Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
521
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Jahrg. der König

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Nr. 33.]

Staate leiſtet, bereitet Euch daher mit Ernſt und gutem Willen.

Während ſich Johann vor dem Vater verneigte und ihm die Haud dankbar küßte, ſchleuderte Erich einen finſtern Haſſesblick auf den Bruder, und an dem Anſchwellen der Stirnadern erkannte man, daß wieder der Zorn in dem jungen Manne kochte. Aber vor dem ſtrengen Vater mußten ſelbſt dieſe böſen Geiſter ſich ſchweigend beugen.

Der König erhob ſich und ſagte:Meine Herren Räthe, es iſt Zeit zur Cour die Sitzung iſt aufgehoben. Folgt mir, meine Prinzen.

Als der König, von den Prinzen, dem Kanzler und den Hofchargen gefolgt, von der einen Seite in den Empfang⸗ ſaal trat, ſchritt die Königin, die Prinzeß Cäcilie und die Palaſtdamen von der andern Seite herein. Die Abſchied⸗ nehmenden waren bereits verſammelt; der Hof nahm auf der königlichen Eſtrade Platz. Cäciliens Augen waren trübe, ſie hatte geweint, heiße Thränen, wie ſie ſie wohl zum erſten Male in ihren Lebensfrühling hineinweinte. Ihr Auge fand bald den Herzeusfreund, und faſt wären die gewaltſam verhaltenen Thränen wieder hervorgebro⸗ chen, als ſie ſein trübes, bekümmertes Antlitz ſah. Sie gewahrte nichts von dem Hof⸗Ceremoniel der Abſchieds⸗ Audienz, bis plötzlich des Königs Stimme in ihren ſtillen Schmerz hineinklang:Und nun, Graf Edzard von Oſt⸗ friesland, ſagte er bewegt,und Ihr, Frau Gräfin, liebe Tochter, reiſet unter Gottes heiligem Schutz und dem Ge⸗ leit meines Kronprinzen Erich und der Prinzeſſin Cäcilie, nebſt fürſtlichem Gefolge. Der Herr ſegne Euren Aus⸗ gang, wie er Euren Eingang geſegnet hat!

Cäcilie ſchlug plötzlich die Augen groß auf, und der lichte blaue Schein traf Hans von Oſtfriesland, der im Gefolge noch des gnädigen Handkuſſes harrte. Heller Jubel verbreitete ſich über das Autlitz des jungen Mannes und ſtrählie auf das vor Freude geröthete Mädchengeſicht zurück.

1 Dritte Folge.

Ddite Cour war zu Ende, der Hof verſchwand wie er

gekommen, und die Gäſte zerſtreuten ſich, um zur Abreiſe zu rüſten, die andern Tags mit Sonnenaufgang angetreten werden ſollte.(Fortſetzung folgt.)

Der Uebergang über die Bereſina. Eigene Erlebniſſe des Oberſten Karl von Suckow.

Noch vor Kurzem konnten wir uns nicht eathalten, das neueſte Gemälde eines berühmten franzöſiſchen Dichters von der Schlacht bei Waterloo mitzutheilen. Wir laſſen hier ein Gegenſtück dazu von einem deutſchen Schriftſteller folgen, welches als ein Bruchſtück aus der furchtbaren Re⸗ tirade in ſofern noch realeres Intereſſe haben dürfte, als es die wahrheitsgetreue Schilderung eines Augenzeugen und Mithandelnden bietet. Die geehrten Leſer werden dadurch eine ganz neue Vorſtellung vom Uebergang über die Bereſina bekommen, welchen man ſich gewöhnlich als etwas Plötzliches denkt.

Der Oberſt von Suckow langte nebſt vielen tauſend Flüchtliugen am 26. November Abends bei der Bereſina an, und Napoleon hatte am Morgen deſſelben Tages mit wenig Ordnung und Mannszucht ſeine Garden hinüber⸗ geführt. Die geſchlagenen Brücken waren gebrechlich, und der Erzähler konnte an jenem Abende nichts mehr zu un⸗ ternehmen wagen. Es herrſchte furchtbare Hungersnoth bei 20 Grad Kälte, und die große Armee war ein verzwei⸗ felter Trümmerhaufe.

recht gutes Stück heraus und ſchob es dann mir auf meine Seite. Natürlich mußte ich es eſſen, und manche andere kleine Annehm⸗ lichkeiten der Umgebung dienten ebenfalls nicht dazu, die Mahl⸗ zeit ſo recht appelitlich zu machen. Aber was half's? Ich biß die Zähne aufeinander war es doch nur auf kurze Zeit! ver⸗ ſchluckte meine Biſſen und ſtand endlich geſättigt von unſerm Kaſtentiſche auf. Was noch in der Schüſſel blieb, nahm der Alte

einzeln mit den Fingern heraus und überreichte es, als zin Zeichen

beſonderer väterlicher Zuneigung, ſeinen verſchiedenen dem bald ein Ende machten.

Sämnmtliche zehn Hunde ſtanden während des Dejeuners mit offenen Mäulern um den Kaſten und bekamen vorn von dem Al⸗ ten Sehnen und Knochen, die er ſelber nicht beißen konnte, und hinten von den Kindern permanente Hiebe, an die ſie ſich aber nicht im Mindeſten kehrten. 6-

dern, die

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Shanghai.

Ueber die europäiſchen Niederlaſſungen in dieſer chineſiſchen Handelsſtadt, die jetzt ſo häufig genannt wird, theilt der dortige belgiſche Conſul Bols ſeiner Regierung Folgendes mit:

Der auswärtige Handel beſitzt hier in Shanghai neben der

chineſiſchen Stadt einen Raum von einem ziemlich bedeutenden

Umfange, der die ſogenanntenConceſſionen umfaßt. Es gibt

deren zwei, eine engliſche und dann eine franzöſiſche Conceſſion.

Sie liegen am Wong⸗Poo oder dem Fluſſe Wong, und der Yang⸗ king⸗Pang oder der Yang⸗king⸗Canal trennt ſie. Sie beſtehen

aus einem großen Quai und mehreren langen, ſich im rechten Winkel durchſchneidenden Straßen; man fängt jetzt an es zu be⸗ dauern, ſie nicht breiter angelegt zu haben. Das Quai und die Straßen ſind von ſchönen und geräumigen europäiſchen Gebäu⸗ lichkeiten, reichen und comfortabeln Kaufmannswohnungen be⸗ grenzt. Auf dem engliſchen Gebiet erheben ſich drei Gotteshäu⸗ ſer, welche verſchiedenen proteſtantiſchen Kirchen angehören; auf dem franzöſiſchen Gebiet ſind zwei katholiſche Kirchen. Die franzöſiſche Niederlaſſung bedeckt einen Raum von 59,000 Ge⸗ viertmetres oder 59 Hectaren. Die engliſche Niederlaſſung iſt weit größer. Die engliſche Bevölkerung beläuft ſich auf 570 Perſonen; man zählt aber nur 90 bis 100 Franzoſen. In die⸗ ſen Ziffern ſind aber weder die Garniſonen, noch die Mannſchaf⸗ ten der im dortigen Hafen befindlichen Kriegsſchiffe einbegriffen. Aber außer Amerikanern, Deutſchen und anderen Europäern, die ſich in Shanghai niedergelaſſen haben und ſich dort unter dem Schutz der engliſchen oder franzöſiſchen Flagge dem Handel wid⸗ men, hat eine unglaubliche Zahl Chineſen in denConceſſionen die Sicherheit geſucht, die ihre eigne Regierung ihnen nicht mehr darbot. In dieſer Art erſtreckt die engliſche Gerichtsbarkeit ſich hier über 400,000 Seelen, während 300,000 von den franzöſiſchen Behörden abhängig ſind. Die Conceſſionen bilden wirkliche Colonien. Die durch ihre Land⸗ und Seemacht beſchützten Engländer und Franzoſen ſind dort vollſtändig zu Hauſe. Sie haben eine Polizeimannſchaft organiſirt. Die Grundbeſitzer verſammeln ſich von Zeit zu Zeit und ſie bilden eine Art geſetzgebender Verſammlungen. Die Eng⸗ länder haben einen Gemeinderath ernannt, der ſchon insaleine von 132,000 Tasls(1,056,000 Franken) abgeſchloſſen huͤt, um