VIII. dan
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Oſtfrieſen. D hörbar:„Ie
dräfin, Ihr hu Bedenklichkeit⸗
irren der Hum decke wieder. U d ſchwangen! ſter und Pagen
id zu trug a Krieg und Fe u, fluchte auf d he Sippſchaft, Frieden.
Guſtav“ ſag
1 „Mei
Ende der Taj des Antichriſt,di König Guſt Mo Ko eBecher und Ko keergetrunken
ig wieder in d
Nr. 32.]
Geſſel ſinken. Es war Herzog Franz von Sachſen⸗Lauen⸗ zurg, Bruder der erſten Gemahlin König Guſtav's, im geiligen römiſchen Reich als tapferer Trinker berühmt, tenn noch hatte man keinen Stiefel gefunden, den er nicht nänniglich geleert hätte.
„Meiner Treu, hätten wir im Reich ſolchen Mann, inen andern Guſtav, ſtünd's beſſer um die reine Lehre,“ uhm ein kleiner zierlicher Herr das Geſpräch wieder auf und wirbelte den keck emporgekräuſelten Schnurrbart zwi⸗ ſhen den Fingern.
„Wohl wahr, Graf Hoya,“ antwortete der Herzog. Kurfürſt Moritz hätte nicht bei Sievershauſen in's Gras ſeißen müſſen— das war unſer Mann.“
Graf Hoya, zur Zeit weltlicher Inhaber des Biſchof⸗ fuhls von Osnabrück, nickte zuſtimmend und erwiderte: Freilich, der Moritz von Sachſen klopfte dem Carl den ilten Fuchspelz gehörig. Der hätte kein Reservatum ecclesiasticum zugegeben.“
„Und dann beſäßet Ihr Osnabrück für immer!“ be⸗ ſätigte lächelnd ein ſchwarzer langaufgeſchoſſener Jüng⸗ ing, der neben dem Herzog ſaß und das unſtäte, düſtere Auge beſtändig umherirren ließ. An der langen geraden Raſe und dem ſtark vorgeſchobenen Kinn erkannte der zufmeerkſame Beobachter den Waſa, und ein ſolcher war 8— Erich, Kronprinz, der einſtige Erbe des ſchwediſchen Reichs.
„Weun Moriitz noch lebte, wäre der Habsburger, der Ferdinand, nicht Kaiſer geworden,“ entgegnete der
berzog.
„Nun denn, dieſen Humpen dem Gedächtniß des Kur⸗ fürſten Moritz von Sachſen!“ rief der Kronprinz und ſieß den leergetrunkenen Pokal kräftig auf den Tiſch.
Während der Toaſt durch die Halle donnerte, ſchritt iine hohe ſchlanke Geſtalt an der Tafel entlaug. Es war ein junger Mann von etwa zwanzig Jahren, den man auf den erſten Blick für den Sohn Guſtav Waſa's erkannte,
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ſo ſehr glich er dem Vater. Blonde Locken fielen auf den langen ſchlauken Hals, und ein auffallend langer blonder Bart umfloß in weichen Wellen Lippe, Wange und Kinn. Der Ausdruck des Geſichts war ernſt; in den großen blauen Augen lagerte ſogar ein Schatten von Melaucholie. Es war Prinz Johann, der zweite Sohn Guſtav's, von deſſen zweiter Gemahlin, Margaretha Löwenhaupt. Am obern Ende der Tafel ſchob er einen Seſſel neben ſeinen Stiefbruder, den Kronprinzen, und als der Lärm des Toaſt's verklungen war, ſagte er beſcheiden:„Aber Kur⸗ fürſt Moritz hat nicht ehrlich gehandelt— um des Kur⸗ huts willen verrieth er ſeine Bundesgenoſſen.“
„Wie? wer wagt das zu behaupten?“ brauſte der Kron⸗ prinz auf und fuhr erſtauut zurück, als er ſeinen Bruder neben ſich ſah.
„Ei, Herr Neffe! Prinz Johann!“ gurgelte der Herzog. „Recht, daß Ihr mal in die Trinkſtube kommt— Page, fülle die Becher.“
„Ich danke Euch, Ohm, ich trinke nicht.“
„Wie, Ihr wollt nicht trinken, hier in der Trinkſtube?“ Nun, was wollt Ihr denn hier?“
„Streiten— mit mir ſtreiten!“ ſpottete der Kron⸗ prinz.„Aber mit Deinen katholiſchen Anſichten kommſt Du hier nicht zurecht— wir ſind hier alle gut prote⸗ ſtantiſch.“
„Das bin ich auch, Erich,“ entgegnete der Prinz ruhig.„Deſſenungeachtet verrieth Moritz doch den ſchmalkaldiſchen Bund, und vor Magdeburg den Kaiſer dazu.“
„Hört! hört den Papiſten!“ höhnte Erich.
„Brüder, liebreiche Brüder— laßt den Streit,— der Johann wollte uns noch den Zweck ſeines Kommens ſagen.“
3„So iſt es,“ entgegnete Prinz Johann gelaſſen.„Der König fragte nach dem Kronprinzen. Ich glaube, er wünſcht ſich bald zurückzuziehen.“
wurde, in dem ich die Nacht zubringen ſollte. Das war kein Spaß, und ich proteſtirte dagegen, aber es half nichts,— Geld hatte ich ebenfalls nicht bei mir, denn mit Geld läßt ſich viel aus⸗
ichten, und ich verſprach der Schildwache auf morgen eine Be⸗
ſohnung, wenn ſie mir nur wenigſtens einen alten Poncho ver⸗ ſchaffte, mich darauf auszuſtrecken.
Das geſchah; eine kurze Thonpfeife und Tabak mit Stahl und Schwamm führte ich glücklicherweiſe bei mir, und während ich mir die Pfeife anzündete und mich auf dem Poncho ausſtreckte, fiel die Thür hinter mir in's Schloß, und der vorgeſchobene Riegel ſcnitt meine Verbindung mit der Welt und Freiheit— auf zwölf Stunden ab.
Ich müßte übrigens lügen, wenn ich ſagen wollte, daß ich aer irgend traurig geſtimmt geweſen wäre, die Sache ſelber hatte dlanche komiſche Seite, und da mich der nächſte Morgen befreien mußte, war es eben weiter nichts, als„eine Nacht in der Cale⸗ bouſe“.— Aber nichtswürdig kalt wurde es. Ich dampfte aus
„. Libeskräften meinen Tabak, konnte mich aber zuletzt nicht mehr zn wärmen. Die Kälte ſchlug aus dem Backſteinboden herauf und don den feuchten Wänden nieder, und zog mit einem Strom wah⸗
re Eisluft durch ein ſchmales Eiſengitter in der Thür. Von 1l bis 2 Uhr etwa ſchlief ich gut, meinen eigenen Arm zum Kopf⸗ tiſſen, dann aber weckte mich die Kälte; ich konnte nicht wieder einſchlafen und dankte Gott, als der Morgen endlich langſam, aßer licht anbrach.
Unſere verſchiedenen Ställe wurden jetzt geöffnet, damit wir
den Hof gehen konnten, um„friſche Luft“ zu ſchöpfen, während
das Stubenmädchen(ein baumſtarker Kerl mit einer ſechs Fuß
längen Kette am Bein) unſere Quartiere ausfegte.
Wir Anderen— es waren noch fünf Chilenen da, die eben⸗ falls eine Prügelei gehabt hatten— mußten dann in eine Art von Corridor treten, wo unſere Namen aufgeſchrieben wurden— und es verſteht ſich von ſelbſt, daß ich mir ein alias fabricirte.
Als wir in den Hof zurückkamen, ſah ich unſer Stubenmäd⸗ chen wacker an der Arbeit, in dem Kehrichthaufen herumzutram⸗ peln und mit den Füßen zu ſcharren. Ich ging näher und fand ihn emſig beſchäftigt, eine Unzahl Flöhe todt zu treten, die unbe⸗ hülflich in dem Kehrichtſtaube herumkrochen.
Meine Maule⸗Freunde waren indeſſen bei dem Subdelegaten geweſen, mich ſobald als möglich frei zu machen, aber der ſtreng gerechte Richter behauptete, vollkommen in ſeinem Rechte, daß vor dem Geſetz Alle gleich ſeien, und ich mit den übrigen Gefangenen um zehn Ühr zu ſeinem Hauſe zu kommen hätte, dort den Ent⸗ ſcheid zu hören.
Bis zehn Uhr, es war noch eine lange Zeit, und mein Tabak vollſtändig aufgeraucht— aber ſie verging auch, und das Einzi ge wollte mir nicht behagen, mit einem Polizeidiener durch die Stadt zu marſchiren. Das arrangirte ſich jedoch noch Alles auf's Beſte, denn die Polizei war darin wirklich human. Der Soldat, der uns zum Subdelegaten geleitete, ließ die Chilenen eine Strecke vor ich hergehen, und ich folgte ihm etwa 30 oder 40 Schritt, als ob mich die ganze Sache weiter nicht das Geringſte anginge.
So erreichten wir endlich das Haus des Subdelegaten, muß⸗ ten dort noch etwa eine Viertelſtunde antichambriren, bis der Herr fertig gefrühſtückt hatte, und kamen dann Alle auf ein⸗ mal vor.
Er ſaß in ſeinem Arbeitszimmer an einem Schreibtiſche und


