Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
475
Einzelbild herunterladen

Jahrg.

ſagen, daß es über den guten gen Verleum⸗ Re Spaß von Sie beſſer in m Störenfried

ſthorſt vorhin er Geſellſchaft ete Gottfried. eyme ich indeß nögen Sie er⸗ ohne dem be⸗ img zu laſſen, hörte er Tritte ſeinem Erſtau⸗ Wünſchen Sie College neben

Bitte an Sie,

e.

rend er ſeinen

fuhr der junge en vorhin ließ und zeigte mit unſeren übri rtt haben, mit heiden Pinſel nich bis jetzt mit dem ich nte. Werde fried, erfret Schlagen Sue leich nach mi ag ich ſie wieden nnoch war hiet die eigentliche be iſt ein unge⸗ deren ſpringende verwendet wer⸗ ts nicht beſtrei⸗ ie 2thnißeun dle: eine 7 dles moſoün t

Nr. 30.]

die Geſellſchaft verließen, daß Sie in dieſem Augenblicke mir Ihre Freundſchaft anbieten, läßt mich hinreichend erkennen, wie ſchätzenswerth Ihr Anerbieten mir ſein muß. Doch kommen Sie, es iſt noch früh, ein Glas Wein wird uns Beiden nicht ſchaden, und hinter der Flaſche lernt man jch raſcher und beſſer kennen, als in dem nüchternen All⸗ agsleben. Ich denke, wir bleiben noch ein Stündchen beiſammien.(Schluß folgt.)

Abenteuer in höheren Regionen.

Nicht menſchliche ſogenanute höhere Regionen ſind es,

die wir hier meinen, ſondern ganz unmenſchliche, nämlich die der Gemſen. Ueber dieſes ſowohl durch Schießpul⸗ der als durch viele Beſprechungen naturgeſchichtlicher Art berfolgte Thier und ſeine Jagd hat Friedrich Körner enige intereſſante Zuſammenſtellungen gemacht. Wir üühren hier erſt einiges Waidmänniſche an und ſchließen dann mit der letzten lebensgefährlichen That des berüch⸗ ligten Colani von Engadin:

Ehe der Jagdliebhaber auf die Jagd geht, muß er den Aufenthalt der Gemſen, ihre Wege und Gewohnheiten genau erforſchen, muß vorher berechnen, welche Flucht⸗ wege ſie an den einzelnen Stellen nehmen können, damit er ſie ihnen rechtzeitig verlegt, muß ſich ihnen bei Gegenwind nähern und daher oft ſtundenweite Umwege über wilde Felspartieen machen und früh bei Sternenſchein aufbrechen, wenn er ihre Reviere des Abends erreichen will. In Sennhirtentracht umſchleicht der Jäger wochenlang die

Dritte Folge.

Reviere, um ſie vollſtändig kennen zu lernen; aber ſchon

unten im Thale muß er ſich verborgen halten, denn die Gemſen wittern den Menſchen ſtundenweit. Iſt er glück⸗ lich bis an's Revier gekommen und hat die Geniſen beob⸗ achtet, ſo lauert er ihnen in der Morgendämmerung auf, kauert hinter einem Stein und wartet, bis die Gemſen erwachen, ſich recken und dehnen, dann zielt er auf den Bock und ſchießt. Stürzt dieſer, ſo ſtutzt die Heerde, be⸗ trachtet unruhig den aufſteigenden Pulverdampf und fliegt in furchtbaren Sätzen die Felſen hinauf über Klippen, Spalten und Felsblöcke. Manchmal vereinigen ſich einige Jäger zu einer Treibjagd; die Einen jagen die Thiere das Felſenthal hinauf, und da ſie genau die Wege kennen, welche die fliehenden Gemſen nehmen, ſo lauert oben ſchon hinter einem Felſen ein Jäger, um die flüchtigen Gemſen zu empfangen. Doch dauert dieſes Treiben oft mehrere Stunden, und immer müſſen ihnen die Jäger gewiſſe Wege verſperren, indem ſie den Thieren ſtets kletternd zuvor⸗ kommen. Am gefährlichſten wird das Vergnügen, wenn ein Jäger eine Gemſe von Berg zu Berg, von Schlucht zu Schlucht jagt, bis ſie nicht weiter kann, d. h. bis ſie in eine Gemiſenklemme oder in einen ſogenannten Treibſtock getrieben iſt. Der Jäger folgt der Gemſe auf ihren fürchterlichen Wegen, auf ſchmalen Felsgeſimſen, au thurm⸗ hohen Abgründen, über Klüfte, Klippen hinauf und hinab. Wehe ihm, wenn er, an einem Strauch angeklammert, an ſteiler Felsrinne ſich emporarbeitet und dieſer Strauch von dem Gewicht des ziehenden Jägers aus dem Boden geriſ⸗ ſen wird, oder wenn der fauſtgroße Stein ausbricht, auf welchen der Jäger den einen Fuß ſtützt, während er für den andern einen ähnlichen Auftritt ſucht. Es iſt ſogar gefährlich, einem fallenden Steine nachzuſehen, welcher in den Abgrund poltert, denn mit unerklärlicher, magiſcher Gewalt zieht der Stein den Menſchen nach, dieſer verliert die Herrſchaft über die Sinne und Muskeln, ſchwindelt und fällt. Wenn daher ein Kletterer einen Stein fallen hört, wendet er ſchnell das Geſicht gegen den Felſen, ſteht

mir die Wirkung eines Deliriums. Dieſe Frauen, deren Alabaſter⸗ glieder durch ihre feuchten Ueberwürfe hindurch erkennbar waren, und deren Augen von Leben und Feuer ſtrahlten oder ein weiches Schmachten zur Schau trugen, bildeten einen eigenthümlichen

Gegenſatz zu dem Ebenholzteint der ſie bedienenden Töchter Afri⸗

ka's. Die Dünſte, welche ſich erhoben, zerſtreuten ſich, ſammel⸗ ien ſich wolkenartig, verbargen bald die Brunnen und die Ba⸗ denden, bald machten ſie dieſelben ſichtbar; der durch die Oeffnung der Dachkuppel einfallende Tag verbreitete, möchte ich ſagen, einen Regen von Lichtern, die ſich im Nebel verloren; ein unaufhör⸗ liches und unausſprechliches Geräuſch ertönte von allen Seiten... Pabrlich, dieſe Scene wird in meinem Gedächtniß unauslöſchlich bleiben.

Um jeden der acht Brunnen hatten ſich, ſitzend oder knieend, Frauen geſchaart, begleitet von ihren Sclavinnen, und ſich den

verſchiedenen Operationen des Bades unterziehend, die darin be⸗

ſtanden, daß ſie Reibungen vornehmen und ſich kneten ließen. Das Waſſer der Brunnen fließt unaufhörlich und reichlich; man kann es wärmer oder kälter machen nach Belieben, denn zwei

Hähne, der eine mit warmem, der andere mit kaltem Waſſer, gießen ihren beſtändigen Strahl in jedes Marmorbecken. Wie maleriſch

übrigens auch das Schauſpiel ſein mochte, das ſich in dieſen Mauern meinen Augen enthüllte, ſo läuft doch ein türkiſches Bad meiner Anſicht nach Gefahr, endlich langweilig, ermüdend und unbequem zu werden. Nachdem wir den großen Saal durch⸗

ſchritten hatten, erreichten wir die Cabinete, die wir uns hatten

vorbehalten laſſen, und hier brachte meine Griechin Anaſtaſia, ohne Uebertreibung ſei es geſagt, anderthalb Stunden mit der Herrichtung meines Haares zu. Eine zweite Stunde wurde den

Reibungen, dem Kneten, dem Reinigen der Walkererde ꝛc. gewid⸗ met, kurz, man wird begreifen, daß ich nach Verfluß dieſer Zeit mich endlich nach einiger Ruhe und dem Einathmen einer reineren Luft ſehnte. Anaſtaſia rollte ein langfranſiges Handtuch um meinen Kopf; ich hüllte mich in einen ſehr trockenen Schlafrock, ging durch den großen Saal des Hamam zurück, wo das Mund⸗ werk der Badenden annoch ſo geräuſchvoll und unverſtändlich er⸗ tönte, wie beim babyloniſchen Thurmbau, und erreichte endlich, ohne mich in dem Mittelgemach aufzuhalten, den äußern Saal. Man löſte mir das als Kopfputz dienende Handtuch ab, flocht meine noch ganz feuchten Haare und bedeckte ſie mit einem Muſſe⸗ lin⸗Sacktuch, das mit einer Seidenbordüre und falſchen Perlen geziert war; endlich legte ich mich inmitten meiner Kiſſen ſo gut als möglich zurecht und amüſirte mich mit der Beobachtung deſſen, was um mich her vorging.

Die erſte Wirkung dieſer Bäder iſt, daß alles Blut nach dem Kopfe getrieben wird, und die Wangen ſich hochroth färben; allein ich bemerkte bei meinen Nachbarinnen, daß dieſes Scharlachroth allmählich verſchwand, und die meiſten unter ihnen dem Hamam einen Teint verdankten, deſſen Färbung ſich der zarten Röthe des Pfirſichs unſerer Spaliere vergleichen läßt. Man kann indeß nicht leugnen, daß ſich bei Frauen, welche dieſe Bäder im Ueber⸗ maß gebrauchen, traurige Folgen einſtellen; die Luft, die man in dieſen Anſtalten einathmet, iſt ſo naturwidrig, daß ſie nothwen⸗ diger Weiſe höchſt ſchädlich wirken muß.

Die Damen, welche für mich ein Gegenſtand des Studiums waren, nahmen in dieſem Augenblick faſt alle ihr Frühſtück ein. Unaufhörlich gingen Negerinnen mit glockenbedeckten Platten ab und zu, oder trugen die Ueberreſte dieſer Morgenimbiſſe hinweg⸗