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„Milch herbei.
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einen Augenblick ſtill, um ſeiner wieder ganz Herr zu wer⸗ den, und klettert dann erſt weiter.
Bei ſolchen Jagden kommen denn auch ſchauerliche Abenteuer vor, denn in der Todesangſt wendet die Gemſe, und dann kommt es zu Situationen, wie Berlepſch deren zwei ſkizzirt hat. Drei Schützen jagten nach Geniſen an einer hohen Felswand in Appenzell. Sie vertheilten ſich auf drei verſchiedene Wege, und der dritte mußte über ein ſchmales Raſenband an der ſenkrechten Felswand hingehen, auf welches die Gemſen getrieben wurden. Der Jäger, welcher tiefer unten ging, hatte einen beſſeren Weg, kam früher am Ziele an und ſah auch bald die Geniſen auf ſich zukommen. Noch wartet er einige Minuten, bis der Lamerad am Raſenband erſcheine; da ſich dieſer aber nicht ſehen läßt, die Geniſen näher und näher kommen, kann er ſeine Jagdluſt nicht länger zähmen und drückt los. Die aufgeſchreckten Gemſen weuden plötzlich, fliegen an das Raſenband zurück, als der dritte Jäger gerade an einer abſchüſſigen Stelle angekommen iſt, wo der Weg etwas mehr Breite hat, als ein Menſch zum Gehen gebraucht, und um eine Felſenecke biegt. Dort ſtürmen die Gemſen in raſender Eile auf den kletternden Jäger los, welcher verloren ſcheint, da ihn die Gemſen auf jeden Fall nieder⸗ reunen werden. Doch er verliert die Beſonnenheit nicht, wirft ſich nieder und läßt das ganze Rudel über ſich hin⸗ wegſpringen. Noch größer war die Gefahr eines anderen Jägers, der ſich in ähnlicher Lage befand und ſich dadurch zu retten ſuchte, daß er ſich viederkauerte, feſt an die Fels⸗ wand ſtemmte, und auf die anſtürmenden Gemſen ſchoß. Doch ſein Schuß ging fehl, im Nu flogen die Gemſen über ihn hin, und die eine faßte im ſchnellenden Sprunge mit einem Hinterlauf den Zipfel ſeiner Jacke und riß ihm ein Knopfloch aus. Hätte das Kuopfloch nicht nach⸗ gegeben, ſo würde die Gemſe hängen geblieben und mit dem Jäger in den Abgrund geſtürzt ſein. Die ſchauer⸗ lichſte Gefahr erlebte ein Teſſiner Gemſenjäger. Auch er
Uovellen-
Zeitung.[VIII. Jahrg. war mit einem Freunde auf ein Treiben gegangen; dieſer ſieht einen Gemsbock, ſchießt und trifft ihn auf's Herzblatt, doch das blutende Thier rennt in der Todesangſt zurück und begegnet in einer ſchauerlichen Enge dem anderen Jä⸗ ger. Da deſſen Gewehr verſagt, ſpriugt er dem Gemsbock
entgegen, der weder rechts noch links ausweichen kann, faßt
den Sträubenden bei den Hörnern und läßt ſich 30— 40 Schritte weit über Stein und Raſen bis dicht an einen Abgrund ſchleifen, wo jener ſich mit ihm hinabzuſtürzen dreht. Da bricht der Bock zum Glück zuſammen, und der
Jäger iſt gerettet. Doch nein, der Gemsbock erholt ſich wieder, will ſich losreißen, der Jäger aber die Beute nicht V fahren laſſen, und ſo ringen Beide mit der Kraft der Ver⸗ zweiflung an dem gähnenden Abgrunde, indem der Jäger
Horn feſthält, mit der anderen krampfhaft einen Föhren⸗ zweig angefaßt hat. Endlich kommit der Gefährte, zieht das Brodmeſſer und erſticht das faſt unbezwingliche Thier.
Man hört alljährlich in der Schweiz, daß einige Gemſenjäger verſchwunden ſind, und mauche ſind ſo tief in Abgründe geſtürzt, daß man nicht einmal ihren Leichnam retten kann, ſondern ihn den Vögeln und Raubthieren überlaſſen muß. Nach Monaten entdeckt man das zer⸗ ſchmetterte abgenagte Gerippe und erkennt den Verweſten nur an den Kleidungsſtücken. Häufig hört man ſolche berühmte Jäger mit Ergebung in ihr Schickſal ſagen: „Mein Großvater und mein Vater ſind auf der Gemſen⸗ jagd zu Grunde gegangen, und ich werde ebenſo umkom⸗ men. Aber ſollte ich mein Glück machen unter der Be⸗ dingung, daß ich der Gemſenjagd entſage, ſo würde ich es zurückweiſen.“ Nicht der Gewinn iſt es, welcher den Jäger hinaus in die zahlloſen Todesgefahren lockt, denn das
etwa 1 Gulden werth; es lockt den Jäger vielmehr die Ungebundenheit auf den Felshöhen, ihn reizt die Gefahr
Unaufhörlich brachte man Sorbet, Limonade, Taſſen Waſſers mit Eis, worin ſehr fein geſchnittene Citronenſtückchen ſchwammen, und Mohabilsé oder gefrorene orangen⸗ oder roſenartig parfümirte In freier Luft angekommen, und während unſere Araba langſam die ſteilen Abhänge von Pera hinauffuhr, ward ich aber von einer ſo gänzlichen Ermattung und Erſchöpfung be⸗ fallen, daß ich im Stillen gelobte, mich der entnervenden Wirkung eines öffentlichen Bades nicht mehr auszuſetzen.
Das Gerechtigkeitsgefühl zwingt mich, zu erklären, daß ich in den Hamams nicht die geringſte Spur der unziemlichen Ma⸗ nieren und zügelloſen Schäkereien wahrgenommen, wie ſie im Anfang des letzten Jahrhunderts von Lady Mary Wortley Mon⸗ tague geſchildert worden ſind. Alle Frauen der höheren und mittlern Claſſen, die ich darüber befragte, ſprachen ſich gegen die Wahrhaftigkeit jener Erzählungen aus und wieſen mit Unwillen
derartige Behauptungen zurück. Es ſcheint gewiß, daß heutzu⸗
tage eine ſolche Beſchuldigung eine Verleumdung, und zwar eine alles Grundes entbehrende Verleumdung wäre. 3.
Zur Culturgeſchichte. Chineſiſche Muſik.
Von eigenthümlicher Bedeutung iſt die Muſik in China. Die Chineſen legen großen Werth auf ſie, Kaiſer ſind ihre Erfinder, ihre Verbeſſerer, mit ihren Melodien und Inſtrumenten ſollen auch Staat und Sitte wechſeln. Flöten und Pfeifen, Saiten⸗ inſtrumente, Trommeln, Glocken werden ſchon im grauen Alter⸗
thume erwähnt. Nach dem Zeugniß der alten Volkslieder ward die Muſik hauptſächlich von den Blinden ausgeübt, die dadurch im Reich der Töne einen Erſatz für die ihnen mangelnde ſichtbare Welt fanden. Wie die Chineſen Alles aus dem harmoniſchen Zu⸗ ſammenwirken des Himmels und der Erde herleiten, wie Maß zu halten die Aufgabe des Menſchen iſt, ſo betrachten ſie das Leben der Dinge und den Wechſel der Zeit als eine große Weltmuſik; die Monate in ihrer Folge repräſentiren ihnen die zwölf Töne innerhalb einer Octave Die geordnete Reihe und der wohllau⸗ tende Zuſammenklang der Töne gibt ihnen vor allem Andern die inſtliche Veranſchaulichung der Welt und ihrer Geſetze. Die
Muſik, ſagt das Li⸗ki, iſt der Ausdruck der Verbindung von Him⸗ mel und Erde. Wie das rechte Maß die Angel, und wie die Harmonie die allwaltende Ordnung der Welt heißt, ſo iſt auch das menſchliche Leben in ſeinem Thun und Laſſen ſtreng geregelt,
men vorgeſchrieben, durch die Ceremonien iſt es an das herkömm⸗ liche rechte Maß gebunden, und ſelbſt von den Gaſtgelagen er⸗
ſerer Mufik den Takt ſchlägt, damit alle Gäſte zu gleicher Zeit aus der Schüſſel nehmen, zu gleicher Zeit den Biſſen in den Mund ſtecken, zu gleicher Zeit die kleinen Gabelſtäbchen in die Höhe heben und wieder an ihren Ort legen.“ Die Muſik ſteht nun im Bunde mit dieſen Ceremonien und gilt ihnen als eine Bedingung der Sittlichkeit. Die Sprache der Muſtk iſt die all⸗ gemein verſtändliche, der Unterſchied der Worte hebt ſich auf in der Gleichheit der Töne, darum auch heißt es: Muſik bringt die Völker zur Eintracht. Das Li⸗ki ſagt:„Ihr Hauptzweck iſt, die Leidenſchaften der Menſchen zu regeln, und wie ſie ein Gegenſtand
Wildpret iſt 10 Gulden, die Haut 4—8, die Hörnchen
dem Thiere auf den Hals kniet, mit der einen Hand ein
Alles gemeſſen und abgewogen, jedes Benehmen iſt in ſeinen For⸗
zählt der Pater de Mailla:„Es iſt ein Diener da, der wie bei un⸗
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