Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
532
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So? meint Ihr? fragte dieſer mißtrauiſch ent⸗

geégen Ja, ich meine, daß der Kronprinz ſchon ſoviel Zeichen

blinder Leidenſchaft und Raſerei gegeben, daß daraus für

Schweden kein Heil erwachſen kann ich meine daher, e. Majeſtät ſollten den nächſten Prinzen zum Throne be⸗ rufen. Und meint Ihr das allein, Gräſin? Stamm der e wider den Hitzkopf empört.

Ich gehöre zum tures ſie ſind Alle

Johann lächelte und ſtrich ſich etwas erheitert den lan gen Bart, dann ſah er die Gräſin fragend an, als erwarte er weitere Mittheilungen. Dieſe ſchritt zunächſt an die Chüren des Saals, blickte hinaus, kehrte dann zum Fenſter zurüch und fuhr im Flüſterton ſort:

Der alte Swante Sture, der Eure S endung nach Polen veranlaßt, ſprach mir davon und ließ durchblicken, daß er es gern ſähe, wenn Ihr Kenntniß von ſeinen Ge⸗ ſinnungen hättet; hinter dem ſtehen aber viel Edle alſo ſpreche ich gewiſſermaßen im Auftrage.

So? Ich bin dem alten edlen Herrn ſehr verbunden. Abey vorläuſig denkt mein Vater noch an kein Teſtament

dem Himmel ſeis gedankt! wir müſſen daher den günſtigen Moment abwarten.

Im Gegentheil, Hoheit! müſſen wir dieſen Moment.

Vorbereiten, herbeiführen Aber wie? Das verſtehe ich nicht, Gräſin. Freilich nicht ganz einfach. Zunächſt käme es darauf au, eine Kataſtrophe zwiſchen dem Könige und dem Kron⸗

Bruch.

prinzen herbeizuführen ſo

Prinz Erich müßte den König an einer Stelle ver wunden unheilbar

einen unheilbaren Hm, hm

die die keine Verzeihung zuließe Der König iſt ſtreng, aber ein liebevoller Vater Kiſt undenkbar⸗

dn

Uovellen-Zeitung.

[VIII. Jahrg.

Gerade weil er ein liebevoller Vater iſt, wäre die Stelle vielleicht nur in der Familie zu ſuchen.

In der Familie? Sie meinen ſeine ſchuldloſe, gute, junge Gemahlin?

Das wäaͤre ſchon aber wie dort anfangen? die Königin Katharina iſt ein ungelöſtes Räthſel.

Meinen Sie mich ſelbſt, Gräfin Skitte? Ich hatte ſoeben noch einen Streit mit Erich; um etwas Blut fließen zu laſſen, wärs ein Leichtes. Aber das erzürnt den

Vater wohl, bringt indeß den König nicht in Harniſch.

Sollte nicht Prinzeß Cäcilie einen großen Theil des Vaterherzens beſitzen? fragte die Gräſin zögernd und be⸗ obachtete mit lauernden Blicken den Prinzen.

Cäcilie? Wo denken Sie hin, Oberhofmeiſterin!

Meine Schweſter Cäcilie, das unſchuldige Kind, zum Ge⸗ genſtand einer Intrigue machen! rief er voll Unmuth und wandte ſich ab.

Sie verſtehen mich falſch, Hoheit. Ich will durch aus nichts gegen die Prinzeß unternehmen, ſie iſt ja mei ner Obhut anvertraut. Indeß ſo unſchuldig iſt Prin zeſſin Cäeilie nicht mehr, ſie hat ein Liebesverhältniß, das gelöſt werden muß. Wenn man nun dem Kronprinzen die Entdeckung in die Hände ſpielte, würde er gewaltſam mit Zornesmuth verſahren, ſeine Schweſter beleivigen und ſo den Vater tief verletzen.

Dabei aber den Ruf meiner Schweſter preisgeben! Das iſt ein ſchlechter Plan, Gräſin; dazu biete ich um keine Krone der Welt meine Hand. Johann richtete ſich auf und wollte gehen; er wendete ſich aber nochmals zur Gräſin Skitte und ſagte, den Finger drohend erhebend: Ich erwarte, Oberhofmeiſterin, daß Ihr Euer Amt wahr nehmen und Eure Pflicht bei meiner Schweſter erfüllen werdet. Mit einem leichten Neigen des Kopfes verließ er die Dame und den Saal.

Die Gräſin biß ſich auf die Lippen, ihre Angen fun⸗

Feuilleton.

Im Herzen von Paris

Es ſehlt ſer Weliſtadt auf den a men

nicht an modernen Schilderungen des Glanzes die und ihrer Merkwürdigkeiten; ſelten wird aber dabei lien Kernpunkt, die kleine Inſelſtadt, Rückſicht genom Ein noch ungenannter, aber wohlbekannter Verfaſſer hat eine Wallfahrt der Laterne des Diogenes durch Paris unter nommen und gibi unsd dabei eine Darſtellung, die von der ge⸗

wohnlichen erqu⸗ nd abweicht Oie Inſel der Cits iſt eine der beſuchenswertbeſten Inſeln der Welt, für mich hatte ſie

einen beſonderen Reiz. Ich wollte mennt Paris nur halb, wenn man Hier ſtand ja die Wiege der ſtolzen

Paris kennen lernen dieſe Inſe

und me nicht ſtudirt ba

Metropole derCivitiſation

bier bat man Paris und Frank reich, und am Ende die eiviliſirte Weltn vompendioés bier bält Hof der Däͤmon der Welt s iſt Cuch bekannt, daß bier zum Lheil der chauplatz der Gebeimniſſe von Paris iſt, die und Cugen Gue auſgedeckt hat. Die eine Hälſte der Inſel um die

drale und das Hotel Dien i

ſt ein ſchauerliches Labyrinth eſtellung des Menſchenberzene auf der anderen iſt der Juſtizpalaſt mit der Conciergerie und der Polizei

3die

präfeetur. Auf dieſer Inſel bat man den Kosmos im Kleinen, den Schatten, den die Pariſer Geſellſchaft wuͤft.

Vor ſaſt zweitauſend Jabren ſiedelte ſich auf dieſer Inſel ein roher galliſcher Volksſtamm an, lebte von Fiſchfang und Schiff fäabrt; das Schiff iſt noch Wappen der ſtolzen Stadt. Sie nann ten ſich die Pariſier. In der ſeſten Stadt dieſer kleinen Inſel bielt Juttus Cäſar eine Verſammlung galliſcher Fürſten. Cs kam zum Bruch, die Ganler ſelbſt zuͤndeten die Stadt an, und Cäſar eroberte einen Schurtbaufen..

Cr baute die Stadt wieder auf und beſeſtigte ſie am heuti gen Pont au Change und Potit Pont. Ueber ein halbes Jahr lauſend war Lutetia unter vömiſcher Herrſchaft. Dionyſtus brachte das Chriſtenthum im dritten Jahrbunderte bierher, und bundert Jahre ſpäter ſtand in der Näbe der jebigen Kathedrale Notro-Damoe eine kleine Kapelle, dem Märtyrer Stephanus ge weiht. Da kam Julian, baute den Thermenpalaſt neu auf und ward in demſelben im Jahre 360 zum Kaiſer ernannt Unter ihm nannte ſich die Stadt Paris und opferte auf der Inſel dem Ju diterdem Beſten und Größten, auf dem Montmartre dem Mars, im beutigen Iſſy der Iſis, und wo jetzi das Pantbeon ſteht, dem Mereurius, zu dem auch Jultan allnaäͤchtlich betete.

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