliche Pagen und zu beiden Seiten ritten Graf Edzard und Prinz Johann von Schweden. Eine zweite vierſpännige Karoſſe ſolgte mit der Gräfin Skitte und den andern Damen des Gefolges, und hieran ſchloß ſich wieder ein Trupp Cavaliere vom Herzog von Lauenburg geführt. Den Schluß bildeten eine Menge Diener mit Handpferden und Gepäck, und endlich wieder eine Abtheilung reitende Gardiſten mit gezogenen Schwer tern.

Als der prächtige Zug die Grenze des Weichbildes der Reſidenz erreicht hatte, machte derſelbe Halt, denn hier verabſchiedete ſich Prinz Johann und all die andern Cava liere, die das Ehrengeleit durch die Stadt gegeben hatten, und kehrten, gefolgt von den begleitenden Hofchargen und Trabanten, zur Haupßtſtadt zurück. Nur Prinz Erich mit ſeinem aus einigen ſchwediſchen Cavalieren beſtehenden Gefolge blieb bei den heimkehrenden Gäſten; um das königliche Anſehen und den Glanz der Krone aber äußerlich

Mein liebes Lutetium ſchreibt Julianſo nennt man in Gallien die kleine Hauptſtadt Paris. Sie liegt auf einer unanſehnlichen Inſel, mit Mauern umgeben, deren Fuß vom Fluſſe beſpült wird. Man geht von zwei Seiten über hölzerne Brücken in dieſelbe. Der Fluß ſchwillt ſehr ſelten vom Winterregen an, oder trocknet durch die Sonnenhitze aus. Sein klares Waſſer iſt angenehm zu ſchauen und vortrefflich zu trinken der Stadt würden ziemlich viel Mühe haben anderes zu erlangen, da ſie auf einer Inſel wohnen. Der Winter iſt daſelbſt noch gelind genug.... man findet gute Weinſtöcke, auch Feigenbäume,

welche man ſorgfältig mit Stroh und anderen tauglichen Dingen

wider die ſtrenge Luft bewahrt.

In der Schlacht bei Soiſſons im Jahre 509 wird das miſche Joch vollends gebrochen, und es herrſchen die Franken. Childebert nennt ſich im Jahre 524 König von Paris, gründet die Kirche Notre-Dame und die Abteien St. St. Germain l'Auxerrois.

Pipin der Kurze brachte dann im Jahre 752 die Karolinger auf den Thron. Karl legte eine Elementar⸗Schule in Paris an. Dann kamen die Normannen, plünderten und verbrannten Paris in den Jahren 845 und 855. Graf Eudes vertrieb ſie und erhielt vom Volk die Königskrone. Der jetzige Juſtizpalaſt ward Reſidenz der Capetinger. 1

Es war ein düſterer Tag, als ich die Inſel der Cité beſuchte. Bleiſchwere Wolken hingen über Notre⸗Dame und es fing leiſe zu regnen an. Ich ging zuerſt in den öſtlichen Theil der Inſel. Hier hauſt der Bodenſatz von Paris. Enge Gaſſen mit ſehr hohen finſteren Häuſern. Wenige Menſchen ſind auf der Straße zu erblicken; aus den Häuſern dringt ein tödtender kalter Geſtank.

Die Bewohner

Germain de Près und

Eine unausſtehlich widerliche Brühe die Mutterlauge von Pa

ris rinnt träge den Häuſern entlang hinaus bis auf den Platz

von Notre⸗Dame. An der Kirchthür ſitzt ein blinder Bettler. Ein jüngerer blinder Bettler, ſo wurde mir erzählt will ihm achttauſend Franken für dieſe Sinecure bei Notre⸗Dame zahlen, doch der Alte will zehntauſend Franken für ſeinen Sitz. Er kam mir, in der Vorhalle der ſandgrauen Kirche ſitzend, wie ein Amei ſenlöwe in ſeinem Sandbaue vor, der auf Inſecten lauert. Ich ſelber, indem ich wieder in das Labyrinth der unheimlichen Gaſſen einbog, ſchien eine einſame Ameiſe in der gefährlichen Nähe vieler Ameiſenlöwengruben zu ſein.Ha ¹ dachte ich mir,iſt nicht ganz Pariseine Ameiſenlöwengrubefür die ganze Welt?Ich ſah neugierig in die engen, finſtern, verwilderten Hausgänge, in die wüſten Wertſtät ten, in die Wein⸗ und Branntweinkneipen zu ebener Erde hinein, las die verſchiedenen Ankündigungen in den Vorhöfen von Trödelbu den und ſah in ſo verwüſtete mit Lava überkruſtete, oder wild verwegene vulcaniſche, oder unſäglich freche Menſchenangeſichter Geſichter Gottes Ebenbilder! Geſichter meiner Brüder! daß ich im tiefſten Grunde der Seele erſchauderte. Ha! es iſt ſo un heimlich in dieſem Herzen von Paris, dem Herzen von Europa! Ich ging in eine andere Gaſſe. Niemand begegnet mir; aber aus den verwüſteten Thüren leuchten verſchiedene Augen hervor V eine unheimliche, phantaſtiſch gekleidete Weibergeſtalt läßt ſich ſehen,

grüßt mich und ladet mich ein einzutreten. Um was ſehen denn ihre wildſtechenden Augen forſchend nach der Gaſſenecke? Meine Augen folgten den ihrigen es kam ein Polizeimann um die Ecke die Geſtalt verſchwand in der Nacht des Hausgangs. Ob gleich mich ein grauſiger Ekel durchdrang und ich etwas der See krankheit Aehnliches ſpürte, trat ich doch in eine Weinkneipe und