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Nr. 33.] Dritte Folge. 517 durchzogen— er trat haſtig in ſein Zimmer. Schnell ſie Prinzeſſin und eine Waſa, feurig und raſch von Ent⸗
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faltete er das Tuch auseinander und mit freudeſtrahlen⸗ dem Auge gewahrte er einen Streifen Papier daran be⸗ feſtigt. Er überflog die Zeilen, und ein heller Jubelruf entrang ſich ſeiner pochenden Bruſt. Dann las er nochmals und endlich laut:„Graf Hans! Eine Stunde nach Son⸗ nenuntergang ſeid dort, wo Ihr eine Stunde nach Sonnen⸗ aufgang waret. Die Loſung heißt: Oleanderblüthe.“
„O Du, meine Cäcilie! Du biſt es, Du liebſt mich, Du willſt Dich mir vertrauen!— Kein Zweifel; nur ſie hat mich an der Olufseiche geſehen— ſie allein wachte; ich ſah ihr reizendes Antlitz von den erſten Morgen⸗ ſtrahlen umfloſſen. O mein Gott! welch Glück, welche Seligkeit!“
Während er ſo fortjubelte, kam Euro, bereits ge⸗ wappnet und gerüſtet, herein. Sogleich flog Hans ihm mit der großen Neuigkeit entgegen und hielt ihm frohlockend den Zeitel hin.
Enno ſtutzte, zog die Brauen bedenklich zuſammen und ſagte:„Hans, ſei auf Deiner Hut; ich fürchte, das iſt nicht ganz richtig— das iſt vielleicht eine Falle.“
„Wo denkſt Du hin? Nur ſie kann wiſſen, wo ich heute Morgen war, und der königliche Page in Blau und Gelb— es iſt kein Zweifel möglich.“
„An Höfen haben alle Fenſter Augen und alle Wände Ohren.“
„Aber die Oleanderblüthe—“
„Kann auch verrathen ſein.“
„Nun, dann ſieh dies Tuch, das ſie mir zum Unter⸗ pfande ſendet. Hier ſteht mit Goldfäden unter der Königs⸗ krone hineingewebt: Cäcilie.“
„Hm, das iſt freilich bemerkenswerth— und doch halte ich die Sache zu gewagt, als daß ein junges Mädchen, das kaum dem Präceptor entwachſen, ſich dazu aus eige⸗ nein Antriebe entſchließen könnte.“
„Aber alle Anzeichen ſind untrüglich— zudem iſt
ſchluß.“
„Nun gut, thu was Du willſt, und haſt Du Hülfe nöthig, ſo kannſt Du auf mich zählen.— Aber horch! das Signal ertönt— komm, ſchnell auf's Pferd!“—
Die Jagd zog aus. Der greiſe König, die blond⸗ lockige rothwangige Königin zur Seite, vorauf, als zögen Winter und Frühling vereint durch's Gefilde. Damen
und Herren auf prächtig gezäumten Pferden, die zahmen
Falken auf der Hand, Läufer und Pagen zur Seite, und die Falkoniere mit den gefeſſelten und behuteten Raubvö⸗ geln, gefolgt von dem Dienertroß. Fröhlich erklangen die Hörner, und das Volk von Stockholm begrüßte mit lautem Jubel den königlichen Zug. So ging es dahin über die Mälarbrücke zur bewaldeten Höhe, zur ſtillen Reiher⸗ bucht.
Graf Hans ließ Cäcilie nicht aus dem Auge, und manch glänzender Blick traf den jungen Cavalier. Als
der Zug auf der Waldbahn ſeine ſtrenge Ordnung löſte,
trieb er ſein Roß an ihre Seite, um womöglich ein Wort des Einverſtändniſſes zu wechſeln. Aber ſtets miſchte ſich die Oberhofmeiſterin in das Geſpräch und wußte geſchickt daſſelbe fortwährend getheilt und allgemein zu erhalten. Wem aber das Herz voll zum Ueberſtroͤmen und der Mund gezwungen die alltäglichſten Dinge zu ſagen, der fühlt ein beäugſtigendes Mißbehagen, dem zu entrinnen, wie Ret⸗ tung aus drohender Gefahr erſcheint. Deßhalb drückte der junge Oſtfrieſe plötzlich ſeinem feurigen Pferde unbe⸗ merkt die Sporen in die Flanken, daß es wie ein Pfeil von dannen flog, die Spitze des Jagdzuges durchbrach und auf der breiten Waldbahn dahinraſte. Der ganze prächtige Zug war in Unordnung gerathen, die Pferde bäumten, galop⸗ pirten, und ein herreuloſer Renner ſtürmte dem flüchtigen Reiter nach.
Der König und mit ihm der ganze Zug hielt. Am Boden lag der Kronprinz, über und über mit Staub
auf'’s Neue voll nach Norden herumgegangen ſei, und es dauerte nicht lange, ſo ſchlugen die großen ſchweren Tropfen auf uns nie⸗
der— und wir blieben ſitzen.
Damit war mir aber nicht gedient; ich ſprang aus dem Sat⸗ tel, warf einen meiner Ponchos darüber und führte mein Pferd unter den nächſten noch dicht belaubten Apfelbaum, hing dann den andern Poncho um und ſetzte mich auf einen umgeſtürzten Trog, die Entwickelung dieſer läſtigen Etiquette abzuwarten.
Dicht neben der Wohnung des Kaziken ſtand noch ein kleine, erbärmliche Hütte, in der zwei chileniſche Familien wohnten. Die eine von den Frauen, die trotz der Nähe aller Flüſſe und Lagu⸗ nen Waſchwaſſer jedenfalls nur dem Namen nach kannte, kam zu uns heraus und brachte mir eine Schüſſel Kartoffeln in der Schale, wofür ſie ſich etwas Achi(rothen ſpaniſchen Pfeffer) aus⸗ bat und ſich zugleich theilnehmend erkundigte, ob ich auch mit Ta⸗ bak verſehen ſei. Ich gab ihr etwas von Beidem, denn um ſonſt darf man unter dieſen Kindern der Natur nichts erwarten. Wäh⸗ rend ich aber noch die Kartoffeln im Regen verzehrte, denn ich hatte den ganzen Tag noch keinen Biſſen gegeſſen— kam der Burſche aus dem Hauſe zurück, und mein Führer erklärte mir jetzt, daß wir eintreten könnten, die Wohnung ſtände zu unſerer Ver⸗ fügung.
Das war wenigſtens Etwas. Wir ſattelten raſch ab, daß Ladung und Reitzeug in’s Trockene kamen, mein Führer nahm mit Hülfe des Burſchen die indeſſen vollſtändig abgekühlten Thiere in den nächſten Cerco oder Weideplatz, und ich ſelber be⸗ trat aus dem jetzt herniederfluthenden Regen heraus das Haus, das ich, wie ich damals freilich glücklicherweiſe nicht ahnte— Wochen lang bewohnen ſollte.
Der innere Raum mochte ungefähr 20 Fuß Tiefe und 25 Fuß Breite haben. In der Mitte war ein großes Feuer angeſchürt, das ſeine Funken zu dem mit ſchwarz glänzendem Ruß überzoge⸗ nen Kilaboden hinaufſandte. An der rechten Seite waren einige rohe, mit Fellen gedeckte Bettgeſtelle aufgeſchlagen, links ſtanden ein paar trockene, wie ich ſpäter fand, mit Weizen gefüllte Ochſen⸗ felle und verſchiedene kleine Schichten von Schaffellen verriethen die Stätten, wo Abends an der Erde die verſchiedenen Betten aufgeſchlagen wurden. Im ganzen Hauſe herum hingen dazu, an befeſtigten und grau geräucherten Stecken Sättel, Zäume, Laſſo's und Ueberhoſen von roh gegerbter Haut. Selbſt ein Fiſchnetz war in der einen Ecke untergebracht, und das Ganze glich auf das Haar einer ſchmutzigen Rumpeltammef, in der ſeit Jahren nicht aufgeräumt worden.
Die lebenden Bewohner der Hütte, das heißt die ſichtbaren, nahmen aber bald meine volle Aufmerkſamkeit in Anſpruch, und ich fand, daß die jetzt anweſende kazikliche Familie aus der alten Dame des Hauſes beſtand— einem ſo ſchmutzigen Geſchöpf, wie ich es je geſehen—, dann aus zwei ganz kleinen Kindern, die ſich in der Aſche herumwälzten, zwei größeren Mädchen von vielleicht ſieben bis acht Jahren, der Kronprinzeß, die etwa achtzehn zählen mochte und dick und fett war, einer jungen Frau mit zwei anderen Kindern, einem Manne, der in der Ecke auf dem Bett lag und krank ſchien, drei Chilenen, die an der linken Seite des Feuers ſaßen, und außerdem aus zehn Hunden, fünf Katzen, drei Enten, eine Truthenne mit ſieben Jungen und ſieben oder acht Hühnern.
Die Katzen lagen in der warmen Aſche, die Hunde viſitirten theils die Kochtöpfe, theils unſer Gepäck, die Hühner waren, nach
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