II. Iorg Nr. 30.
Jangen; dieſtt
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Iſt zurüch ni anderen Ji⸗ dem Gennsbot chen kaun, faßt ſich 30- 40 dicht an einen hinabzuſtürzen umen, und der boc erholt ſic die Beute nicht Kuaft der Ver⸗
dem der Jäger
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Volkslieder wald et die dadurch in Ande ſichtbare loniſchen Zu⸗ en, wie Maß zu en ſie das Leben
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coße Weltmuft,
die zwölf Tönt
die wohluu⸗
von Hin⸗ ndung vei die
im Reich auf die Muſik gegründet ſein.
Production, die fortwährend auf dem literariſchen Gebiete ſtatt⸗ indet und allwöchentlich zahlreiche kleine und große Werke, jedes Jahr neue periodiſche Unternehmungen aufweiſt, iſt es erklärlich,
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und der Muth, ſie zu beſiegen; denn ſelbſt ein Stelzfuß, der ſich beim Falle den Fuß zerſchmettert hatte, daß er amputirt werden mußte, ging auf die Gemſenjagd und llagte, daß es mit dem hölzernen Fuße nicht recht bei dem Jagen gehen wolle. Ja, die Jäger ſind ſo erpicht und ſo neidiſch, daß ſie, wenn ſie einander auf den Einöden des Hochgebirges begegnen, mitunter ſich ohne Weiteres er⸗ ſchießen, denn jene unbeſuchten Wildniſſe ſind ver⸗ ſchwiegen. 8
Die abenteuerlichſte Gemſenjagd hat der Naturforſcher Lenz in Geſellſchaft des berühmten Schützen Colani aus⸗ geführt. Dieſer ſtarke Mann kannte alle Felswege, alle Geſimſe der Felswände, alle Schluchten, Thierlager und Thierwege, war aber ſehr jähzornig und roh, und man ſagte ihm nach, daß er manchen Jäger erſchoſſen oder von einem Felſen in den Abgrund geſtürzt habe. Menſchen⸗ leben ſchien er nicht zu achten. Er wohnte in einem Dorfe des Engadin, nicht weit von dem Roſeggiogletſcher und dem gemſenreichen Bernina. Nahe bei ſeinem Häuschen hegte er 200 Gemſen, die alle Jahre 60 Junge warfen, wofür er 60 Böcke ſchoß. Er betrachtete ſich für den Herrn der Berge und duldete keinen anderen Jäger in dem Reviere, und ſein Zimmer war mit Flinten ausgeſchmückt, welche er den erſchoſſenen fremden Jägern abgenommen hatte. Lenz war vor ihm vielfach gewarnt, ſuchte ihn aber trotzdem auf, bot ihm für jeden Jagdtag 2 Thaler und für eine Gemſe, die er ſchießen werde, 4 Thaler nebſt dem Wilde.
Colani ging auf das Anerbieten ein, nahm ſich aber vor, den fremden Herren(denn Lenz hatte noch einen Freund bei ſich) das Gemſenjagen gründlich abzugewöhnen. Mehrere Tage führte er ſie auf allen erdenklichen ſchlechten Jägerwegen umher, zeigte ihnen auch mitunter ein Rudel Gemſen, erlaubte ihnen aber nicht eine zu ſchießen, denn bald war der Ort ſeine Salzlecke, bald ſein Gemſengarten. Dagegen prüfte er ihre Schießfertigkeit, legte in einer Eutfernung von 150 Schritten einen fauſtgroßen Stein
auf eine Felſenwand und ließ ſie darnach ſchießen. Beide trafen den Stein, worüber ſich Colani freute, ſich aber täglich mahnen ließ, ihnen Gelegenheit zu geben, eine Gemſe zu ſchießen. Einmal führte er ſie über einen Gletſcher, der von hohen mächtigen Felswänden umgeben war und gewaltige Felsblöcke trug. Sie erklimmten ihn und gingen darüber hin. Breiter und tiefer wurden um ſie her die Eisſpalten, unter ihnen dröhnte es, wenn das Eis neue Spalten warf, Adler kreiſten über ihnen, ja ihr Weg ging oft über ſchmale Eisrücken, neben denen rechts und links tiefe Abgründe lagen. Kamen ſie au Schneebrücken, ſo verſuchte Colani durch Kolbenſtöße deren Feſtigkeit, und ſie liefen dann über dieſelben. Endlich erreichten ſie ein Rudel von 40 Gemſen, doch ſie durften keine in Colani's Revieren ſchießen, ſondern ſahen die Thiere über eine ſchmale Felskante laufen, die Jungen hinter den Müttern herhüpfen und hinter dem Gletſcher verſchwinden. Auf einem furchtbaren Wege führte ſie Colani nach ſeiner Salzlecke, dann kehrten ſie in einer Seunhütte zum Mahle ein. Hierher hatten ſie ein Fäß⸗ chen Wein geſchickt, doch weder durch Hammer noch durch die Kraft der Hände war der Stöpſel herauszubringen. Da faßte ihn der alte Colani mit den Zähnen, drehte mit den Händen das Fäßchen und wand den Stöpſel heraus. Sogar auf eine Bärenjagd nahm er die Fremden mit, um ſie hinzuhalten, und verſuchte auf grauſame Weiſe, ob ſie ſchwindelfrei wären.
Sie gingen nämlich einmal an dem Rande eines Ab⸗ grundes hin, der ſo tief war, daß ſie die Steine nicht auf— ſchlagen hörten, welche ſie hinabwarfen. Von Zeit zu Zeit legte ſich Einer auf den Bauch, während der Andere ihn an den Füßen hielt, und ſchaute in die Tiefe. Da blieb Colani plötzlich auf einer Felſenplatte am Abgrunde ſtehen, die ſo groß wie ein Tiſch war, und guckte durch das Fernrohr in die Tiefe. Das kam ſelbſt dem kühnen Lenz ſchauerlich vor, und verdächtig wurde ihm die Situation,
des Nachdenkens der alten Weiſen war, ſo betrachtete ſie auch Confucius als ein Mittel zur Bildung der Sitten und zur Blüthe des Staates. Denn ſie zieht eben die Hörer in ihren tigenen gemeſſenen Gang, in ihre eigene Harmonie hinein.“ So heißt es von Fohi: Vermöge des Inſtrumentes Kin brachte er zuerſt ſein eigenes Herz in Ordnung und ſeine Leidenſchaften in Schranken, und darnach wirkte er damit auf die Bildung der übrigen Menſchen. Der Kaiſer Schun führte mit der Einheit im Maß und Gewicht auch die gleiche Muſik, die gleichen Ton⸗ werkzeuge im ganzen Lande ein, und demgemäß heißt es im Li⸗ki:
Die Sitte regelt die Herzen des Volkes und bewirkt, daß ſie das
rechte Maß, die rechte Mitte halten; die Muſik bringt Eintracht unter die Menſchen, daß ſie nicht ſtreiten und ſich nicht wider⸗ ſprechen.“ Ein chineſiſcher Staatsmann läßt Ordnung und Ruhe
5.
Literatur. Weber's Illuſtrirte Zeitung. Bei der maſſenhaften
haß man häufig darüber das bereits Altbewährte und allgemein Sekannte vergißt und in den literariſchen und politiſchen Blät⸗ ſern nur ſelten davon ſpricht. Und doch begeht man dabei eine
ngerechtigkeit. Zu dieſen Bemerkungen veranlaßt uns der in zwei
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ſattlichen Bänden uns vorliegende Jahrgang 1861 von J. J. Weber's Illuſtrirter Zeitung, deſſen Durchſicht das reichſte In⸗
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tereſſe gewährt. Kaum hat die deutſche Journaliſtik ein zweites Blatt aufzuweiſen, deſſen friſche Erhaltung und lebensvolle Ent⸗ wickelung ſolche Schwierigkeiten bietet und deren Löſung wir trotz derſelben als eine ſo gelungene bezeichnen könnten. Mit den Worten:„Wer Vieles bringt, wird Jedem etwas bringen“, kenn⸗ zeichnet der Herausgeber den Standpunkt und Charakter ſeiner Zeitung, zugleich aber auch die ſchwere Aufgabe, welche er ſich geſtellt hat, wenn er das„viel“ mit dem„gut“ vereinigen will. Weber'’s Illuſtrirte Zeitung bringt aber Jedem etwas Gutes; ſie iſt eine ebenſo unterhaltende als inſtructive Cbronik der Zeit nach allen Richtungen hin, indem ſie ein getreues Spiegelbild der Zeit⸗ und Culturgeſchichte in dem Bereich der Politik, Wiſſenſchaft und Kunſt, der Gewerbe, des Handels und der Induſtrie ſo wie des Volkslebens bietet. Die Zeitung widmet dieſem großen Felde
allſeitig die ſorgſamſte Behandlung und führt dieſelbe mit ſelte⸗
nem Takt und intelligenter Aufmerkſamkeit durch; ja ſelbſt der Briefwechſel am Schluß des Blattes zeichnet ſich durch ſehr ein⸗ gehende und oft originelle Beantwortung der an die Redaction gerichteten Anfragen vor der gleichen Rubrik anderer Zeitſchrif⸗ ten vortheilhaft aus. Der Verleger iſt dabei von jeher bemüht geweſen, ſeinem Blatt durch möglichſt künſtleriſche Vollendung der Abbildungen gleichzeitig den Charakter eines Kunſtblatts zu ver⸗ leihen, welches auch den Künſtlern und Kunſtfreunden Genuß und Befriedigung gewährt. Man darf freilich bei einem derartigen Unternehmen nicht die Anforderung ſtellen, daß alle Illuſtrationen, für deren Herſtellung ja oft nur ſehr kurze Zeit gegeben iſt, in der techniſchen Ausführung tadellos exact ausfallen; prüfen wir in⸗ deſſen die uns vorliegenden Bände, ſo ſinden wir eine ſo große Anzahl höchſt gelungener Darſtellungen jeden Genres, daß man


