Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
457
Einzelbild herunterladen

am, ſeine Suhht genheit mit ſei⸗ ſe der höheren vermögen unter u laſſen, hielt ihun fern und iner Gehülfen. ages über ihn gerecht, zuvor⸗ ig, aber es ver⸗ ande angehört, eht den großen it ſeinem Ver⸗

lniform in das Geſchäfts zu und Flüſtetn rtete und eben hatte. Der zwiſchen drei⸗ nenden Zügen den fein ge⸗ nter dem gro⸗ hiete die Frage er habe.

Gottfried kurz,

verſetzte der

Weiſung und Herrn gegen⸗

ch erhob und

fragte der win dem Rücken

muſeums findet von eiet Kar⸗

ger als ſolcher

ein Schatten, zluſen de See⸗ in der Degen⸗ Hardedragoner

Infan⸗ m zur In nze ſachtban ndern osliß olf Sturme

den Kamm und den Abhang. den unheilvollen Boden eingewurzelt.

QᷓyᷓyyVqz

Dritte

Kaufmann.Es iſt mir lieb, daß Sie ſchon heute kom⸗ wen, fuhr er fort, als der junge Mann bejaht und auf dem ihm angebotenen Stuhle Platz genommen hatte.Ich mache derartige Angelegenheiten gern augenblicklich in's Reine, damit ich weiß, woran ich bin; unn, ich denke, wir werden ſchon miteinauder fertig werden, auf ein paar Thaler mehr oder weniger kommt's mir nicht an, meine Mittel erlauben mir das. Alſo rücken Sie einmal heraus, welches Gehalt verlangen Sie?

Jch überlaſſe es Ihnen, daſſelbe zu beſtimmen, ent: gegnete, Gottfried ſchüchtern.Verſuchen Sie's einmal einige Wochen mit mir, und wenn Sie alsdann geſehen haben, was ich leiſten kann, ſo ſetzen Sie mir das Gehalt im Verhältniß zu meinen Fähigkeiten aus.

Nichts da! fiel der Kaufmann ihm in's Wort. Ich mag von ſolcher Probezeit nichts wiſſen, in der Regel zeichnen ſich die jungen Leute aus, ſo lange dieſelbe währt, um nachher zu faulenzen. Nein, nein, auf ein ſolches Anerbieten laſſe ich mich grundſätzlich nie ein, und wie wollen Sie auch in den erſten Wochen zeigen, was Sie leiſten können? gehen doch Monate drüber hin, ehe Sie einmal mein Geſchäft kennen und ſich nützlich in demſelben machen können. Rund heraus geſagt, ſind Sie mit vier⸗ hundert Thalern zufrieden?

Gottfried hatte ein ſo vortheilhaftes Anerbieten nicht erwartet, der Abſtand gegen ſein bisheriges Gehalt als Poſtſecretär war zu groß, als daß ſein Wünſchen und. Hof⸗ fen ſich zu einer ſolchen Summe hätte verſteigen könuen. Ich bin's, erwiderte er nach einer Weile,und ver⸗ ſichere Sie, daß ich Ihr Vertrauen ſchätzen und

Das Alles wird ſich finden! unterbrach ihn der Kauf⸗ mann.Bin ich mit en zufrieden, ſo ſoll's mir am Schluſſe des 1ansahn eine angemeſſene Gratifica⸗ tion nicht ankommen; meine Mittel erlauben das! Er erhob ſich und zog die Schelle.

Zwei Contractformulare! herrſchte er den eintreten⸗

Folge.

den Lehrling an.Wann wollen Sie eintreten? fuhr er fort, während er zu ſeinem Sitze zurückkehrte.

Mit den nächſten drei Wochen läuft meine Verpflich⸗ tung gegen die Poſt⸗Direction ab, erwiderte Gottfried, und wenn es Ihnen recht iſt

Bon! fiel Meyer ihm in die Rede.Wir ſtellen alſo den Tag Ihres Eintritts auf den fünfzehnten Decein⸗ ber. Was Ihre Wohnung anbetrifft, ſo will ich mich der Mühe unterziehen, eine ſolche für Sie zu ſuchen. Der Lehrling hatte inzwiſchen die verlangten Formulare vor ſeinen Principal hingelegt, und dieſer ergriff jetzt die Feder, um dieſelben auszufüllen.Wir ſtellen den Contract vor⸗ läufig auf zwei Jahre, hob er nach einer Weile an. Für den Fall einer der Contrahirenden mit dem anderu unzufrieden iſt, ſo daß ein Bruch des Contracts gerecht fertigt erſcheint, ſetzen wir die Kündigungsfriſt auf ein Vierteljahr feſt; ſind Sie damit einverſtanden?

Gewiß! erwiderte Gottfried, der vor Ungeduld braunte, den Vertrag zu unterzeichnen.

Bon! verſetzte Meyer,hier ſind die Formulare, leſen Sie dieſelben aufmerkſam durch und unterzeichnen Sie, wenn die Bedingungen Ihnen genehm ſind.

Der junge Mann nahm die Papiere, überlas ſie flüch⸗ tig und unterſchrieb ſo haſtig, als ob von dieſem Federzuge ſein ganzes zukünftiges Lebensglück abhinge. Der Kauf⸗ mant erhob ſich und ſchloß eins der Exemplare in ſein Pult.Soweit wären wir im Reinen, hob er an, während er das zweite Exemplar dem Secretär über⸗ reichte.Am fünfzehnten December, Morgens acht Uhr, erwarte ich Sie alſo hier in meinem Comptoir. Adieu!

Gottfried drückte die ihm dargebotene Rechte und ent⸗ fernte ſich, nachdem er das Verſprechen gegeben hatte, ſich pünktlich einſinden zu wollen. Als er ſich auf der Straße befand, erkundigte er ſich nach einer Garküche, dort zu Mittag und ſtieg dann wieder in den Poſtwagen, um in

Die Küraſſiere vernichteten von den dreizehn Carrés ſieben, V

nahmen oder vernagelten ſecis Geſchütze und eroberten von den engliſchen Regimentern ſechs Fahnen, welche von drei Küraſſieren und drei Chaſſeurs der Garde dem Kaiſer vor dem Pachthofe in Belle⸗Alliance überbracht wurden.

elllingtons Lage hatte ſich verſchlechtert. Dieſe ungewöhn⸗

liche Schlacht war wie ein Zweikampf zwiſchen zwei erbitterten

Verwundeten, welche, während jeder ſeinerſeits kämpft und fort⸗ Widerſtand leiſtet, ihr ganzes Blut verlieren. Welcher den wird zuerſt fallen?

Der Kampf auf dem Plateau dauerte fort.

Bis wohin ſind die Küraſſiere vorgedrungen? Niemand ver⸗ 1ag e zu ſagen. Gewiß iſt, daß am Tage nach der Schlacht ein Küraſſier und ſein Pferd in dem Zimmerwerk des Schlag⸗ baumes des Wegegeld⸗Empfängers für Wagen in Mont⸗Saint⸗ Jean an demſelben Punkte todt gefunden wurde, wo ſich die vier Straßen von Nivelles, Genappe, La Hulpe und Brüſſel durch⸗ ſchneiden und aufeinanderſtoßen. Der Reiter hatte die engliſchen Linien durchbrochen. Einer der Leute, welche dieſen Leichnam aufhoben, lebt noch in Mont⸗Saint⸗Jean. Er heißt Dehaze und war damals achzehn Jahre alt.

Wellington fühlte ſich ſchwächer werden; die Kriſis war nahe. Die Küraſſiere hatten in dieſem Sinne noch keinen Erfolg erlangt, daß das Centrum noch nicht geworfen war. Da Jedermann das Plateau hatte, ſo beſaß es Niemand, und im Ganzen genommen war der größte Theil deſſelben im Beſitz der Engländer. Welling⸗

ton hatte das Dorf und die culminirende Ebene; Ney hatte nur Von beiden Seiten ſchien man in

V

Aber der Ermattung der Engländer ſchien nicht mehr abge⸗ holfen werden zu können. Der Blutverluſt dieſes Heeres war ſchrecklich. Kempt auf dem linken Flügel verlangte Verſtärkung. Es gibr keine mehr, antwortete Wellington,möge er ſich tödten laſſen! Faſt in derſelben Minute ein eigenthümliches Zu⸗ ſammentreffen, das die Erſchöpfung der beiden Heere malt bat Ney den Kaiſer Napoleon um Infanterie, und Napoleon rief: Infanterie? wo will er denn, daß ich ſie nehmen ſoll? Will er, daß ich welche erſchaffe?

Das engliſche Heer war indeſſen am meiſten leidend. Die wüthenden Angriffe jener großen Schwadronen mit eiſernen Kü⸗ raſſen und einer ſtählernen Bruſt hatten die Infanterie zermalmt. Einige Leute um eine Fahne bezeichneten den Platz eines Regi⸗ mentes; manches Bataillon wurde nur noch von einem Capitain oder einem Lieutenant befehligt; die Diviſion Alten, die in Hate⸗ Sainte ſchon ſo übel zugerichtet worden war, war beinahe ver⸗ nichtet; die unerſchrockenen Belgier der Brigade Van Kluze be⸗ deckten die Roggenfelder längs der Straße nach Nivelles; es blieb faſt nichts von jenen holländiſchen Grenadieren übrig, die 1811, mit unſeren Gliedern vermiſcht, Wellington beſiegten und die 1815, mit den Engländern verbunden, Napoleon bekämpften. Der Ver⸗ luſt an Officieren war bedeutend.

Um fünf Uhr zog Wellington ſeine Uhr heraus, und man hörte ihn finſter die Worte murmeln:Blücher oder die Nacht! In dieſem Augenblick erglänzte auf den Anhöhen nach der Seite von Friſchemont eine lange Reihe von Bajonneten. Hier beginnt die ſchließliche Entwickelung dieſes rieſenhaften Dramas.

(Schluß folgt.)