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Uovellen-Zeitung.
bedeckt und glühend vor Zorn.„Verruchter! Tölpel!“ hinein und fand ſich zufällig neben dem zierlichen Grafen
polterte der Prinz heraus, als er ſich wieder aufraffte. „Er hat mich angeritten, der Hochverräther! wer war es?“
„Still, Erich!“ gebot der König.„Was fluchſt Du einem Zufall, einem Ungefähr, wofür Keiner Rechenſchaft zu geben vermag. Danke Gott, daß Du keinen Schaden genommen.“ Der König wandte ſich an das Gefolge:
„Wer war der junge Mann auf dem Fuchshengſt?“
„Mein Bruder Hans, Majeſtät,“ ſagte Edzard mit
einer entſchuldigenden Bewegung.
„Ei, ſo muß der Odin geſcheut haben, denn noch kürz⸗ lich ſah ich Euren Bruder den Hengſt auf der Reitbahn tummeln, daß es ein wahres Schauſpiel war. Bei Gott, ein ſchmucker Reiter! Auch dem Beſten kaun ein Unglück begegnen, meine Herren.“
Der Kronprinz ſchickte ſich au, ſoeben ein andres Pferd, das man ihm vorgeführt, zu beſteigen, als Hufſchlag er⸗ tönte, und Graf Hans, das Pferd des Prinzen am Zügel, in langem Galopp zurückgeſprengt kam. Dicht vor dem König parirte er auf der Stelle, ſprang zur Erde und ver⸗ neigte ſich tief:
„Verzeihung, Majeſtät! mein Pferd ging durch.“ Als der König ihm freundlich zunickte und weiter ritt, ſuchte ſein Auge den Kronprinzeu und mit entſchuldigendem Tone ſagte er:
„Hoheit, ich war ſchuld an Ihrem Falle, da ich, nicht Herr meines Pferdes, Sie ſtreifte. Vergeben Sie mir, und dem Himmel ſei Dank, daß Sie keinen Schaden ge⸗ nommen!“
Der Prinz blitzte ihn wüthend an, ſagte aber nur kurz: „Es iſt gut— gebt mir meinen Rappen wieder.“ Dabei ergriff er die Zügel des Pferdes, ſchwang ſich in den Sat⸗ tel und ließ den jungen Mann ſtehen.
Die Jagd zog weiter. Hans ritt in den Zug
Hoya.
„Ihr ſeid gut davongekommen, Graf!“ lachte dieſer, fügte aber dann leiſe hinzu:„Mit dem ſchwarzen Prinzen habt Ihr's auf immer verdorben, hütet Ench, ſo lange Ihr in ſeiner Nähe ſeid. Haben wir den ſchwediſchen
Staub von unſern Füßen geſchüttelt, dann mögt Ihr
über den wüthenden Berſerker lachen, der noch grimmiger die Zähne fletſcht, als ein ſchwediſcher Bär.“—
Mit der ſinkenden Sonne kehrte die Jagd zurück und manche Reiherfeder ſchmückte Barett und Hut; auch Cäci⸗ liens Falke war glücklich geweſen, denn ein langer ſchneei⸗ ger Reiherbuſch nickte auf die blonden Locken herab. Im Schloßhof trennte ſich die Jagd; der Hof ſchritt die große Freitreppe hinan, und als die weiße Feder der Prinzeſſin im Portal verſchwand, athmete Johann tief auf, übergab ſein Pferd dem Diener und ging geſenkten Kopfes ſeinen Gemächern zu. Es war nichts mehr von jeuem Jubel, von der ſtürmiſchen Herzensfreudigkeit in ihm. Bauges Zagen, Zweifel hatten ſich ſeiner bemächtigt, denn nicht ein Wort, nicht die leiſeſte Andeutung über das kommende Ereigniß war ihm ſeitens der Geliebten geworden; und doch hatte er ihr den Falken gebracht, hatte die Schweif⸗ federn des erbeuteten Reihers an ihrem Hütchen befeſtigt — wie leicht hätte ſie daher ein unverfängliches Wort zur Frage geſtalten können!— Sollte das Ganze wirklich eine Myſtification, eine Schlinge ſein?— Unmöglich; die Zei⸗ chen waren ja untrüglich.— So zweifelnd verbrachte er eine Stunde im Dunkeln auf ſeinem Zimmer, dann ſpraug er auf, ſchuallte das Wehrgehäng mit Dolch und Schwert um die Hüften, warf den langen weißen frieſiſchen Mantel um die Schultern und ſchritt dem Schloßpark zu.
Nachdem er einige Gänge durch die düſteren Waldpar⸗ tieen gemacht und ſich überzeugt hatte, daß ihm Niemand folgte, bog er in die dichten Bosquets an der Olufseiche ein. Es war Alles ſtill. Vorſichtig durchſuchte er die
ihrer Art, überall, und nur die Enten ſchienen zeitweilig geduldet zu ſein; denn wenn einer der Hunde— was fortwährend vorfiel — Hiebe bekam, gingen ſie jedesmal in ordentlicher Reihe ſchnat⸗ ternd zur Thüre hinaus, kamen aber auch eben ſo geſchwind wie⸗ der herein.
An Geſellſchaft fehlte es alſo nicht; die Hütte war aber nach ſtillſchweigender Uebereinkunft ſo abgetheilt worden, daß die Fa⸗ milie und überhaupt alle ſpäter hinzukommmenden Indianer auf der rechten Seite des Hauſes blieben, während die Chilenen, die ſich ebenfalls dort als Gäſte befanden, die linke occupirten. Auf dieſer hielten wir uns deßhalb ebenfalls, ſchichteten unſer Gepäck, ſo eng es ging, zuſammen, hingen Sättel und Zäume außer dem Bexeich der Hunde und Ratten, und kauerten uns dann zum Feuer nieder, wo ein paar junge Mädchen uns ſchon ein paar Hißr durch nisdrige, mit Schaffellen belegte Bänke hergerichtet
atten. Draußen peitſchte indeſſen der Regen auf's Dach, es war
dazu dunkel georden, und der Platz hier im Innern ſo unge⸗
müthlich, wie er möglicherweiſe ſein konnte. Aber was half’s? Ich war ja auch darauf vorbereitet, ein wildes und rauhes Leben zu führen, und daß es hier beginnen müſſe, hatte ich vorher ge⸗ wußt.
Glücklicherweiſe lag trockenes Holz genug im Hauſe, mit dem wir nichts weniger als ſparſam umgingen. ſt
von denen immer das mittelſte aus weißen
dies vielleicht eine Auszeichnung der Kazikenf von Kopforden, den die
Namen nach dem Chriſtenthume an, und ſelbſt die Kaziken haben nur eine Frau), die älteſte Tochter, die Schwägerin derſelben und drei junge Dinger, reifende Backfiſche. Die drei erwachſenen Damen waren dabei vollkommen gleich gekleidet, und beſonders fiel mir ein Perlenſchmuck auf, den ſie um die Stirn wie ein Dia⸗ dem trugen. Es war ein ſchmales, etwa zwei Zoll breites Band, auswendig mit Perlen in Form ineinander liegender Dreiecke geſtickt, Perlen beſtand. Bei der That auch ſo aus, als glaubte damals, daß
frauen ſei, eine Art Männer verdient oder nicht verdient hätten, und der in einem der europäiſchen Cultur vorausgeeilten
ungewiſſen Beleuchtung ſah es denn in der ob ſie alle ſchmale Kronen trügen, und ich
Zuſtande auch auf das ſchöne Geſchlecht überginge— eine Sache,
zu der wir es in Deutſchland auch noch einmal bringen werden. Später ſah ich, daß ich mich darin geirrt, denn jedes alte Weib in der ganzen Nachbarſchaft trug den nämlichen oder einen ganz ähnlichen Schmuck, der ihnen übrigens in den ſchwarzen Haaren gar nicht ſchlecht ſtand. 4 A ls heneder war ein recht hübſches Mädchen, vielleicht ein klein wenig zu fett, aber mit einem runden gemüthlichen Ge⸗ ficht, das recht gut einem deutſchen derben Bauernmädchen hätte gehören können. Sie trug dazu um den Hals eine wahre Unzahl
Dann ſtopfte ich mir von Perlenſchnüren, die wenigſtens vier oder fünf Pfund wiegen
meine Pfeife(Cigarren ſind zu fein für einen ſolchen Platz), lehnte mußten; ſchon ein werthvoller Schmuck, wenn man berechnet,
mich an einen der Strebebalken und blies den blauen Rauch reſig⸗ nirt in den andern Qualm hinein.
Mir gegenüber ſaßen die weiblichen Bewohner der Hütte, die Frau des Kaziken(denn dieſe Indianer gehören wenigſtens dem
das Pfund in Valdivia einen Dollar koſtet..
Die Tracht der Frauen iſt kleidſam praktiſch, einfach und züchtig. Sie tragen eine Art Rock von blauem Tuch, der bis auf die Knöchel hinabgeht und über die rechte Schulter hinüber, aber
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[VIII. Jahrg.
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