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ſeinen Wohuort zurückzufahren. Hier angelangt, überließ er ſich ganz und ungetheilt ſeiner Freude über das glück⸗ liche Ereigniß und ſetzte ſich ſofort hin, um dem alten Vater die frohe Botſchaft mitzutheilen.— Julius, den er am Abend deſſelben Tages noch aufſuchte, nahm an der Freude des Freundes lebhaften Antheil, und bis ſpät in die Nacht blieben die Beiden zuſammen, um vermittelſt einiger Flaſchen Wein und eines ſolennen Abendeſſens ein proviſoriſches Abſchiedsfeſt zu feiern.(Fortſetzung folgt.)
Les Mémoires de M. Guizot.
(Schruß.)
Ueber das Weſen der Frage waren alle meine Freunde, oder beinahe alle, meiner Anſicht; aber konnte ich mich nicht enthalten, meine Anſicht laut auszuſprechen? Weß⸗ halb brauchte ich mich zu beeilen, gleich im Beginn der Debatten und vor dem Votum der Kammer über die Prä⸗ ſidentſchaft anzukommen? Es ſtand in meiner Macht, indem ich einige Tage ſpäter ankam, mich dieſer Verlegen⸗ heit zu entziehen. Es war bedenklicher, als es mir von fern erſchien. Man ſchrieb mir:„Die Gegner des Cabi⸗ nets erwarten bloß Ihre Ankunft als das Signal des An⸗ griffs; es iſt nichts ſo leicht als es zu ſtürzen, und es ver⸗ langt gar nichts Beſſeres als ſich zurückziehen; die meiſten Miniſter finden die Laſt zu ſchwer, und Herr Thiers würde erfreut ſein, ſie Andern zu überlaſſen und für ſich die Po⸗ pularität zu bewahren. Wenn Sie hier ſind, ſo wird Ihre Gegenwart allein den Fall beſchleunigen, und Ihre Frei⸗ heit des Handelns wird davon dann ſehr beengt werden.
Die Klugheit ertheilt Ihnen den Rath, den Beginn der Seſſion vorüber gehen zu laſſen und, wenn Sie gerufen werden ſollten, zu warten, bis man Sie ruft.“ Herr Roſſi drang ganz beſonders darauf, daß ich mich dieſem Rathe der Klugheit fügen möge.
Dieſe Einwürfe überredeten mich nicht. Am 20. Oc⸗ tober ſchrieb ich dem Herzog von Broglie:„Ich habe wohl daran gedacht. Ich werde am 25. d. von hier abreiſen, in der Normandie meine Mutter und meine Kinder abho⸗ len und am 28. d. Abeuds oder am 29. d. in Paris ein⸗ treffen. Man muß die Miene der Verlegenheit, die man nicht hat, nicht annehmen. Ich erwarte nichts in London, und in Paris werde ich nichts ſuchen. Ich bin hier in keine Intrigue verwickelt und werde es dort nicht ſein. Ich werde dort nichts ſagen und nichts thun, was nicht in vollem Einklang mit dem iſt, was ich ſeit acht Monaten hier geſagt und gethan habe. Ich habe dem Cabinet ver⸗ ſprochen, es zu unterſtützen, ohne mich an daſſelbe zu bin⸗ den. Das habe ich gethan und werde es thun. Ich habe geſagt, ich würde meine Stellung und meine Freunde be⸗ wahren, ohne ihre Launen zu den meinigen zu machen. Ich werde es thun, wie ich es gethan habe. Ich habe gleich den erſten Tag Vorbehalte gewacht, die mir an ſich ſelbſt vernünftig und für mich paſſend erſchienen. Jetzt habe ich denſelben nichts hinzuzufügen und ebenſowenig ſie zu beſchränken. Weßhalb ſollte ich meinem Benehmen den Anſchein der Unſchlüſſigkeit und des Zwanges geben? Weder in der Vergangenheit, noch in der Zukuuft, weder in meinen Haudlungen, noch in meinen Abſichten verpflichtet irgend etwas mich dazu. Ich will meine Stellung einfach, offen, gänzlich übernehmen, ohne einer ihrer natürlichen Schwierigkeiten auszuweichen, irgend eine künſtliche oder fremdartige Suwienti ge ustuiuhe Ich bin Deputirter, ehe ich Geſandter bin. Es liegt mir weit
mehr an dem, was ich als Deputirter bin, als an dem,
was ich als Geſandter bin. Ich habe um einen Urlaub
Zur Länder⸗ und Völkerkunde.
Vom Königreich Siam. Faſt fabelhaft klingt der Name dieſes großen Gebietes, von
dem wir ſo wenig und davei doch ſo viel Seltſames erfahren
haben..
Dennoch geht dieſes mächtige Reich mehr und mehr einer Culturblüthe entgegen und hat gegenwärtig einen Herrſcher, der wegen ſeines Geiſtes Staunen erweckt.
Alle Länder im fernen Oriente haben vollauf Urſache gehabt, ſich über die Berührung mit den Europäern zu beklagen. Wie blutig die Engländer in Indien zu Werke gehen, weiß Jedermann; Birma iſt von ihnen zerſtückelt worden, China binnen zwanzig Jahren dreimal mit Krieg überzogen, dem Könige von Anam oder Cochinchina ſind die Franzoſen und Spanier ins Land ge⸗ rückt, und Japan hat das Benehmen der Fremden nicht zu loben.
Nur ein einziges von jenen Ländern iſt ſeither von Fremden nicht mißhandelt worden: das Königreich Siam. Mit ihm ſtehen Europäer und Nordamerikaner in freundlichem Einver⸗ nehmen, das Land iſt dem Handel eröffnet, und der Herrſcher hat Geſandtſchaften an europäiſche Höfe geſchickt. Im Jahre 1857 erſchienen ſeine Vertreter in London, 1861 in Paris und Rom; Alle, die mit ihm in Berührung kamen, ſind ſeines Lobes voll.
Siam liegt in Hinterindien zwiſchen Birma und Cochin⸗ china, an dem nach ihm benannten Meerbuſen, unweit der großen Fahrbahn von und nach China und iſt ein Nachbar des indiſchen Archipelagus. Sein großer Reichthum an wertbvollen Erzeug⸗ niſſen zieht die fremden Kaufleute an, und der König, welcher ſie
als willkommene Gäſte betrachtet, läßt ihnen Schutz angedeihen. Er rühmt ſich, ein Freund der Abendländer zu ſein, und bis jetzt hat er durchedie That bewieſen, daß er es ehrlich meine.
König Mongkut iſt eine Erſcheinung, wie die Welt ſie noche
nicht geſehen hat, ein Despot, ehemals Mönch, und nun ein„phi⸗ loſophiſcher“ Monarch, und in religiöſen Dingen ſo duldſam und mild, daß man in manchen andern Staaten Europass ſich ihn billig zum Muſter nehmen könnte. Proteſtantiſche und rö iſch⸗ katholiſche Miſſionäre, welche einander befehden, ſind doch ein⸗
ſtimmig in der Anerkennung dieſes buddhiſtiſchen Heiden, der Alle
mit gleichem Wohlwollen behandelt und ihnen die Pforten ſeines Reiches geöffnet hat, damit ſie ihre Lehren verkünden, wie es ihnen beliebt. Er hat ihnen geſagt, daß es ihm Freude mache, wenn die Bonzen ſeines Landes ſich mit den Prieſtern aus Europa in wiſſenſchaftliche Erörterungen und Streitigkeiten einlaſſen; der wohlwollende Monarch fügte aber zugleich bei, es ſei den weißen wie den weizengelben Geſichtern wohl zu rathen, dabei Liebe wal⸗ ten zu laſſen und, wie er ſich ausdrückte, das odium theologicum nicht hervortreten zu laſſen.* Denn Mongkut verſteht nicht bloß ſehr gut die engliſche Sprache, ſondern auch Lateiniſch. Er unterzeichnet ſich in ſeinem Briefwechſel mit Europäern als Rex Siamensium; er lieſt den Tacitus, Virgilius und Horatius in der Urſprache und kennt die Geſchichte des Abendlandes in ihrem Zuſammenhange von den Zeiten des Alterthums bis heute. Er beſitzt lateiniſche und eng⸗ tiſche Bibelausgaben, auch kirchliche Bücher in Menge, denn die Miſſionäre laſſen es ihm daran nicht fehlen. Londoner Zeitungen nimmt er täglich zur Hand. Mit einem Worte, der König von Siam iſt ein wiſſenſchaftlich gebildeter Mann und mit dem Ideen⸗
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IVIII. Jahrg.
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Ver 9
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