ſonſt aber ſah ſie theilnahmlos und faſt trübe in das Ge⸗ wühl, und nichts an ihr verkündete die Königin, außer das Diadem im goldblonden Haar und der hohe Purpurſeſſel zur Seite des Königs.
Jetzt endete der Tanz, und ein junges Paar näherte ſich dem Throne. Der König nickte freundlich und rief entgegen:
„Recht ſo, lieber Graf, daß Ihr Euer jung Gemahl ordentlich im Reigen ſchwingt— das gefällt mir, Herr Schwiegerſohn!“
„Warun ſollt' ich nicht, Majeſtät? Hier in Schwe⸗ den kann ich mich noch zu den Junkern zählen; freilich wird das anders, ſind wir daheim, da müſſen wir den Herrn zeigen.“
„Dann wollen wir Euch recht lange hier behalten, Edzard; der ernſte Herrſcher und Ehemann kommt früh enug.“
3 Nönn, aber vor dem Winter müſſen wir doch im Neſt ſein, nicht, Katharina?“ fügte er lächelnd hinzu und legte ſeine Haud auf den vollen runden Arm, der in dem ſeinen ruhte.
Katharina, die heute ihm angetraute Gattin, erröthete ein wenig und lachte. Sie wan eine volle, üppige nordiſche Schönheit. Dunkelblonde Locken umrahmten ein reizendes Oval, aus dem ein Paar ſanfte dunkelblaue Augen lächel⸗ ten. Die hohe blendend weiße Stirn, die lange gerade Naſe und die vollen rothen Lippen erinnerten an die edlen Züge des Vaters, während das ſanft zurückgezogene runde Kinn im Gegenſatz weibliche Sanftmuth bekundete. Ein
Uoveilen- Zeitung.
[VIII. Jahrg. r. 32.) Vater ſtreichelte ihr die erhitzten Wangen und ermahnte Dieſer ſe nicht zu ſchnell zu tanzen.— Wie ſie aber ſo neben der reigen Sch
Schweſter ſtand, war die Aehnlichkeit zu auffallend, un er Tänzerin nicht ſelbſt dem Vater bemerkbar zu werden; er neigte ſich itt, aber d
zur Königin und ſagte:„Sieh nur, die volle Roſe und Pürlich die Knospe, welche die grünen Sproſſen noch nicht ge⸗„Panadie ſprengt hat.“ ar 6 „Aber dieſe Knospe verſpricht größere Pracht,“ ent. lade uü gegnete die Königin leiſe.— Und ſie hatte Recht. So ſehr mcgten d ſie ſich auch glichen, das ſiebzehnjährige Mädchen und die Freilich zwauzigjährige Frau, die Unterſchiede traten doch ſichtlich ichs nach d zu Tage und waren ebenſoviel Verheißungen höherer Blü⸗ nin, der thenpracht. Größer war die ſchlanke und biegſame Figur, leb.„Schwei
hafter das lichtblaue Auge; das noch in kindlich zierliche ſeich, als ie Flechten geknotete blonde Haar ſchimmerte goͤldiger, und re an Eu⸗ der kleine, zum Lächeln geneigte Mund zeigte ſo wunder⸗ bar ſchöne kleine Zäͤhne— zum Entzücken ſchön! Und welch ein heller Sonnenſchein lag auf dem reizenden Ant⸗h mir dan litz, als ſie mit freundlich blitzenden Augen ihrem Cavalier Ein die Hand zum Tanze reichte! ſnein in „Nil Sture, tanzt ſinnig mit Eurer Jugendgeſpielin,“ runſchlan bemerkte der König,„damit der erſte Ball nur frohe yr in de und freudige Erinnerungen zurückläßt.“ Guſtav nickte 6s Leühelud⸗ und das Paar verſchwand im aufwirbelnden en Reigen. Unter einem hohen, in voller Blüthe prangenden sn Oleander, der eine Ecke des Saals decorirte, hielt ein im adiei Fluge daherſchwirrendes Paar und ließ ſich daſelbſt auf 8 5 3 die Polſter nieder.„Gräfin! Mit Euch brauſt man anlatd
wundervoller weißer Hals entſtieg der mächtigen Spitzen⸗ daher wie die Sturmfluth, und in Wenne wiegt ſich der hann er krauſe, welche die ſchönen Rundungen der üppigen Figur Täuzer auf den hochgehenden Wogen des Reigens.“ Es 4* einen nur leicht verhüllte. Als ſie am Arme ihres Gemahls war ein junger Mann, der dies mit ſchelmiſchem Blick auf aun R vor dem Könige ſtand, trat ſchnell und leicht ihre jüngere ſeine nach Athem ringende Tänzerin ſagte. n un Schweſter, Prinzeſſin Cäcilie, auf den Vater zu und gab„Ei, Graf Hans! Ihr ſtürmt, als gälte es in a ihm freudeſtrahlend die Hand, während ſie das ſtark ge⸗ die Ewigkeit zu tanzen,“ entgegnete die Dame und heftete fin de röthete Antlitz mit dem Fächer zu kühlen ſuchte.— Der das ſchwarze funkelnde Auge feſt auf den Cavalier. 1 ſirs
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Ein humoriſtiſcher fFauſtkampf. außergewöhnlich rein und weich. Ich blieb einen Augenblick an Eunſäuie
5— der Thür ſtehen und ſah im Innern, bei dem trüben Schein eines f uchüg
Der wunderbar thätige Deutſche, der wackere Reiſende, flackernden Talglichts, zwei Frauen, eine alte und eine etwas dir Gerſtäcker, welcher jetzt ſeine letzten„achtzehn Monate in Süd⸗ jüngere— die Sängerinnen. Die Letztere kauerte an dem in der unnd ichte amerika“ beſchrieben*), hat wieder des Merkwürdigen gar vieler⸗ Mitte der Wohnung ſtehenden Brazero oder Kohlenbecken, die rlicht wuß lei erlebt. Wir kommen auf das reiche Ganze zurück; recht ſehr Guitarre vor ſich, und als ſie ihren Vers beendet hatte und mich ſichen Si wird es aber die geehrten Leſer unterhalten, ihren Landsmann auch ſtehen ſah, lud ſie mich ein hineinzukommen und Platz zu egenſah, einmal als Boxer in der Ferne kennen zu lernen. Mit ſeiner nehmen.— 2 I Der humoriſtiſchen Treuherzigkeit erzählt er eine ſolche Scene aus Es iſt das allgemeiner Brauch in derartigen Häuſern, wo twor un Maule in Chili. gewöhnlich Tſchitſcha verkauft wird. Man geht ungenirt hinein, us aller „Maule,“ ſagt er,„ſollte ich nicht ohne ein Abenteuer ver⸗ läßt ſich vielleicht eine Flaſche Tſchitſcha bringen die Damen zu dlich, fr laſſen. Ich war eines Abends in dem franzöſiſchen Hotel in der tractiren, denn gewöhnlich ſpielen junge Mädchen die Guitarre, ete gega Stadt geweſen, eine Partie Billard zu ſpielen, und brach um und die jungen Leute treten dann mit einer der Damen zum Tanz Statt 8 Uhr Abends von dort wieder auf, um an Bord zurückzukehren. an, die Sambacueca auszuführen. U Ge Nicht weit von dem Hotel hörte ich eine Guitarre, und irgend eine Hier ſah es freilich nicht wie Tanz und Feſtlichkeit aus, und ſchanterd weibliche Stimme ſang ein Lied dazu. Nun hört man das genug die Frau begann eben wieder, ohne mich weiter zu beachten, einen- Ioh 3
überall in den ſüdamerikaniſchen Städten. Ich wollte vorüber⸗ gehen, die Melodie des kleinen Liedes, die ich noch nie gehört, war aber wirklich reizend, und die Stimme der Sängerin ebenfalls
*) Leipzig, bei Coſtenoble.
neuen Vers ihres Liedes, als auf der Straße Stimmen laut wurden, die jedenfalls ein Paar Betrunkenen angehörten, i Die Frau hörte mitten in ihrem Spielen auf und horchte, als die Alte ihr zurief, ſie ſolle die Thür ſchließen.„Weßhalb?“ lautete die Antwort,„ſie gehen vorüber.“


