Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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der Gegenſtand ihres Geſprächs zu ſein, bis die Prinzeſſin

wieder an der Seite eines Cavaliers in den Reigen eintrat.

Die Gräfin blieb auf ihrem Platz; ihre Augen ſchienen den früheren Tänzer noch nicht freigegeben zu haben ſie folgten jeder Bewegung deſſelben. Endlich verſtummte das Orcheſter ſie ſtand auf und murmelte vor ſich hin:

Nun will ich ſehen, ob dieſes Intereſſe nur einſeitig iſt. Sie ſtreifte dicht an dem Grafen Hans vorüber und warf ihm einen feurig freundlichen Blick zu. Sogleich trat die⸗

ſer an ſie heran und ſagte:Gräfin, ſchenkt mir noch

einen Tauz! Niemand tanzt ſo mit Leib und Seele,

wie Ihr.

Graf, Graf! Ihr ſchwärmt! drohte ſie kokett mit dem Fächer;und wenn ich auch gern mit Euch tanzte, ſo brauchte das doch nicht alle Welt zu wiſſen. Wir Frauen müſſen ſchon etwas zurückhalten.

Wer wird darauf achten, daß wir zwei Tänze mitein⸗ ander tanzen?

Junger Mann, wie wenig kennt Ihr den Hof die Welt! Aber ſchaut dorthin meine Pflegebefohlene! Iſt ſie nicht ein gar reizendes Kind? Sie lenkte den Blick des jungen Oſtfrieſen dem Throne zu und behielt ihn feſt im Auge.

Graf Hans wurde plötzlich ernſt und erröthete tief. Prinzeß Cäcilie, meint Ihr? ſagte er mit leichtem Be⸗ ben in der Stimme. Ein feuriger Strahl ſchoß aus dem Auge der Gräfin, doch entgegnete ſie ruhig:

Sie iſt die Anmuth ſelbſt, Graf Hans mit der Prinzeß Cäcilie tanzt!

Der Cavalier erröthete noch mehr und ſchlug den Blick zu Boden. Jetzt erſchien er wie ein blödes Mäd⸗ chen; ſein kecker, herausfordernder Uebermuth war plötzlich dahin.

Die Gräfin preßte die Lippen feſt zuſammen, verbarg ihren Unmuth aber unter fröhlichem Lachen:Ich glaube

Uovellen-Zeitung.

gar, Ihr fürchtet Euch vor der jungen Prinzeß! Haha!

VIII. Jahrg.

ein Geſicht, wie der arme Sünder! Nun, im Tanm

verliert ſich die Demuth vor der königlichen Hoheitt

Hahaha! Sie eilte fort, ohne eine Antwort zu er⸗ warten.

Der junge Mann hob langſam das jetzt ernſte, faſt trübe Auge und ſchaute der Gräſin nach. Als ſie die junge Prinzeſſin erreichte, flog der Blick derſelben durch den weiten Saal und traf das Auge des Oſtfrieſen. Die⸗ ſer zuckte zuſammen und flüſterte kaum hörbar:Ver⸗

gebens! Alle Mühe vergebens. Gräfin, Ihrehabt es ſelbſt gewollt. So fahre denn hin, Bedenklichkeit es ſei!

Er tanzte den folgenden Tanz mit Cäcilie Waſa.

Während man heiter und fröhlich im bunten Durch⸗ einander ſich des Feſtes im großen Thronſaale erfreuten ſcholl aus einem langen Seitengemach, wenn hin und wie⸗ der die Thür ſich öffnete, nicht geringerer Jubel. war der Speiſeſaal, jetzt die nordiſche Trinkſtube, und lau⸗ tes Geſchrei, wildes Gelächter, das Klirren der Humpen und Becher ſchallte von der gewölbten Decke wieder. Um eine lange Eichentafel ſaßen die Zecher und ſchwangen die

Hier

it. 32.

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ſilbernen Pokale, während die Kellermeiſter und Pagen die mächtigen Schleifkannen füllten und ab und zu trugen. Dabei ſprach man laut und lebhaft von Krieg und Frie den, von Papſtthum und Reformation, fluchte auf den alten Kaiſer Carl und die ganze ſpaniſche Sippſchaft, auf den Ferdinandus und den Augsburger Frieden.

Da lob ich mir den weiſen König Guſtav! ſagte eine heiſere Stimme mit gurgelndem Fettlaut.Meine hohen Herren, fuhr der Sprecher fort und erhob mühſam den ſehr umfangreichen Leib am obern Ende der Tafel, meine Herren, es gilt dem Bekämpfer des Antichriſt, dem Befreier vom römiſchen Joch: Vivat! König Guſtav! Ein donnerndes Hoch antwortete, und die Becher und Kan⸗

nen klirrten. Der Redner gab den leergetrunkenen

Humpen dem Pagen und ließ ſich bedächtig wieder in den

manchmal zu ſchaffen. Ich wäre jedenfalls der Letzte, der etwas Derartiges verſucht hätte, meiner Haut mußte ich mich aber wehren, und ein Paar glücklich geführte Stöße ſandten den einen der Burſchen rechts und den anderen links in die Straße nieder.

Der Eine fiel wie todt zurück und lag mit weitausgeſtreckten Armen im Mondſchein, und ich hätte jetzt ganz ruhig meiner Wege gehen können. Anſtatt aber das zu thun, trat ich thörichterweiſe wieder in die Thür der Wohnung, vielleicht in einem unbeſtimmten Gefühl, die Frauen zu beſchützen. Deer Eine der Matroſen, denn daß es ein ſolcher war, bewie⸗ ſen die ſchauerlichen halb engliſchen, halb ſpaniſchen Flüche, die er ausſtieß, hatte ſich jetzt wieder vollkommen aufgerafft und forderte mich mit ſolchen nichtswürdigen Worten zu einem neuen Kampfe heraus, daß ich Vernunft und Alles bei Seite ſetzte und die Herausforderung annahm. Mein Blut war aber auch indeſſen warm geworden, und nach dem zweiten round lag er wieder auf der Erde.

Indeſſen hatten ſich doch einige Menſchen aus den umliegen⸗

den Häuſern verſammelt, außerdem ſtand der Vollmond hoch und

tagesklar am Himmel, und ich drehte mich jetzt ab meiner Wege zu gehen. Die Umſtehenden konnten das Haus genug beſchützen; der Matroſe war aber ſchon wieder auf den Füßen und kam hinter mir drein, und um mich wirklich nur noch meiner Haut zu wehren, gab ich ihm einen Schlag der ihn bewußtlos gegen die Mauer ſchleuderte. Merkwürdigerweiſe war indeſſen ſein Camerad, den ich noch vor wenigen Minuten auf der Erde geſehen hatte, ſpurlos verſchwunden.

Mir ſelber hätte jetzt nicht das Geringſte im Wege geſtanden,

euhig nach dem Schiff hinunterzugehen, und ich hielt mich auch

nicht länger auf. Unglücklicherweiſe war aber die Frau des einen Burſchen dazu gekommen, lief hinter mir her und ſchrie und jam⸗ merte, ich hätte ihren Mann todtgeſchlagen. Sie ſchrie dazu nach den Serenos, und dieſe merkwürdigen Dienſtboten der Ge⸗ rechtigkeit, die den ganzen frühern Scandal mit der größten Ge⸗ müthsruhe an ſich vorübergehen ließen, waren jetzt auf einmal

freikommen können, denn ein Paar kräftig geführte Schläge wür⸗ den mich leicht von dieſen Säbelträgern erlöſt haben, und daß mich im Laufen Keiner einholte, wußte ich. Aber ich hatte ein vollkommen reines Gewiſſen und wollte mich nicht unnöthiger⸗ weiſe, dazu bei tageshellem Mondſchein, in möglichſt größere Un⸗ annehmlichkeiten verwickeln. Ein Paar Capitäne meiner Be⸗ kanntſchaft waren ebenfalls in der Nähe, um im ſchlimmſten Falle für mich Bürgſchaft zu leiſten, und ich blieb ruhig ſtehen, den durch Pfeifen herbeigerufenen Ofſicier der Wache zu erwarten. Dieſer kam endlich. Statt aber den ordentlichen Verlauf der Sache auch nur anzuhören, verſicherte er einfach, er habe wei⸗ ter gar nichts damit zu thun, als uns auf die Wache abzuliefern. Der Subdelegado würde dann morgen unſern Fall weiter unter⸗ uchen. 1 ſuch Die Capitäne wollten jetzt Bürgſchaft leiſten, daß ich mich morgen früh zur beſtimmten Zeit ſtellen würde; aber Gott de⸗ wahre, die Calebouſe ſollte uns Beide(denn mein Kampfgenoſſe

wurden wir auch jetzt richtig abgeführt.

wie aus dem Boden gewachſen neben mir. Ich hätte jetzt noch

war natürlich ebenfalls feſtgenommen) abkühlen, und dorthin

Für mich ſelber war die Sache unendlich komiſch, und ich hielt ſie für einen vortrefflichen Spaß, bis mir, in der Calebouſe angekommen, ein dunkles, kaltes, ſchmutziges Loch angewieſen

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