Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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l. Juirg. Nr. 29.)

uudſor war ummer nennen hrt, für welche 6. Wir erfuh⸗ Morgen Lord Ich bedauerte zswürdig, von den Naturel, ſelten findet! Iutereſſe; ich Aumuth und weniger ſtolze Nlichmäßigen

M V

ir unangenehm erſonen aufge⸗ Jahren ihr Le⸗ be unſere alten hen hören, die

ſſals. Sie ſind teuſchengedränge ſie drängen ſich unte ſagen, ſie eſchehen möge, Aber ihre anze Schön⸗

die menſchliche

und wenn ſie uuß man ſehen, der haben zu⸗ das, was ſie gar

als ich der llichkeit über⸗

iſt. 8 Durchmeſſe

Auch in politiſcher Hinſicht bedauerte ich den Tod des Lord Holland; er beſaß nicht ſo viel Einfluß, als ich ge⸗ wünſcht haben würde, aber er hatte deſſen doch mehr, als viele Leute eingeſtehen wollten. Die Mißbilligung von Holland Houſe ſetzte in Verlegenheit, ſelbſt wenn ſie eine Maßregel nicht verhinderte.

Ich verließ London am 25. October und kam am 26. in Paris an, wo ich zunächſt Herrn Duchäͤtel ſah, der mich ſchnell mit den Geſinnungen der Perſonen und mit den Einzelnheiten der Sachlage bekannt machte. Wir verſtän⸗ digten uns im Voraus über den Charakter und den Zweck der zu befolgenden Politik. Der Marſchall Soult kam zu mir, zufrieden, vertrauend, mit dem ich mich über die Fragen der Regierung, ſo wie über die Zuſammenſetzung des Cabinets leicht verſtändigen konnte, denu er verlangte nichts weiter, als daß Herr Teſte in daſſelbe eintreten müſſe, deſſen er, wie er mir ſagte, bedürftig ſei, um einen Advocaten bei ſich zu haben, der gelegentlich für ihn ſpreche. Herr Villemain war mit einer ganz beſonders unparteii⸗ ſchen und dennoch ſehr feſten Scharfſicht bereit, ſich wieder an dem Kampfe zu betheiligen. Herr Humann, deſſen Eintritt in's Miniſterium in meinen Augen einen großen Werth hatte, nahm das Portefeuille der Finanzen an, ohne ſich dräugen zu laſſen. Die Herren Cuniu⸗Gridaine und Martin du Nord, welche den Herrn Molé in den De⸗

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batten der Coalition unterſtützt hatten, bewahrten keine Erinnerung mehr daran, die ſie oder mich in Verlegenheit hätte ſetzen können. Der Admiral Duperré nahm mit Vergnügen das Portefeuille der Marine wieder an. Der König ſchenkte mir ſein volles Vertrauen und beeilte ſich, allen ihm vorgeſchlagenen Anordnungen ſeine Zuſtimmung zu geben. Der Herzog von Broglie, obgleich beſorgt wegen der Zukunft und entſchloſſen für ſeine Perſon außerhalb der Geſchicke zu bleiben, räumte mir das volle Recht ein,

auf ſeine Unterſtützung zu rechnen. Ich hatte mit den Herren Thiers und de Rémuſat Unterredungen, die uns in Beziehuugen der Schicklichkeit zu einander, mich aber gleichzeitig von ihrer Seite in der Kürze eine entſchiedene Oppoſition vorherſehen ließen. Zwei Tage genügten, um alle Fragen zu erledigen und die Hinderniſſe zu beſiegen, V die ſich der Bildung eines Cabinets ſtets in den Weg ſtellen. Die ſchwierigen Situationen laſſen die, welche ſich nicht zur Seite ſtellen, ſchnell voranſchreiten. Am 29. October Abeuds unterzeichnete der König die Ordonnanzen, welche die neuen Miniſter ernannten. Meine Mutter und meine Kinder kamen in demſelben Augenblicke aus der Norman⸗ die an, um ſich mit mir zu vereinigen, und gegen Mitter⸗ nacht kehrte ich, mit einer ſchweren Bürde belaſtet, aber nicht daran verzweifelnd, ſie tragen zu können, zu ihnen in mein kleines Haus zurück. C.

Literariſche Briefe

von

Otto

Globus. Illuſtrirte Chronik der Reiſen. Herausge⸗

geben von Herrmann J. Meyer. Hildburghauſen, Biblio⸗ graphiſches Inſtitut. 1862.

Wie Sie ſich erinnern werden, habe ich ſchon einmal von dieſem neuen Unternehmen, welches monatlich zwei Hefte bringt, erzählt. der Leſer für unterhaltend und nützlich, als in dem der guten Sache für gerecht, hier noch einmal von dieſer Edi⸗ tion zu reden, da ſie trefflich iſt und mit Nachdruck dahin geſtellt zu werden verdient, wohin ſie gehört: in die erſte Reihe der deutſchen illuſtrirten Blätter.

Das Publicum greift zwar ſtets nach ſolchen Büchern und Blättern, die mit Holzſchnitten ausgeputzt ſind. Doch man thut dies gewöhnlich nur, um ſich flüchtig zu zerſtreuen, da man recht gut weiß, wie oberflächlich, wie zweideutig der Werth ſolcher Unternehmungen zu ſein pflegt.

In der Regel wiſſen die Herausgeber vogelfreie Litho⸗ graphien und Photographien aufzufinden, welche von hand⸗ werksmäßigen Holzſchneidern auf den Stock übertragen werden, oder ſie machen durch einfache chemiſche Mittel auf

dem präparirten Holzſtock einen Abklatſch aus engliſchen.

und franzöſiſchen illuſtrirten Journalen und laſſen von

noch geringeren Arbeitern dieſeZeichnung ſchneiden., 8*

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Ich halte es ſowohl im Intereſſe

Banck.

Ich ſehe mit ſtillem Amüſement ſeit einer Reihe von Jahren gewiſſe Illuſtrationen ſich in den verſchiedenſten Blättern und Büchern umhertreiben, wilde Kerle oder Rabenteuerliche Beſtien; die einzige Aenderung iſt, daß ſie zuweilen nach der rechten, zuweilen nach der linken Seite im Profil ſtehen, eine unterhaltende Abwechſelung für den Beſchauer, welche die Mühe eines doppelten Abklatſches reichlich lohnt, oder das noch größere Opfer des Durch⸗ zeichnens. So ein plöͤtzlich umgekehrt daſtehender Gorilla oder äußerſt centralafrikauiſcher Eingeborner kommt einem im erſten Augenblick ganz erfriſchend vor, bis die Erinne⸗ rung an die bekannte Erſcheinung aufdämmert und der Schwindel heraustritt. 4 4

Im Gegenſatz zu ſolchen illuſtrirten Werken, die ſich, von reiner Speculation nähren, iſt jedes ſolide Unterneh Zu dieſen gehört derGlobus, und in

men 4 den letzterſchrenenen Heften deſſelben ſtellt ſich dies noch.

angenehmer als in den früheren heraus.

Die Holzſchnitte, 14 18 in jeder Nummer, ſind den beſten beizuzählen, welche in deutſchen Blättern erſcheinen, intereſſaut ſowohl durch den Gegenſtand, als lobenswerth durch eine ſolide wirkſame Ausfüfhrung.

atüRch iſt das Unternehmen mehr dein Auslande