Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
489
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Nr. 31.]

Schreiber derſelben in meiner Achtung, und von dieſer zur Liebe iſt nur ein Schritt. Als er heute Morgen vor mich rat, mir erklärte, daß er nun die Mittel habe, einen be⸗ ſcheidenen Haushalt zu beſtreiten, und mich fragte, ob ich das, was er mir bieten könne, mit ihm theilen, ihm eine Keue Gattin ſein wolle, da mußte ich ihm mein Jawort geben, mein Herz trieb mich dazu, und

So, ſo, Dein Herz trieb Dich dazu! fiel Meyer ihr is Wort.So war's alſo auch Dein Herz, welches Dich bewog, meinen Antrag zurückzuweiſen?

Nein, das Herz nicht, ſondern die Vernunft, erwi⸗ derte Eleonore ruhig, während ſie dem Oheim, wie zur Verſöhnung, die Hand bot.Können Sie mir zürnen, daß ich alſo handelte? Ich verſpreche, Ihnen eine treue, liebevolle Tochter zu ſein, wenn Sie als ſolche mich be trachten wollen; wäre ich Ihre Gattin geworden, würden wir Beide dieſen Schritt bald bereut haben; Sie, weil Sie ſich alsdann Vorwürfe gemacht hätten, mich zu einer Ehe bewogen zu haben, die mich zwang, allen Anſprüchen an das Leben, welche die Jugend zu ſtellen berechtigt iſt, zu6entſagen; ich, weil ich, ohne meiner Achtung vor Ihnen zu nahe treten zu woller, bei Ihnen nicht die Liebe finden konnte, die allein das junge, lebensfrohe Mädchenherz glücklich macht.

Der Kaufmann ſchüttelte, wie in Gedanken verloren, ſtumm vor ſich hinſchauend, das graue Haupt.Ihr habt Recht, Kinder, entgegnete er endlich, ſich erhebend und bor die Beiden hintretend,das Alles habe ich mir heute Morgen nach meiner Unterredung mit Gottfried ſelbſt geſagt, aber es wollte nicht ſo recht in den alten Kopf; der Wunſch, Dich als mein hübſches, liebes Weibchen an meinem Heerde ſchalten und walten zu ſehen, hatte ſchen zu feſte Wurzeln gefaßt, als daß ich mich ſo raſch von demſelben trennen konnte. Ich nehme den Tauſch an, ſei meine Tochter, Eleonore, und Sie, Gottfried, ſollen mir als Sohn willkommen ſein. Schon bei unſerer erſteu

Dritte Folge.

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(Begegnung gewann ich Sie lieb, Ihr Benehmen gegen⸗ über den Collegen und die Offenheit, mit welcher Sie heute Morgen gegen mich auftraten, zeigten mir Ihren Charakter im hellſten Lichte, und ich habe wohl nicht nöthig, Ihnen zu ſagen, daß Sie ſeitdem in meiner Ach⸗ tung um ein Bedeutendes geſtiegen ſind. Doch ſo ohne Weiteres gebe ich, der ich als Vormund meilfer Nichte doch auch ein Wörtchen mit zu reden habe, meine Einwilligung nicht, ich knüpfe eine Bedingung an dieſelbe, die nämlich, daß Sie ſich contractlich verpflichten, auf die Dauer der nächſten zehn Jahre in meinem Geſchäfte thätig ſein zu wollen. Was das Gehalt aubetrifft, ſo werden wir dar⸗ über ſchon einig werden; ſchlagen Sie ein, und ich ſelbſt trage dafür Sorge, daß die Hochzeit binnen Kurzeun gefeiert werden kann. Gottfried zögerte lange, ſeine Einwilligung in dieſe Bedingung zu geben; zwei Wege lagen vor ihm, und es ward ihm ſchwer ſich zu entſchließen, welchen er betreten ſollte. Beide konnten zum Ruhme, zum Glücke führen, das Ziel des einen war ein ruhiges, friedliches Leben im Schooße der Familie und ein ehrenvoller Name in den Liſten der Handelswelt, das Ziel des anderen der Lor⸗ beer der Unſterblichkeit, mit dem die Muſen ſeine Bücher bekränzten. Der Entſchluß fällt Ihnen wohl ſchwer? nahm Meyer, der inzwiſchen mit Eleonore ſich unterhalten hatte, nach einer Weile wieder das Wort.Ich weiß wohl, weches Anerbieten Ihnen von anderer Seite gemacht wor⸗ den iſt, gehen Sie indeß reiflich mit ſich zu Rathe, bevor Sie daſſelbe annehmen. Ich will nicht beſtreiten, daß Sie vielleicht binnen Kurzem als Salonſchriftſteller beliebt, ja ſogar in der Mode ſein werden, was aber haben Sie da⸗ durch gewonnen? Taucht ein neues Genie auf, welches Sie überflügelt, ſo ſehen Sie ſich bald verdrängt und ver⸗ geſſen, kaum daß die Leihbibliotheken Ihrer Werke ſich au⸗ nehmen; Sie ſind unterdeß alt geworden, der Undank nagt

Das Sonderbarſte an einem japaneſiſchen Anzuge iſt, daß ſich an demſelben weder ein Knopfloch, noch ein Knopf oder eine Stecknadel entdecken läßt.

Was die Nebenſachen anbetrifft, ſo geht der Japaneſe nie aus, ohne in ſeinem Gürtel zwei Degen, einen Fächer und ein Schreibezeug und in der Taſche, die ſich ganz natürlich durch das Uebereinanderſchlagen des Oberkleides auf der Bruſt bildet, in einem ſeidenen Futteral ſeine Pfeife zu haben; in einem anderen Futteral führt er gleichfalls ſeine Stäbchen zum Eſſen des Rei⸗ ſes, ſeinen Tabaksbeutel und ein oder zwei Hefte papierne Taſchen⸗ kücher bei ſich.

Dieſer Taſchentücher von Papier bedienen ſie ſich gleichfalls,

von welchem Range auch der Japaneſe ſein mag, um damit ihre

Stäbchen zu reinigen, wenn ſie den Reis gegeſſen haben. Ihre ſtets ſehr einfachen Fächer haben ein Geſtelle von Bambusholz, zund das Zeug zu denſelben iſt von weißer Farbe.

Man hat ſich ſehr getäuſcht, als man im Voraus von den eigenthümlichen Gerichten der Japaneſen und ihrer unmäßigen Liebe für den Champagner geſprochen hat, oder man magvielleicht nur einzelne Individuen beobachtet haben. Die große Mehrzahl derſelben iſt mäßig; der Liqueur, für den ſie eine beſondere Vor⸗ liebe haben, iſt Aniſette, und die franzöſiſche Küche gefällt ihnen ſehr. Ein einziges Gericht, à la japonaise zubereitet und gegeſ⸗ ſen, verdient Beachtung, das iſt roher Fiſch. Man ſervirt ihn ganz einfach im natürlichen Zuſtande, aber von den Gräten gänz⸗ lich befreit. Der Gaſt legt ſich zuerſt Fiſch auf ſeinen Teller, den er dann mit einer Sauce befeuchtet, die in mehreren Län⸗ dern des äußerſten Aſiens unter dem NamenSoja bekannt iſt. Die Japaneſen bilden dann aus einfach geborſtenem Reis,

den ſie mit lauwarmem Waſſer anfeuchten, kugelförmige Biſſen, ziehen dann ihre Stäbchen heraus, nehmen ein Stück Fiſch, wer⸗ fen es in den kugelförmigen Biſſen, den ſie im Reiſe herumdrehen, um eine Art von Kugel daraus zu machen, die ſie dann geräuſch⸗ voll verſchlucken. Ein Europäer bezeigte eines Tages einem der Miniſter ſeine Verwunderung darüber, daß er ihn ungekochten Fiſch eſſen ſah, und erhielt von ihm die Antwort:Eſſen Sie

nicht Auſtern ganz in derſelben Weiſe? 4

Zwiſchen den verſchiedenen Claſſen der Einwohner beſteht in Japan eine vollſtändige Hierarchie, die von dem einen Grade zum anderen in den Höflichkeitsformeln und in der reſpectiven Haltung einen feſt bezeichneten Unterſchied feſtſetzt. Im Allge⸗ meinen beugt ſich ein Untergeordneter, der ſich an einen höher Ge⸗ ſtellten wendet, und ſtützt ſeine beiden Hände ein wenig unterhalb ſeiner Kniee. Je größer der Abſtand zwiſchen den beiden Perſo⸗ nen iſt, die mit einander reden, deſto mehr entfernt der Unter⸗ geordnete ſeine Hände von ſeinen Knieen, um ſie ſeinen Füßen zu nähern.

Wenn man ſich einer Perſon höheren Ranges vorſtellt, ſo zieht man ſtets den größten der beiden Degen aus der Scheide und hält ihn in der Hand.

Es beſtehen verſchiedene Auszeichnungszeichen; es iſt z. B. ein Vorrecht der höheren Claſſen einen ſeidenen Halsſtreifen und weiße Halbſtiefel zu tragen; am leichteſten läßt ſich aber die ge⸗ ſellige Ordnung, zu der ein Individuum gehört, durch die Prü⸗ fung ihres officiellen Hutes erkennen. Die Bevölkerung Japans wird in zehn Claſſen getheilt, und hinſichtlich der Hüte derſelben beſtehen folgende Unterſchiede: