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hhrr ſofort mein Herz. maend, zeigte ihr ſein ganzes Haus, unterhielt ſich lange mit in Umlauf iſt, glauben,“ yyr und begleitete ſie nach Tiſche ſelbſt zum Poſtamt.“
eed's aufgeſtiegen.
w Dritte Folge.
Kovellen-Zeitung.
Die Preisnovelle.
Novelle
von
Ewald Aug. König.
(Sch uß.)
Klein fand gegen den Vorſchlag nichts einzuwenden, und Beide traten nun in eine Weinſtube.
„War Ihnen das Gerücht über die Heirath unſeres Principals ſchon bekannt?“ fragte Gottfried, als er die Gläſer gefüllt hatte.
„Allerdings,“ erwiderte Klein, indem er das Glas aagriff, um mit dem neuen Freunde anzuſtoßen.„Auf reuue Freundſchaft alſo, und möge jeder Tropfen, den ich jtzt trinke, ſich in Gift verwandeln, wenn ich je meinem Schwur untreu werde!“
Die beiden jungen Männer leerten die Gläſer und drückten einander warm die Hände.
„Vor einem Jahre ungefähr tauchte daſſelbe zum erſten Mal in unſerm Comptoir auf,“ fuhr Klein fort.„Ich (Erubte Anfangs nicht daran, bis Meyer ſelbſt die Aeuße⸗ ung fallen ließ, er ſtehe im Begriff, ſich zu verloben und ſeinem Hausweſen eine ganz andere Geſtaltung zu geben.
Es kam dies bei der Gelegenheit zur Sprache, als unſer
ſüngſter Lehrling in unſer Geſchäft eintrat. Der Vater deſſelben bat Meyer, das etwas verwöhnte Mutterſöhnchen in ſein Haus und an ſeinen Tiſch zu nehmen, und unſer Principal ſchlug dies mit jener Erklärung aus. Es blieb ſald kein Geheimniß mehr, wen Meyer zu ſeiner künfti⸗ zen Gattin erkoren hatte, denn er trieb den Handel offen, Hriefe an ſie übergab er uns zur Beſorgung, und ebenſo ließ er ihre Briefe gleichzeitig mit den Geſchäftsbriefen durch die Lehrlinge von der Poſt holen. Sie iſt die Toch⸗ ter ſeiner Schweſter; früher ahnte Niemand, daß eine ſolche vorhanden ſei; ob dem Kaufmanne ſelbſt ihr Daſein oder
Aufenthaltsort unbekannt war, weiß ich freilich nicht.
Nachdem der Briefwechſel ein halbes Jahr ungefähr ange⸗ dauert hatte, kam ſie eines Tages ſelbſt, und ich muß ge⸗ ſtehen, ihre Schönheit und Liebenswürdigkeit gewannen Meyer empfing ſie ſehr zuvorkom⸗
„Wie ſollre ich nicht?“ entgegnete Klein.„Meyer hat nie ein Geheimniß daraus gemacht,— Eleonore Gerolt in C.“
Wie vom Blitze getroffen, fuhr der ehemalige Poſt⸗ ſecretär in die Höhe.„Auch das noch!“ murmelte er.
„Was haben Sie?“ fragte Klein beſtürzt.
„O, nichts,“ erwbiderte Gottfried, der raſch ſeine Faſ⸗ ſung wieder gefunden hatte,„ein heftiges Seitenſtechen, — vielleicht der Aerger von vorhin.— Wenn ich nicht irre, wurde an der Tafel die Behauptung aufgeworfen, die Verlobung unſeres Principals ſei noch keine ausgemachte Sache, denn ſeit drei Monaten habe das Mädchen nicht mehr an ihn geſchrieben.“ 9
Klein zuckte die Achſeln.„Es iſt allerdings wahr, daß ſeit dieſer Zeit keine Briefe von ihr eingelaufen ſind,“ entgegnete er,„wer kann aber wiſſen, ob Fräulein Gerolt aus irgend einem uns unbekannten Grunde nicht vorgezo⸗ gen hat, ihre Correſpondenz auf einem anderen Wege zu befördern? Doch Sie werden entſchuldigen, meine Stunde hat geſchlagen, es iſt bereits Mitternacht, und ich bin ge⸗ wohnt, frühzeitig zu Bett zu gehen.“
Gottfried erhob ſich.„Sie haben Recht,“ entgegnete er,„auch ich bin kein Freund davon, bis in die ſpäte Nacht im Wirthshauſe zu ſitzen; hoffeutlich finden wir in den erſten Tagen Gelegenheit, näher miteinander bekannt zu werden und das angeknüpfte Bündniß feſter zu ſchließen.“
Unter gegeuſeitigen Freundſchaftsverſicherungen trenn⸗ ten ſich die beiden jungen Männer, und Gottfried ſchlug ohne Zögern den Weg zu ſeiner Wohnung ein, um dort den Ereigniſſen der letzten Stunden noch einmal nachzu⸗ denken und ernſtlich die Schritte zu erwägen, die er in Be⸗ zug auf Eleonore zu thun entſchloſſen war.
Nach einer faſt ſchlafloſen Nacht erhob ſich der junge Mann ſchon beim erſten Morgeugrauen aus den Federn. Die Nachricht von der Verlobung ſeiner Eleonore mit dem reichen Kaufmanne ließ ihn nicht ruhen, und nach kurzem Nachdenken ſetzte er ſich hin und, entwarf einen Brief an das Mädchen, in welchem er der Geliebten ſein Herz er⸗ ſchloß, ſie bat, ihm Herz und Hand zuzuſagen und die be⸗ ſcheidene Exiſtenz, die er ihr bieten könne, mit ihm zu thei⸗ len.„Ich kann nicht an die Wahrheit des Gerüchts, welches über Ihre Verlobung mit einem reichen Kaufmanne ſchrieb er in ſeinem Briefe,„ich halte Ihr Herz für zu edel, als daß es an Prunk und
Eiine finſtere Ahnung war ſchon bei der Erwähnung, Reichthum hangen ſollte und dieſem ſein ganzes Lebens⸗ daß die Braut die Nichte Meyer's ſei, in der Seele Gott⸗ glück zu opfern fähig wäre; deßhalb wage ich es, dieſe Zei⸗
der Braut?“ fragte er haſtig.
„Kennen Sie Namen und Wohnort len
an Sie zu richten.“ 5 In beredten Worten ſchilderte er nun die Liebe,


