494 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. von Eduard Devrient, daſelbſt zur Aufführung, doch auch Hannover mag nicht die angenehmſte geweſen ſein. Sein
nicht gauz mit dem gehofften Erfolg. Dagegen wurde er in Leipzig mit beiſpielloſem Enthuſiasmus aufgenommen. In Folge davon überſandte ihm die dortige Univerſität das Doctordiplom, 1835 wurde das„Schloß am Aetna“ fer⸗ tig, welche Oper aber noch weniger Theilnahme als„des Falkners Braut“ gewann.— Hohe Triumphe feierten Marſchner und ſeine Gattin 1836 in Kopenhagen, als er ſeinen„Hans Heiling“ daſelbſt dirigirte und ſeine Gattin darin ſang. Als Marſchner bei der Aufführung an das Dirigentenpult trat, brach ein wahrer Beifallsſturm los,
Blumen und Kränze flogen ihm von allen Seiten zu, und
enthuſiaſtiſche Beifallsbezeigungen brachen am Schluß jeder Nummer aus. Es folgte„der Baebu“, zu welcher Oper ſein Schwager Wohlbrück wieder das Libretto geliefert hatte. Sie drang eben ſo weuig durch wie ſeine folgenden, „Adolph von Naſſau“ und„Auſtin“.
Vor einigen Jahren wurde Marſchner mit dem Titel Generalmuſikdirector beſcheukt, aber auch, gegen ſeinen Wunſch, penſionirt. Einige Zeit hielt er ſich in Paris auf und kehrte dann nach Hannover zurück, wo er zu Ende vorigen Jahres(14. December 1861) einer ſchmerzhaften Krankheit unterlag.
Reiche Ehreu floſſen Marſchner während ſeines Lebens zu. Außer dem erwähnten Doctordiplom von der Uni⸗ verſität zu Leipzig, erhielt er den bayeriſchen Orden für die Verdienſte um Wiſſenſchaften und Künſte, wurde Ritter des Danebrog⸗Ordens, des ſächſiſchen Erneſtiniſchen Hausordens, Inhaber der öſterreichiſchen Ehrenmedallle, der hannoverſchen goldenen Ehrenmedaille für Kunſt und des hannoverſchen Guelphenordens, ſowie Ehrenbürger der Stadt Hannover.
Dagegen hatte er auch herbe Prüfungen zu beſtehen. Sieben Kinder ſanken vor ihm in's Grab, denen endlich ihre Mutter ſelbſt folgte. Seine dritte Gattin hat ihn überlebt. Auch ſeine Situation als Capellmeiſter in
Verhältniß zur Capelle wird nicht gerühmt. Er war ſehr reizbarer, leicht verletzlicher Natur und mag die humanen Formen gegen ſeine Untergebenen, unter deuen ſich ſehr tüchtige Künſtler befanden, nicht immer beachtet haben. In
beliebt bei Hofe, die italieniſche wurde vorgezogen. So erfuhr er bei der Wahl der aufzuführenden Opern nicht ſelten Widerſtand, den er nicht unterthänig genug hinnahm, was dann ungnädig vermerkt und zuweilen durch directe Kränkungen vergolten wurde. mußte er die ſchon begonnene Probe zu ſeiner Oper„das Schloß am Aetna“ unterbrechen und die zu der Bellini⸗ ſchen,„La Straniera“ beginnen.
Marſchner hat außer ſeinen Opern viele andere Com⸗
Trios, Quartetts, Sonaten u. ſ. w., die zwar nicht ohne einzelne Schönheiten, im Ganzen aber von untergeordneter Bedeutung ſind und keine Theilnahme gefunden haben. Daß ſeine Begabung für die reine Inſtrumentalmuſik eine geringere war, bezeugen ſelbſt die Ouvertüren zu ſeinen Opern. Während die Weber'ſchen z. B. Roch heute in den Concerten floriren, haben die Marſchner'ſchen ſelten darin Eintritt gefunden und niemals beſonderen Beifall errun⸗ gen. Auch von ſeinen Opern haben ſich, wie unſere Skizze zeigt, nur drei auf den Repertoires erhalten, der„Vam⸗ pyr,“„der Templer und die Jüdin“ und„Haus Heiling.“ Aber dieſe ſind auch von hohem Werthe und ſichern Marſchner für alle Zeiten einen ehrenvollen Rang unter den größten Meiſtern der deutſchen dramatiſch⸗muſikaliſchen Compoſition.
Energiſcher Ausdruck der Affecte und Leidenſchaften, ſcharfe Charakteriſtik der dramatiſchen Perſonen, klare, den Situationen angeineſſene Formen, blühende, farbenreiche Inſtrumentation und vor Allem eine Fülle der herrlichſten
gefällig, ſinnreich in ihren Beziehungen aufs menſchliche Leben, kokett, bewußt naiv und deßhalb wohlgefällig für den Salon, welcher die geſunde Natur für ein Treibhaus eingetauſcht hat.
„ Der gewandte Verfaſſer iſt reich an Einfällen und nicht arm an Muth, ſie alle literariſch zu hegen und zu pflegen. auch Miniaturgewächſe in allerliebſten Ampeln, und tragen manche davon weder Blüthe noch Frucht, ſo amüſiren ſie doch das Auge. Zuweilen aber bringt er auch wirklich friſche Erzeugniſſe hervor, und es fehlt denſelben nicht an den Reizen poetiſcher Lieblichkeit.
Dieſe neuen Märchen und Geſchichten ſind mit einigen Ab⸗ weichungen zweimal erſchienen, wie obige Ueberſchrift weiter nach⸗
weiſt, und es ſei dem Leſer überlaſſen, ſich von beiden empfehlens⸗
werthen Editionen die plauſibelſte herauszuſuchen. O. B.
Zu Herzensfreude und Seelenfrieden. Von K. J. Löſchke. Verlag von Ziegler in Breslau.
Es gehört dieſe Gedichtſammlung zu den umfangreichen, was kirchlichen Gemüthern eine pädagogiſche Stütze dünken mag, denn der Verfaſſer hat eine religiöſe Anordnung des Inbalts einer äſthetiſchen vorgezogen.„Beim herannahenden Tode“,„Beim Begräbniß“,„Jungfrau und Jüngling“,„Gründung des Haus⸗ ſtandes“ ꝛc. heißen die verſchiedenen Rubriken, für welche in der älteren und neueren Literatur zutreffende Gedichte, meiſt voll ly— riſcher Stärkungen für das Gemüth, moraliſch aufgefunden ſind.
Bei dieſer engen Richtung iſt es wenig auffallend, daß manche neuere Dichter vernachläſſigt, dagegen ſchwache Poeten beachtet ſind und manche Färbungen der modernen Lyrik fehlen. Eine Fülle des Stoffes von 650 Seiten entſchädigt den gleichgültigen Laien, während manche Leſer von frommem Charakter ſich damit tröſten
Er zieht
werden, daß viele der beſten Producte moderner Lyrik freilich nicht qualificirt ſind, wenn es darauf ankommt zu„Herzensfreude und Seelenfrieden“ eine harmloſe Opferſpende zu bringen. O. B.
Miscellen. Eine chineſiſche Todesſtraſe.
In der aſiatiſchen Geſellſchaft zu London theilte ein Herr Linton folgende Thatſache mit. Ein chineſiſcher Kaufmann in
habe. Strafe, er ſollte nämlich, ſo lange er lebe, niewieder ſchlafen. Im verfloſſenen Juni wurde er in ein Gefängniß ge⸗ ſperrt, in welchem drei Gerichtsdiener darauf achteten, daß er kein Auge zuthun durfte. Der Unglückliche litt entſetzliche Qualen und war am achten Tage dermaßen in Verzweiflung„daß er die Wächter dringend bat, ihm den Tod zu geben. Erſt am neun⸗ zehnten Tage ſtarb er. 6.
Worte ſür Welt und Haus. Der idealiſtiſche Träumer und Phantaſt nimmt ſich nicht un⸗
männlich. Im wirklichen Leben aber ſteht er ſchwächer und halt⸗ loſer da, als der Straßenkehrer, und es wird mit ihm umgeſprun⸗ gen, als ob er ein imitirter Menſch wäre..
unangenehmere Conflicte gerieth er nicht ſelten mit der Intendanz. Seine deutſche Compoſitionsweiſe war nicht
Einmal zum Beiſpiel
poſitionen geliefert, kleine und große Meſſen, Symphonien,
der Hafenſtadt Amoy war überwieſen, daß er ſeine Frau ermordet Die Richter verurtheilten ihn zu einer eigenthümlchen
bedingt ſchlecht aus. Inmitten ſeiner Phantaſiegebilde, mit denen er nach Belieben umſpringt, macht er ſich ganz ſtattlich und
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