Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
468
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Wie gern hätte er mit dem Mädchen vor ſeiner Abreiſe

Uovellen-Zeitung.

So träumte der junge Mann, während der Wagen

noch einmal geſprochen! Wie gern hätte er die Gewißheit über die Laudſtraße dahinrollte, und je länger er ſich ſeinen

mitgenommen, daß ſie ſeine Liebe erwiderte und ihm treu T

bleiben würde, bis die Verhältniſſe ihm geſtatteten, ſie als

ſein Weib heimzuführen! gen, ſich ihr zu nähern, Julius hatte ihm entſchieden da⸗ von abgerathen, und er ſelbſt mußte zugeben, daß ein ſolcher Schritt ihn dem Ziele ſeiner Wünſche nicht näher bringen, vielmehr nur weiter daven entfernen würde. Das Zartgefühl Eleonorens war einmal verletzt, und es be⸗

Ueberlegung zu ihr geredet hatte, vergeſſen zu laſſen; zudem konnte er ihr ja auch jetzt noch nichts Sicheres bie⸗ ten! Hatte er es erſt ſoweit gebracht, daß er von ſeinen

Einkünften die Bedürfniſſe einer Famillie beſtreiten konnte,

dann durfte er es wagen, vor das Mädchen hinzutreten

und ihr Herz und Hand anzubieten. Wies ſie auch dann ſich hier bald heimi

noch ihn zurück, ſo lag in dieſer Zurückweiſung doch nichts

Und doch durfte er's nicht wa⸗

räumen und Gedanken hingab, deſto freudiger ward ſein Muth und die Zuverſicht auf eine glückliche Zukunft. Er hatte einige Tage vorher einen Brief von dem Kaufmann

erhalten, in welchem dieſer ihm die Wohnung bezeichnete,

die für ihn gemiethet worden war, und als der Wagen im Hofe des Poſtgebäudes hielt, warf er raſch noch einmal einen Blick auf die Adreſſe ſeines Hauswirths und ſtieg

dann aus, um ſein beſcheidenes Gepäck einem Laſtträger durfte einiger Zeit, ſie die Worte, welche er damals ohne

anzuvertrauen und mit dieſem den Weg zu ſeiner neuen Wohnung anzutreten. Bald hatte er dieſe erreicht und

als er, geführt von der Hausfrau, in das trauliche, freund⸗

lich meublirte Zimmerchen trat, und die Hausleute mit herzgewinnendem Lächeln ſich nach ſeinen Wünſchen und Auorduungen erkundigten, wußte er ſchon gleich, daß er ſch fühlen würde.

Der Herr Meyer ſcheint Ihnen ſehr gewogen zu ſein,

Beſchämendes für ihn, während Eleonore jetzt mit vollem hob die freundliche Alte an, als ſie dem neuen Miether

Recht zu dem Vorwurf berechtigt war, ſeine Bewerbung

um ihre Hand ſei eine Thorheit, da ſie jeder Stütze, jedes ſoliden Rückhalts entbehre.

den Nachmittagskaffee brachte;er war ſelbſt hier, um ſich zu überzeugen, daß nichts zu Ihrer Bequemlichkeit

Deßhalb auch hatte Gott⸗ fehle, und trug mir auf, Sie wie mein eigenes Kind anzu⸗

VIII. Jahrg.

fried es vorgezogen, ohne Abſchied von dem Mädchen zu ſehen, Sie ſeien fremd hier und deßhalb wünſche er beſon⸗ 1 ſcheiden und den günſtigeren Augenblick zu einer Annähe⸗ ders, daß wir uns Ihrer annähmen, er könne dies nicht, rung an ſie ruhig abzuwarten. Gelang es ihm, die Gunſt da das Geſchäft ſeine ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch ſeines neuen Principals zu erwerben, ſo wurde, dem Ver⸗ nehme. Ich denke, wir werden ſchon miteinander fertig

ſprechen deſſelben zufolge, ſchon nach Ablauf des erſten

Jahres ſein Gehalt erhöht, und mit fünfhundert Thalern ließ ſich ein kleiner, beſcheidener Haushalt immerhin be⸗ ſtreiten. Dann aber wollte er nicht länger zögern, und Eleonore gab vielleicht gern ihr Jawort, um das unan⸗

ſcheiden.

ſtaunt, mit dem Ordnen ſeiner Wäſche und Kleidungs⸗ ſtücke innehielt, um einen fragenden Blick auf das Antlitz Wenn Sie mit einer genehme Verhältniß zu ihrer Pflegemutter gegen ein ein⸗ einfachen Hausmaunskoſt, die Leib und Seele zuſammen⸗ faches, aber ruhiges und glückliches Familienleben vertau⸗ hält, zufrieden ſind, ſ ſchen zu können. Jedes junge Frauenherz ſehnt ſich ja einer Klage finden, denn was Ihre Wohnung hier anbe⸗ nach dem eignen Heerde, wäre dieſer auch noch ſo be⸗ trifft, ſo werden Sie bald bemerken, daß ich eine Ehre darin ſuche, ſie ſaube und in Ordnung zu halten.

werden, fuhr ſie fort, als der junge Mann, über eine ſolche Aufmerkſamkeit von Seiten ſeines Principals er⸗

der redſeligen Frau zu werfen.

Feuilleton.

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Les Misérables. Par Victor Hugo. (Schluß.) XI. Ein ſchlechter Führer für Napoleon, ein guter Führer für Bülow.

Man kennt den ſchmerzlichen Irrthum Napoleons; anſtatt des gehofften Grouchy erſchien Blücher, der Tod anſtatt des Le⸗ bens. Das Geſchick hat ſeine Wendungen; man machte ſich Rech⸗ nung auf den Thron der Welt, man erblickt St. Helena.

Hätte der kleine Hirt, welcher Bülow, dem Unterbefehlshaber Blücher's, als Führer diente, ihm den Rath ertheilt, lieber ober⸗ halb Friſchemont, als unterhalb Planchenoit aus dem Walde her⸗ auszurücken, ſo würde die Geſtalt des neunzehnten Jahrhunderts vielleicht eine ſehr verſchiedene geweſen ſein. Napoleon hätte dann die Schlacht von Waterloo gewonnen. Auf jeder andern Straße, als unterhalb Planchenoit, wäre das preußiſche Heer auf einen Schlund geſtoßen, den die Artillerie nicht paſſiren konnte, und Bülow kam dann nicht an.

Nur eine Stunde Verzögerung das erklärte der preußiſche General Müffling und Blücher hätte Wellington nicht mehr aufrecht gefunden:die Schlacht war verloren.

Wie man ſieht, ſo war es Zeit, daß Bülow ankam. Er war

übrigens ſehr aufgehalten worden; er hatte in Diont⸗le⸗Mont

bivouakirt und war mit Tagesanbruch abmarſchirt. Aber die

Straßen waren kaum zu paſſiren, und ſeine Diviſionen verſanken

im Kothe, die Geleiſe reichten bis an die Nabe der Achſe der Ka⸗ nonen. Außerdem hatte er auf der engen Brücke bei Wavre die Dylle paſſiren müſſen; die zur Brücke führende Straße war von den Franzoſen in Brand geſteckt worden; da die Munitions und Gepäckwagen der Artillerie nicht durch zwei Reihen brennender Häuſer hindurch fahren konnten, ſo mußten ſie Halt machen, bis das Feuer gelöſcht war. Es war Mittags 12 Uhr, als die Avant⸗ garde Bülow's Chapelle⸗Saint⸗Lambert noch nicht hatte erreichen können.

Hätte die Schlacht ihren Anfang zwei Stunden früher ge⸗ nommen, ſo wäre ſie um vier Uhr beendigt geweſen, und Blücher

wäre zu einer von Napoleon gewonnenen Schlacht gekommen.

Das ſind jene unermeßlichen zufälligen Ereigniſſe, dem Unend⸗

lichen angemeſſen, die uns entgehen.

Gegen zwölf Uhr hatte der Kaiſer zuerſt mit ſeinem Fern⸗ rohr am äußerſten Horizont etwas bemerkt, was ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit auf ſich zog. Er ſagte:Ich ſehe dort unten eine Wolke,

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