Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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Jahrg.

Nr. 30.]

Dritte

Verhältuiſſen, wer aber bürgt Ihnen, daß ſie nicht längſt ſchon ihr Herz verſcheukt hat und den alten griesgrämlichen Oheim mit leeren Verſprechungen hinhält? Ich hab's nus guter Quelle, verlaſſen Sie ſich darauf, und wenn Sie mir nicht glauben wollen, ſo fragen Sie nur unſere Lehrlinge, ſie werden Ihnen ſchon ſagen, wie wenig Briefe von der Principalin in spe jetzt einlaufen. Früher, vor iinem Vierteljahre, verging faſt keine Woche, ohne daß ſolch ein zierliches Billetchen im Briefkäſtchen gelegen hätte, innerhalb der letzten drei Monate aber blieben ſie aus, und ſelbſt auf die Geſchenke, die von hier an das Mädchen abgehen, erfolgt keine Antwort.

Das iſt durchaus kein Beweis! fiel der Volontair dem Redenden in's Wort;ich zum Beiſpiel empfange nie Briefe und habe doch ein Dutzend Liebſchaften, und unter dieſen nicht eine platoniſche, darauf gebe ich Ihnen nmiein Wort. Und wiſſen Sie, ob der Alte nicht auf anderem Wege dieſe Billete bezieht? Glauben Sie mir, er iſt ge⸗ würfelt und auf ihn paßt das Sprüchwort:Stille Waſſer gründen tief! aber ich vergaß, drüben am Fenſter ſteht unſer Sittenrichter, na, das Uebrige können Sie ſich denken.

Mir kann's im Grunde gleich bleiben, ob er heirathet oder nicht, wagte der zweite Commis das Wort zu neh⸗ men,unſere Arbeit bleibt vor wie nach dieſelbe, und auf unſer Gehalt wird's eben auch keinen Einfluß üben!

Sie ſchwätzen, wie Ihnen der Schnabel gewachſen ſt, verſetzte der Magazinier im Tone der Geringſchätzung. Glauben Sie, wenn eine Frau einmal hier das Regi⸗ ment führt, würden Feſte wie das heutige für uns ab⸗ fallen? Denken Sie nicht daran, und was unſer Gehalt anbetrifft, ſo wird daſſelbe bald nicht mehr von Meyer, ſondern von deſſen Frau feſtgeſetzt werden; wenn ein alter Geck ein junges Weibchen nimmt, wird er in der Regel ein Pantoffelheld, mithin

Ich habe ſeit Langem keinen ſo vernünftigen Gedan⸗

ken bei Ihnen entdeckt, wie der, den Sie jetzt ausſprachen, unterbrach ihn der Volontair.Sie Alle werden durch die Heirath nichts gewinnen, vielmehr manchen Vortheil einbüßen, nur mir kann das Thun und Laſſen des Alten gleichgültig ſein. Ich bin mein eigener Herr, habe Gott ſei Dank Geld genug, um von den Ziuſen deſſelben meine Bedürfniſſe zu beſtreiten, und ſobald es mir hier bei dem Emporkömmlinge nicht mehr gefällt, ſage ich eines Abends dem Comptoir Adieu und ſehe das Haus nicht niehr an. Hätte mein alter Vater mich nicht, Gott weiß wie oft, darum gebeten, wenigſtens ein Jahr lang in dem Geſchäft dieſes Menſchen zu bleiben, wäre ich längſt ſchon gegan⸗ gen, aber was thut man nicht den Eltern zu Liebe!

Wenn man nicht der einzige Sohn iſt und befürchten muß, es könne dem Vater in den Sinn kommen, bei Ab⸗ faſſung des letzten Willens das gehorſame Kind dem un⸗ gehorſamen vorzuziehen! lachte der Buchhalter. Natürlich! fuhr der Volontair fort.Man muß ſtets bedenken, was man thut, und nicht ſo in's Leere hin⸗ eintappen; ruht der Herr Papa von ſeinem Pilgerleben einmal aus und die vothen Füchſe ſind in meinem Beſitz, ſo finde ich immer noch Zeit genug, mich für die Vergan⸗ genheit zu entſchädigen. He, Johann, bringt den Cham⸗ pagner, wenn Euer Herr in ſeiner Freigebigkeit Euch Auf⸗ trag dazu gegeben hat! Ich hatte ſchon vor einem halben Jahre den feſten Vorſatz gefaßt, nicht länger den Befehlen dieſes Emporkömmlings unterthan ſein zu wollen, und wenn das Gerücht ſeiner nahe bevorſtehenden Heirath da⸗ mals nicht aufgetaucht wäre, würde ich dieſen Vorſatz auch ausgeführt haben. So aber blieb ich einſtweilen, um die Entwickelung der Komödie abzuwarten; vielleicht iſt die junge und, wie man behauptet, ſchöne Principalin geneigt, ſich für den alten Ehemann auf irgend eine Weiſe zu ent⸗ ſchädigen und

Der Buchhalter warf in dieſem Augenblick dem Reden⸗ den einen Blick zu, der dieſen bewog, die Worte, welche ihm

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Orientaliſche Frauenbäder. Früher gab es auch bei uns im Abendlande öffentliche Bäder,

doch iſt dieſe Sitte ſeit den Tagen des Mittelalters abgekommen.

Nur das Morgenland hat ſie aufrecht erhalten und zwar in ganz

beſonderer Weiſe. So gibt es viele Frauenbäder, und da Männer

natürlich in dieſe Geheimcabinete nicht eindringen können, ſo iſt es Pntereſſant. was uns eine Dame darüber aus Conſtantinopel erzählt.

So viel Reiz und Poeſie auch die Bäder oder Hamàm für mich hatten, die ich bei Privatperſonen ſah, ſo mußte ich, um dieſe

Art orientaliſcher Anſtalten zu beurtheilen, doch nothwendiger

Weiſe die dem zahlenden Publicum geöffneten kennen lernen. Ich beſchloß daher, um mir einen Begriff von dem machen zu können, was die weibliche Bevölkerung Conſtantinopels als ihr irdiſches Paradies betrachtet, einen Beſuch in denſelben abzuſtatten.

Die griechiſche Dame, welche die Gefälligkeit hatte, mir als

Führerin und Dolmetſcherin zu dienen, willigte ein, mich auf

dieſem Ausfluge zu begleiten. Wir brachen daher Morgens acht Uhr von Pera auf und nahmen meine helleniſche Kammer⸗

jungfer Anaſtaſia mit, die mir als ein wahrer Schatz empfohlen worden war, und welche unter andern Muſtereigenſchaften auch

die beſaß, daß ſie gern mein Kölniſches Waſſer krank und meine ſeidenen Strümpfe trug. Wir ſtiegen an der Thüre des Hamam aus unſerer Araba und traten mit Anaſtaſia ein, welche einen mit allem für unſer Bad Nöthigen ausgeſtatteten Korb trug. Die türkiſchen Damen pflegen gleichfalls das Linnenzeug, die Eſſenzen

u. ſ. w. mitzubringen und ſich von mindeſtens einer ihrer Scla⸗ vinnen begleiten zu laſſen. Die Frauen niedrigeren Ranges nehmen ihre Zuflucht zu den Dienſten der in dieſen Anſtalten ſelbſt verwendeten Sclavinnen oder Dienerinnen, die ihnen dann liefern, was ſie verlangen. Nachdem wir einen ſchmalen Hof durchwandert, traten wir in einen geräumigen, marmorgepflaſter⸗ ten Saal, um welchen ſich eine doppelte Reihe vorſpringender, auf maſſive ebenfalls marmorne Pfeiler geſtützter Gallerien her⸗ umzog. Dieſe Gallerien ſind in verſchiedene getrennte Gemächer abgetheilt, ungefähr wie die Logen unſerer Theater, und die Ge⸗ mächer ſelbſt, mit Kattun oder rothem Plüſch ausgeſchlagen je nach dem Geſchmacke der Perſonen, welche dieſelben einnehmen ſind reichlich mit Kiſſen verſehen. Obſchon es, nach meiner Anſicht, noch ſehr früh am Tage war, ſo waren doch dieſe ver⸗ ſchiedenen Logen, mit Ausnahme der für uns vorbehaltenen, be⸗ rreits beſetzt. In der Mitte des Saales goß ein zierlicher, reich⸗ haltiger Brunnen ſeine Waſſerſtrahlen in vier muſchelförmige Becken, aus denen ſie mit ſanftem, dem Ort, an dem ich mich befand, vollkommen entſprechendem Gemurmel abfloſſen. 1 Unſere Loge ich muß dies Wort gebrauchen, da es die Sache ziemlich gut ausdrückt befand ſich in der untern Gallerie. Nachdem ich mich einmal dort inmitten meiner Kiſſen ganz behag⸗ lich niedergelaſſen, beluſtigte ich mich mit der Betrachtung des für mich ganz neuen Schauſpieles, das ſich meinen Augen darbot des außerordentlichſten Schauſpieles, welches ich je geſehen. Zur Linken der Eintrittsthüre ſaß die Eigenthümerin der Bäder, eine ſehr ſchöne dreißig- bis vierzigjährige Frau, mit einem dunkel⸗ farbenen Turban auf dem Kopf, und in eine Antery oder ein gelbes und rothes, mittelſt einer Caſchmir⸗Schärpe feſt an die

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