Jäir. Nr. 33.]
hen Grafen
icte dieſer, ſeu Prinzen ſo lange ſchwediſchen mögt JIhr grimmiger
zurück und auch Cäci⸗ ger ſchneei⸗ erab. Im t die große rPringoſſin uf;, übergab epfes ſeinen enem Jubel, n. Bauges denn nicht s kommende vorden; und e Schweif⸗ hen befeſtig es Wort zur wirklich eine y, die Zei⸗ rbrachte er ann ſpraug d Schwert hen Manttl
F.
en Waldpar⸗ m Niemand r Olufseiche ſahte er di —
ritte
ganze Umgebung, und als er Gewißheit gewonnen, daß von keiner Seite ein Lauſcher nahe, ſetzte er ſich erwartungsvoll auf die Moosbank.
Es währte nicht lange, ſo vernahm man ein leiſes Rauſchen im gefallenen Laub, und loſe, leiſe Tritte nahten. Das Herz ſchlug ihm gewaltig, er zitterte vor ianerer Auf⸗ regung, ſprang auf und trat hinter den Baum. Die Schritte kamen näher, die letzten Büſche theilten ſich, und die Umriſſe einer in faltige Gewänder gehüllten Geſtalt waren bei der tiefen Dunkelheit eben erkennbar. Mit raſchem Schritte flog er entgegen— in leiſem Flüſterton wurde die Loſung gefordert, und die Liebenden lagen feſt umſchlungen Bruſt an Bruſt— glühende Küſſe ſchloſſen ihre Lippen. Es war ein ſeliges Verſinken in ein Meer von Wonne.— Allmählich, leiſe zog er ſie zur Moosbank, zu ſich nieder; aber ihre Hände löſten ſich nicht von ſeinem Nacken, mit ſtürmiſcher Gluth zog ſie den Geliebten feſt an ſich, ſie bedeckte ſeine Lippen mit glühenden Küſſen, daß ihm faſt die Sinne ſchwanden. Ihm bangte vor dieſem lodernden Feuer, er ſuchte ſie zu beruhigen und ſtrich ihr mit der flachen Hand über die heiße Stirn.— Plötzlich zuckte er zuſammen. Wo waren die Flechten an den Schlä⸗ fen, wo die weichen Locken im Nacken! Zitternd forſchte ſeine Hand—— das war ſie nicht! Er ſprang auf und ſuchte ſich loszureißen.
„Wer biſt Du, die Du Dein Spiel mit mir treibſt? Du biſt nicht, die ich hier vermuthet—“
„Still! ſchweigt, Hans!“ flüſterte es entgegen.„Ihr ſeid geliebt, geliebt mit der unendlichen Leidenſchaft des Weibes— o komm und ſchweige!“ Und wieder ſchlang ſie ihren Arm feſt um ſeinen Nacken und zog ihn zur Moos⸗ bank zurück.
Er war wie betäubt. Einen Moment keiner Bewe⸗ gung fähig, lag er willenlos an ihrer Bruſt und fühlte wieder die glühenden Lippen an ſeinem Munde, fühlte einen brennenden Kuß— und erwachte; er ermannte ſich
Folge. 519
und ſuchte ſich loszuringen.„Laß mich, laß mich los, Ver⸗ führerin! hinweg!“ Schon wollte er fliehen, allein ſie erreichte ihn wieder und hielt ihn gewaltſam.
„Hans, Du verſchmähſt meine Liebe!“ rief ſie ſchmerz⸗ lich, aber im Flüſtertone.„So bleib; o, bleibe!“
Der junge Mann wandte ſich ab und ſuchte ſeine Hand zu befreien. Sie hielt ihn krampfhaft und flüſterte ſchnell und drohend:„Fliehen wollt Ihr, mich fliehen, Graf? Bedenkt Euch, hütet Euch, ich kenne Euer Ge⸗ heimniß!“
„Laßt mich, raſendes Weib, ich verachte Eure Drohung.“
„So verachtet ſie um Euretwillen immerhin, aber denkt an Cäcilie!“
„Ha, Cäcilie! Das iſt das Schwert, mit dem ich Deine Schlinge zerhaue! Hinweg, Dein Athem ſchändet ihren reinen Namen!“— Mit Gewalt riß er ſich los und ſtürzte davon, beflügelten Fußes dem Schloſſe zu.
Allein er war zu mächtig erſchüttert, um in die Halle zu den Genoſſen treten zu können, deßhalb ging er am Ufer des Mälarſees entlang, ſeine Sinne in der Kühle der Nacht zu beruhigen. Die widerſprechendſten Vorſätze und Ge⸗ danken jagten ſich in ſeinem Hirn, bis er endlich zum Ent⸗ ſchluſſe kam, den Schleier des tiefſten Stillſchweigens über die nächtliche Scene zu werfen, um ſo vielleicht die aller, dings zu fürchtenden Rachepläne der gekränkten Schöne zu entwaffnen. Freilich wußte er nicht beſtimmt, mit wer er gerungen, aber ſeine Vermuthungen und eine ban Ahnung blieben immer bei einer ihm ſehr wichtigen Pe ſon ſtehen. Indeß aus ſeinem Sinnen ſich aufraffe ſchlug er muthig an's Schwert und hob den Kopf furcht empor. Beruhigt ſchritt er zum Schloß zurück, und e als er in ſeinem Zimmer den langen Mantel und d große Schwert von ſich warf, gewahrte er, daß ihm d Handſchuh der linken Haud fehlte. Das leidenſchaftliche Weib hatte ihn behalten, als er ſich gewaltſam losriß.
dicht unter dem linken Arm hindurchgeht. Er bedeckt dadurch vollkommen die Bruſt, läßt aber den linken Arm frei und nackt, da ſie deſſen ungehinderte Bewegung zu ihrer Spindel brauchen.
Ueber dieſen Rock tragen ſie dann noch eine Art Schulter⸗ tuch, faſt wie die Mädchen der Südſee, aber ebenfalls von dem
dunkeln blauwollenen Stoffe, das ihre Arme vollſtändig bedeckt
und ſie warm hält. Die Haare hält das Stirnband zuſammen, doch flechten ſie dieſelben auch noch in zwei bis unter die Schul⸗ terblätter reichende Zöpfe, die aber unten ſtets offen ſind. Natür⸗ lich gehen ſie barfuß. Die Männer gehen ebenſo einfach gekleidet. Sie haben dunkelblaue, eng anliegende Hoſen, ein Tuch um die Hüften, wie die Pareu der Südſee, aber ebenfalls von dem dun⸗ keln blauwollenen Stoffe, und den Poncho. ſchwarzen und ſtraffen Haare binden ſie ein dunkles ſchmuckloſes Band; die Füße ſind nackt, und ſteigen ſie zu Pferde, ſo ſchnallen ſie die Sporen eben an den nackten Fuß.
Merkwürdiger Weiſe iſt die Hautfarbe aller dieſer Indianer, nur mit Ausnahme einzelner, die aber wahrſcheinlich weiter von Süden ſtammen, außerordentlich hell. Sie ſind kaum um einen Schatten dunkler, als die Chilenen, und nur die Geſichtsform trägt ganz den Typus des nordamerikaniſchen Indianers. Ich habe Indianer hier geſehen, die neben einem richtigen ſonnver⸗ brannten deutſchen Bauer hätten für weiß gelten können.
Heute Abend blieb mir aber nicht mehr Zeit zu weitern Be⸗ trachtungen, denn ein wilder Schrei, der plötzlich von außen in unſere Hütte tönte, ſtörte Alles auf.„Der Kazike!“ ſagte einer der Chilenen, und die Frauen ſchürten das Feuer heller und breiteten ein paar Felle und einen Poncho darüber an einer anderen Seite aus. Draußen in der ſtockfinſtern Nacht klapperten die Hufe eines
Um die langen
Pferdes, wieder der Schrei, der aus gar keiner menſchlichen Kehle zu kommen ſchien, dazu das laute Gebell oder vielmehr Geheul der Hunde, und während das einfache Bret umfiel, welches zum Theil die Thüre bildete, und draußen in den Schlamm patſchte, füllte die breite kräftige Geſtalt des alten Kaziken den Eingang. Dort blieb er etwa eine halbe Minute ſtehen und ſtierte mit ſeinen glanzloſen, trunkenen Augen rund um das Feuer herum. Uns Fremde ſchien er aber doch dabei bemerkt zu haben, denn er raffte ſich plötzlich zuſammen, that ein paar feſte Schritte vor⸗ wärts, erreichte einen ihm raſch hingeſchobenen Sitz und ſtarrte wohl eine Viertelſtunde lang, ohne eine Wort zu ſprechen, die bei⸗ den Hände auf die naſſen Kniee geſtützt, finſter in die vor ihm aufzüngelnde Flamme. Seine Frau bog ſich jetzt zu ihm nieder und meldete ihm wahrſcheinlich officiell unſere Anweſenheit, ohne daß er jedoch auch nur durch ein Zeichen verrieth, er höre, was ſie ihm ſage. Endlich ſtammelte er einige Worte, und ich wurde bedeutet, daß ich vortreten ſolle, der Kazike wolle mich begrüßen.. Natürlich folgte ich ohne Weiteres dem Befehle und blieb vor dem alten Indianer ſtehen, der mich einen Moment von Kopf bis zu Füßen betrachteie.„Aleman?“ fragte er dann mit etwas ſchwerer Zunge.—„Si!“—„Bueno!“ Die Deutſchen ſind bei den Indianern nicht ungern geſehen, und er reichte mir ſeine naſſe Hand(der ganze Mann troff noch von dem draußen niedderfluthen⸗ den Regen), die ich ihm derb ſchüttelte. Augenſchein lich wollte er noch irgend etwas ſagen, aber es mochte wohl nicht reecht gehen, er fühlte vielleicht, daß er ſich möglicherweiſe eine B löße geben könnte, und brach kurz die Audienz ab. Er zog ſeine Hand zurück, winkte mir huldvoll und nicht ohne Wuͤrde, daß ich


