Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
479
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Dritte Folge.

dem er Colani's Flinte niederdrückt. Da ſpringt Colani Anſtrengungen, die er überſtanden; Colani aber ſtarb nach

auf und ſchleicht ſich an den Fremden, Lenz aber ſteht mit

5 Tagen, da er ſich zu viel zugemuthet hatte, denn er war

geſpanntem Hahn, um ſich im Nothfalle ſeines Lebens zu 66 Jahre alt.

wehren. Da tritt Colani hinter einem Felſen mit geſpann⸗

tem Hahne zu dem Fremden. Dieſer erſchrickt, ſie wech⸗ ſeln dann einige Worte, nehmen dann eine Priſe, geben ſich die Hand und kommen zu Lenz. ein Freund Colani's, hatte gehört, daß dieſer heute in der

Der Fremde war zählten beſtätigen.

Wir ſelbſt haben Gelegenheit gehabt, Colani in Pont⸗ Reſina kennen zu lernen, und müſſen ſeinem Charakter und

Weſen nach die Wahrſcheinlichkeit des von ihm hier Er⸗ Keinesweges aber zeigte er ſeine Ge⸗ wehre als Trophäen erlegter Feinde. Dergleichen ließ ſich

Bernina ſei, und wollte eine Gemſe ſchießen; um aber nur vermuthen, denn die Regierung aller Cantone der

ſicher zu ſein, hatte er ſich verkleidet. Alle Drei ſtiegen

nun hinab in's Dorf. Lenz fühlte noch wochenlang die Dinge ungeſtraft zu toleriren.

Schweiz iſt moraliſch viel zu ſehr in Ordnung, um ſolche 8.

Literariſche Briefe

Otto Banck.

Reiſen in Griechenland, nebſt einem Ausflug nach Kreta, von Bayard Taylor. Aus dem Eugliſchen von Marie Hanſen⸗Taylor. Leipzig bei Voigt und Günther. 1862.

Bilder aus der Fremde. Für die Heimath ge⸗ ſeichnet von Lothar Bucher. Berlin bei Louis Gerſchel. 1862.

Sie werden ſich erinnern, daß nicht wenige tüchtige Deutſche bereits mit erinnerungs⸗, wenigſtens geſchichts⸗ trunkener Phantaſie über den claſſiſchen Boden des alten Hellas geſchrieben haben. Wurden auch über Italien noch ungleich mehr Bände herausgegeben, da dort nicht nur

das Mittelalter, ſondern ebenſo die Gegenwart ihren Bei⸗

trag des Großen, Schönen und Merkwürdigen für den ge⸗ bildeten Beſchauer ſpendet, ſo entfaltet doch Griechenland in demſelben eine noch jähere Begeiſterung. Jeder Rei⸗ ſende iſt im Lande des Agamemnon und Odyſſeus, des Lykurg und Solon eben wegen der Kahlheit ſeiner Gegen⸗ wart viel mehr darauf angewieſen, ſein geiſtiges Auge wei Jahrtauſende rückwärts zu wenden und, wie der Dichter im zweiten Theile des Fauſt, die Schatten der Ver⸗ blichenen aus dem Orcus heraufzucitiren.

Wenn ſolche Reiſeſchilderungen mit guten hiſtoriſchen Kenntniſſen, einer lebhaften Einbildungskraft und blühen⸗ dem Styl geſchrieben ſind, wirken ſie oft für den Leſer techt angenehm unterhaltend. Nur haben ſie den großen Fehler, daß man aus ihnen nicht recht klug wird, was von Natur, Menſchen und Kunſt wirklich noch Beachtenswer⸗ ihes in Griecheuland vorhanden iſt, denn es läßt ſich in ſolchen Schriften ſchwer unterſcheiden, ob der Autor der Gegenwart einen treuen Spiegel vorhält, oder ein Ge⸗ mälde entwirft, deſſen Farben und Gegenſtände zum Theil der Vergangenheit entlehnt ſind. So finden wir Natur⸗ ſchilderungen, wie ſie zur Zeit der alten Dichter angemeſſen waren, glauben einen ſchönheitſtrahlenden Menſcheuſchlag

or uns zu ſehen, weil der Verfaſſer bei Gelegenheit eini⸗

ger erträglicher Ausnahmen, die er ſah, die ſterile Wirklich⸗

keit nach den antiken Apolloſtatuen corrigirte; oder er läßt uns von erhabenen ausgedehnten Rninen träumen, wo nur noch einige zweifelhafte Steine liegen.

Dieſe für die Unterrichtung des Leſers unfruchtbare Schwärmerei iſt auf einem ſo begeiſternden Terrain wie das griechiſche ſehr verzeihlich. Sie wird als eine Selbſt⸗ täuſchung nie aufhören, ſo lange wir von der Verehrung antiker Zeiten erfüllt ſind, das heißt mit andern Worten, ſo lange es eine wirkliche europäiſche Bildung gibt, die ihre Quelle, daraus ſie gefloſſen iſt, nicht vergeſſen hat.

Doch es iſt intereſſant, auch einmal eine ganz unbe⸗ fangene, trockene Verſtandesſtimme über jenen Stoff zu vernehmen, wobei wir jedoch nicht vergeſſen wollen, zu erinnern, daß auch deutſche Autoren hin und wieder ſehr vorurtheilsfrei über Hellas ſich geäußert haben, ſo z. B. Hermann Hettner.

Keiner aber kann ſich beſſer als ein Amerikauer dazu eignen, frei von Illuſionen zu ſein. wir ein nur indirecter, ſehr ſeitwärts und weit abliegender Bildungserbe der helleniſchen Claſſicität. So wird es ihm leichter, von derſelben zu abstrahiren oder ſie gar mit einigem Spott zu negiren.

Das thut denn auch der rühmlich bekannte amerika⸗ niſche Touriſt, deſſen Feder im raſchen Dienſt der beſſeren Zeitungsſchreiberei eine pikante Leichtigkeit und thatkräftige Reſolution gewonnen hat.

Hören wir eine Probe von beiden Eigenſchaften:

Wir legten kurz vor Santa Maura an, der Haupt⸗ ſtadt Leukadia's. Ein einziger Palmbaum und ein paar Schornſteine erheben ſich allein über die ſtarken venetiani⸗ ſchen Stadtmauern, die der alten türkiſchen Veſte am ge⸗ genüberliegenden Ufer der Meerenge finſtern Trotz entge⸗ genſetzten. Die Inſel ſcheint gut angebaut zu ſein.

Mehrere Stunden lang ſegelten wir an ihrer Weſtküſte entlang, die in jähen, blaßrothen Felsmaſſen gegen das Meer zu abfällt. Die Stelle, wo Sappho in's Meer hin⸗

abſprang, war natürlich der Hauptgegenſtand des Intereſſes. V

Iſt er doch mehr als

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