Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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um ſo bitterer an Ihrem Herzen, Noth und Sorgen nahen, und

Jeder Stand hat ſeine Licht⸗ und Schattenſeiten, fiel der junge Mann ruhig ihm in's Wort,Ihre Schil verung würde mich nicht abhalten, den vor mir liegenden Weg zu betreten, wenn ich feſt entſchloſſen wäre, dies zu thun. Fühle ich die Kraft und Fähigkeit in mir, dieſe Bahn bis an's Ende verfolgeu zu köunen, ſo ſollte mir's Niemand wehren, ſie zu betreten, ich bin aber nicht tief genug in die Wiſſenſchaften eingedrungen, um es zu etwas Beſonderem bringen zu können.

1So willigen Sie alſo in meinen Vorſchlag ein? fragte Meyer, dem jungen Manne die Rechte bietend. Ja, ich willige ein! entgegnete Gottfried, indem er den Handdruck des alten Herrn erwiderte.

So mag das Feſt beginnen! verſetzte der Kaufmann erfreut,ich gehe jetzt, den Steuerempfänger von meiner Einwilligung in Eure Verlobung in Keuntniß zu ſetzen.

Ward es Dir ſo leicht, Deinem ſchönſten Wunſche zu entſagen? fragte Eleonore, als Meyer das Zimmer verlaſſen hatte.

Glaube nicht, daß ich ihm entſage! entgegnete Gott⸗ fried lächelnd.Ich werde meine Mußeſtunden zu benutzen wiſſen und mich beſtreben, die Lücken, welche mein Wiſſen noch zeigt, auszufüllen; ich zog das Anerbieten des Oheims dem Redacteurpoſten vor, weil es unklug wäre, mich mit dem reichen Manne zu verfeinden, und mir auch die Sorge um Dich dies gebot; die Gattin des Schriftſtellers muß oft auf rauhen, dornenvollen Pfaden wandeln.

Ich fürchte ſie nicht, fiel Eleonore ihm in's Wort, an Deiner Seite biete ich den Stürmen des Lebens feſt und muthig die Stirne.

Das letzte Worte war kaum über ihre Lippen, als der Steuerempfänger eintrat und die Ankunft des Poſtſecre⸗ tärs ankündigte, auf deſſen Erſcheinen man ſehnlichſt ge⸗

wartet hatte, um das Feſt beginnen zu können. Gottfried eilte dem Freunde entgegen und ſchloß ihn in ſeine Arme. Ich bin kein Freund von langen Complimenten,

nahm Julius in ſeiner trockenen Weiſe nach kurzer Begrü⸗

ßung das Wort,unſere gegenſeitigen Erlebniſſe ſeit dem

Tage unſerer Trennung können wir ſpäter einander berich

ten, für jetzt will ich Dir nur mittheilen, daß ich geſtern ein Schreiben der Direction empfing, wonach ich als Ober⸗ poſtſecretär nach N., alſo in Deinen künftigen Wohnort verſetzt bin, ich denke, wir werden dort noch manchen Abend vergnügt miteinander verbringen.

Und nun zu Tiſche! drängte der Steuerempfänger.

Ihr wißt, Kinder, meine Frau iſt ein gutes, braves

Weib, aber im Hausweſen muß Alles pünktlich hergehen, ſonſt reißt ihr der Geduldsfaden.

Ungefähr drei Monate waren nach dieſem Tage ver⸗ ſtrichen, als im Hauſe des Kaufmanns die Hochzeit des jungen Paares gefeiert wurde. Meyer hatte die Ausſtat⸗ tung der Braut übernommen, dabei aber die Bedingung geſtellt, daß die jungen Leute ſich als ſeine Kinder betrach⸗ teu und in ſeinem Hauſe ihre Wohnung aufſchlagen ſoll⸗ ten. Als am Abend des Hochzeitstages die Neuver⸗ mählten in den Wagen ſtiegen, um die nicht zu umgehende Hochzeitsreiſe anzutreten, händigte der Kaufmann dem jungen Manne ein Papier ein, welches dieſer, den Inhalt deſſelben nicht ahnend, erſt am nächſten Morgen entfaltete. Wie aber erſtaunte er, als er fand, daß dies ein notariell ausgefertigter Geſellſchaftsvertrag war, der nur noch der Unterſchrift Gottfried's bedurfte, um dieſen zum Aſſocié eines reichen, hlühenden Geſchäfts, zum Beſitzer eines anſehnlichen Vermögens zu machen! Schweigend über⸗ reichte er das Papier der Gattin, die den Inhalt deſſelben zu kennen ſchien, nach einem flüchtigen Blick auf die Zeilen gab ſie es dem jungen Manne zurück.Er las in Deiner

Seele, daß Dein Streben nach Selbſtſtändigkeit ſich mit der Stelle eines Buchhalters auf die Dauer nicht vereini⸗

Oben. Unten. 1. Claſſe weiß, gold. 2. icdem, ſilber. * 3. ſchwarz, gold. 4. idem, ſilber. 5. idem, roth mit goldenem Rande. 6. idem, roth mit ſilbernem Rande. 7. idem, roth. S8. idem, ſchwarz mit goldenem Rande. 9. idem, ſchwarz mit ſilbernem Rande. 10. idem, ſchwarz..

Unter den Mitgliedern der japaneſiſchen Geſandtſchaft gehö⸗ ren die drei erſten zur erſten und das vierte zur zweiten Claſſe. Ueber die Stellung derſelben in ihrem Vaterlande können wir folgende nähere Angaben mittheilen.

Tekenho Outchy Simodjouki Nokami iſt Gouverneur der auswärtigen Angelegenheiten und der Finanzen; er iſt dreiund⸗ funfzig Jahr alt.

Matsdaira Jwamino Kami, welcher gleichfalls eine Rolle im Departement des Auswärtigen bekleidet, iſt Civil⸗ und Me 7 gouverneur von Ganacava; er zählt erſt 33 Jahr und reich.

Der dritte Miniſter iſt Aufſeher der Polizei, und Sadataro iſt Beamter erſten Ranges im Departement des Aus⸗ wärtigen; der Eine iſt 34, der Andere 40 Jahr alt.

Unter den Officieren des Gefolges befinden ſich Angeſtellte des Auswärtigen, der Finanzen, der Ceremonien und vier Dol⸗ metſcher.

Von den 36 Japaneſen, die nach Europa gekommen ſind,

Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Ra 31]

ſind nur 5 nicht verheirathet, und zu den Letzteren gehören der 11

Jahr alte franzöſiſche Dolmetſcher Cakchikozak und der 19jährige holländiſche Dolmetſcher Fonkonohi, doch der Letztere iſt bereits verlobt. Im Allgemeinen verheirathen die Männer ſich im Alter von 20 bis 25 Jahren, die Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahren.

Die Japaneſen beobachten fortwährend eine große Würde; es iſt ſchwierig in ihren Geſichtern irgend einen Eindruck zu leſen, und ſie vergeſſen nie die geringſte Vorſchrift der Höflichkeit.(In

Paris boten die größten Schönheiten umſonſt alle Künſte der Coquetterie auf, um die Aufmerkſamkeit der Japaneſen auf ſich zu

ziehen; und in London gingen dieſe Geſandten am Tage der Er⸗ öffnung der großen internationalen Ausſtellung durch den Aus⸗

ſtellungspalaſt, ohne ihren Blick rechts oder links zu richten, als

ſei Alles, was ſich ihrem Blicke darſtellen könne, etwas ganz All⸗ tägliches.) Auf ihren Theatern ſpielen, wie es bei den alten Griechen und Römern der Fall war, Männer die Frauenrollen. Vornehme Herren laſſen die Theatertruppe in ihr Haus kom⸗ men und wohnen den öffentlichen Vorſtellungen nicht bei.

Wir werden eine Thatſache erwähnen, welche die japaneſiſche.

Höflichkeit ziemlich gut charakteriſirt. Man ſtellte einen jungen

Knaben dem erſten Geſandten vor, der ihm einen Fächer ſchenkte.)

Ohne Zweifel drückten die anweſenden Perſonen ihre Dankbarkeit nicht warm genug aus, denn Tekenho wandte ſich an das Kind und ſagte zu ihm:Indem ich Dir einen Fächer gebé, mache ich Dir das ſchönſte Geſchenk, das man machen kann; ich wünſche Dir damit, daß Du ohne Erſchütterung bis an die Grenze des Dir Möglichen wachſen mögeſt. Der Werth des Fächers hängt von

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